Gartenpraxis · Werkzeug, Bewässerung & Anzucht-Technik · Pflege

Richtig sprühen mit dem Drucksprühgerät: Druck, Düse, Abstand und Bewegung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten sollte der Arbeitsdruck zur Abdriftminderung nicht über 1,5–2 bar liegen.
  • Ein Druckminderer mit Manometer hält bei Rückenspritzen den Düsendruck und die Ausstoßmenge gleichmäßig.
  • Grobtropfige Düsen vermindern die Abdrift.
  • Eine Probespritzung mit Wasser hilft dir, die benötigte Menge Spritzbrühe zu ermitteln.
  • Pflanzenschutzmittel bringst du bei Windstille und höchstens 25 °C aus, sofern die Gebrauchsanweisung nichts Strengeres vorgibt.
  • Führe die Lanze in gleichmäßigem Tempo Bahn für Bahn, ohne mit offener Düse stehen zu bleiben.

Wer am Drucksprühgerät kräftig nachpumpt, sprüht nicht automatisch gründlicher. Beim Pflanzenschutzsprühen kann zu viel Druck dazu führen, dass ein Teil der Brühe abdriftet und Nachbarbeete, Gewässer oder Nützlinge trifft. Ich fülle deshalb vor jeder Sprüharbeit zuerst klares Wasser ein und probiere Druck, Düse und Tempo auf trockenen Gehwegplatten aus.

Vier Dinge hast du selbst in der Hand: Druck, Düse, Abstand und Bewegung. Das Wetter kannst du nicht einstellen, aber abwarten. Diese Übersicht zeigt, worauf es bei jedem Punkt ankommt und woran du es prüfst.

Punkt Worauf du achtest Woran du es prüfst
Druck beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten nicht über 1,5–2 bar Manometer, bei Rückenspritzen mit Druckminderer
Düse grobtropfige Düsen vermindern die Abdrift Sprühbild mit Wasser auf einer trockenen Fläche
Abstand keine feste Zahl, hängt an Düse, Druck und Pflanze Probespritzung mit Wasser
Bewegung gleichmäßiges Tempo, Bahn für Bahn nasse Spur ohne Lücken und ohne Pfützen
Wetter Windstille und höchstens 25 °C, sofern die Gebrauchsanweisung nichts Strengeres vorgibt Thermometer, Blätter am Strauch

Welcher Druck ist beim Sprühen richtig?

Beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten sollte der Arbeitsdruck nicht über 1,5–2 bar liegen, damit weniger abdriftet. Das ist eine Obergrenze und kein Wert, den du erreichen musst. Bei Rückenspritzen hält ein Druckminderer mit Manometer den Düsendruck gleich, sodass auch die Ausstoßmenge gleichmäßig bleibt.

Die Obergrenze hilft dir nur, wenn du den Druck ablesen kannst: Ohne Manometer weißt du nicht, ob du darunter oder darüber sprühst. Ich behalte beim Pumpen die Nadel im Blick und höre auf, bevor sie die Obergrenze erreicht. Fällt die Anzeige während der Arbeit ab, pumpe ich nach und schaue erneut hin.

Mythos-Check

Mehr Druck sprüht gründlicher? Die Obergrenze für den Arbeitsdruck gibt es, weil zu viel Druck die Abdrift erhöhen kann. Was abdriftet, fehlt auf der Pflanze und landet woanders.

Welche Düse nehme ich?

Neben dem Druck entscheidet die Düse mit, wie viel abdriftet. Grobtropfige Düsen vermindern beim Pflanzenschutzsprühen die Abdrift. Feiner Nebel sieht gleichmäßig aus, treibt aber leichter fort.

Gegen Abdrift stellst du deshalb beides zusammen ein: eine grobtropfige Düse und einen Arbeitsdruck, der die Obergrenze nicht überschreitet. Ich teste jede Düse mit Wasser auf trockenen Platten, bevor ich sie für eine Behandlung aufschraube. So sehe ich das Sprühbild, bevor etwas anderes als Wasser im Tank ist.

Welche Düsenform zu welcher Aufgabe gehört, liest du im Ratgeber, wie du Düse, Druck und Ausbringmenge aufeinander abstimmst.

Wie weit halte ich die Düse von der Pflanze weg?

Der passende Abstand hängt an Düse, Druck und Pflanze. Du findest ihn mit einer Probespritzung mit klarem Wasser.

Halte die Düse auf die Pflanze und sieh nach, wohin der Sprühkegel fällt. Geht ein Teil daneben ins Beet oder auf den Weg, rückst du näher heran. Laufen auf den Blättern Tropfen zusammen und rinnen ab, gehst du zurück, bis das Blattwerk gleichmäßig feucht wird. Bei einem Pflanzenschutzmittel gilt zusätzlich, was seine Gebrauchsanweisung zur Ausbringung vorgibt.

Die Probespritzung hilft dir außerdem, die Spritzbrühemenge für die Behandlung zu ermitteln. Ich fülle dafür eine bekannte Menge Wasser ein, sprühe die Fläche einmal ab und lese am Tank ab, wie viel fehlt. Weil Reste von Pflanzenschutzmitteln zur Schadstoffsammlung gehören, lohnt sich diese Messung doppelt: Du setzt nur an, was du brauchst, und es bleibt weniger übrig, das du wegbringen musst.

Für empfindliche Pflanzen wie Orchideen und Sukkulenten, die du nur mit Wasser besprühst, gibt es einen eigenen Ratgeber, mit welcher Spritze und Einstellung du sie schonend bewässerst.

Wie bewege ich die Lanze?

