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Lavendelarten im Überblick: so unterscheidest du Echten Lavendel, Lavandin und Schopflavendel

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Sorten des Echten Lavendels werden je nach Sorte etwa 25–90 cm hoch und blühen von Dunkelviolett über Rosa bis Weiß.
  • Lavandin ist eine Hybride aus Echtem Lavendel und Speiklavendel und blüht ungefähr 2 Wochen später.
  • Schopflavendel erkennst du an den verlängerten Hochblättern über der Blüte; er ist nicht winterhart und wird wie eine Kübelpflanze überwintert.
  • Zahnlavendel hat gekerbte bis gezähnte Blätter, Wolllavendel eine wollige Blattbehaarung.
  • Echter Lavendel steht in milden Wintern im Freiland meist zuverlässig durch – auf durchlässigem Boden ohne Winternässe.
  • Im Beet gilt für Lavendel als Einzelpflanze das System 30 cm in der Reihe und 50 cm Reihenabstand; er ist schwachzehrend.
Griechisches Basilikum als kleinblättriger, buschiger Trieb in einem Terrakottatopf mit Untersetzer vor heller Wand
Foto: Fadime Demirtaş · Pexels License · Quelle ↗

Drei Töpfe im Gartencenter, auf allen steht „Lavendel”, und im nächsten Winter fehlt einer davon. Ich drehe deshalb jeden Topf um und lese den botanischen Namen auf dem Etikett, bevor ich ihn in den Wagen stelle – denn ob ein Lavendel bei dir im Beet bleibt oder im Herbst in den Kübel muss, entscheidet die Art, nicht die Blütenfarbe.

Kurz erklärt

Lavendel ist eine Gattung (Lavandula) aus der Familie der Lippenblütler. Eine Art ist etwa der Echte Lavendel oder der Schopflavendel; eine Sorte wie ‘Hidcote Blue’ ist eine Auslese innerhalb einer Art. Winterhärte und Bodenansprüche hängen vor allem an der Art, Farbe und Höhe eher an der Sorte.

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

Der Echte Lavendel – oft auch Gartenlavendel genannt – ist die Art, die du fürs Beet nimmst. Er ist mehrjährig, braucht einen sonnigen Standort und kommt im Freiland in milden Wintern meist zuverlässig durch. Ein durchlässiger Boden ohne Winternässe ist dabei die halbe Winterhärte; auf schwerem Boden arbeite ich vor dem Pflanzen mineralisches Material wie Splitt oder Schotter ein.

Je nach Sorte erreichen die Pflanzen etwa 25–90 cm Höhe. Die Blütenfarbe reicht von Dunkelviolett über Rosa bis Weiß. Die Saatgutlinien ‘Munstead-Strain’ und ‘Hidcote Blue-Strain’ gehören beide zu Lavandula angustifolia; ‘Hidcote Blue’ bleibt mit etwa 30–40 cm niedrig und eignet sich damit als Einfassung.

Zahl im Blick

Echter Lavendel blüht im Juli und August; geerntet wird Juli bis September. Lavandin blüht ungefähr 2 Wochen später – wer beide setzt, verlängert das Blütenfenster.

Als Gartenpflanze eignet sich Echter Lavendel als Solitär und zur Einfassung sonniger, trockener Beete. Im Steingarten verzichtest du auf Kompost, damit sich der Standort nicht mit wasserspeicherndem Humus anreichert.

Lavandin, der Provence-Lavendel (Lavandula × intermedia)

Lavandin ist eine Hybride aus Echtem Lavendel und Speiklavendel. Was ihn im Garten von der Elternart unterscheidet, ist zuerst der Kalender: Er blüht ungefähr 2 Wochen später als Echter Lavendel. Gartenlavendel und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, sodass Lavandin für die dauerhafte Pflanzung infrage kommt – mit derselben Bedingung wie beim Echten Lavendel: kein nasser Boden im Winter.

