Pflanzenfamilie Süßgräser: Merkmale, Nutzung und Mais im Block
- Süßgräser (Poaceae) erkennst du an Halmen mit verdickten Knoten, schmalen parallelnervigen Blättern und unauffälligen, windbestäubten Blütenständen.
- Zur Familie gehören Getreide wie Reis, Weizen, Roggen und Mais, im Garten außerdem die Rasengräser und die Quecke.
- Mais säst du im Block statt in einer einzelnen langen Reihe, weil er so zuverlässiger vom Wind bestäubt wird.
- Zuckermais kommt ab Mitte Mai in die Erde, wenn der Boden über 10 °C warm ist.
- Zuckermais erntest du zur Milchreife, Popcornmais erst mit vollständig ausgehärteten Körnern.
- Bau je Jahr nur eine Maissorte an, weil fremder Pollen die reifenden Kolben verändern kann.

Eine einzelne lange Reihe Zuckermais am Beetrand wird weniger zuverlässig bestäubt als ein geschlossener Block. Der Grund steckt in der Verwandtschaft: Mais ist ein Süßgras, und Süßgräser werden vom Wind bestäubt. Wer die Familie kennt, versteht auch, warum Rasen, Quecke und Winterroggen im Beetplan zusammengehören. Ich zeichne Mais in meiner Beetskizze deshalb immer als Feld ein und schreibe den Familiennamen dazu.
Was sind Süßgräser (Poaceae)?
Die Süßgräser bilden die Pflanzenfamilie Poaceae und gehören zur Ordnung der Gräserartigen. Die Familie ist artenreich und auf der ganzen Welt verbreitet. Sie umfasst kurzlebige und ausdauernde Arten, kleine wie die Gräser im Rasen und große wie den Mais.
Bekannt sind vor allem die Getreide: Reis, Weizen, Roggen, Dinkel, Einkorn, Emmer und Mais. In der Systematik werden verwandte Arten zu Gattungen und verwandte Gattungen zu Familien zusammengefasst. Mais steht in der Gattung Zea, Weizen in der Gattung Triticum, beide gehören zu den Süßgräsern.
Woran erkennst du ein Süßgras?
Der Aufbau ähnelt sich bei allen Arten. Zum Erkennen reicht der Blick auf Halm, Blatt und BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe..
| Pflanzenteil | Typisches Merkmal |
|---|---|
| Halm | schlank, durch verdickte Knoten gegliedert, meist hohl |
| Blatt | lang und schmal, parallelnervig, entspringt an einem Knoten |
| Blütenstand | unauffällig, aus Ährchen aufgebaut, vom Wind bestäubt |
Knoten und parallelnervige Blätter siehst du am Mais besonders gut, weil die Pflanze so groß wird. Beim Halm bildet er allerdings eine Ausnahme: Er ist nicht hohl.
Unauffällige Blüten und Windbestäubung gibt es auch außerhalb der Gräser. Bei den traditionell abgegrenzten Gänsefußgewächsen ist Windbestäubung ebenfalls die Regel, und ihre Blüten sind meist unscheinbar. Was die Familie von Mangold, Roter Bete und Spinat ausmacht, liest du im Porträt der Gänsefußgewächse.
Wofür werden Süßgräser genutzt?
Als Nahrung dienen vor allem die stärkehaltigen Samen. Sie werden im Ganzen gekocht oder zu Mehl gemahlen, daraus entstehen Brot, Nudeln und Kuchen.
Als Futter wird fast die ganze Pflanze verwertet: die Körner, das Stroh als Raufutter, das Heu und das frische Gras auf der Weide. Besonders gut verwerten Wiederkäuer die Gräser, weil Bakterien in ihrem Verdauungssystem das Futter aufschließen. Auf diesem Weg werden viele Gräser auch für den Menschen nutzbar.
Mais vereint mehrere dieser Nutzungen: Er ist Gemüse, Stärkelieferant, Futtermittel und Energiepflanze.
Welche Süßgräser wachsen im Garten?
Weizen, Gerste und andere Getreide spielen im Hausgarten kaum eine Rolle, weil Ernte und Verarbeitung von Hand mühsam sind. Anderen Vertretern der Familie begegnest du dagegen häufig:
- Rasen: Fast alle Pflanzen im Rasen sind Süßgräser.
- Quecke: Sie fällt als Wurzelunkraut auf. Entferne sie möglichst mit den Wurzeln, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können.
- Winterroggen: Als GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. kannst du ihn noch bis Mitte oder Ende Oktober säen.
- Mais: Er ist das Süßgras, das im Garten als Gemüse angebaut wird.
Gemüsearten derselben Pflanzenfamilie sollten nicht unmittelbar nacheinander auf demselben Beet stehen. Ich trage deshalb auch den Winterroggen als Süßgras in die Beetskizze ein, damit ich sehe, wenn er auf Mais folgen würde. Wie du die Fruchtfolge nach Pflanzenfamilien planst, zeigt der Ratgeber zur Gartenplanung.
Welcher Mais passt zu welchem Zweck?
Im Garten ist Mais vor allem Gemüse. Je nach Typ werden die Kolben unreif, zur Milchreife oder ausgereift geerntet.
| Maistyp | Erntezeitpunkt | Verwendung |
|---|---|---|
| Zuckermais | zur Milchreife | süßes Frischgemüse |
| Mini-Mais | Kolben noch ganz jung | im Ganzen gekocht oder gebraten |
| Popcornmais | Körner vollständig ausgehärtet | nachgetrocknet für Popcorn |
| Ziermais | ausgereift | Dekoration mit farbigen Kolben |
Für Popcorn brauchst du spezielle Sorten mit harten, kleinen Körnern. Ziermais trägt Körner von Gelb und Weiß über Rot und Rosa bis Blauschwarz. Welche Farben ein Kolben zeigt, siehst du erst zur Reife.
