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Gartenschere pflegen: reinigen, schärfen, ölen und Rost entfernen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Klinge nach jedem Arbeitstag reinigen, trockenreiben und dabei Gelenk, Schraube und Schneide prüfen.
  • Gelenk, Feder und gegebenenfalls Rollgriffachse regelmäßig mit säurefreiem Öl wie Nähmaschinenöl ölen.
  • Schneidet die Schere nicht mehr frei, zuerst das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge einstellen.
  • Bypass-Schere: nur die Schneide schärfen, die Gegenklinge bleibt unbearbeitet. Amboss-Schere: Klinge schärfen, Amboss auf Kerben prüfen.
  • Gründlich nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß.
  • Erste Rostspuren mechanisch entfernen, danach einen Öl- oder Fettfilm auftragen und trocken lagern.

Eine Gartenschere, die klemmt oder Zweige quetscht, kostet dich bei jedem Schnitt Kraft. Dahinter kann etwas stecken, das du selbst behebst: angetrockneter Pflanzensaft, eine stumpfe Schneide oder zu viel Spiel zwischen den Klingen. Ich pflege meine einhändigen Bypass- und Amboss-Scheren deshalb nach einem festen Ablauf: reinigen, trocknen, prüfen, ölen und bei Bedarf schärfen. Wie du jeden dieser Schritte machst, Rost entfernst und erkennst, wann ein Fachbetrieb hilft, zeige ich dir hier.

Bypass oder Amboss: welche Schere hast du?

Bei der Bypass-Schere gleitet die scharfe Klinge an einer Gegenklinge vorbei, bei der Amboss-Schere trifft sie auf eine breite Gegenplatte. Als Orientierung für die Werkzeugwahl eignet sich die Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser, dickere Äste schneidest du nicht mit ihr. Mehr dazu findest du im Abschnitt über Scherentypen, Schnittzeitpunkt und Wunden und im Ratgeber, welcher Scherentyp zu welchem Schnitt passt.

Nach dem Schneiden: reinigen, trocknen, prüfen

Ich reinige die Klinge nach jedem Arbeitstag und warte nicht, bis sie klebt. Bürste zuerst trockene Erdreste ab. Fest haftenden Schmutz und angetrockneten Pflanzensaft löst du mit warmem Wasser, Spülmittel und einer Bürste. Scharfe Reiniger lässt du weg, weil sie die Oberfläche der Schere angreifen können. Reibe danach alle Teile mit einem trockenen Tuch ab, auch rund um das Gelenk, denn Feuchtigkeit begünstigt Rost.

Tipp

Eine ausgediente Zahnbürste erreicht den Spalt zwischen den Klingen und die Stelle rund um die Feder.

Beim Reinigen prüfst du gleich, ob Wartung ansteht. Geht das Gelenk schwer, sitzt eine Schraube locker oder ist die Schneide stumpf? Was dir dabei auffällt, setzt du vor dem nächsten Einsatz instand, oder du tauschst das Teil aus.

Mini-Checkliste

Erde abbürsten · Saft mit Wasser, Spülmittel und Bürste lösen · trockenreiben · Gelenk, Schraube und Schneide prüfen · Gelenk ölen · Schere geschlossen aufhängen.

Marias Erfahrung

Bürste, Tuch und Öl liegen bei mir zusammen in einer Kiste neben der Schuppentür. So erledige ich nach dem letzten Schnitt alles in einem Gang.

Welche Teile du ölst und womit

Ich öle regelmäßig das Gelenk, die Feder und, wenn die Schere einen Rollgriff hat, dessen Achse. Nimm dafür ein säurefreies Öl wie Nähmaschinenöl. Gib es an die beweglichen Stellen und öffne und schließe die Schere, bis sie gleichmäßig läuft. Überschüssiges Öl wischst du mit einem sauberen Tuch ab.

Auch die Klinge braucht Schutz, wenn ihr Stahl zu Rost neigt. Öle oder fette sie ein, damit ein Film auf dem Metall liegt. Ein solcher Öl- oder Fettfilm kann auch Stellen, die schon rosten, vor weiterer Korrosion schützen.

