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Basilikum-Pesto selber machen: so gelingt dir der Klassiker – und seine Varianten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Klassisches Pesto alla Genovese besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan, Knoblauch, Olivenöl und Salz – roh zerstoßen oder zerkleinert, nie gekocht.
  • Die Reihenfolge entscheidet: Knoblauch mit Salz zerstoßen, Blätter portionsweise einarbeiten, dann Kerne und Käse, das Öl erst zum Schluss.
  • Pesto ist eine rohe, ungesäuerte Zubereitung: in den Kühlschrank bei höchstens 6 °C, nicht auf Vorrat ansetzen – auch nicht unter einer Ölschicht.
  • Für den Vorrat frierst du besser die kleingeschnittenen Basilikumblätter in Eiswürfeln ein; Trocknen lohnt bei Basilikum wegen der Schleimstoffe kaum.
Eine blühende Thai-Basilikumpflanze (Ocimum basilicum var. thyrsiflora) wächst im Freiland.
Foto: Tuấn Kiệt Jr. · Pexels License · Quelle ↗

Selbst gemachtes Pesto scheitert selten an den Zutaten. Es scheitert an der Reihenfolge: Öl zu früh eingegossen, Käse untergerührt und dann noch kräftig nachgesalzen, Blätter noch nass aus dem Sieb. Das Ergebnis ist ölig, versalzen oder wässrig – und schmeckt trotzdem nicht nach dem Basilikum, das eben noch im Beet stand. Ich lege deshalb alles bereit, bevor das erste Blatt in den Mörser kommt: Blätter gewaschen und trocken getupft, Kerne geröstet und ausgekühlt, Käse gerieben.

Pesto alla Genovese ist eine rohe Sauce aus Ligurien, die im Mörser zerstoßen wird – daher der Name, vom ligurischen Wort für zerstoßen. Um die Herkunft und die Rolle des Basilikums in der mediterranen Küche geht es hier nur am Rand; dieser Artikel zeigt dir den Klassiker Schritt für Schritt, die Varianten mit anderen Kernen, Tomaten oder ohne Käse, die Anwendungen in der Küche und den Punkt, an dem Sorgfalt vor Kreativität geht: die Lagerung.

Das klassische Pesto alla Genovese: Zutaten und Reihenfolge

Was hineinkommt

  • frische Basilikumblätter, für den Klassiker Genoveser Basilikum
  • Pinienkerne
  • geriebener Parmesan, nach Geschmack teilweise durch Pecorino ersetzt
  • Knoblauch
  • natives Olivenöl
  • Salz

Die Mengen stimmst du nach Konsistenz und Geschmack ab: Die Basilikumblätter bestimmen die Menge der Masse, Kerne und Käse machen sie sämig, das Öl bindet. Am Ende soll ein cremiges Pesto stehen, das vom Löffelrücken langsam abfließt und nicht in Öl schwimmt.

Schritt für Schritt

  1. Blätter vorbereiten. Basilikum kalt abspülen, in einem Tuch trocken tupfen. Nasse Blätter wässern das Pesto und lassen es schneller grau werden.
  2. Pinienkerne rösten. Ohne Fett in der Pfanne anrösten, bis sie duften und leicht Farbe nehmen, dann vollständig auskühlen lassen.
  3. Knoblauch mit Salz zerstoßen. Die Knoblauchstücke mit dem Salz im Mörser zu einer Paste zerreiben – die Salzkörner helfen beim Zerreiben.
  4. Basilikum einarbeiten. Die Blätter portionsweise dazugeben und mit kreisenden Bewegungen zerreiben statt zu hacken.
  5. Kerne und Käse dazu. Erst die Pinienkerne zerstoßen, dann den geriebenen Käse unterarbeiten.
  6. Öl einarbeiten. Das Olivenöl langsam und unter ständigem Rühren dazugießen, bis das Pesto cremig ist. Lieber zu wenig als zu viel – nachgießen geht immer.
  7. Abschmecken. Zurückhaltend salzen: Der Käse bringt schon Salz mit.
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Ocimum
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte feucht, aber gut durchlässig sein.

