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NPK-Verhältnis: So passt du es an Pflanze, Wachstumsphase und Boden an

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das NPK-Verhältnis nennt den Gehalt an Stickstoff, Phosphat (als P₂O₅) und Kaliumoxid (K₂O) in Prozent.
  • Das passende Verhältnis ergibt sich aus Pflanzenbedarf, Wachstumsphase und dem, was dein Boden schon enthält.
  • Bei jährlicher Kompostgabe sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du nach Bedarf.
  • Phosphatbetonte Blütendünger sind kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Drei Zahlen auf dem Düngersack entscheiden, ob du deinem Beet gibst, was ihm fehlt, oder Nährstoffe verteilst, die längst im Boden liegen. Wer jedes Jahr Kompost einarbeitet, hat die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen damit oft schon abgedeckt. Ein Volldünger bringt dann Phosphat und Kalium mit, die das Beet womöglich gar nicht mehr braucht. Ich lege deshalb vor jedem Düngerkauf das Etikett neben meinen letzten Bodenbefund und suche zuerst den Nährstoff, der wirklich knapp ist.

Was bedeutet das NPK-Verhältnis auf dem Etikett?

Das NPK-Verhältnis sind die drei Zahlen auf einem Mehrnährstoffdünger: der Gehalt an Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K) in Prozent, immer in dieser Reihenfolge. Phosphat steht dabei als P₂O₅ auf dem Etikett und Kalium als Kaliumoxid K₂O, nicht als reines Element. Bei 15-8-20 nennt die erste Zahl also den Stickstoff in Prozent, die zweite das Phosphat und die dritte das Kaliumoxid. Spurennährstoffe führt das Etikett gesondert auf.

Stickstoff braucht die Pflanze vor allem für Blätter und Triebe, Phosphor wirkt im Energiehaushalt, Kalium regelt den Wasserhaushalt. Die Grundlagen zu Nährstoffen, Bodenanalyse und Düngerarten findest du in unserem Überblick. Wie du die Zahlen auf dem Düngersack liest und danach dosierst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Warum passt kein NPK-Verhältnis für alle Pflanzen?

Ein festes Verhältnis für „Blattgemüse“ oder „Blühpflanzen“ kennt deinen Boden nicht. Auch die Packungsempfehlung eines Gartendüngers setzt eine optimale Bodenversorgung voraus. Gibst du zusätzlich Kompost oder andere Dünger, passt du die Menge an. Dosierst du einen Volldünger nach seinem Stickstoff, kommen Phosphat und Kalium im festen Verhältnis mit, ob dein Boden sie braucht oder nicht.

Zahl im Blick

Die Düngermenge in g/m² ergibt sich aus dem Düngebedarf eines Nährstoffs in g/m², mal 100 und geteilt durch dessen Prozentgehalt im Dünger. Ein Rechenbeispiel zeigt, was dabei mitkommt: Rund 167 g/m² eines Düngers mit NPK 12-8-16 decken einen Bedarf von 20 g Stickstoff je m². Sie liefern aber zugleich rund 13 g P₂O₅ je m², obwohl nur 5 g P₂O₅ je m² gebraucht werden.

Das passende Verhältnis ist deshalb kein Tabellenwert. Es ergibt sich aus dem Abgleich zwischen dem Bedarf deiner Pflanzen und dem Nährstoffangebot, das die Bodenprobe zeigt.

Wie bestimme ich das passende Verhältnis für meinen Boden?

1. Bodenprobe nehmen

Für die Mischprobe stichst du an 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Stellen einer einheitlich genutzten Fläche ein, im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr und jeweils vor der Düngung. Eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert keinen Nmin-Wert, den Stickstoff lässt du gesondert bestimmen. Tiefe, Probenmenge und Versand stehen in den Grundlagen zur Bodenanalyse.

