Zitronengras trocknen, einfrieren und lagern: so konservierst du deine Ernte richtig
- Einfrieren bewahrt bei Zitronengras mehr Aroma als Trocknen – die Stängel dafür in etwa 10 cm lange Stücke schneiden.
- Lufttrocknen klappt gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne an einem geschützten Ort mit mindestens 30 °C.
- Im Backofen trocknest du bei etwa 40 bis 50 °C, die Tür einen Spalt breit geöffnet.
- Fertig ist getrocknetes Zitronengras, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln.
- Getrocknetes luftdicht, lichtgeschützt und trocken lagern, auf Schimmel prüfen und innerhalb von 12 Monaten verbrauchen.
- Zitronengrasöl nur frisch ansetzen: kühl stellen, spätestens am Folgetag verbrauchen – kein Vorrat.

Eine gut gewachsene Zitronengras-Staude liefert im Spätsommer mehr Stängel, als in ein paar Currys passen – und wer die Pflanze vor dem Frost zurückschneidet oder einräumt, steht auf einmal vor einem ganzen Bündel. Ich schneide meine Ernte deshalb gleich nach dem Putzen in Portionen und entscheide pro Bündel: Froster oder Trockenboden. Die Reihenfolge der Methoden ist dabei klar: Einfrieren bewahrt bei Zitronengras mehr Aroma als Trocknen. Getrocknetes hat trotzdem seinen Platz, weil es ohne Kühlung auskommt. Was du bei beiden Wegen beachten musst und warum Zitronengrasöl eine Ausnahme ist, steht hier.
Ernte und Putzen: die Vorbereitung in Kürze
Die Stängel werden an der Basis abgeschnitten oder vorsichtig aus dem Horst herausgedreht; genutzt wird vor allem der helle, zarte untere Stängelabschnitt von etwa 10 cm. Geerntet wird am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Wann der richtige Moment ist und wie du die Pflanze dabei schonst, liest du ausführlich im Beitrag dazu, wie du Zitronengras richtig erntest.
Für das Konservieren zählt danach das Putzen: welke oder verfärbte äußere Blätter abziehen, die Stängel kalt abspülen und trocken tupfen. Wurzelansatz und vertrocknete Blattspitzen kommen weg. Dann teilst du die Stängel in etwa 10 cm lange Stücke – diese Länge passt für den Froster wie für den Trockenboden. Wichtig: Die Stücke müssen außen völlig trocken sein, bevor du sie einlagerst, sonst schimmeln sie im Glas oder frieren als Klumpen zusammen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht andrücken oder sehr flach etwa 0,5–1 cm tief säen.
Zitronengras trocknen: Luft, Backofen oder Dörrgerät
Für das Trocknen gelten die Grundregeln, die für alle Kräuter passen: gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne. Die Grundlagen zum Ernten und Konservieren von Kräutern findest du im Überblicksartikel; hier geht es um die Besonderheiten der faserigen Stängel.
Lufttrocknen. Binde die geputzten Stücke oder ganze Stängel zu kleinen Bündeln und hänge sie an einem gut geschützten Ort mit mindestens 30 °C auf – Wintergarten, Speicher oder in der Nähe der Heizung. Direkte Sonne meidest du, Luftbewegung ist erwünscht. Ich hänge die Bündel auf dem Speicher auf und greife beim Vorbeigehen hinein, um zu hören, ob die Blätter schon rascheln.
Backofen. Lege die Stücke einlagig auf ein Blech und trockne sie bei etwa 40 bis 50 °C. Die Ofentür bleibt einen Spalt breit geöffnet, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Zwischendurch wenden, damit die Stücke gleichmäßig trocknen.
Etwa 40 bis 50 °C bei einen Spalt breit geöffneter Tür – mehr Hitze braucht das Trocknen im Backofen nicht. Höhere Temperaturen trocknen zwar schneller, sind für Kräuter aber nicht die Empfehlung.
Dörrgerät. Ein Dörrgerät hält Temperatur und Luftstrom gleichmäßig. Wähle eine niedrige Stufe nach Herstelleranleitung und verteile die Stücke so, dass sie sich nicht überlappen.
Egal welche Methode: Fertig ist Zitronengras, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln und die Stängelstücke keinen weichen, kühlen Kern mehr haben. Lieber etwas länger trocknen als zu früh einlagern.
Getrocknetes Zitronengras richtig lagern
Getrocknete Kräuter werden luftdicht, lichtgeschützt und trocken gelagert. Für Zitronengras heißt das: ganze Stücke oder grob zerkleinerte Stängel in Gläser mit dicht schließendem Deckel, Blechdosen oder Gewürzdosen, und die stehen in einem Schrank fern von Herd, Spüle und Fenster. Ich beschrifte jedes Glas mit dem Erntemonat und schaue bei jeder Entnahme kurz nach, ob sich am Deckel Feuchtigkeit zeigt.