Anbauort

Die Kultur ist im Freiland oder Beet, im Gewächshaus und im Topf möglich.

Pflege

Pflege

Die Pflanze ist pflegeleicht.

Düngung

Im Gartenboden benötigt Basilikum gewöhnlich keine zusätzliche Düngung. Bei Gefäßkultur können Nährstoffe knapp werden; ein ausgewogener organischer Flüssigdünger kann das Blattwachstum unterstützen.

Lebensform und Verwendung

Verwendung

Die Pflanze eignet sich als Küchen- und Würzkraut sowie für Salate.

Aussaatkalender Basilikum
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Mörser oder Küchenmaschine?

Im Mörser wird das Blattgewebe zerrieben, die Masse bleibt rustikal und behält erkennbare Stückchen. Das dauert länger und braucht Kraft, gibt dir aber volle Kontrolle darüber, wie fein Kerne und Blätter werden. Ich arbeite im Mörser portionsweise und gieße das Öl erst ganz zum Schluss ein.

Die Küchenmaschine schneidet mit rotierenden Klingen. Sie ist schneller, liefert eine feinere, gleichmäßigere Konsistenz und lohnt sich bei größeren Mengen Basilikum, etwa nach einem Ernteschnitt. Zwei Handgriffe machen den Unterschied: in kurzen Impulsen arbeiten, damit die Masse nicht warm wird, und das Öl auch hier erst am Ende in dünnem Strahl zugeben, statt alles auf einmal zu pürieren.

Tipp

Salz gehört gleich zu Beginn zum Knoblauch in den Mörser, nicht erst ans Ende. Die Körner helfen beim Zerreiben, und du siehst früh, wie viel Salz die Masse tatsächlich aufnimmt – der Käse kommt später noch obendrauf.

Welches Basilikum in den Mörser kommt

Für das klassische Pesto alla Genovese wird Genoveser Basilikum verwendet, eine großblättrige Form mit dem typischen Pesto-Aroma. Thai-Basilikum bringt ein lakritzähnliches Aroma und glatte Blätter mit und passt zu herzhaften Gerichten wie zu Süßspeisen – als Pesto ergibt das eine Variante für Wok- und Reisgerichte, weniger für die Pasta. Zitronen-Basilikum verschiebt den Geschmack in Richtung Zitrus, rotblättrige Sorten färben das Pesto dunkel, und kleinblättriges Griechisches Basilikum lässt sich ebenso verarbeiten. Einen Überblick, welche Basilikumsorten es gibt und wie du sie in der Küche einsetzt, findest du im Beitrag über Basilikum in der Küche.

Kreative Varianten: andere Kerne, Tomaten, vegan

Das Grundrezept verträgt Abweichungen, solange die Reihenfolge bleibt: erst das Trockene zerreiben, dann das Öl.

Nuss-Varianten

  • Walnuss: herber, leicht bitter, körnigere Textur und dunklere Farbe; passt zu kräftigen Gerichten, Herbstgemüse oder Wild.
  • Mandel: mild und süßlich, macht die Masse besonders cremig.
  • Pistazie: nussig-würzig, färbt das Pesto intensiv grün.

Kerne und Nüsse lassen sich auch mischen, etwa Pinienkerne mit einem Teil Walnüssen. Rösten lohnt sich bei allen; die Aromen werden runder und die Bitternoten der Walnuss milder.

Marias Erfahrung

Ich röste Walnüsse und Mandeln ohne Fett in der Pfanne an, lasse sie auf einem Teller vollständig auskühlen und gebe sie erst dann in den Mörser – warme Kerne setzen im Mörser zu schnell Öl frei und machen die Masse pastig, bevor die Blätter zerrieben sind.

Tomaten-Basilikum-Pesto

Getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten abtropfen lassen, grob schneiden und zusammen mit den Basilikumblättern zerreiben oder pürieren. Kerne und Käse wie beim Klassiker, das Öl am Ende – die Tomaten bringen eigenes Öl mit, also sparsamer nachgießen als sonst. Das Ergebnis ist dunkelrot, süßlich-würzig und schmeckt zu Pasta ebenso wie auf geröstetem Brot.

