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Elektrisch oder manuell? Gartenscheren und Akku-Astschere im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Als Orientierung ist eine Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser gedacht.
  • Eine Astschere ist als Orientierung für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser gedacht; große Äste sägst du ab.
  • Akkuscheren können die körperliche Belastung bei vielen gleichen Schnitten senken, bringen aber Akku, Ladegerät und Entsorgungsfragen mit.
  • Lithium-Ionen-Akkus lagerst du für längere Pausen bei ungefähr 50 % Ladezustand; beschädigte oder aufgeblähte Akkus nutzt du nicht weiter.

Wenn ich im Spätwinter Sträucher und junge Obstbäume schneide, lege ich mir vorher zurecht, welche Schere an welchen Ast kommt. Die Frage dahinter kennst du vielleicht: Reicht die Handschere, oder brauchst du eine Akkuschere oder gleich eine Akku-Astschere? Wer falsch wählt, quält sich durch viele gleiche Schnitte oder bezahlt Akku und Ladegerät für ein Gerät, das selten zum Einsatz kommt.

Ich entscheide zuerst nach der Aststärke, dann nach der Menge der Schnitte und zuletzt nach dem Antrieb. Für den Gehölzschnitt bilden eine geeignete Gartenschere und eine leichtgängige Säge die Grundausstattung. Was sonst dazugehört, erklärt unser Werkzeug-Ratgeber zu Grundausstattung, Pflege und sicherem Arbeiten.

Kurz erklärt

Bei der manuellen Gartenschere schließt deine Hand die Klinge. Bei der Akkuschere löst du den Schnitt am Griff aus, und ein Motor mit Akku bringt die Schließkraft auf. Die Akku-Astschere überträgt dieses Prinzip auf die größere, zweihändig geführte Astschere. Kabelgebundene Scheren beziehen ihren Strom aus der Steckdose.

Bypass oder Amboss: die Schneidbauart in Kürze

Bei Bypass-Scheren gleiten Klinge und Gegenklinge aneinander vorbei und ermöglichen einen präzisen Schnitt an feineren Trieben von Rosen und Stauden. Amboss-Scheren, bei denen die Klinge auf eine stumpfe Gegenfläche trifft, haben ihre Stärke bei hartem, trockenem Totholz und können weiches Schnittgut quetschen. Woran du ein gutes Modell erkennst und welcher Scherentyp für welchen Schnitt passt, zeigt ein eigener Ratgeber.

Was spricht für die manuelle Gartenschere?

Du setzt jeden Schnitt selbst

Bei der Handschere bestimmst du mit dem Druck deiner Hand, wie schnell die Klinge schließt. Über den Griff spürst du, wie viel Widerstand der Trieb leistet. Sitzt die Klinge falsch, öffnest du die Schere wieder und setzt neu an, bevor der Trieb durch ist. Das zählt etwa beim Einkürzen eines Obstbaumtriebs: Du schneidest kurz oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe, ohne die Knospe zu verletzen oder einen langen Stummel stehen zu lassen. Ich setze solche Einzelschnitte mit der Bypass-Handschere und nehme mir für jeden Schnitt einen Moment Zeit.

Kein Akku, kein Kabel

Eine Handschere ist sofort einsatzbereit, auch am Strauch ganz hinten im Garten. Es gibt keinen Akku, den du vor dem Schnitt laden, über längere Pausen lagern und am Ende entsorgen musst. Ich trage meine Handschere geschlossen und gesichert im Köcher am Gürtel, so habe ich sie an jedem Strauch dabei.

Ersatzteile statt Neukauf

Bei entsprechend aufgebauten Gartenscheren lässt sich ein verschlissenes Einzelteil nachkaufen und austauschen. Zu diesen Verschleißteilen gehört bei manchen Modellen die Feder. Ohne Motor und Akku bleibt der Aufbau überschaubar: Klinge, Gegenklinge, Gelenk, Feder und Griffe.

