Kräutergarten anlegen: Planung, Beetaufbau und erste Ernte für Küche und Tee
- Sortiere zuerst nach Welten: mediterrane Kräuter wollen volle Sonne und mageren, durchlässigen Boden, frisch-feuchte Blattkräuter vertragen Halbschatten und gleichmäßige Feuchte.
- Ein Kräuter-Hochbeet ist 70 bis 80 cm hoch und lichte 1,40 bis 1,50 m breit; eine Kräuterspirale misst 2 bis 3 m Durchmesser bei rund 80 cm Höhe.
- Abstände als System planen: Thymian 20 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand, Salbei 35 cm bei 40 cm, Schnittlauch als Horst 20 cm bei 30 cm.
- Die große Mehrheit der Kräuter ist schwachzehrend: 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr reichen; Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind die starkzehrenden Ausnahmen.
- Kräutertee mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens fünf Minuten ziehen lassen; selbst angesetztes Kräuteröl kühl lagern und spätestens am Folgetag verbrauchen.

Du kennst das Bild: fünf Kräutertöpfchen aus dem Supermarkt auf der Fensterbank, nach einer Woche hängt das Basilikum, die Petersilie vergilbt, und für die Tomatensoße kaufst du doch wieder ein Töpfchen nach. Oder du hast ein leeres Stück Beet, einen Balkon, eine Ecke Terrasse – und keine Idee, wo du anfängst. Ich beginne jeden neuen Kräutergarten am Küchentisch, nicht im Beet: mit einem Zettel, auf dem steht, welche Kräuter ich in den letzten Wochen wirklich gekauft habe. Alles Weitere – Form, Platz, Abstände, Nachbarn – hängt an dieser Liste.
Welche Kräuter sollen überhaupt hinein?
Ein Kräutergarten, der genutzt wird, richtet sich nach deiner Küche und deiner Teekanne, nicht nach dem Sortiment im Gartencenter. Schreib auf, was du kochst: Für Pasta und Salat brauchst du Basilikum, Oregano, Thymian und Rosmarin. Für Kartoffeln, Quark und Eier sind Petersilie, Schnittlauch, Dill und Kerbel die Grundausstattung. Für Tee kommen Minze, Zitronenmelisse und Kamille dazu.
Dann sortierst du die Liste nach zwei Kriterien, die später jede Entscheidung bestimmen:
- Welt. Mediterran-trocken (Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano, Lavendel, Basilikum) oder frisch-feucht (Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Minze, Zitronenmelisse). Die beiden Gruppen wollen unterschiedliches Licht, unterschiedlichen Boden und unterschiedliches Gießen – und stehen deshalb getrennt.
- Lebensdauer. Einjährige wie Dill, Kerbel oder Sommer-Bohnenkraut laufen in einer Saison von der Aussaat bis zur Samenreife und werden jedes Jahr neu gesät. Petersilie ist botanisch zweijährig, wird für die Blattnutzung aber meist einjährig gezogen. Mehrjährige wie Schnittlauch, Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano, Minze oder Zitronenmelisse bleiben jahrelang am Platz und zählen als DauerkulturenDauerkultur nennt man Pflanzen, die mehrere Jahre am selben Platz bleiben, immer wieder Ernte bringen und deshalb nicht in die Fruchtfolge eingebunden werden, etwa Rhabarber, Spargel oder Obst.. Basilikum kann je nach Kulturform mehrjährig wachsen, wird hierzulande aber in der Regel einjährig kultiviert; beim frostempfindlichen Majoran ist es genauso.
Wer sich für die traditionellen Heilkräuter interessiert, findet die Auswahl und ihre Kulturgeschichte in einem eigenen Ratgeber zu Heilkräutern im eigenen Garten; für die Planung hier zählen sie einfach als Teekräuter mit ihren Standortansprüchen.
Bedarf notiert (Küche, Tee) · jede Art einer Welt zugeordnet · einjährig, zweijährig oder Dauerkultur markiert · Form gewählt (Beet, Hochbeet, Spirale, Topf) · Abstände eingezeichnet · Nachbarn geprüft – erst dann Samen und Jungpflanzen kaufen.