2. Den Befund lesen

Der Laborbefund ordnet Nährstoffe wie Phosphat und Kalium in Versorgungsstufen ein. Für dein Verhältnis zählen vor allem die hohen Stufen:

Befund Was das für deine Düngung heißt
Phosphat in Gehaltsstufe C bis E Kompost höchstens 3 l je m² und Gemüsekultur, im Ziergarten je Jahr; im Ziergarten mit Stufe C entfallen weitere Phosphatgaben
Versorgungsstufe D nur 50 % des erwarteten Entzugs dieses Nährstoffs durch Düngung ersetzen
Versorgungsstufe E Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduzieren

Ich markiere im Befund zuerst jede Zeile mit Stufe D oder E, denn bei diesen Nährstoffen kürze oder streiche ich die Düngung. Den pH-Wert lese ich gleich mit: Ein ungeeigneter pH kann Nährstoffe festlegen, obwohl sie im Boden vorhanden sind.

3. Kompost, Mist und Vordüngung anrechnen

Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung ziehst du ab, bevor du einen Dünger auswählst. Bei einer jährlichen Kompostgabe von 3 l je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du dann nur nach Bedarf. Ob dein Boden davon abweichen muss, zeigt die Bodenanalyse. Kompost und Stallmist setzt du auf derselben Fläche als Alternativen ein, nicht zusätzlich zueinander. Ich trage jede Kompostgabe mit Beet und Datum ins Gartenheft ein, damit ich sie bei der nächsten Düngung anrechnen kann.

4. Den Dünger nach dem knappsten Nährstoff wählen

Ist viel Phosphat im Boden und fehlt Kalium oder Magnesium, ergänzt du gezielt diese Nährstoffe statt eines weiteren NPK-Düngers. Sind Phosphat und Kalium gut versorgt, bleibt der Stickstoff als Lücke, denn Kompost liefert nicht automatisch genug verfügbaren Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl passen dann: Sie enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, aber nur geringe Mengen Phosphor und Kalium. Dieser Stickstoff ist nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar.

Vom Stickstoffbedarf der Kultur ziehst du den gemessenen mineralischen Stickstoff und die erwartete Nachlieferung ab. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte 10 g N/m² nicht überschreiten.

Marias Erfahrung

Für jeden neuen Dünger wiege ich die Menge einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden. Auf den Sack schreibe ich, nach welchem Nährstoff ich ihn dosiere und welche zwei dabei mitkommen.

Welches NPK-Verhältnis passt in welcher Wachstumsphase?

Über das Jahr verschiebt sich vor allem die Rolle des Stickstoffs. Er zählt, solange Blätter und Triebe wachsen, vor der Ausreife und in der Ruhe nimmst du ihn zurück. Im Hausgarten düngst du bedarfsgerecht im Frühjahr statt im Herbst, weil so weniger ausgewaschen wird. Den Dünger bringst du auf feuchten Boden, nicht auf nasse Blätter.

Phase Worauf es beim Verhältnis ankommt
Aussaat und Anzucht salzarme Erde statt Dünger: Aussaaterde unter 0,5 g/l Salz, Pikiererde bis 1,5 g/l
Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde häufig 4 bis 6 Wochen ohne zusätzlichen Dünger
Blatt- und Triebwachstum Stickstoff für Blätter und Triebe, bei Starkzehrern in Teilgaben
Blüte keine pauschale Phosphatbetonung, bei nachlassendem Wachstum Stickstoff senken
Fruchtbildung bei Gurken vor allem Stickstoff und Kalium nachliefern, bei Balkongemüse kann Flüssigdünger nötig werden
Ausreife Obst- und Ziergehölze nach Mitte Juli ohne Stickstoff
Winterruhe Kübelpflanzen nur während der Wachstumszeit von Ende April bis August düngen

In der Anzucht zählt weniger das Verhältnis als der Salzgehalt der Erde. Reiner Kompost taugt nicht als Anzuchterde, weil seine hohe Nährsalzkonzentration Keimlingswurzeln Wasser entziehen kann. Im Wachstum begünstigen Phasen hoher Wurzelaktivität die Aufnahme von Nährsalzen und eignen sich deshalb für eine bedarfsgerechte Düngung. Starkzehrer wie Tomaten bekommen ihren Stickstoff in zwei Teilgaben, die Zeitpunkte stehen in der Gemüse-Tabelle weiter unten.

