Griechisches Basilikum ernten und lagern: frisch, eingefroren oder getrocknet
- Erntefenster für Basilikum: etwa Juni bis Oktober, das meiste Aroma steckt kurz vor der Blüte im Juli in den Blättern.
- Am Vormittag ernten, wenn der Tau abgetrocknet ist; ganze Triebe etwa handbreit über dem Boden schneiden und einige Blätter stehen lassen.
- Frisch geschnitten hält sich Griechisches Basilikum etwa 3 bis 5 Tage.
- Einfrieren ist der schonendere Vorratsweg: kleingeschnitten in Eiswürfeln, haltbar bis zu einem Jahr.
- Trocknen kostet deutlich Aroma; wenn doch, dann bei 40 bis 50 °C im Ofen mit spaltbreit geöffneter Tür, danach luftdicht und dunkel lagern und innerhalb von 12 Monaten verbrauchen.
- Kräuteröl und Pesto gehören in den Kühlschrank, Öl verbrauchst du spätestens am Folgetag – kein Vorrat wegen Botulismus-Gefahr.

Griechisches Basilikum wächst als dichte, kleinblättrige Kugel – und genau das macht die Ernte knifflig. Wer nur einzelne Blättchen zupft, kommt kaum voran; wer zu tief schneidet, wartet lange auf Nachschub. Dazu kommt der Vorrat: Basilikum gehört zu den Kräutern, die beim Trocknen viel Aroma lassen. Ich schneide mein Griechisches Basilikum am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, und lege die Triebe in ein flaches Sieb statt in eine Tüte, damit nichts gequetscht wird. Wie du erntest, was du frisch aufbewahrst und was in den Froster wandert, steht hier.
Wann du Griechisches Basilikum erntest
Das Erntefenster für Basilikum reicht etwa von Juni bis Oktober, je nach Kulturbedingungen. Die Blüte fällt bei Basilikum in den Juli – und das ist der Zeitpunkt, den du im Blick behalten solltest. Das meiste Aroma haben die Blätter kurz vor der Blüte; sobald die Pflanze blüht, steckt sie ihre Kraft in Blüte und Samen, und das Blatt verliert.
Ernte am Vormittag, wenn der Tau von den Blättern abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch im Blatt sitzen. Wer regelmäßig ganze Triebe schneidet, nimmt die Blütenansätze dabei mit und kann die Blüte hinauszögern. Griechisches Basilikum treibt dann aus den verbliebenen BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. nach und bleibt kompakt.
So schneidest du, ohne die Pflanze zu schwächen
Schneide ganze Triebe statt einzelner Blätter. Basilikum kann etwa handbreit über dem Boden abgeschnitten werden, dabei bleiben einige Blätter an der Pflanze – aus diesen Blattachseln kommt der nächste Austrieb. Ich setze die Schere oberhalb eines Blattpaars an und lasse an jedem geschnittenen Trieb Blätter stehen. Eine scharfe, saubere Schere hinterlässt glatte Schnittstellen, die schneller abtrocknen.
Bei der kugeligen Wuchsform des Griechischen Basilikums arbeitest du dich von außen nach innen und nimmst die längsten Triebe zuerst. Blüten- oder Knospenansätze schneidest du bei jeder Ernte mit ab.
Nur einzelne Blättchen abzupfen und die Triebspitzen stehen lassen. Genau an den Spitzen bildet die Pflanze ihre BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe., und nach der Blüte geht die Kraft in Blüte und Samen statt ins Blatt. Schneide ganze Triebe bis über ein Blattpaar zurück – so bleibt die Pflanze im Blattstadium.
Aussaat und Pflege: nur so viel, wie du für die Ernte brauchst
Basilikum ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte.: oberflächennah säen und höchstens leicht mit Erde bedecken, gepflanzt wird etwa Mai bis Juni, wenn kein Frost mehr droht. Im Beet zählt Basilikum zu den wenigen starkzehrenden Kräutern und dankt eine nährstoffreichere Erde; die regelmäßige Ernte ist zugleich die wichtigste Pflegemaßnahme, weil sie die Pflanze buschig hält. Wie du Kräuter vorziehst, direkt säst und mit Maß gießt und düngst, liest du im großen Kräuter-Ratgeber.