Ich zeichne jedes neue Kräuterbeet auf Karopapier, ein Kästchen entspricht 10 cm, und trage die Abstände aus der Tabelle unten ein, bevor ich eine einzige Pflanze bestelle. Minze bekommt bei mir grundsätzlich einen eigenen Topf, der mit dem Rand über der Erde ins Beet eingesenkt wird; im Sommer schaue ich beim Gießen, ob AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. über den Rand klettern, und schneide sie ab.
Beet, Hochbeet, Kräuterspirale oder Topf?
Die Form entscheidet sich nach Platz, Rücken und Boden – nicht nach Optik. Das klassische Beet ist die günstigste Lösung, wenn du gewachsenen Boden hast und beide Welten räumlich trennen kannst: die mediterrane Ecke sonnig und mager, die frisch-feuchte Seite humos und eher im Halbschatten.
Ein Hochbeet lohnt sich, wenn der vorhandene Boden schwer und nass ist oder du im Stehen arbeiten willst. Als Richtwert gilt eine Höhe von 70 bis 80 cm, je nach Körpergröße sind 70 bis 100 cm üblich; die lichte Breite liegt ideal bei 1,40 bis 1,50 m, damit du die Beetmitte von beiden Seiten erreichst. Wie du ein Kräuter-Hochbeet praktisch gestaltest und typische Probleme darin löst, zeigt der Ratgeber zur aromatischen Ernte aus dem Kräuter-Hochbeet.
Die KräuterspiraleEine Kräuterspirale ist ein spiralförmig ansteigendes Beet aus Steinen und Erde. Von der mageren, sonnigen Spitze bis zum nährstoffreichen Fuß mit kleinem Teich bietet sie auf engem Raum Plätze für Kräuter mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. schafft auf wenig Fläche mehrere Zonen: oben trocken und vollsonnig für die mediterranen Arten, in der Mitte nährstoffreicher, unten feucht, optional mit kleinem Teich. Bewährt haben sich 2 bis 3 m Durchmesser bei rund 80 cm Höhe, mit einer etwa 10 cm hohen Drainageschicht aus Schotter, Kies oder Blähton, die im Zentrum auf etwa 40 bis 50 cm ansteigt. Bauplan und Bepflanzung Zone für Zone stehen im Ratgeber zum Anlegen einer Kräuterspirale.
Töpfe und Kübel sind die Lösung für Balkon und Terrasse – und die einzige, bei der du jeder Art ihr eigenes Substrat und ihren eigenen Gießrhythmus geben kannst. Entscheidend ist die Erdtiefe, nicht der Durchmesser.
Flach wurzelnde Küchenkräuter wie Schnittlauch, Basilikum oder Petersilie kommen mit 15 bis 20 cm Erdtiefe im Kübel aus; TiefwurzlerTiefwurzler sind Pflanzen, deren Wurzeln bis in tiefere Bodenschichten reichen, im Gemüsegarten etwa Möhre, Pastinake, Tomate oder Mangold. Sie ergänzen sich gut mit Flachwurzlern, weil beide Wasser und Nährstoffe aus unterschiedlichen Schichten holen. wie Rosmarin, Salbei oder Liebstöckel brauchen mindestens 25 bis 30 cm. Wer Kümmel im Kübel zieht, plant wegen der rund 15 cm langen PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. etwa 10 l Volumen mit einer mindestens 5 cm hohen Drainageschicht aus Blähton oder Kies ein.
Wo steht der Kräutergarten am besten?
Für die meisten Kräuter passt ein sonniger bis halbschattiger Platz, die mediterranen Arten verlangen die volle Sonne, und Kerbel kommt als einer der wenigen mit reinem Halbschatten aus. Ich lege den Kräuterplatz so nah an die Küchentür, dass ich abends in Hausschuhen hinkomme, und suche bei windigen Lagen eine Wand oder Hecke als Rücken. Wie sich Licht- und Bodenansprüche der beiden Gruppen unterscheiden, liest du im Kräuter-Hauptartikel unter Die zwei Kräuter-Welten: mediterran-trocken und frisch-feucht.