Holzgriffe pflegen

Hat deine Schere Griffe aus Holz, schaust du bei der Pflege auch auf deren Oberfläche. Spröde Stellen schleifst du glatt und behandelst sie danach mit einem Holzpflegemittel.

Achtung

Lappen mit Leinöl können sich von selbst entzünden. Bewahre sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen Metallbehälter auf, bis du sie wieder benutzt.

Spiel und Schraube: wenn die Schere nicht mehr frei schneidet

Kurz erklärt

Spiel ist die Luft zwischen Klinge und Gegenklinge am Gelenk.

Schneidet deine Schere nicht mehr frei, prüfst du zuerst das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge und stellst es neu ein. Dazu ziehst du die Schraube am Gelenk vorsichtig nach. Zieh sie nicht zu fest, sonst lässt sich die Schere nur noch schwer bewegen. Ich teste danach mit einem Streifen Papier, ob die Schere bis zur Spitze sauber schneidet. Reißt oder knickt das Papier, kann das auf zu viel Spiel oder eine stumpfe Schneide hindeuten.

Achte auch auf ungleichmäßige Schnitte und darauf, ob du mehr Kraft brauchst als früher. Beides kann auf Verschleiß hindeuten. Leichter Verschleiß an der Schneide lässt sich häufig durch Nachschärfen beheben.

Gartenschere schärfen: Schritt für Schritt

Woran du eine stumpfe Schneide erkennst

Das Schneiden kostet mehr Kraft, die Schnittflächen sind ausgefranst oder die Schere klemmt im Zweig. Solche Zeichen können auf eine stumpfe Schneide hindeuten, aber auch auf zu viel Spiel. Ich stelle deshalb zuerst das Spiel ein und schärfe erst danach.

Bypass-Schere: nur die Schneide

An der Bypass-Schere schärfst du nur die Schneide der scharfen Klinge. Die Gegenklinge, an der sie vorbeigleitet, dient als Widerlager und bleibt unbearbeitet.

Häufiger Fehler

Die Gegenklinge ist kein Schneidteil. Schleif sie nicht an und lass auch die flache Innenseite der scharfen Klinge unberührt. Du bearbeitest nur die angeschrägte Seite der Schneide.

Amboss-Schere: Klinge schärfen, Amboss prüfen

Bei der Amboss-Schere schärfst du nur die bewegliche Klinge, die Ambossplatte bleibt, wie sie ist. Prüfe den Amboss dabei auf Kerben. Eine stumpfe Klinge oder ein beschädigter Amboss kann das Schnittgut quetschen, statt es sauber zu trennen. Ist der Amboss eingekerbt, frag nach einem Ersatzteil.

So führst du den Stein

Ich schärfe mit einem Wetzstein, den ich vorher befeuchte. Halte den Schleifwinkel, den die Schneide schon hat, und folge ihrer vorhandenen Fase. Zieh den Stein in gleichmäßigen Zügen von der Basis der Klinge zur Spitze. Für unterwegs nehme ich eine kleine Diamantfeile und halte damit denselben Winkel. Wisch zum Schluss den Schleifabrieb ab und öle die Klinge ein.

Achtung

Trag beim Schärfen Handschuhe, denn du arbeitest direkt an der Schneide. Bei einer schweren Schnittverletzung wählst du sofort den Notruf 112.

Wie oft du schärfst

Als Pflegeorientierung gilt für Scheren ein gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre. Wie oft es wirklich nötig ist, hängt davon ab, wie viel du schneidest und wie stark die Schneide verschleißt. Weil du die Schneide ohnehin bei jeder Reinigung prüfst, richtest du dich nach diesem Befund statt nach dem Kalender.

Rost an der Gartenschere: vorbeugen und entfernen

Vorbeugen

Gefährdet sind vor allem Scheren, die feucht weggelegt werden oder draußen liegen bleiben. Reibe deine Schere deshalb nach der Reinigung trocken und gib rostanfälligen Klingen einen Öl- oder Fettfilm. Ich bewahre meine Scheren an einem trockenen, luftigen Platz auf, hängend an Haken an der Schuppenwand.