Verschlossene Gefäße prüfst du regelmäßig auf Schimmel – ein Stück, das nicht ganz durchgetrocknet war, kann den ganzen Vorrat verderben. Verbrauche getrocknetes Zitronengras innerhalb von 12 Monaten, weil es bei längerer Lagerung Geschmack und Aroma verliert. Wenn beim Öffnen kein Zitrusduft mehr aufsteigt oder das Glas muffig riecht, wandert der Inhalt auf den Kompost.
Zu Pulver mahlst du erst kurz vor der Verwendung. Ganze Stücke halten ihr Aroma im Glas besser als feines Pulver, das mehr Oberfläche der Luft aussetzt.
Einfrieren: die Methode mit dem meisten Aroma
Zitronengras behält beim Einfrieren mehr Aroma als beim Trocknen – für den Vorrat, aus dem du Currys, Suppen und Wok-Gerichte kochst, ist der Froster darum die erste Wahl. Die geputzten Stängel werden dafür in etwa 10 cm lange Stücke geschnitten.
Ganze Stücke. Lege die Stücke nebeneinander in einen Gefrierbeutel oder eine flache Dose und drücke die Luft heraus. Ich friere die Stücke flach in Dosen ein, damit ich einzelne Stängel herausnehmen kann, ohne den ganzen Block aufzutauen.
Gehackt in Eiswürfeln. Fein gehacktes Zitronengras kommt portioniert in Eiswürfelformen und wird mit etwas Wasser oder Öl aufgefüllt. Die gefrorenen Würfel lassen sich in einen Beutel umfüllen und landen später direkt im heißen Topf – aufgetaut wird nicht.
Beschrifte Beutel und Dosen mit Inhalt und Datum. Gefrorene Zitronengras-Stücke sehen anderen Kräuterresten im Froster zum Verwechseln ähnlich, und ohne Etikett verlierst du den Überblick, was zuerst aufgebraucht werden sollte.
Eine belegte Haltbarkeitsfrist für gefrorenes Zitronengras gibt es nicht. Prüfe beim Öffnen Geruch und Zustand: Muffiger Geruch, starke Verfärbung oder ein matschiger Auftaurest sind Gründe, die Portion zu entsorgen. Mit gehacktem Zitronengras gilt dasselbe wie mit Schnittlauch oder Dill, die ebenfalls fein geschnitten oder als Eiswürfel mit wenig Wasser in den Froster kommen.
Zitronengras in Öl, als Pulver oder Salz
Aromatisiertes Öl ist der Bereich, in dem Sorgfalt vor Kreativität geht. Unter Luftabschluss können sich in selbst hergestellten Kräutern in Öl Clostridium botulinum vermehren und Botulismus auslösende Nervengifte bilden. Deshalb: Zitronengrasöl niemals auf Vorrat produzieren und lagern, erst recht nicht für den Verzehr ohne ausreichendes Erhitzen. Setze es frisch für die Mahlzeit an, stelle den Rest sofort in den Kühlschrank und verbrauche ihn spätestens am Tag nach der Herstellung. Ich setze Zitronengrasöl nur für das Gericht an, für das ich es brauche, und stelle den Rest sofort kalt.
Nicht erhitzte und nicht chemisch konservierte Zubereitungen wie Kräuter in Öl oder Pesto dürfen nur bei bis zu 6 °C gelagert werden – und selbst dann nur bis zum Folgetag. Rezepte mit Wochen im warmen Fensterbrett oder mit monatelanger Kühlschrank-Haltbarkeit sind keine sichere Empfehlung.
Unproblematisch ist dagegen alles, was trocken bleibt. Aus vollständig getrockneten Stängelstücken mahlst du in Gewürzmühle oder Mörser ein Pulver für Gewürzmischungen oder Tee. Mit Salz gemischt wird daraus ein Würzsalz; es lagert genau wie das getrocknete Kraut luftdicht, lichtgeschützt und trocken.
Konserviertes Zitronengras in der Küche verwenden
Getrocknete Stücke geben ihr Aroma an Flüssigkeit ab: Sie kommen früh in Brühe, Suppe oder Marinade und werden vor dem Servieren herausgefischt, weil die faserigen Stängel auch nach dem Kochen hart bleiben. Für Tee reichen ein paar Stücke im Aufguss. Gefrorene Stücke und Eiswürfel wandern direkt aus dem Froster in den heißen Topf – Auftauen bringt keinen Vorteil, die Stücke werden dabei nur weich. Pulver eignet sich für Gewürzmischungen und Pasten.
Mit welchen Zutaten sich Zitronengras gut verträgt und welche Fehler beim Kombinieren typisch sind, zeigt der Beitrag dazu, wie du Zitronengras in der Küche einsetzt. Für den Vorrat gilt am Ende eine einfache Aufteilung: Was in heiße Gerichte soll, friert du ein; was ohne Kühlung greifbar sein soll, trocknest du; Öl setzt du nur für den Tag an.