Ein Rollgriff spart Kraft

Ein Rollgriff an der Gartenschere verteilt die Belastung beim Schließen auf alle 5 Finger. Er kann außerdem den Kraftaufwand beim Schneiden mit der Handschere verringern. Wer viel von Hand schneidet, achtet beim Kauf auf dieses Detail.

Wo stößt die Handschere an Grenzen?

Viele gleiche Schnitte gehen in die Hand

Jeden Schnitt bringst du mit eigener Handkraft auf. Bei ein paar Rosen fällt das kaum ins Gewicht, beim Auslichten mehrerer Sträucher an einem Tag summiert es sich. Plane Pausen ein und wechsle zwischendurch die Tätigkeit, das unterbricht einseitige körperliche Belastungen. Für solche Schnitttage kommt die Akkuschere ins Spiel, weil Akkuscheren die körperliche Belastung bei wiederkehrenden Schnittarbeiten reduzieren können.

Dicke Äste brauchen Hebel oder Säge

Als Orientierung für die Werkzeugwahl ist eine Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser gedacht. Darüber greifst du zur Astschere, die mit zwei Händen und längeren Griffen mehr Hebelwirkung erzielt. Getriebeübersetzungen und ausziehbare Holme können den nötigen Kraftaufwand bei Astscheren weiter verringern. Einen Überblick, welche Scherenarten es gibt und wofür sie gedacht sind, findest du in einem eigenen Ratgeber.

Elektrische Gartenscheren: Akku oder Kabel?

Elektrische Gartenscheren gibt es mit Akku und mit Kabel. Beide nehmen dir die Schließkraft ab. Der Unterschied liegt darin, wie frei du dich bewegst und was du nach dem Schnitt versorgen musst.

Akkuscheren: Entlastung bei vielen Schnitten

Der Motor übernimmt die Schließkraft, und bei vielen gleichen Schnitten kann das deine Hand entlasten. Weil ein Akkugerät unabhängig von der Reichweite eines Stromkabels arbeitet, kommst du auch an den Strauch am Gartenende. Dafür trägst du Motor und Akku bei jedem Schnitt mit. Nimm die Schere deshalb vor dem Kauf in die Hand und arbeite probehalber damit. Den Akku musst du außerdem laden, lagern und irgendwann entsorgen. In der Anschaffung bezahlst du Motor, Akku und Ladegerät mit.

Tipp

Willst du zwei Akkus vergleichen, rechne die Nennenergie aus. Nennspannung in Volt mal Ladungskapazität in Amperestunden ergibt die Wattstunden. So vergleichst du den Energieinhalt und nicht nur die Spannung.

Akku-Astschere: wofür sie gedacht ist

Eine Akku-Astschere ist eine Astschere, bei der ein Motor die Schließkraft aufbringt. An der manuellen Astschere holst du diese Kraft über lange Griffe oder ein Getriebe. Als Orientierung ist eine Astschere für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser gedacht. Auch die Schnittkapazität, die der Hersteller für sein Modell angibt, ist eine Orientierung. Reize sie besonders bei hartem, trockenem Holz nicht aus und säge große Äste ab. Für altes, trockenes Totholz heißt das: Die Säge liegt von Anfang an mit im Korb, auch neben der Akku-Astschere.

Infrage kommt die Akku-Astschere vor allem, wenn du viele Äste in Astscheren-Stärke schneidest, etwa beim Auslichten mehrerer älterer Sträucher. Für die Äste, die an die Säge gehen, erklärt ein eigener Ratgeber, welche Säge zu welchem Ast und Holz passt.

Kabelgebundene Scheren: kein Akku, dafür ein Kabel

Ein Kabelmodell braucht keinen Akku, den du laden, lagern und entsorgen musst. Dafür reicht dein Arbeitsradius nur so weit wie das Kabel, und das Kabel liegt mit im Arbeitsbereich. Leg dir den Weg des Kabels vor dem ersten Schnitt so zurecht, dass es hinter dir verläuft und nicht in den Schnittbereich gerät. Infrage kommt diese Bauart vor allem für Gehölze in Reichweite einer Steckdose.

