Düse fürs Drucksprühgerät wählen: Spritzbild, Druck und Ausstoß abstimmen
- Flachstrahldüsen formen einen flachen Fächer, Dralldüsen je nach Aufbau einen Hohl- oder Vollkegel.
- Injektordüsen mischen Luft in die Spritzflüssigkeit und bilden große Tropfen, die weniger abdriften.
- Bei derselben Düse bringt mehr Druck mehr Ausstoß und kleinere Tropfen.
- Beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten hältst du den Arbeitsdruck bei höchstens 1,5–2 bar.
- Den Ausstoß prüfst du mit klarem Wasser beim üblichen Arbeitsdruck und vergleichst ihn mit der Herstellertabelle.
- Düsen reinigst du gleich nach dem Spritzen schonend mit einer weichen Bürste.
Die kleine Düse vorn an der Spritzlanze entscheidet, wohin die Spritzbrühe fliegt und wie viel davon ankommt. Sitzt die falsche Düse drauf oder ist der Druck zu hoch, werden die Tropfen fein und treiben ins Nachbarbeet. Kennst du den Ausstoß nicht, setzt du mehr Brühe an als nötig und hast am Ende einen Rest im Behälter. Ich schraube die Düse deshalb vor jedem Einsatz ab, schaue sie mir an und spritze zuerst klares Wasser.
Welche Düsentypen gibt es am Drucksprühgerät?
Die gängigen Düsen an Drucksprühgeräten arbeiten hydraulisch. Der Druck im Gerät presst die Flüssigkeit durch eine kleine Öffnung, wo sie in Tropfen zerfällt. Wie das Spritzbild aussieht, bestimmt die Bauart der Düse. Flachstrahldüsen formen einen flachen Fächer, Dralldüsen je nach Aufbau einen Hohlkegel oder einen Vollkegel. Injektordüsen mischen zusätzlich Luft in die Spritzflüssigkeit und bilden so große Tropfen, die weniger leicht abdriften.
| Bauart | Was die Düse macht | So trifft der Strahl auf |
|---|---|---|
| Flachstrahldüse | formt einen flachen Fächer | als schmaler, gerader Streifen |
| Dralldüse mit Hohlkegel | versetzt die Flüssigkeit in Drehung, die Tropfen fliegen vor allem im Kegelmantel | als Ring, die Mitte bleibt weitgehend frei |
| Dralldüse mit Vollkegel | versetzt die Flüssigkeit in Drehung, der Kegel ist gefüllt | als runde, durchgehend benetzte Fläche |
| Injektordüse | mischt Luft in die Spritzflüssigkeit | mit großen Tropfen, die weniger abdriften |
Eine Dralldüse versetzt die Flüssigkeit kurz vor der Öffnung in Drehung. Deshalb verlässt der Strahl die Düse als Kegel. Ob dieser Kegel hohl oder gefüllt ist, hängt vom inneren Aufbau der Düse ab.
Welche Düse passt zu welcher Anwendung?
Vor der Düse steht die Diagnose. Ich kläre zuerst, was die Pflanze schädigt, und frage bei Unsicherheit bei einer fachkundigen Gartenberatung nach. Erst wenn die Schadursache feststeht und eine Behandlung ansteht, wähle ich die Düse nach drei Fragen aus.
Welche Form hat das Ziel?
Für einen Streifen am Boden oder eine Pflanzenreihe nehme ich die Flachstrahldüse, weil ihr Fächer eine gerade Bahn zieht. Für eine einzelne Pflanze nehme ich eine Dralldüse, weil ihr Kegel rund auftrifft.
Wie groß ist das Abdriftrisiko?
Grobtropfige Düsen vermindern die Abdrift. Grenzt die Behandlungsfläche an Gemüsebeete, an den Nachbargarten oder an einen Teich, schraube ich deshalb eine grobtropfige Düse auf, etwa eine Injektordüse.
Wie viel soll herauskommen?