Vegan ohne Käse

Der Parmesan lässt sich durch Hefeflocken ersetzen, die eine herzhafte, käseähnliche Note geben; gemahlene Cashewkerne sorgen für Cremigkeit. Zitronensaft oder Abrieb bringt die Säure zurück, die sonst der Käse liefert, Salz und Pfeffer runden ab. Beim Basilikum darfst du in der veganen Fassung großzügig sein, damit das Kraut nicht hinter den Hefeflocken verschwindet.

Pesto in der Küche: Pasta, Brot, Salat, Suppe

Pasta. Frisch gekochte Pasta abgießen, etwas Nudelwasser zurückbehalten und das Pesto damit in einer Schüssel unterheben. Das stärkehaltige Wasser macht die Sauce geschmeidig und verteilt sie gleichmäßig. Ich stelle beim Abgießen etwas Nudelwasser beiseite und rühre das Pesto damit in der Schüssel an, nicht im heißen Topf. Halbierte Kirschtomaten, gehobelter Parmesan oder geröstete Pinienkerne obenauf ergänzen das Basilikum, ohne es zu überdecken.

Häufiger Fehler

Das Pesto in den heißen Topf zur Pasta geben und auf der Platte durchschwenken. Die Hitze kann die grüne Farbe ins Olivbraune kippen lassen und das Aroma der ätherischen Öle dämpfen. Pasta abgießen, Pesto in der Schüssel unterheben, Topf und Herd bleiben außen vor.

Brot und Sandwich. Pesto auf geröstetes Ciabatta streichen und mit gegrilltem Gemüse, Mozzarella oder Ziegenkäse belegen. Als Aufstrich braucht es meist keine weitere Würze.

Salat. Pesto mit zusätzlichem Olivenöl und Zitronensaft zu einem Dressing verrühren – zu Tomatensalat, Blattsalat mit Mozzarella oder lauwarmem Kartoffelsalat.

Suppen, Dips und Marinade. Etwas Pesto in Tomaten- oder Gemüsesuppe rühren, mit Frischkäse oder Quark zu einem Dip vermengen oder vor dem Grillen unter Gemüse und Fisch mischen. Auch als Pizzabelag statt Tomatensauce funktioniert es, wenn es erst nach dem Backen aufgetragen wird.

Ernte, Vorrat und ein Wort zur Gesundheit

Basilikum gehört zu den wenigen starkzehrenden Kräutern, will einen sonnigen Platz und wird gleichmäßig gegossen, am besten morgens an den Fuß der Pflanze; hierzulande wird es in der Regel einjährig kultiviert. Wie du Kräuter mit Maß gießt und düngst, steht im Kräuter-Grundlagenartikel unter Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.

Für Pesto erntest du am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und vor der Blüte – danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Ganze Triebe schneidest du etwa handbreit über dem Boden ab, sodass einige Blätter an der Pflanze bleiben. Wie du Basilikum über die Saison hinweg schneidest und frisch hältst, zeigt dir der Beitrag zur Basilikum-Ernte und Frischhaltung.

Pesto ist eine rohe, ungesäuerte Zubereitung: Es gehört in den Kühlschrank bei höchstens 6 °C und ist nicht als Vorrat gedacht – eine Ölschicht obendrauf hilft dabei nicht, denn gerade unter Luftabschluss können sich in selbst angesetzten Öl-Zubereitungen Botulinumtoxine bilden. Für den Vorrat friere ich deshalb die kleingeschnittenen Blätter in Eiswürfeln ein und rühre das Pesto frisch an – Trocknen lohnt bei Basilikum wegen seiner Schleimstoffe kaum. Was zu Trocknen, Einfrieren und dem Öl-Sicherheitsrahmen zu wissen ist, steht im Abschnitt Ernten und Konservieren desselben Grundlagenartikels. Bewahre selbst eingelegtes Gemüse und frische Kräuter in Öl im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Tag nach der Herstellung.