Schnitt, Einsatz, Wartung, Kosten: der direkte Vergleich

Die Unterschiede auf einen Blick:

Merkmal Manuelle Gartenschere Akkuschere und Akku-Astschere Kabelgebundene Schere
Schließkraft kommt aus deiner Hand Motor mit Akku Motor am Stromnetz
Bewegungsfreiheit überall im Garten unabhängig von einer Kabelreichweite so weit das Kabel reicht
In der Hand die Schere allein Schere mit Motor und Akku Schere mit Motor, dazu das Kabel
Wartung Klinge, Feder, Gelenk Klinge, dazu Laden und Lagern des Akkus Klinge, dazu Sichtprüfung von Gerät und Kabel
Reparatur bei passender Bauart Einzelteile austauschbar Ersatzteile und Ersatzakkus vor dem Kauf erfragen Ersatzteile vor dem Kauf erfragen

Schnittqualität

Für einen sauberen Schnitt zählen Schneidbauart und Zustand der Klinge. Schneidet eine Handschere nicht mehr frei, prüfst du das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge und stellst es ein. Der Antrieb ändert vor allem, wie du schneidest. Die Handschere gibt dir den Widerstand des Triebs in die Hand zurück, bei der Akkuschere löst du aus und der Motor schließt. Ich nehme für Einzelschnitte an Rosen die Handschere und für Serien gleicher Schnitte die Akkuschere.

Einsatzbereiche

Schnittaufgabe Werkzeug Darauf achtest du
Dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser Gartenschere Bypass für feinere Triebe, Amboss für hartes, trockenes Totholz
Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser Astschere angegebene Schnittgrenze bei hartem, trockenem Holz nicht ausreizen
Äste, die für die Schere zu dick oder nicht erreichbar sind geeignete Säge große Äste absägen statt abkneifen
Viele gleiche Schnitte an einem Tag Akkuschere, bei Astscheren-Stärke Akku-Astschere Gewicht von Motor und Akku vorher in der Hand prüfen
Höher gelegene Äste Stangenschere mit Seilzug oder Teleskopstangensäge vom festen Boden aus arbeiten

Die Orientierung nach dem Durchmesser ordnet dir den Scherentyp zu, die Entlastung durch den Motor zählt bei wiederkehrenden Schnitten. Die Aststärke bestimmt also den Scherentyp, die Menge gleicher Schnitte den Antrieb.

Wartung

Bei der Handschere reinigst du die Klinge nach jedem Arbeitstag und ölst die Feder und, falls vorhanden, die Rollgriffachse. Als Pflegeorientierung für Scheren gilt gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß. Wie du dabei vorgehst, steht im Werkzeug-Ratgeber unter „Werkzeug pflegen, reparieren und lagern“.

An der Akkuschere kommt der Akku hinzu. Du lädst ihn nur mit einem Ladegerät, das der Gerätehersteller zulässt. Für eine längere Lagerung sollte ein Lithium-Ionen-Akku ungefähr 50 % Ladezustand haben. Beim Kabelmodell prüfst du Gerät und Kabel vor dem Einsatz auf sichtbare Schäden, und ein beschädigtes Gerät benutzt du nicht weiter.

Mythos-Check

„Ein Akku muss erst ganz leer sein, bevor du ihn lädst.“ Für Lithium-Ionen-Akkus von Gartengeräten stimmt das nicht. Sie haben keinen klassischen Memory-Effekt, deshalb musst du sie vor dem Nachladen nicht vollständig entleeren.