Frisch aufbewahren: nur wenige Tage
Frisch geschnittenes Griechisches Basilikum hält sich etwa 3 bis 5 Tage. Am besten verarbeitest du die Triebe gleich nach der Ernte, dann ist das Aroma am vollständigsten. Musst du warten, wickelst du die Triebe locker in ein leicht feuchtes Küchentuch und legst sie in eine Dose oder einen Beutel in den Kühlschrank. Die Blätter dürfen dabei nicht nass sein, sonst faulen sie schnell. Kontrolliere vor der Verwendung, ob die Blätter noch fest sind – schlappe oder dunkle Blätter sortierst du aus.
Einfrieren: der schonendere Vorratsweg
Auch Griechisches Basilikum büßt beim Trocknen deutlich Aroma ein; Einfrieren ist der schonendere Weg für den Vorrat. Der Grund liegt im Blatt selbst: Basilikum lässt sich wegen seiner Schleimstoffe nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen. Günstiger ist es, frisch geerntete, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln einzufrieren.
So gehst du vor: Blätter nur bei Bedarf abspülen und gut trocken tupfen, grob schneiden und in Eiswürfelformen füllen. Darüber kommt etwas Wasser oder Öl, dann ab in den Froster. Ich hacke die Blätter dafür nur grob, drücke sie locker in die Form und gieße erst dann das Wasser nach, damit die Würfel nicht zu wässrig werden. Die gefrorenen Würfel füllst du in einen Beutel oder eine Dose um und drückst die Luft möglichst heraus. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr.
Ganze Blätter kannst du auch einzeln auf einem Blech vorfrieren und danach zusammen einpacken; so lassen sie sich später portionsweise entnehmen.
Trocknen: möglich, aber mit Aromaverlust
Wenn du trotzdem trocknen willst, halte die Temperatur niedrig. Im Backofen gelten etwa 40 bis 50 °C bei einen Spalt breit geöffneter Tür. Für die Lufttrocknung brauchst du einen gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C, etwa den Speicher, den Wintergarten oder einen Platz an der Heizung – gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne. Die Blätter sind fertig, wenn sie beim Anfassen rascheln.
Getrocknete Blätter lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und verbrauchst sie am besten innerhalb von 12 Monaten, weil sie danach Geschmack und Aroma verlieren. Ich kontrolliere meine verschlossenen Gläser beim Nachfüllen auf Schimmel und werfe Ware mit Kondenswasser an der Glaswand weg. Wie das Verfahren beim klassischen grünblättrigen Basilikum im Detail läuft, steht im eigenen Artikel.
„Griechisches Basilikum behält beim Trocknen sein Aroma besser als großblättrige Sorten.” Dafür gibt es keinen Beleg. Auch Griechisches Basilikum verliert beim Trocknen deutlich Aroma – wer das Kraut für den Winter sichern will, friert es ein.
Öl und Pesto: nur mit Botulismus-Vorsicht
Kräuter in Öl wirken wie die einfachste Vorratsmethode, sind aber der eine Bereich, in dem du keine eigenen Rezepturen ausprobieren solltest. Unter Sauerstoffabschluss kann sich in selbst angesetzten Öl-Zubereitungen Clostridium botulinum vermehren und Botulismus auslösende Nervengifte bilden. Deshalb: keine Vorratsproduktion, selbst angesetztes Kräuteröl im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen.
Für Pesto gilt dasselbe Prinzip. Nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen gelten als mögliche Risikoprodukte; nicht erhitzte und nicht chemisch konservierte Zubereitungen wie Kräuter in Öl und Pesto dürfen nur bei bis zu 6 °C gelagert werden. Wer Griechisches Basilikum über Wochen aufbewahren will, friert es ein und setzt Öl oder Pesto erst kurz vor dem Essen an. Wie du Basilikum-Öl frisch ansetzt und sicher aufbewahrst, erklärt die eigene Anleitung.
Ein mit Öl bedecktes Glas Basilikum-Pesto oder Kräuteröl „für den Winter” ist kein sicherer Vorrat. Kühl lagern, Öl spätestens am Folgetag verbrauchen, nichts auf Vorrat ansetzen.
Vor dem ersten Frost: die letzte Ernte
Basilikum ist nicht freiland-winterhart. Es kann je nach Kulturform mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. leben, wird hierzulande aber in der Regel einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. kultiviert – der erste Frost beendet die Saison im Beet. Ich ernte alle Triebe ab, sobald Frost angekündigt ist, und verarbeite oder friere sie noch am selben Tag ein. Wer eine Topfpflanze weiterkultivieren will, braucht einen hellen, frostfreien Platz. Alles rund um Anbau und Verwendung von Griechischem Basilikum findest du in der Übersicht zur Art.