Basilikum ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel; seine ätherischen Öle machen das Aroma, mehr behauptet dieser Text nicht. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Wie Basilikum weltweit gewürzt wird und in welchen Mengen es in der Küche sinnvoll ist, liest du im Beitrag über Basilikum als Geschmackserlebnis.

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Häufige Fragen

Wie bereitest du ein klassisches Pesto alla Genovese zu?
Wasche die Basilikumblätter, tupfe sie trocken und röste die Pinienkerne ohne Fett an, bis sie duften; dann auskühlen lassen. Zerstoße Knoblauch mit Salz, arbeite die Blätter portionsweise ein und gib danach Kerne und geriebenen Parmesan dazu. Zum Schluss gießt du das Olivenöl langsam ein, bis eine cremige, nicht flüssige Masse entsteht, und schmeckst zurückhaltend mit Salz ab, weil der Käse mitsalzt.
Was ist der Unterschied zwischen Mörser und Küchenmaschine beim Pesto?
Im Mörser werden die Blätter zerrieben und zerstoßen – der Name Pesto kommt vom ligurischen Wort für zerstoßen – und die Masse bleibt rustikaler und stückiger. Die Küchenmaschine schneidet mit rotierenden Klingen, geht schneller und liefert eine gleichmäßigere, feinere Konsistenz. Beide Wege funktionieren; wichtig ist bei der Maschine, in kurzen Impulsen zu arbeiten, damit die Masse nicht warm wird.
Welche Basilikumsorten eignen sich für Pesto?
Für die klassische Fassung wird Genoveser Basilikum verwendet, eine großblättrige Form mit dem typischen Pesto-Aroma. Kleinblättriges Griechisches Basilikum lässt sich ebenso verarbeiten, und rotblättrige Sorten färben das Pesto dunkel. Thai-Basilikum mit seinem lakritzähnlichen Aroma und Zitronen-Basilikum ergeben eigenständige Varianten, die weniger nach Ligurien und mehr nach Wok oder Fisch verlangen.
Wie verändern Thai-Basilikum oder Zitronen-Basilikum den Pesto-Geschmack?
Thai-Basilikum bringt ein lakritzähnliches Aroma und glatte Blätter mit; im Pesto passt das zu herzhaften Reis- und Wokgerichten, aber auch zu Süßspeisen. Zitronen-Basilikum verschiebt das Pesto in Richtung Zitrus und wirkt frischer, etwa zu Fisch, Sommersalaten oder auf Brot. Du kannst diese Sorten anteilig mit Genoveser Basilikum mischen, wenn dir die reine Variante zu weit vom Klassiker entfernt ist.
Worin unterscheidet sich Walnuss-Pesto von klassischem Pinienkern-Pesto?
Walnüsse bringen eine herbere, leicht bittere Note und eine körnigere Textur, Pinienkerne dagegen schmecken mild-nussig und machen die Masse cremiger. Walnuss-Pesto wird durch die Haut der Nüsse etwas dunkler und hält kräftigen Gerichten wie Pasta mit Herbstgemüse oder Wild geschmacklich stand. Wer beide mag, kann die Kerne auch mischen.
Wie lässt sich veganes Pesto ohne Parmesan geschmacklich optimieren?
Hefeflocken ersetzen die käsige, herzhafte Note, gemahlene Cashewkerne sorgen für Cremigkeit. Zitronensaft oder Abrieb bringt Frische und gleicht die fehlende Säure des Käses aus, Salz und Pfeffer runden ab. Geröstete Sonnenblumenkerne statt Pinienkerne funktionieren hier ebenfalls, und mit dem Basilikum darfst du in der veganen Fassung eher großzügig sein.
Stimmt es, dass Pesto seine Farbe verliert, wenn es mit heißer Pasta gemischt wird?
Ja, starke Hitze kann die leuchtend grüne Farbe ins Olivbraune kippen lassen und die ätherischen Öle des Basilikums dämpfen. Gieße die Pasta deshalb ab und hebe das Pesto in einer Schüssel unter, nicht im Topf auf der heißen Platte. Etwas zurückgehaltenes Nudelwasser hilft, das Pesto ohne weitere Hitze geschmeidig zu verteilen.
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