Blüte: weniger Stickstoff statt mehr Phosphat

Mythos-Check

„Mehr Phosphor, mehr Blüten“ stimmt so nicht. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten, und pauschal phosphatbetonte Blütendünger sind aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll. Bei Topfpflanzen wie Chrysanthemen, Primeln und Topfrosen, deren Wachstum während der Blüte nachlässt, ist eine Stickstoffreduktion angezeigt statt einer absoluten Erhöhung von Phosphat und Kalium.

Für einzelne Pflanzen ist ein kaliumbetonter Dünger beschrieben. Bei Fuchsienhochstämmchen kannst du ihn ab den ersten Knospen wählen.

Fruchtbildung: Stickstoff und Kalium nachliefern

Während des Fruchtwachstums kann bei Balkongemüse eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden. Bei Gurken können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger während der mehrwöchigen Ernte vor allem die Stickstoff- und Kaliumversorgung unterstützen. Gurken reagieren aber empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen.

Blütenendfäule bei Tomaten kann durch gestörten Calciumtransport entstehen, ausgelöst durch Trockenheit oder hohe Konzentrationen anderer Nährsalze. Auch ungleichmäßiges Gießen kann den Calciumtransport in die Früchte beeinträchtigen. Eine zusätzliche Düngergabe ist deshalb keine Antwort auf Blütenendfäule, gleichmäßiges Gießen setzt an einer möglichen Ursache an.

Ausreife: Stickstoff zurücknehmen

Achtung

Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Bei Obstgehölzen liegt das empfohlene Ende zusätzlicher Stickstoffgaben schon zwischen Ende Juni und Mitte Juli.

Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung von Stauden und Gehölzen im Winter erhöhen. Im Gemüsegarten bringst du Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig bereits genügend Nährstoffe nach.

Welches NPK-Verhältnis braucht welche Pflanzengruppe?

Gemüse: Der Stickstoff macht den Unterschied

Beim Gemüse unterscheiden sich die Kulturen deutlich im Stickstoffbedarf. Radieschen benötigen ungefähr 9 g N/m² je Kultur. Rosenkohl braucht ungefähr 30 g N/m² je Kultur. Bodenvorrat und Nachlieferung rechnest du jeweils vor der Düngung an.

Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Auf phosphat- und kaliumreichen Beeten ergänzt du bei zusätzlichem Stickstoffbedarf nur Stickstoff, etwa mit Horndünger:

Zehrer-Gruppe Beispiele Horndünger als Orientierung
Schwachzehrer Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln bis zu 50 g je m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
Mittelzehrer Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken bis zu 100 g je m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
Starkzehrer Tomaten bis zu 150 g je m², 50 % zur Pflanzung und 50 % etwa 3 bis 4 Wochen danach

Die Orientierungswerte gelten für phosphat- und kaliumreiche Beete mit jährlich 3 l Kompost je m² und vor einer Humuskorrektur. Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die Gabe verringern oder ganz aussetzen. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat eignet sich Hornmehl besser als grobe Hornspäne. Mulchst du mit Stroh oder Holzhäcksel, können Mikroorganismen beim Abbau Stickstoff binden, das planst du bei der Versorgung mit ein. Gartenkresse braucht bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte keine zusätzliche Düngung, im Beet ebenso wie in der Schale auf der Fensterbank.

Ich plane meine Beete nach Zehrer-Gruppen, damit ich den Stickstoff je Beet bemessen kann. Die Einstufung deiner Kulturen kannst du im Beetplaner bei der Beetplanung berücksichtigen.

Obst und Gehölze: Kompost für Phosphor und Kalium, Hornmehl für Stickstoff

Bei Obst trennst du Grundgabe und Ergänzung. Reifer Kompost deckt in den ersten Standjahren den Phosphor- und Kalibedarf, Hornmehl ergänzt den Stickstoff.

Obstgehölz Grundgabe Stickstoffergänzung
Junge Obstbäume und Beerensträucher, erste Standjahre 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze und Jahr Hornmehl als Stickstoffquelle
Apfel und Birne, kleinkronig im Vollertrag jährliche Kompostgabe auf der Baumscheibe 70 bis 100 g Hornmehl je Baum
Kirsche und Zwetschge im Vollertrag jährliche Kompostgabe auf der Baumscheibe 100 bis 140 g Hornmehl je Baum
Johannisbeere, Himbeere, Brombeere im Vollertrag jährliche Kompostgabe 100 g Hornmehl je Strauch

Das Hornmehl arbeitest du Ende März bis Anfang April leicht ein.

