Gartenmesser: Welches Messer zum Veredeln, Ernten, Schneiden und Jäten passt
- Das beste Gärtnermesser ist das, das zu deiner häufigsten Arbeit passt.
- Zum Veredeln nimmst du ein scharfes Veredelungsmesser, zum Okulieren ein Okuliermesser mit Rindenheber.
- Die Hippe kann bei der Geißfußveredelung den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen.
- Salat erntest du mit einem kurzen Erntemesser, Kohl mit einem längeren.
- Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser gehören als Orientierung zur Gartenschere, dickeres Holz zu Astschere oder Säge.
- Wurzelunkräuter wie Löwenzahn stichst du möglichst vollständig aus, statt sie nur abzuschneiden.
- Ein Messer mit losen Teilen benutzt du nicht, unterwegs steckt die Klinge im Klingenschutz.
Ein Gartenmesser für alles gibt es nicht. Zum Veredeln brauchst du eine scharfe Schneide, für den Kohlkopf ein längeres Messer, und an dicke Äste gehören Astschere oder Säge. Ich lege mir deshalb vor jeder Arbeit das Messer zurecht, das zu ihr passt, und lasse die anderen im Schuppen. Das beste Gärtnermesser ist darum das, das zu deiner häufigsten Arbeit passt. Welcher Typ das ist, hängt davon ab, ob du veredelst, erntest, schneidest oder jätest.
Welche Gartenmesser gibt es?
Gartenmesser unterscheiden sich vor allem nach der Arbeit, für die sie gedacht sind. Diese Übersicht ordnet die gängigen Typen ihren Aufgaben zu:
| Messer | Aufgabe | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Veredelungsmesser | Veredelungsschnitt, Glattschneiden der Pfropfköpfe | scharfe Schneide |
| Okuliermesser | Okulation | Rindenheber öffnet die eingeschnittene Rinde |
| Hippe | keilförmiger Einschnitt im Pfropfkopf bei der Geißfußveredelung | gebogene Klinge |
| kurzes Erntemesser | Salaternte | kurze Klinge |
| langes Erntemesser | Kohlernte | längere Klinge |
| Gärtnermesser | allgemeine Schnittarbeiten, Wildtriebe entfernen | Griff passt zur Hand und hält auch verschmutzt |
| Fugenkratzer | Unkraut und Moos aus Pflasterfugen und an Mauerkanten | in geeigneter Ausführung auch im Stehen nutzbar |
Veredeln: Veredelungsmesser, Okuliermesser oder Hippe?
Zum Veredeln brauchst du ein scharfes Messer. Das Veredelungsmesser führt den Veredelungsschnitt aus und schneidet die Pfropfköpfe glatt. Für die Okulation nimmst du ein Okuliermesser: Sein Rindenheber öffnet die eingeschnittene Rinde, damit du das Edelauge einsetzen kannst. Bei der Geißfußveredelung kann die Hippe den keilförmigen Einschnitt im Pfropfkopf herstellen.
Wo es geht, führst du das Messer vom Körper weg. Bei Veredelungsschnitten achtest du zusätzlich besonders auf die richtige Messerhaltung.
Bei der Okulation setzt du ein einzelnes Edelauge unter die eingeschnittene Rinde der Unterlage. Pfropfkopf heißt das abgeschnittene Ende der Unterlage, auf das beim Pfropfen das Edelreis gesetzt wird.
Mein Veredelungsmesser nehme ich für keine andere Arbeit. Vor dem Veredeln prüfe ich es auf lose Teile und schaue mir die Schneide an. Danach wische ich es trocken und stecke es in den Klingenschutz.
Ernten: kurzes Messer für Salat, längeres für Kohl
Für die Salaternte reicht ein kurzes Erntemesser, für die Kohlernte nimmst du ein längeres. Grünspargel schneidest du mit einem scharfen Messer unmittelbar über dem Boden ab. Geerntet werden dabei Stangen von 20 bis 30 cm Länge.
Der Griff eines Erntemessers muss zu deiner Handgröße passen und auch bei Verschmutzung sicheren Halt bieten. Ich trage das Erntemesser mit Klingenschutz im Korb und lege es nie lose zwischen die Salatköpfe.
Schneiden: Messer, Schere oder Säge?