Ein Punkt, den ich bei Lavandin im Auge behalte: Auch er kann von der Septoria-Blattfleckenkrankheit befallen werden. Ich schaue beim Rundgang auf ältere Blätter und halte die Pflanzen luftig, damit Blätter rasch abtrocknen. Was die Hybriden im Einzelnen auszeichnet – Winterhärte, Duft, Widerstandsfähigkeit –, liest du in unserem Überblick zu den Lavendel-Hybriden.

Schopflavendel (Lavandula stoechas)

Den Schopflavendel erkennst du sofort: Über dem Blütenstand sitzen auffällige, verlängerte Hochblätter, der namensgebende „Schopf”. Er ist mehrjährig, aber nicht ausreichend winterhart und wird wie eine Kübelpflanze geschützt und frostfrei überwintert. Als dauerhaft frosthartes Element eines Steingartens eignet er sich deshalb nicht.

Achtung

Schopflavendel ist im Unterschied zu vielen anderen Lavendelarten nicht für kalkhaltige Böden geeignet. Wer ihn in dasselbe kalkhaltige Kiesbeet setzt wie den Echten Lavendel, hat zwei Probleme auf einmal: Boden und Winter.

Für den Kübel heißt das: Abzugsloch frei, kein Wasser im Untersetzer, und im Herbst rechtzeitig einräumen.

Zahnlavendel und Wolllavendel

Beide Arten fallen weniger durch die Blüte als durch die Blätter auf. Zahnlavendel (Lavandula dentata) besitzt gekerbte bis gezähnte Blattränder, Wolllavendel (Lavandula lanata) eine wollige Blattbehaarung, die die Pflanze silbrig wirken lässt. Zur Winterhärte dieser beiden gibt es weniger gesicherte Aussagen als beim Echten Lavendel; ich führe sie deshalb wie den Schopflavendel im Kübel und räume sie mit ihm gemeinsam ein.

Die Arten im Vergleich

Art Erkennungsmerkmal Winter Boden
Echter Lavendel schmale Blütenähren, Sorten 25–90 cm, Farben Dunkelviolett bis Weiß in milden Wintern meist zuverlässig winterhart durchlässig, ohne Winternässe
Lavandin Hybride, Blüte etwa 2 Wochen später viele Provence-Lavendel ausreichend winterhart durchlässig, ohne Winternässe
Schopflavendel verlängerte Hochblätter über der Blüte nicht winterhart, wie Kübelpflanze überwintern nicht für kalkhaltige Böden
Zahnlavendel gekerbte bis gezähnte Blätter Kübelkultur durchlässig
Wolllavendel wollige Blattbehaarung Kübelkultur durchlässig
Tipp

Prüfe beim Kauf den botanischen Namen auf dem Etikett, nicht nur den deutschen. „Lavendel” allein sagt dir nicht, ob du eine Beetpflanze oder eine Kübelpflanze in der Hand hältst.

Standort für alle Arten

Lavendel gehört zur mediterran-trockenen Kräuterwelt: volle Sonne, durchlässiger, eher magerer Boden, wenig Wasser. Schwerer Boden lässt sich am Pflanzplatz mit Splitt oder Schotter verbessern. Was diese Kräuterwelt von der frisch-feuchten trennt und wie du ein Beet dafür aufbaust, steht im Hub-Abschnitt über die zwei Kräuter-Welten mediterran-trocken und frisch-feucht.

Pflege in aller Kürze

Lavendel ist schwachzehrend; eine sparsame Düngung unterstützt intensiveren Duft sowie einen kompakten, standfesten und frostfesteren Wuchs. Geschnitten wird als Halbstrauch in den belaubten Bereich, nie tief ins alte, kahle Holz. Die Grundlagen zu Gießen und Schnitt trägt der Hub-Abschnitt „Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß”; wie du die Nährstoffgaben übers Jahr verteilst, zeigt der Lavendel-Düngeplan im Jahresverlauf.