Wie bereitest du den Boden vor?
Mediterrane Kräuter wollen mageren, durchlässigen Boden – für die obere Zone einer Kräuterspirale wird Gartenerde meist zu gleichen Teilen mit Sand gemischt, und nach demselben Prinzip machst du auch eine Beetecke trocken und durchlässig. Frisch-feuchte Blattkräuter mögen es humos und gleichmäßig feucht; als Faustzahl reichen 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr, um sie bedarfsgerecht zu ernähren. Die Bodenansprüche je Welt und das passende Substrat für Hochbeet und Topf stehen im Hauptartikel in den Abschnitten zu den Kräuter-Welten und zu Beet, Spirale, Hochbeet und Topf.
Wie viel Platz braucht welches Kraut?
Der häufigste Planungsfehler ist nicht der falsche Standort, sondern der zu enge. Ein Rosmarin oder Salbei sieht als Jungpflanze winzig aus und steht im dritten Jahr als HalbstrauchEin Halbstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, während die Triebe des laufenden Jahres krautig und grün bleiben. Er steht zwischen Staude und Gehölz; Beispiele sind Lavendel, Salbei und Thymian. da. Plane Abstände deshalb immer als System: Abstand in der Reihe, Reihenabstand und Wuchsform. Die folgenden Werte gelten für Einzelpflanzen im Beet; im Topf steht eine Pflanze pro Gefäß.
| Kraut | in der Reihe | Reihenabstand | Wuchsform / Standort | Versorgung |
|---|---|---|---|---|
| Thymian | 20 cm | 25 cm | Halbstrauch, sonnig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Salbei | 35 cm | 40 cm | Halbstrauch, sonnig bis halbschattig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Rosmarin | 30 cm | 40 cm | Halbstrauch, sonnig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Oregano | 20 cm | 30 cm | Staude, sonnig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Lavendel | 30 cm | 50 cm | Halbstrauch, sonnig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Basilikum | 10 cm | 20 cm | einjährig kultiviert, sonnig; 10–25 cm je nach Pflanzweise (Büschel enger, Einzelpflanzen weiter) und Sorte | starkzehrend |
| Petersilie | 15 cm | 25 cm | zweijährig, meist einjährig gezogen, sonnig bis halbschattig | schwachzehrend |
| Dill | 15 cm | 25 cm | einjährig, sonnig bis halbschattig | schwachzehrend |
| Kerbel | 20 cm | 30 cm | einjährig, halbschattig | schwachzehrend |
| Schnittlauch | 20 cm | 30 cm | Horst, sonnig bis halbschattig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Minze | 30 cm | 30 cm | Staude mit Ausläufern, sonnig bis halbschattig, besser im Topf | schwachzehrend |
| Zitronenmelisse | 20 cm | 40 cm | Staude, sonnig bis halbschattig, Dauerkultur | schwachzehrend |
| Kamille | 15 cm | 30 cm | sonnig bis halbschattig | mittelzehrend |
| Liebstöckel | 50 cm | 50 cm | Staude, sonnig bis halbschattig, Dauerkultur | starkzehrend |
Für Schnittlauch nennt manche Hersteller-Kulturanleitung auch etwa 30 cm zwischen den Pflanzen – wer die Horste alle 2 bis 3 Jahre teilen will, fährt mit dem weiteren Maß bequemer.
Dauerkulturen bleiben am Platz, alles andere wandert. Für die einjährig kultivierten Arten gibt es Anbaupausen, bevor sie wieder auf dieselbe Stelle dürfen: Dill 5 Jahre, Basilikum 4 Jahre, Kerbel 4 Jahre, Petersilie 3 Jahre. Wer die Einjährigen in Töpfen oder in einer eigenen Wechselreihe zieht, umgeht das Problem.
Im Beetplaner kannst du Abstände, Anbaupausen und Kulturstartmonate für jedes Kraut prüfen und dein Beet maßstäblich anlegen, bevor du gräbst.
Wer verträgt sich, wer nicht?