Häufiger Fehler

Ein Volldünger zusätzlich zu Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Zu viel Stickstoff kann außerdem starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern und die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz erhöhen.

Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Ist doch eine Stickstoffdüngung nötig, gibst du sie Ziergehölzen und Nadelbäumen erst ab Mai, weil Reserven in Holz und Rinde den Frühjahrsaustrieb versorgen.

Rasen: Stickstoff im Sommerhalbjahr, Kalium nur nach Befund

Für einen üblichen Gartenrasen gelten diese Orientierungswerte:

Zeitpunkt Nährstoff Orientierung
Frühjahr Stickstoff 4 bis 5 g je m²
Ende Juni bis Anfang Juli Stickstoff 5 g je m²
Mitte Oktober bis Ende November Kalium nur bei Unterversorgung, die eine Bodenuntersuchung zeigt

Eine weitere Herbstdüngung ist bei normal genutztem Rasen nicht generell nötig. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du erst wieder, wenn der Rasen ausreichend feucht ist und sichtbar wächst.

Kübel und Topf: Die Erde rechnet mit

Im Gefäß bestimmt die Erde mit, welches Verhältnis passt. Holzreiche Blumenerden benötigen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen Erden rechnest du das enthaltene Phosphor an. Kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor und Kalium enthalten und bei Holzfaseranteilen zugleich an verfügbarem Stickstoff verarmen. Für eine solche Mischung passt eher ein stickstoffbetonter Dünger als ein weiterer ausgeglichener Volldünger.

Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßerde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. In kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen, weil sie erst mikrobiell abgebaut werden müssen. Für Buchsbaum im Kübel reicht ein reiner Stickstoffdünger zur vollständigen Versorgung nicht aus. Pelargonien zählen zu den Starkzehrern: Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.

Bei Kübelpflanzen ist die Dosierungsanweisung des Düngers maßgeblich, die vorhandene Grunddüngung rechnest du an. Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, um Wurzelschäden zu vermeiden. Ich fühle bei torffreier Erde vorher mit dem Finger unter der Oberfläche nach, weil sie oben trocken und weiter unten noch nass sein kann.

Zierpflanzen

Bei Lavendel unterstützt eine zurückhaltende Düngung einen intensiveren Duft und kompakten, standfesten Wuchs. Kalium ist bei Lavendel blühfördernd, stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen. Bei blau blühenden Hortensien kann Phosphat Aluminium im Substrat festlegen und so die Blaufärbung beeinträchtigen. Wie du Ziergartendünger nach ihren NPK-Werten auswählst, zeigt der Ratgeber zum Ziergarten.

Grünpflanzen und Palmen

Für Zimmerpflanzen eignen sich flüssige Volldünger im Gießwasser ebenso wie Düngestäbchen und Langzeitdünger in der Erde. Im Frühjahr und Sommer brauchen sie mehr Nährstoffe als im Winter, bei wenig Licht verlängerst du die Düngeintervalle. Organische Flüssigdünger verwendest du im Haus nur in Erdkulturen und nicht in Hydrokultur, damit keine Geruchsprobleme entstehen. Welches NPK-Verhältnis Grünpflanzen und Palmen brauchen, vertieft der Ratgeber für Zimmergrün.

Organisch oder mineralisch: Was ändert das am Verhältnis?

Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen, und bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum etwas frei. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Vor- und Nachteile beider Gruppen stehen in den Grundlagen zu Düngerarten und Düngerformen.

Mangel, Überdüngung und Spurenelemente: Was gehört noch dazu?

Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel eher an jüngeren. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnlich aussehen, ein Symptom ist deshalb ein Hinweis und keine Diagnose.

Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, und übermäßige Phosphoreinträge fördern Algen und Wasserpflanzen in Gewässern. Ein hohes Stickstoffangebot kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Das spricht für bedarfsgerechtes Düngen, nicht gegen Gemüse.

Neben N, P und K zählen Calcium, Magnesium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Eisenchlorosen entstehen häufig durch eingeschränkte Verfügbarkeit bei zu hohem Boden-pH und nicht durch einen zu kleinen Eisenvorrat. Wie du die Ursachen auseinanderhältst, steht in den Grundlagen zu Mangel und Überdüngung.