Lavendel im Beet planen

Als Einzelpflanze im Beet setzt du Lavendel im System 30 cm in der Reihe und 50 cm Reihenabstand; er zählt als Dauerkultur und bleibt jahrelang am Platz. Gibst du einen alten Bestand auf und willst an derselben Stelle wieder Lavendel setzen, plane 4 Jahre Pause ein. Die Kulturstartmonate liegen zwischen Februar und Juni, gepflanzt wird etwa von April bis Oktober. Für die Beetskizze mit Abständen und Pflanzterminen nimmst du den Beetplaner.

Bei den Nachbarn wird es widersprüchlich: Pflanzkonzepte für die magere Kräuterspirale kombinieren Lavendel gern mit Ysop, Salbei und Thymian, und für den sonnigen Steingarten passen Katzenminze, Heiligenkraut und Thymian dazu. Die Mischkultur-Matrix führt Lavendel und die anderen mediterranen Aromatiker – Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano, Bohnenkraut, Ysop, Minzen – untereinander dagegen als unverträglich. Behauptete Nachbarschaftseffekte lassen sich generell schwer nachweisen und widersprechen sich häufig; Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Ich plane deshalb schlicht nach der Endgröße, damit sich niemand Licht und Luft nimmt, und schlage die Kombination vorher im Mischkultur-Werkzeug nach.

Die klassische Kombination Rosen und Lavendel funktioniert gestalterisch, verlangt aber unterschiedliche Bodenverhältnisse und kann dadurch mehr Pflegeaufwand verursachen. Weitere Kombinationen und Gestaltungsideen findest du im Artikel über Lavendel gestalterisch im Garten einsetzen.

Vermehrung – der Anriss

Aus Samen: Lavendel ist Lichtkeimer, du säst 0–1 cm tief, höchstens dünn bedeckt, und rechnest mit 10–28 Tagen Keimdauer; Voranzucht ist etwa Februar bis April üblich, Freilandsaat Mai bis Juni. Über Stecklinge: im Sommer feste, noch nicht verholzte, möglichst blütenfreie Triebe mit 3–4 Blattpaaren. Die Praxisschritte von der Aussaaterde bis zum Abhärten stehen ausführlich in der Anleitung zu Anzucht, Vermehrung und Ernte von Lavendel.

Passt dazu

Alle Aussaat- und Pflanzfenster der Kräuter auf einem Blatt liefert dir der Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken.

Ernten und verwenden

Fürs Trocknen schneide ich Lavendel, wenn die Blüten in der Rispenmitte geöffnet sind und die an der Spitze noch knospig – also kurz vor der Vollblüte. Gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne hängt er, bis sich die Blüten leicht vom Stängel abstreifen lassen; danach dunkel und trocken lagern. Getrocknete Blüten eignen sich für Trockensträußchen und andere duftende Gestaltungsarbeiten.

Für die Küche sind Lavendelblüten und -blätter essbar und passen zu Salaten, Braten sowie Lamm- und Fischgerichten; geerntet wird dafür kurz nach dem Aufbrechen der Blüten. Lavendel hat als Duft- und Heilpflanze eine lange Tradition. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat.

Überwintern nach Art

Beim ersten Frost sortiert sich die Sammlung: Echter Lavendel und winterharte Lavandine bleiben draußen. Vor Kälte, Wind und direkter Mittagssonne kann luftdurchlässiger Schutz wie Reisig oder Vlies helfen. Steht eine winterharte Art im Topf, isolierst du Gefäßseiten, Oberfläche und Boden, hältst den Wasserabzug frei und gießt an frostfreien Tagen bei Bedarf – im Kübel friert Erde schneller durch als im Gartenboden.

Schopflavendel, Zahn- und Wolllavendel räumst du ein und überwinterst sie wie Kübelpflanzen frostfrei.