Leichten Rost entfernen

Erste Rostspuren reibe ich mit einem feinen Schleifvlies ab. Ist deine Schere dafür geeignet, nimmst du vor der Einlagerung eine Metallbürste. Öle die Stelle danach ein, um sie vor weiterer Korrosion zu schützen.

Wenn der Rost tiefer sitzt

Beeinträchtigt der Rost die Funktion der Schere, ist das ein Fall für den Fachbetrieb oder für ein Ersatzteil. Ein Essigbad, wie es oft empfohlen wird, setze ich nicht ein. Essig kann Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan verursachen.

Pflege im Gartenjahr

Vor dem ersten Schnitt

Bevor die Schnittsaison beginnt, prüfst du jede Schere auf sichtbare Schäden und darauf, ob sie einwandfrei funktioniert. Ich öffne und schließe sie dabei und schaue mir Feder, Schraube und Schneide an. Was nicht passt, setzt du vor dem ersten Einsatz instand: Spiel einstellen, schärfen, ölen.

In der Schnittsaison

In der Saison reinigst du die Klinge nach jedem Arbeitstag und ölst die beweglichen Teile regelmäßig. Angetrockneter Pflanzensaft kann die Klingen sonst verkleben. Unterwegs im Garten trägst du die Schere geschlossen und gesichert.

Vor der Winterpause

Vor dem Einlagern entfernst du Rost, reinigst die Schere gründlich und lässt sie vollständig trocknen. Danach bekommen Klinge und Gelenk einen Öl- oder Fettfilm. Über den Winter hängen meine Scheren geschlossen an ihrem trockenen Platz, die kleinste steckt in einem Leinenbeutel.

Jetzt dran

Ist der letzte Schnitt des Jahres erledigt, entroste, reinige und öle deine Scheren, bevor sie in den Schuppen kommen.

Bei einer Akku-Gartenschere kommt der Akku dazu. Für eine längere Lagerung sollte ein Lithium-Ionen-Akku ungefähr 50 % Ladezustand haben. Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Akku verwendest du wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter und gibst ihn zur sicheren Entsorgung. Worin sich elektrische und manuelle Gartenscheren unterscheiden, zeigt ein eigener Vergleich.

Selbst reparieren, Fachbetrieb oder neu kaufen?

Teile, die du selbst tauschen kannst

Bei entsprechend aufgebauten Gartenscheren tauschst du einzelne verschlissene Teile aus, statt die ganze Schere zu ersetzen. Bei hochwertigen Modellen lassen sich einzelne Bauteile nachkaufen, bei manchen gehört die Feder dazu. Das Umweltbundesamt nennt als Kriterium für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte, dass Ersatzteile für Fachreparaturen mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit verfügbar sind. Das ist ein Beschaffungskriterium und keine Garantie, auf die du dich bei jedem Hersteller verlassen kannst.

Wann der Fachbetrieb hilft

Ich bringe eine Schere zum Fachbetrieb, wenn sie trotz Schärfen und eingestelltem Spiel nicht mehr sauber schneidet. Weitere Gründe sind:

  • Rost beeinträchtigt die Funktion.
  • Feder oder Schraube sind defekt, und du findest kein passendes Ersatzteil.
  • Die Klingen sind verbogen oder stark abgenutzt.

Achte bei der Wahl des Betriebs darauf, dass er Gartenwerkzeug repariert, den Preis vorher nennt und auf die Reparatur Garantie gibt. Frag auch andere Gärtner aus deiner Umgebung nach ihren Erfahrungen.

Reparatur oder Neukauf

Vergleiche den Preis der Reparatur mit dem einer gleichwertigen neuen Schere. Bei hochwertigen Scheren mit Ersatzteilen lohnt sich die Reparatur häufiger als bei günstigen Modellen, bei denen ein Neukauf wirtschaftlicher sein kann. Ich lasse mir deshalb vorher sagen, was die Reparatur kostet.