Größe und Ausstoß einer Düse ordnest du über die Tabelle ihres Herstellers zu. Zur Düse gehört der passende Filter, denn seine Maschenweite muss zu den verwendeten Düsen und zu den Herstellerangaben passen. Enthält die Gebrauchsanweisung deines Mittels Vorgaben zur Ausbringung, gehen diese vor.
Gleiche Farbe heißt gleicher Ausstoß. Das stimmt nicht, weil nicht alle Düsen dieselbe Farbcodierung verwenden. Ordne Größe und Ausstoß deshalb immer über die Tabelle des Herstellers zu, von dem die Düse stammt.
Wie stellst du den Druck auf die Düse ein?
Druck, Tropfengröße und Ausstoß hängen direkt zusammen. Erhöhst du bei derselben hydraulischen Düse den Spritzdruck, kommt mehr Flüssigkeit heraus und die Tropfen werden kleiner. Den Druck stellst du deshalb nicht nach Gefühl ein, sondern liest ihn ab.
Halte den Arbeitsdruck beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten bei höchstens 1,5–2 bar, damit weniger Brühe abdriftet. Den aktuellen Wert zeigt dir das Manometer.
Am Manometer liest du den Spritzdruck während der Arbeit ab. An der Druckspeicherspritze pumpe ich auf, bis die Nadel im gewünschten Bereich steht, und schaue beim Spritzen immer wieder hin. An Rückenspritzen kann ein Druckminderer mit Manometer den Druck an der Düse gleich halten, sodass auch die Ausstoßmenge gleichmäßig bleibt. Was Manometer, Druckregler und Filter als Nachrüstteile leisten, erklärt der Ratgeber dazu, welche Zubehörteile es fürs Drucksprühgerät gibt und was sie leisten.
Ausstoß prüfen: So literst du die Düse aus
Beim Auslitern misst du mit klarem Wasser, wie viel deine Düse tatsächlich abgibt. Du machst das bei dem Arbeitsdruck, mit dem du später auch spritzt. Weil der Ausstoß mit dem Druck steigt, gilt ein gemessener Wert nur für genau diesen Druck.
- Fülle das Gerät mit klarem Wasser.
- Bring es auf deinen üblichen Arbeitsdruck und lies ihn am Manometer ab.
- Spritze in einen Messbecher und stoppe dabei die Zeit.
- Rechne den Wert auf die Einheit um, in der die Herstellertabelle den Ausstoß angibt, und vergleiche beide.
- Geh danach mit Wasser einmal über die Fläche, die du behandeln willst, und miss, wie viel im Behälter fehlt. Diese Probespritzung zeigt dir, wie viel Spritzbrühe du ansetzen musst.
Nach dem Auslitern schreibe ich Düse, Druck und gemessene Menge auf einen Zettel. Den hänge ich neben das Sprühgerät, damit ich beim nächsten Mal nicht raten muss.
Wie vermeidest du Abdrift und Überdosierung?
Abdrift: Düse, Druck und Wetter
Abdrift entsteht, wenn Tropfen vom Spritzstrahl wegtreiben und neben dem Ziel landen. Grobtropfige Düsen und Injektordüsen mindern sie, weil ihre großen Tropfen weniger leicht wegtreiben. Wer eine grobtropfige Düse mit hohem Druck betreibt, macht ihre Tropfen allerdings wieder kleiner, denn mehr Druck verkleinert bei derselben Düse die Tropfen. Den Vorteil gegen Abdrift bekommst du deshalb nur, wenn Düse und Druck zusammenpassen.
Auch das Wetter gehört dazu. Spritze nur bei Windstille und bei höchstens 25 °C. Unmittelbar vor Regen behandelst du nicht. Strengere Vorgaben aus der Gebrauchsanweisung des Mittels gehen vor.
Überdosierung: erst messen, dann ansetzen
Zu viel Brühe auf der Fläche hat zwei Quellen: Die Düse gibt mehr ab, als du denkst, oder du setzt mehr an, als die Fläche braucht. Beides klärst du vorher mit Wasser. Das Auslitern zeigt dir den Ausstoß, die Probespritzung die nötige Brühemenge. Wie viel Mittel in die Brühe gehört, richtet sich nach der Gebrauchsanweisung.