Marias Erfahrung

Ich stelle meine Kübel-Lavendel schon im Sommer auf Rollbretter und notiere auf dem Etikett „rein” oder „bleibt”. Im Herbst muss ich dann nicht mehr nachschlagen, sondern schiebe die markierten Töpfe an ihren hellen, frostfreien Platz und prüfe dort in den ersten Tagen, ob die Erde abtrocknet.

Mini-Checkliste

Botanischen Namen gelesen · Winter geklärt: Beet oder Kübel · Boden durchlässig, bei Schopflavendel ohne Kalk · Platz nach Endgröße geplant · Blütezeiten gestaffelt (Echter Lavendel, dann Lavandin) · Kübel mit freiem Abzug und Winterplatz vorgesehen

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Häufige Fragen

Welche Lavendelarten sind für den Garten wichtig?
Für die meisten Gärten läuft es auf drei Gruppen hinaus: Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) als winterhärteste Wahl fürs Beet, Lavandin als kräftige Hybride mit späterer Blüte und Schopflavendel als Kübelpflanze, die frostfrei überwintert. Zahn- und Wolllavendel sind Ergänzungen für Sammler, die vor allem über ihre Blätter auffallen. Welche Art zu dir passt, entscheidet zuerst dein Winter und dann der Boden.
Was unterscheidet Echten Lavendel von Schopflavendel und Lavandin?
Echter Lavendel ist die Grundart mit schmalen Blüten in Dunkelviolett, Rosa oder Weiß und kommt in milden Wintern draußen durch. Lavandin ist eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel und blüht etwa 2 Wochen später; viele Provence-Lavendel dieser Gruppe sind ausreichend winterhart. Schopflavendel trägt über dem Blütenstand verlängerte Hochblätter, verträgt keine kalkhaltigen Böden und wird frostfrei überwintert.
Wie beeinflusst die Winterhärte die Auswahl?
Wer Lavendel dauerhaft ins Beet oder als Einfassung setzen will, wählt Echten Lavendel oder einen winterharten Lavandin und sorgt für durchlässigen Boden ohne Winternässe. Schopflavendel bleibt ein Kübelkandidat, den du im Herbst einräumst; im Steingarten taugt er nicht als dauerhaftes Element. Bei Zahn- und Wolllavendel führe ich die Pflanzen ebenfalls im Kübel, weil die Winterhärte weniger sicher belegt ist.
Was haben Lavendel und die anderen mediterranen Kräuter gemeinsam?
Lavendel, Thymian, Salbei, Rosmarin und Oregano gehören zu den Lippenblütlern und zur mediterran-trockenen Kräuterwelt: volle Sonne, durchlässiger, eher magerer Boden, wenig Wasser und wenig Dünger. Alle sind schwachzehrend eingestuft und lassen sich gut trocknen. In der Mischkultur-Matrix stehen genau diese Arten untereinander allerdings als schwierige Nachbarn – plane den Platz nach der Endgröße jeder Pflanze.
Wie vermehre ich Lavendel am einfachsten?
Über Stecklinge im Sommer: Du wählst feste, noch nicht verholzte und möglichst blütenfreie Triebe mit 3–4 Blattpaaren, steckst sie in Aussaaterde, gießt an und stellst sie hell ohne grelle Sonne. Eine Abdeckung kontrollierst du täglich und lüftest kurz. Aus Samen geht es auch: Lavendel ist Lichtkeimer, du säst 0–1 cm tief und rechnest mit 10–28 Tagen Keimdauer.
Was braucht Lavendel an Pflege?
Wenig: einen sonnigen Platz, durchlässigen Boden, sparsames Gießen und sparsames Düngen. Eine sparsame Düngung unterstützt intensiveren Duft sowie kompakten, standfesten und frostfesteren Wuchs. Geschnitten wird im belaubten Bereich, nie tief ins alte, kahle Holz.
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