Langlebigkeit und Reparatur

Eine Handschere besteht aus wenigen Teilen. Hochwertige Modelle erlauben es, einzelne Bauteile nachzukaufen und auszutauschen. Bei der Akkuschere hängt die Nutzungsdauer zusätzlich vom Akku ab. Für umweltfreundliche Akkugartengeräte zählen neben langer Lebensdauer eine reparaturfreundliche Konstruktion und verfügbare Ersatzakkus. Frag vor dem Kauf nach, wie lange Ersatzteile und Ersatzakkus lieferbar sind.

Zahl im Blick

Für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte gilt als ein Kriterium, dass Ersatzteile für Fachreparaturen mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit verfügbar sind. Für Akku-Gartengeräte kommt die Ersatzakkuverfügbarkeit von mindestens 5 Jahren nach Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit hinzu. Als Haltbarkeitsnachweis für Hobby-Gartengeräteakkus gilt bei dieser Beschaffung ein normierter Test mit mindestens 500 Vollladezyklen bei mindestens 80 % Restkapazität. Das Ersatzteilkriterium stammt vom Umweltbundesamt. Alle drei sind Beschaffungskriterien und keine allgemeine Garantie.

Anschaffung und Langzeitkosten

Mit der Handschere bezahlst du Klinge, Gelenk und Griffe. Bei der Akkuschere kaufst du Motor, Akku und Ladegerät mit, bei der Akku-Astschere genauso. Über die Jahre kommen bei der Handschere Ersatzteile wie die Feder hinzu, bei der Akkuschere unter Umständen ein Ersatzakku. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung nach den Bedingungen des Anbieters und ersetzt deine gesetzlichen Mängelrechte gegenüber dem Verkäufer nicht. Lies die Garantiebedingungen deshalb vor dem Kauf.

Tipp

Brauchst du die Akku-Astschere nur selten, prüfe Mieten statt Kaufen. Die Entscheidung hängt vor allem an Nutzungshäufigkeit und Nutzungsdauer. Gemeinschaftlich nutzbare Gartengeräte findest du etwa über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken. Bei solchen Leihangeboten kann eine rückzahlbare Kaution anfallen.

Strom, Akku, Entsorgung: die Umweltseite

Die Handschere arbeitet ohne Strom. Akku- und Kabelscheren brauchen Strom für den Motor, die Akkuschere zusätzlich ein Ladegerät. Ausgediente Akkus gehören in die getrennte Batteriesammlung. Geräte mit nicht entnehmbarem Akku gibst du in die Sammlung für Elektroaltgeräte. Lässt sich der Akku also nicht entnehmen, geht mit dem ausgedienten Akku die ganze Schere in diese Sammlung. Mit entnehmbarem Akku und lieferbarem Ersatzakku tauschst du nur den Akku und schneidest mit derselben Schere weiter.

Worauf achtest du beim Kauf?

Garten und Schnittaufgaben

Schau zuerst, welche Gehölze du in einer Saison schneidest und welche Aststärken dabei anfallen. Ein Balkon mit Rosen und Stauden verlangt andere Schnitte als ein Garten mit mehreren Obstbäumen und Beerensträuchern. Für einzelne, genau gesetzte Schnitte reicht die Handschere, für viele gleiche Schnitte kommt eine Akkuschere infrage.

Verarbeitung und Reparierbarkeit

Eine Gartenschere sollte gut in der Hand liegen und sich leicht öffnen lassen. Für Werkzeug, das wiederkehrenden Belastungen standhalten soll, wird gehärtetes Metall empfohlen. Vor dem Kauf prüfst du Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen. Lösbare Verbindungen, austauschbare Bauteile und Angaben zur Ersatzteilverfügbarkeit helfen dir, die Reparierbarkeit einzuschätzen.

Mini-Checkliste

So prüfst du eine Schere vor dem Kauf:

  • Die Schere öffnet und schließt ohne Seitenspiel.
  • Griffe und Gehäuse haben keine verletzenden Grate.
  • Die Verbindungen bleiben auch unter Belastung fest.
  • Einzelteile und Federn sind als Ersatzteile erhältlich.
  • Beim Akkumodell ist geklärt, ob sich der Akku entnehmen lässt und ob Ersatzakkus lieferbar sind.