Mischkultur unterstützt dein Beet, sie garantiert nichts – aber ausdrückliche Unverträglichkeiten sparst du dir besser gleich. Die LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran. Thymian, Salbei, Rosmarin, Lavendel, Oregano und Majoran gelten untereinander als schwierige Nachbarn, und dieselbe Liste umfasst auch Basilikum, Minze, Zitronenmelisse und Bohnenkraut. Unter den Doldenblütlern gilt das Gleiche für Dill, Kerbel, Koriander, Petersilie, Liebstöckel, Fenchel, Kümmel und Anis. Wenn du trotzdem eine mediterrane Sonnenecke oder eine Reihe Küchenkräuter aus beiden Familien willst, gib jeder Art ihren eigenen Block mit den vollen Abständen aus der Tabelle, statt sie ineinander zu verzahnen.
Gute Partner finden Kräuter eher im Gemüsebeet als untereinander: Basilikum passt zu Tomaten, Gurken, Kürbis und Melonen und kann saugende Insekten etwas ablenken – verlass dich aber nicht darauf. Petersilie steht gut neben Tomaten, Bohnenkraut neben Busch-, Stangen- und Prunkbohnen, Dill neben Gurken, Roter Bete, Mangold und Bohnen. Jede geplante Kombination kannst du im Mischkultur-Tool auf gute und schlechte Nachbarn prüfen; wie du die Nachbarschaften speziell im Hochbeet systematisch planst, steht im Ratgeber zur Mischkultur-Planung für Kräuter im Hochbeet.
Ein einziger Balkonkasten mit Basilikum, Rosmarin und Petersilie. Basilikum ist starkzehrend und will gleichmäßig Wasser, Rosmarin will mager und trocken, und Basilikum und Rosmarin gelten zudem als unverträgliche Nachbarn. Drei Töpfe statt einem Kasten lösen alle drei Probleme auf einmal.
Säen, pflanzen oder teilen?
Einjährige wie Dill, Kerbel oder Basilikum säe ich direkt oder ziehe sie vor; Mehrjährige wie Schnittlauch, Thymian oder Salbei setze ich lieber als Jungpflanze oder als Teilstück aus einem bestehenden Horst, damit im ersten Jahr schon etwas zu ernten dasteht. Viele Kräutersamen sind Lichtkeimer – Kamille wird nur angedrückt und nicht bedeckt, Thymian und Basilikum oberflächennah gesät und höchstens dünn bedeckt –, Bärlauch dagegen kommt 1–2 cm tief in lockere Erde, und Basilikum gehört mit seiner FreilandsaatFreilandsaat ist die Aussaat direkt an Ort und Stelle im Gartenbeet unter freiem Himmel. Die Samen keimen dort, wo die Pflanzen anschließend weiterwachsen sollen. erst in den Mai bis Juni. Saattiefen, Keimtemperaturen und die Fenster für Vorkultur und Direktsaat findest du im Hauptartikel unter „Aussaat: Vorkultur, Direktsaat und die feinen Samen” und zum Ausdrucken im Aussaatkalender für Kräuter.
Wie pflegst du das Beet über die Saison?
Beim Gießen folgst du der Welt: Mediterrane Kräuter bekommen selten Wasser und erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, frisch-feuchte Blattkräuter gleichmäßig und bevor sie schlappen – am besten morgens und an den Fuß der Pflanze, nicht über das Blatt. Gedüngt wird kaum: Die große Mehrheit ist schwachzehrend und kommt mit dem Kompost zum Start durch die Saison, nur Basilikum, Borretsch und Liebstöckel sind starkzehrend und danken nährstoffreichere Erde; üppige Stickstoff- und Wassergaben lassen das Kraut schneller wachsen, aber flacher schmecken und weicher werden. Die Einzelheiten stehen im Hauptartikel unter „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß”; welche Krankheiten und Schädlinge an Kräutern auftreten können und wie du vorbeugst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Wann und wie erntest du?