Führe die Lanze in gleichmäßigem Tempo über die Pflanzen und halte nicht an. Bleibst du mit offener Düse an einer Stelle stehen, bekommt sie mehr ab als ihre Nachbarn. Arbeite Bahn für Bahn, damit weder Lücken noch doppelt besprühte Streifen entstehen. Größere Flächen teilst du vorher in Abschnitte ein und merkst dir, wo du schon warst.

Große, buschige Pflanzen besprühst du von mehreren Seiten. An Spalieren arbeitest du dich von unten nach oben, damit auch die Blattunterseiten benetzt werden. Für hohe Pflanzen brauchst du eine längere Lanze, mit der du am Stamm beginnst und dich nach außen und oben vorarbeitest.

Bei der Rückenspritze stellst du vor dem Start die Tragriemen ein. Die Riemen sollen verstellbar sein und an den Schultern nicht einschnüren.

Marias Erfahrung

Auf längeren Beeten stecke ich vorher ein paar Stöcke als Bahngrenzen in den Boden und gehe die Bahnen der Reihe nach ab. Am Ende jeder Bahn schließe ich die Düse, bevor ich mich umdrehe.

Bei welchem Wetter sprühe ich?

Pflanzenschutzmittel bringst du bei Windstille aus. Die Temperatur liegt dabei bei höchstens 25 °C, es sei denn, die Gebrauchsanweisung schreibt strengere Werte vor. Wind kann die Brühe auf Nachbarbeete, in Gewässer oder auf Nützlinge tragen, auch wenn Druck und Düse stimmen.

Ich schaue vorher aufs Thermometer und auf die Blätter am nächsten Strauch. Bewegen sie sich, bleibt das Gerät stehen und ich warte auf einen ruhigeren Moment.

Mini-Checkliste

Vor dem ersten Sprühstoß gehst du diese Punkte durch.

  • Die Blätter am Strauch bewegen sich nicht.
  • Das Thermometer zeigt höchstens 25 °C, sofern die Gebrauchsanweisung nichts Strengeres verlangt.
  • Beim Pflanzenschutzsprühen zeigt das Manometer nicht mehr als 1,5–2 bar.
  • Eine grobtropfige Düse sitzt und ist mit Wasser getestet.
  • Die Probespritzung mit Wasser hat dir die benötigte Menge gezeigt.
  • Die Tragriemen sind eingestellt und schnüren nicht ein.

Gerät und Sprühlösung in Kürze

Ein Drucksprühgerät arbeitet mit Luft, die du in den Tank pumpst, und dieser Druck presst die Flüssigkeit durch die Düse. Ob ein Handsprüher oder eine Rückenspritze zu deinem Garten passt, klärt der Ratgeber, welche Arten von Drucksprühgeräten es gibt. Wofür sich das Gerät außer zum Pflanzenschutz eignet, etwa zum Düngen oder Bewässern, zeigt die Übersicht über seine Einsatzmöglichkeiten im Garten.

Wie du eine Sprühlösung mit einem Pflanzenschutzmittel ansetzt, legt dessen Gebrauchsanweisung fest. Den Bedienablauf zeigt der Ratgeber, wie du den Drucksprüher vom Befüllen bis zum Ausbringen bedienst.

Pflege und Sicherheit in Kürze

Beides fasst der Überblick zusammen, wie du Drucksprühgeräte auswählst, pflegst und sicher einsetzt.

Vor jedem Einsatz kontrollierst du Schlauchverbindungen, Filter und Düsen. Nach dem Sprühen reinigst du das Gerät innen, bevor Reste antrocknen, und säuberst ausgebaute Düsen mit einer weichen Bürste. Wie du Gartenspritzen samt Düsen, Dichtungen und Filtern reinigst und wartest und den Drucksprüher auf den Winter vorbereitest, zeigen eigene Ratgeber.

Greifst du zu einem für Haus- und Kleingarten zugelassenen Pflanzenschutzmittel, gelten seine Gebrauchsanweisung samt Wartezeit und die darin empfohlene Schutzausrüstung. Du lagerst es in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank, den Kinder und Tiere nicht erreichen. Reste bringst du zur Schadstoffsammlung, nie in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die richtige Sprühtechnik bei der Gartenpflege?
Du führst die Lanze in gleichmäßigem Tempo und ohne Pausen Bahn für Bahn über die Pflanzen, damit weder Lücken noch doppelt besprühte Stellen entstehen. Den passenden Abstand und die benötigte Menge findest du vorher mit einer Probespritzung mit klarem Wasser. Beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten sollte der Arbeitsdruck zur Abdriftminderung nicht über 1,5–2 bar liegen. Grobtropfige Düsen vermindern die Abdrift zusätzlich.
Stimmt es, dass höherer Sprühdruck immer bessere Ergebnisse erzielt?
Nein. Beim Pflanzenschutzsprühen im Hausgarten sollte der Arbeitsdruck zur Abdriftminderung nicht über 1,5–2 bar liegen, weil mehr Druck mehr Abdrift bedeuten kann. Was abdriftet, fehlt auf der Pflanze und kann Nachbarbeete, Gewässer oder Nützlinge treffen. Bei Rückenspritzen hält ein Druckminderer mit Manometer den Düsendruck gleich, sodass du die Grenze im Blick behältst.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln zu beachten?
Verwende nur Mittel, die für Haus- und Kleingarten zugelassen sind, und halte dich an ihre Gebrauchsanweisung samt Wartezeit und der darin empfohlenen Schutzausrüstung. Bewahre sie in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank auf, den Kinder und Tiere nicht erreichen. Gesprüht wird bei Windstille und höchstens 25 °C, sofern die Gebrauchsanweisung nichts Strengeres vorgibt. Reste gehören zur Schadstoffsammlung, nie in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll.
Zuletzt geprüft:
↑