Beim Akkumodell zusätzlich

Frag, welches Ladegerät der Hersteller für den Akku zulässt. Vergleiche den Energieinhalt verschiedener Akkus über die Wattstunden und nicht über die Spannung allein.

Handhabung: Probier die Schere an deiner Hand

Ob ein Gartenwerkzeug ergonomisch passt, prüfst du durch Probearbeiten und die Anpassung an Körpergröße und Handform. Die Grundlagen zu Griffen und Ergonomie stehen im Werkzeug-Ratgeber unter „Qualität, Material und Ergonomie“. Welche Scheren und Hilfsmittel bei eingeschränkter Handkraft infrage kommen, zeigt der Ratgeber dazu, welche Gartenscheren bei wenig Handkraft entlasten.

Sicher schneiden mit Hand- und Akkuschere

Bei jeder Schere bleibt die zweite Hand außerhalb des Schnittbereichs. Zum Transport schließt und sicherst du die Schere und trägst sie im Köcher, dazu gehören feste Schuhe, Handschuhe und ein sicherer Stand. Wie du Werkzeug sicher handhabst, steht im Werkzeug-Ratgeber unter „Sicher arbeiten“, und bei schweren Verletzungen durch Gartenwerkzeug wählst du unmittelbar den Notruf 112.

Vorsicht bei elektrischen Scheren

Die Regel zur freien Hand gilt bei elektrischen Modellen genauso. Elektrische Handscheren müssen gegen unbeabsichtigtes Auslösen gesichert sein. Bei jeder Arbeitsunterbrechung sicherst du sie entsprechend, also auch, bevor du einen eingeklemmten Trieb löst oder die Schere ablegst. Ich schalte die Sicherung ein, bevor ich die Akkuschere aus der Hand lege. Kinder halten Abstand, solange du schneidest, und ist ein Kleinkind in der Nähe, bleibt die Akkuschere aus. Beim Kabelmodell achtest du zusätzlich darauf, dass das Kabel nicht in den Schnittbereich gerät.

Achtung

Ein sichtbar beschädigter oder aufgeblähter Lithium-Ionen-Akku kann sich selbst entzünden. Verwende ihn nicht weiter und bring ihn sicher zur getrennten Batteriesammlung.

Häufiger Fehler

Den Akku unbeaufsichtigt laden, etwa auf dem Holzregal im Schuppen. Gartengeräte-Akkus lädst du unter Aufsicht und legst sie dabei auf eine nicht brennbare Unterlage.

Welche Schere passt zu deinem Garten?

  • Rosen, Stauden, einzelne Triebe: Eine manuelle Bypass-Schere passt, weil du hier jeden Schnitt einzeln setzt.
  • Mehrere Sträucher und Obstbäume mit vielen gleichen Schnitten: Eine Akkuschere kann die Belastung senken. Für Äste über der Stärke einer Gartenschere kommt die Akku-Astschere infrage, die Säge liegt trotzdem bereit.
  • Viel hartes, trockenes Totholz: Eine Amboss-Schere hat dort ihre Stärke, große Äste sägst du ab.
  • Großer Schnitt nur selten: Prüfe Mieten statt Kaufen, gerade bei der Akku-Astschere.
  • Gehölze nah an der Steckdose, kein Akku gewünscht: Ein Kabelmodell kommt infrage, wenn du den Kabelweg vor dem Schnitt planst.
Marias Erfahrung

Vor einem großen Schnitttag lege ich Handschere, Astschere und Säge nebeneinander und entscheide am einzelnen Ast, welches Werkzeug ich nehme. Die Akkuschere lade ich vorher mit dem Ladegerät des Herstellers auf einer Steinplatte und bleibe in der Nähe, bis der Akku voll ist.