Geerntet wird am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, und bei den meisten Arten kurz vor der Blüte – danach steckt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Ganze Triebe krautiger Kräuter schneide ich etwa eine Handbreit über dem Boden ab, Schnittlauch etwa 2 cm über dem Boden; bei den Halbsträuchern Salbei, Thymian und Lavendel bleibe ich im belaubten Bereich und schneide nicht ins alte, kahle Holz, weil sie dort nur zögerlich wieder austreiben. Warum jeder Ernteschnitt gleichzeitig Pflege ist, steht im Hauptartikel unter „Ernten und Konservieren”.
Küche, Tee und Vorrat: Was machst du mit der Ernte?
In der Küche kommen frische Kräuter zum Schluss ins Essen; ich pflücke Petersilie nur in der Menge, die ich gerade brauche, und schneide Dill jung und verarbeite ihn sofort. Basilikum, Petersilie, Dill und Schnittlauch büßen beim Trocknen viel Aroma ein und gehören frisch auf den Teller oder gehackt in den Froster.
Für Tee gießt du frische oder getrocknete Blätter – Minze, Zitronenmelisse, Kamillenblüten – mit sprudelnd kochendem Wasser auf und lässt sie mindestens fünf Minuten ziehen, damit in seltenen Fällen vorhandene Keime sicher abgetötet werden; für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke ist das besonders wichtig. Aufgegossenen Tee lässt du nicht über mehrere Stunden stehen, weil hitzeresistente Sporen das Aufbrühen überstehen können. Kamille gehört zu den Korbblütlern: Wer auf Chrysanthemen, Arnika oder Schafgarbe allergisch reagiert, kann auch auf Kamille reagieren. Teekräuter sind Lebensmittel, keine Medizin; bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Den ganzen Weg vom Samen bis zur fertigen Tasse Tee begleitet ein eigener Ratgeber.
Für den Vorrat trocknest du die robusten Aromatiker Thymian, Oregano, Salbei und Lavendel gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne – oder im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt geöffneter Tür – und lagerst sie luftdicht, lichtgeschützt und trocken; innerhalb von 12 Monaten sind sie am besten aufgebraucht. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Selbst angesetztes Kräuteröl und frisches Pesto sind der eine Bereich, in dem Sorgfalt vor Kreativität geht: Unter Luftabschluss können sich Botulinumtoxine bilden. Setze deshalb nichts davon auf Vorrat an, stelle beides in den Kühlschrank und verbrauche Kräuteröl spätestens am Tag nach der Herstellung.
Was passiert im Winter?
Beim ersten Frost sortiert sich das Beet in drei Gruppen: Einjährige wie Dill oder Sommer-Bohnenkraut sind durch und werden abgeräumt; winterharte Mehrjährige wie Schnittlauch, Zitronenmelisse, Thymian und Salbei bleiben draußen, die beiden Letzteren in rauen Lagen mit einer Abdeckung; alles Frostempfindliche im Topf – Basilikum, Zitronengras, Rosmarin im Kübel – zieht hell und frostfrei um, mediterrane Kübelkräuter am besten kühl bei rund 5 bis 10 °C. Wer bleibt, wer geht und wer reinkommt, steht im Hauptartikel unter „Überwintern”; wie du auf der Fensterbank auch im Winter frische Kräuter ziehst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Welche Fehler kosten am meisten?
Drei Entscheidungen aus der Planung tauchen als Fehler immer wieder auf: beide Welten in ein Gefäß oder eine Gießzone gepackt, Abstände nach der Jungpflanze statt nach der ausgewachsenen Pflanze bemessen, und Minze frei ins Beet gesetzt statt in den eingesenkten Topf. Wer die Tabelle oben und die Checkliste am Anfang durchgeht, hat sie schon umschifft; alle weiteren Stolpersteine von der Aussaat bis zur Ernte sammelt der Ratgeber zu den häufigsten Fehlern beim Kräuteranbau für Anfänger.
Nimm deine Einkaufsliste der letzten Wochen, markiere jedes Kraut mit „mediterran” oder „frisch-feucht” und mit „einjährig” oder „Dauerkultur”, und zeichne das Beet auf Karopapier. Was auf dem Papier nicht passt, passt im Beet auch nicht.