Beim Kauf an die Pflege denken

Eine Schere, die lange halten soll, hat solide Verbindungen und austauschbare Einzelteile. Griffe, die zu deiner Hand passen, und eine rutschfeste Oberfläche geben dir sicheren Halt. Was eine Schere ergonomisch macht und wie du mit der richtigen Griffhaltung schneidest, vertieft ein eigener Ratgeber; Material und Modelle vergleicht der Ratgeber zu den Scherentypen.

Heckenschere und Astschere

Heckenscheren mit ihren langen Klingen und Astscheren für dickere Äste brauchen eine eigene Anleitung. Wie du eine Heckenschere reinigst, ölst, schärfst und lagerst, steht im Ratgeber dazu. Für die Astschere gibt es einen eigenen Beitrag zu Reinigen, Schärfen und Teiletausch an der Astschere.

Häufige Fragen

Wie reinige ich meine Gartenschere nach der Arbeit?
Bürste trockene Erdreste ab und löse fest haftenden Schmutz und Pflanzensaft mit warmem Wasser, Spülmittel und einer Bürste. Reibe die Schere danach mit einem trockenen Tuch ab, auch rund um das Gelenk, weil Feuchtigkeit Rost begünstigt. Am besten reinigst du die Klinge nach jedem Arbeitstag und prüfst dabei gleich Gelenk, Schraube und Schneide.
Wie schärfe ich eine Gartenschere und wie oft ist das nötig?
An der Bypass-Schere schärfst du nur die Schneide, die Gegenklinge bleibt unbearbeitet. An der Amboss-Schere schärfst du die bewegliche Klinge, den Amboss nicht. Führe einen befeuchteten Wetzstein im vorhandenen Schleifwinkel in gleichmäßigen Zügen von der Basis zur Spitze. Als Orientierung gilt ein gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß.
Welche Teile einer Gartenschere muss ich ölen?
Öle regelmäßig das Gelenk, die Feder und, falls vorhanden, die Achse des Rollgriffs. Nimm ein säurefreies Öl wie Nähmaschinenöl, öffne und schließe die Schere, bis sie gleichmäßig läuft, und wische überschüssiges Öl ab. Rostanfällige Klingen schützt du zusätzlich mit einem Öl- oder Fettfilm.
Wie verhindere ich Rost an der Gartenschere?
Reinige und trockne die Schere nach jedem Arbeitstag und gib rostanfälligen Klingen einen Öl- oder Fettfilm. Bewahre sie an einem trockenen, luftigen Ort auf, am besten hängend. Erste Rostspuren reibst du mit einem feinen Schleifvlies ab und ölst die Stelle danach ein.
Welche Pflegeunterschiede gibt es zwischen Bypass- und Amboss-Scheren?
Reinigen und Ölen funktionieren bei beiden gleich, die Unterschiede liegen beim Schärfen und Prüfen. An der Bypass-Schere schärfst du nur die Schneide und stellst das Spiel zur Gegenklinge ein, wenn sie nicht mehr frei schneidet. An der Amboss-Schere schärfst du die Klinge und prüfst den Amboss auf Kerben, weil ein beschädigter Amboss das Schnittgut quetschen kann.
Wie lagere ich meine Gartenschere über den Winter?
Entferne vor dem Einlagern Rost, reinige und trockne die Schere gründlich und schütze Klinge und Gelenk mit einem Öl- oder Fettfilm. Bewahre sie geschlossen an einem trockenen, luftigen Ort auf. Bei einer Akku-Gartenschere sollte der Lithium-Ionen-Akku für die längere Lagerung ungefähr 50 % Ladezustand haben. Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Akku verwendest du wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter.
Wann lohnt sich eine Reparatur statt eines Neukaufs?
Bei entsprechend aufgebauten Gartenscheren kannst du einzelne verschlissene Teile wie die Feder austauschen, statt die ganze Schere zu ersetzen. Einen Fachbetrieb brauchst du, wenn die Schere trotz Schärfen und eingestelltem Spiel nicht sauber schneidet. Das gilt auch, wenn Rost die Funktion beeinträchtigt oder die Klingen verbogen sind. Vergleiche die Reparaturkosten mit dem Preis einer gleichwertigen neuen Schere, denn bei günstigen Modellen kann ein Neukauf wirtschaftlicher sein.
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