Ob Akku oder Muskelkraft auch bei Heckenschere, Rasenmäher und Laubrechen die passende Wahl ist, hängt an der Arbeit und am Garten. Diese Abwägung über alle Geräte hinweg findest du im Ratgeber dazu, welche Antriebsart zu welcher Gartenarbeit passt.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen manuellen und elektrischen Gartenscheren?
Bei der manuellen Gartenschere schließt deine Hand die Klinge, bei der elektrischen übernimmt ein Motor diese Kraft. Akkuscheren können die körperliche Belastung bei vielen wiederkehrenden Schnitten reduzieren, dafür trägst du Motor und Akku mit und musst den Akku laden, lagern und später entsorgen. Kabelmodelle kommen ohne Akku aus, reichen aber nur so weit wie ihr Kabel. Eine Handschere arbeitet ohne Strom und lässt sich bei passender Bauart mit Ersatzteilen reparieren.
Wann ist eine Astschere gegenüber einer normalen Gartenschere die bessere Wahl?
Als Orientierung ist eine Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser gedacht. Für Äste bis etwa 4,5 cm ist die Astschere vorgesehen, die mit zwei Händen und längeren Griffen mehr Hebelwirkung erzielt. Bei hartem, trockenem Holz reizt du die angegebene Schnittgrenze nicht aus und sägst große Äste ab. Das gilt genauso für eine Akku-Astschere.
Warum benötigen elektrische Gartenscheren mehr Wartungsaufwand als manuelle?
Die Klinge hältst du bei jeder Schere sauber und scharf, bei der Akkuschere kommt die Pflege des Akkus hinzu. Du lädst ihn nur mit einem vom Gerätehersteller zugelassenen Ladegerät, beaufsichtigt und auf einer nicht brennbaren Unterlage. Für längere Lagerung sollte ein Lithium-Ionen-Akku ungefähr 50 % Ladezustand haben. Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Akku verwendest du wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter.
Welche Sicherheitsaspekte sollten beim Umgang mit Gartenscheren beachtet werden?
Die freie Hand bleibt beim Schneiden außerhalb des Schnittbereichs, auch bei elektrischen Modellen. Elektrische Handscheren sicherst du gegen unbeabsichtigtes Auslösen, auch bei jeder Arbeitsunterbrechung. Zum Transport schließt und sicherst du die Schere und trägst sie in einem Köcher. Bei schweren Verletzungen durch Gartenwerkzeug wählst du unmittelbar den Notruf 112.
Welche Faktoren beeinflussen die Schnittqualität bei Gartenscheren?
Eine Rolle spielt die Schneidbauart: Bei Bypass-Scheren gleiten Klinge und Gegenklinge aneinander vorbei und ermöglichen einen präzisen Schnitt, Amboss-Scheren können weiches Schnittgut quetschen. Schneidet eine Handschere nicht mehr frei, prüfst du das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge und stellst es ein. Als Pflegeorientierung gilt gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und Verschleiß. Die angegebene Schnittkapazität reizt du besonders bei hartem, trockenem Holz nicht aus.
Stimmt es, dass teure Gartenscheren automatisch besser sind als günstige Modelle?
Ob eine Schere gut ist, prüfst du an der Schere selbst und nicht am Preisschild. Eine gute Gartenschere liegt gut in der Hand, lässt sich leicht öffnen und öffnet und schließt ohne Seitenspiel, an Griffen und Gehäuse hat sie keine verletzenden Grate. Für eine lange Nutzung zählen außerdem Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen, beim Akkumodell auch lieferbare Ersatzakkus.
Welche Rolle spielt die Ergonomie bei der Auswahl von Gartenscheren?
Werkzeuggriffe sollen zur Handgröße und Händigkeit passen, sicher greifbar sein und eine gerade Handgelenkstellung ermöglichen. Ein Rollgriff verteilt die Belastung beim Schließen auf alle 5 Finger und kann den Kraftaufwand verringern. Ob eine Schere zu dir passt, prüfst du durch Probearbeiten, beim Akkumodell auch mit dem Gewicht von Motor und Akku in der Hand.
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