Umweltschonend spritzen: weniger Abdrift, weniger Reste
Was abdriftet, landet auf Wegen, im Nachbarbeet oder im Teich statt auf der Pflanze. Eine grobtropfige Düse, ein niedriger Druck und Windstille können helfen, die Brühe auf der Zielfläche zu halten.
Bei den Resten setzt die Probespritzung an. Restmengen gehören zur Schadstoffsammlung, nie in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll. Wer die nötige Brühemenge vorher mit Wasser ermittelt und nur diese ansetzt, behält weniger Rest im Behälter, der diesen Weg gehen muss.
Düsen pflegen: Verstopfung, Verschleiß, Austausch
Vor jedem Einsatz schaust du auf Schlauchverbindungen, Filter und Düse. Sitzen die Verbindungen dicht, ist der Filter sauber und passt er zur Düse? Zeigt ein Probestoß mit klarem Wasser ein gleichmäßiges Spritzbild?
Nach dem Spritzen reinigen
Ich reinige das Gerät gleich nach der Anwendung von innen, bevor Spritzmittelreste antrocknen. Das Spülwasser bringst du auf der behandelten Fläche aus, nie in Abfluss, Gully oder Gewässer. Die Düse baue ich dabei aus und bürste sie schonend mit einer weichen Bürste. Mit Nadel oder Draht stochere ich nicht in der Öffnung herum. Spezielle Reiniger für Pflanzenschutzgeräte setzt du nur nach den Anweisungen ihres Herstellers ein. Essig lasse ich weg, weil er Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden kann.
Wer gleich reinigt, lässt Reste gar nicht erst antrocknen. Das zählt doppelt, weil Ablagerungen den Ausstoß einer Düse verändern können und dein ausgeliterter Wert dann nicht mehr stimmt.
Was tun bei einer verstopften Düse?
Spritzt die Düse einseitig, stotternd oder gar nicht, kann sie verstopft sein. Ich schaue dann zuerst in den Filter und spüle ihn aus. Danach baue ich die Düse aus, spüle sie mit klarem Wasser und bürste sie weich nach. Setzt sich der Filter immer wieder zu, prüfe ich, ob seine Maschenweite zu der Düse passt.
Verschleiß erkennen und Düse austauschen
Verschleiß und Ablagerungen können den Ausstoß einer Düse im Lauf der Nutzung verändern. Ob das passiert ist, zeigt dir das Auslitern. Ich litere jede neu aufgeschraubte Düse aus und wiederhole das, sobald mir das Spritzbild verändert vorkommt. Weicht der Wert von der Herstellertabelle ab, reinige ich die Düse und messe noch einmal. Bleibt die Abweichung oder zeigt das Spritzbild weiter Streifen und Lücken, tausche ich die Düse gegen eine neue derselben Bauart und Größe.
Die Pflege von Behälter, Pumpe und Lanze ist ein eigenes Thema, hier bleibt es bei der Düse.
Sprühtechnik, Gerätewahl und Sicherheit
Zur Sprühtechnik gehört, mit welchem Abstand, Tempo und Bewegungsmuster du die Lanze führst und worauf du bei dichtem Laub oder Jungpflanzen achtest. Das beschreibt der Ratgeber, wie du mit dem Drucksprühgerät richtig sprühst.
Zu den tragbaren Kleingeräten zählen Druckspeicherspritzen sowie handbetätigte und motorbetriebene Rückenspritzen. Welche Bauart zu deinem Garten passt, klärt der Ratgeber zu den verschiedenen Arten von Drucksprühgeräten.
Für jedes zugelassene Pflanzenschutzmittel gelten seine Gebrauchsanweisung, die darin empfohlene Schutzausrüstung und die angegebene Wartezeit bis zur Ernte. Das Mittel selbst lagerst du in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank, den Kinder und Tiere nicht erreichen. Was sonst zum sicheren Umgang gehört, fassen die Grundlagen zu Drucksprühgeräten und sicherem Arbeiten zusammen.