Bevor du den nächsten Dünger kaufst

Ein Dünger passt, wenn er liefert, was dein Boden nicht hat.

Mini-Checkliste

So prüfst du, ob ein NPK-Dünger zu deinem Beet passt:

  • Liegt ein Bodenbefund mit Phosphat, Kalium und pH-Wert vor?
  • Sind Kompost, Mist und vorgedüngte Erde angerechnet?
  • Welcher Nährstoff ist wirklich knapp, und welche beiden kommen beim Dosieren mit?
  • Passt der Stickstoffanteil zur Phase: Wachstum, Blüte oder Ausreife?
  • Hast du die Packungsmenge an deinen Bodenvorrat angepasst?

Häufige Fragen

Was bedeutet das NPK-Verhältnis auf einem Dünger?
Die drei Zahlen nennen den Gehalt an Stickstoff, Phosphat und Kalium in Prozent, immer in dieser Reihenfolge. Phosphat ist dabei als P₂O₅ angegeben und Kalium als Kaliumoxid K₂O. Bei einem Dünger mit 15-8-20 steht die erste Zahl also für Prozent Stickstoff, die zweite für Phosphat und die dritte für Kaliumoxid. Spurennährstoffe stehen gesondert auf dem Etikett.
Gibt es ein NPK-Verhältnis, das für alle Pflanzen passt?
Nein, denn das passende Verhältnis hängt vom Bedarf der Pflanze und vom Nährstoffvorrat im Boden ab. Die Packungsempfehlung eines Gartendüngers setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und muss bei zusätzlichem Kompost oder anderen Düngern angepasst werden. Wer einen Volldünger nach dem Stickstoffbedarf dosiert, bringt Phosphat und Kalium im festen Verhältnis mit, auch wenn der Boden sie nicht braucht.
Wie finde ich das richtige NPK-Verhältnis für meinen Boden?
Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe schon vorhanden sind. Bei sehr hoher Versorgung in Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen, Nährstoffe aus Kompost und Mist rechnest du zusätzlich an. Ist viel Phosphat da und fehlt Kalium, ergänzt du gezielt Kalium statt eines vollständigen NPK-Düngers. Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung nicht, er muss gesondert bestimmt werden.
Welches NPK-Verhältnis brauchen Pflanzen zur Blüte?
Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Bei Topfpflanzen wie Chrysanthemen, Primeln und Topfrosen, deren Wachstum während der Blüte nachlässt, ist weniger Stickstoff angezeigt statt mehr Phosphat und Kalium. Bei Fuchsienhochstämmchen kann ab den ersten Knospen ein kaliumbetonter Dünger gewählt werden.
Brauche ich zusätzlich NPK-Dünger, wenn ich jedes Jahr Kompost gebe?
Bei einer jährlichen Kompostgabe von 3 l je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt. Stickstoff liefert Kompost aber nicht automatisch in ausreichend verfügbarer Form, den ergänzt du nach Bedarf. Dafür eignen sich Hornprodukte, weil sie überwiegend Stickstoff und nur geringe Mengen Phosphor und Kalium liefern. Ob du von der Kompostmenge abweichen solltest, entscheidet die Bodenanalyse.
Was passiert bei einem unpassenden NPK-Verhältnis?
Zu viel Stickstoff kann bei Obstgehölzen starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern und die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz erhöhen. Ein Phosphatüberschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink vermindern. Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen, und zu hohe Gaben sofort wirksamer Dünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen.
Wie beeinflusst der pH-Wert die Wirkung eines NPK-Düngers?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, obwohl sie im Boden vorhanden sind. Ein zu hoher pH-Wert kann so zum Beispiel Spurennährstoffmangel verursachen. Der passende Bereich hängt von Bodenart und Kultur ab, gekalkt wird nur, wenn der gemessene Wert darunter liegt.
Woran erkenne ich, welcher Nährstoff fehlt?
Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel eher an jüngeren. Diese Symptome sind nur Hinweise, denn Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnlich aussehen. Eine Bodenanalyse oder eine Blattanalyse kann einen Mangel nachweisen.
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