Das Gärtnermesser nehme ich für allgemeine Schnittarbeiten, etwa um Wildtriebe zu entfernen oder StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. zu schneiden. Für viele Zimmer- und Kübelpflanzen nimmst du dabei Triebspitzen von etwa 10 cm Länge. Sie tragen zwei bis vier Blattpaare und keine Blütenknospen. Lass den Stiel so lang, dass beim Einstecken kein Blatt die Erde berührt, denn dort würde es faulen.
Für den Gehölzschnitt bilden eine geeignete Gartenschere und eine leichtgängige Säge die Grundausstattung. Weil die Schere schon die Zweige übernimmt, ist das Messer im Gehölzschnitt eine Ergänzung: Es bleibt für Veredelung, Ernte und feine Schnitte zuständig, nicht für Äste.
Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser sind als Orientierung ein Fall für die Gartenschere. Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser schneidest du mit der Astschere, die mit zwei Händen und längeren Griffen mehr Hebel bringt. Was für die Schere zu dick ist oder was du mit ihr nicht erreichst, sägst du ab. Angegebene Schnittgrenzen reizt du bei hartem, trockenem Holz nicht aus.
Jäten: Fugenkratzer und Unkrautstecher
In Pflasterfugen und an Mauerkanten kratzt du Unkraut und Moos mit einem Fugenkratzer heraus. Nach Regen geht das leichter, weil die Fugenerde aufweicht. In geeigneter Ausführung kannst du den Fugenkratzer auch im Stehen führen. Die ausgekratzten Pflanzen sammelst du auf, da sie noch Samen verbreiten können.
Im Beet zählt bei Wurzelunkräutern die ganze Wurzel. Löwenzahn stichst du möglichst vollständig aus, weil zurückbleibende Wurzelstücke wieder austreiben können. Ein geeigneter Unkrautstecher schafft das auch im Stehen. Ich steche Löwenzahn bevorzugt aus, wenn der Boden nach einem Regen feucht ist.
Löwenzahn mit dem Messer knapp über dem Boden abschneiden. Die Wurzel bleibt dabei im Boden, und aus zurückbleibenden Wurzelstücken kann er wieder austreiben.
Welches ist das beste Gärtnermesser?
Das beste Gärtnermesser bestimmst du über deine Arbeit, nicht über ein bestimmtes Modell. Wer Obstbäume veredelt, braucht ein Veredelungs- oder Okuliermesser. Wer Gemüse erntet, braucht ein kurzes Messer für Salat und ein längeres für Kohl. Für den Einstieg genügt eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit dem tatsächlichen Bedarf erweiterst.
Vor dem Kauf prüfst du, ob der Griff zu deiner Hand passt, auch verschmutzt sicher hält und kein Teil locker sitzt. Frag außerdem nach Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilen und Garantiebedingungen. Was bei Gartenwerkzeug allgemein zu Qualität, Material und Ergonomie gehört, erklärt der Ratgeber zur Gartentechnik.
Ob es eine Profi-Ausführung sein muss, zeigt der Vergleich, worin sich Gartenwerkzeuge für Hobbygärtner und Profis unterscheiden.
Notier dir, welche Messerarbeit in deinem Garten am häufigsten anfällt. Kauf zuerst das Messer für genau diese Arbeit und ergänze weitere erst, wenn du sie wirklich brauchst.
Pflege und sicherer Umgang
Pflege
Die meisten Handmesser reinigst du unter fließendem Wasser, trocknest sie mit einem Tuch und schützt eine rostanfällige Klinge mit Öl oder Fett. Beim Veredelungsmesser prüfst du vor dem Einsatz, ob die Schneide noch scharf ist. Mehr zum Pflegen, Reparieren und Lagern von Werkzeug steht im Ratgeber zur Gartentechnik, und wie du Bypass- und Amboss-Scheren pflegst, erklärt eine eigene Anleitung.
Sicherheit
Ein Messer mit losen Teilen oder defekter Sicherheitsmechanik benutzt du nicht, und beim Transport wie in der Aufbewahrung steckt die Klinge im Klingenschutz. Wie du Gartenmesser sicher handhabst, lagerst und transportierst und was bei Verletzungen zu tun ist, beschreibt ein eigener Ratgeber. Bei schweren Verletzungen wählst du sofort den Notruf 112.