Beispiele für drei der Typen sind der Mini-Zuckermais ‘Minigold’, der Zuckermais ‘Tatonka’ und der Popcornmais ‘Nana’. ‘Tatonka’ und ‘Nana’ sind F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor.. Eigenes Saatgut gewinnst du von ihnen besser nicht, weil die Nachkommen von F1-Hybriden in ihren Eigenschaften aufspalten können.
Mehrere Maissorten im selben Jahr anbauen. Mais wird vom Wind bestäubt, und fremder Pollen wirkt sich direkt auf die reifenden Kolben aus. Entscheide dich deshalb je Jahr für eine Sorte. Kreuzt sich Silomais aus der Nachbarschaft ein, bleibt Zuckermais essbar, kann aber deutlich weniger süß schmecken.
Warum säst du Mais im Quadrat, also im Block?
Oft heißt es, Mais gehöre im Quadrat gesät. Gemeint ist ein Block aus mehreren kurzen Reihen nebeneinander statt einer einzelnen langen Reihe. Im Block wird Mais zuverlässiger vom Wind bestäubt, und schlecht bestäubte Kolben können lückig bleiben. Bei dieser Kultur kann also schon die Form der Fläche mitbestimmen, wie gut sich die Kolben füllen.
Such für Zuckermais einen sonnigen, warmen Platz aus. Der Boden sollte tiefgründig, humusreich und nährstoffreich sein. Das passt zur Herkunft, denn Mais stammt ursprünglich aus Mittelamerika.
Gesät wird ab Mitte Mai, sobald der Boden über 10 °C warm ist. Ich stecke dafür vor der Aussaat ein Thermometer ins Beet, statt nur auf den Kalender zu schauen. Die Körner kommen 5 cm tief in die Erde.
| Kennwert für Zuckermais | Angabe |
|---|---|
| Aussaat | ab Mitte Mai, bei Bodentemperatur über 10 °C |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 5 cm |
| Pflanzschema | 40 × 30 cm |
| Anordnung | Block aus mehreren kurzen Reihen |
| Standort | sonnig und warm, tiefgründiger, humus- und nährstoffreicher Boden |
Das Pflanzschema fasst beide Abstände zusammen: den zwischen den Reihen und den zwischen den Pflanzen in der Reihe. Die Werte gelten für Zuckermais. Bei Popcorn- und Ziermais richtest du dich nach den Angaben auf der Saatguttüte. Zeichne den Block vor der Aussaat auf: Wenn du dein Beet im Beetplaner aufteilst, siehst du, wie viele kurze Reihen hineinpassen.
Bis zur Maisaussaat muss das Beet nicht leer stehen. Spinat, den du Anfang März unter Vlies säst, kannst du bis Mitte Mai als ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. ernten. Für die MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis planst du mindestens 4 m² ein, wobei der Kürbis darüber hinauswachsen kann. Welche Kulturen sich als Beetnachbarn kombinieren lassen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug; eine Schutzwirkung garantiert keine Nachbarschaft.
Wann ist Mais erntereif?
Zuckermais
Zuckermais reift im Spätsommer. Erntereif ist er zur Milchreife: Die Körner sind dann gefüllt, lassen sich aber noch zerdrücken. Braun gewordene Narbenfäden am Kolbenende können ein erster Hinweis sein. Sicherheit gibt dir der Test am Korn. Ich schiebe dafür die Hüllblätter an der Kolbenspitze etwas auseinander und ritze ein Korn vorsichtig mit dem Fingernagel an. Tritt milchiger Saft aus, wird geerntet.
Milchreife heißt der Zustand, in dem aus einem angeritzten Maiskorn milchiger, süßlicher Saft austritt.
Bleibt Zuckermais bis zur Vollreife stehen, schrumpeln die Körner ein und werden sehr hart.
Popcornmais
Popcornmais lässt du stehen, bis die Körner vollständig ausgehärtet sind. So bleiben sie bei der Ernte möglichst unbeschädigt. Danach trocknen die Kolben nach. Beim Erhitzen wird das wenige Wasser im Korn zu Dampf und sprengt die harte Schale.
Für gutes Aufpoppen wird bei Popcornmais ein Wassergehalt der Körner von 14 bis 15 % angegeben. Platzen bei einer Probe nur wenige Körner, kann das an der Kornfeuchte liegen.
Dieselbe Vollreife, die Zuckermais hart und ungenießbar macht, ist beim Popcornmais die Voraussetzung für die Ernte.
Mini-Mais und Ziermais
Mini-Mais erntest du, solange die Kolben noch ganz jung sind. Sie werden komplett gegessen, gekocht oder gebraten, und schmecken knackig und leicht süß. Eine Pflanze bildet mehrere dieser kleinen Kolben.
Ziermais lässt du für die Dekoration ausreifen. Zur Milchreife geerntet und gegart ist er ebenfalls ein sättigendes Gemüse.
Nach der Ernte schreibe ich ins Gartentagebuch, wie die Sorte gekeimt ist, wie zügig sie gewachsen ist und wie sie geschmeckt hat. Das hilft bei der Entscheidung, welcher Maistyp im nächsten Jahr den Block bekommt.
