Gartenbrause entkalken und Gartenspritze pflegen: Düsen, Filter, Dichtungen
- Spritze und Brause nach dem Einsatz mit klarem Wasser durchspülen, bis nur noch sauberes Wasser austritt.
- Vor dem Entkalken Gummidichtungen herausnehmen und Teile aus Messing oder Kupfer nicht in Essig legen.
- Verstopfte Düsen ausbauen und schonend mit einer weichen Bürste reinigen, nie mit Nadel oder Metallbürste.
- Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile, die du auf Risse, Verhärtung und Verformung prüfst.
- Schlauch und Kupplungen in ganzer Länge kontrollieren, denn ein zu kurzer Schlauch belastet Anschlüsse durch Zug.
- Vor dem Winter alles entleeren, trocknen und frostgeschützt lagern, nicht frostsichere Außenhähne zusätzlich absperren.
Spritzt deine Gartenbrause plötzlich zur Seite weg oder tröpfeln einzelne Löcher nur noch, kann Kalk oder Schmutz in der Lochplatte sitzen. Bei der Gartenspritze können angetrocknete Reste die Düse zusetzen. Ich schraube die Brause dann ab und halte die Lochplatte gegen das Licht, so sehe ich, welche Löcher zu sind.
Hier geht es darum, wie du Gartenspritzen und Gartenbrausen reinigst, entkalkst, wartest und lagerst, samt Filtern, Düsen, Dichtungen und Schlauchverbindungen. Mit Gartenspritze meine ich alles von der Spritzpistole am Schlauch bis zum kleinen Sprühgerät mit Tank. Die Brause ist der Kopf mit Lochplatte, mit dem du einzelne Pflanzen gezielt bewässerst.
Regelmäßige Pflege kann verstopften Düsen, undichten Verbindungen und Korrosion vorbeugen. Grundsätzliches dazu, wie du Gartenwerkzeug pflegst, reparierst und lagerst, findest du im Überblick zu Werkzeug und Bewässerung.
Nach dem Einsatz: durchspülen, entleeren, trocknen
Ich spüle Spritze und Brause gleich nach der Arbeit durch, solange noch nichts angetrocknet ist. Dazu fülle ich klares Wasser in die Spritze und sprühe, bis nur noch sauberes Wasser austritt. Die Brause lasse ich am Schlauch mit klarem Wasser durchlaufen. Haften Reste fest, nimm warmes Wasser mit mildem Spülmittel und eine weiche Bürste. Scharfe Reiniger und Scheuermittel lässt du weg, weil sie Dichtungen angreifen können.
Wenn Pflanzenschutzmittel im Spiel waren
Ein Sprühgerät, mit dem du Pflanzenschutzmittel ausgebracht hast, reinigst du nach der Anwendung auch innen, bevor Spritzmittelreste antrocknen, und zwar getrennt von der Brause, die nur Wasser führt. Übrig gebliebene Spritzflüssigkeit verdünnst du 1:10 mit Wasser und bringst sie auf der zuvor behandelten Fläche aus. Dann spülst du das Gerät mehrmals mit klarem Wasser und bringst auch dieses Spülwasser auf der behandelten Fläche aus, nie in Toilette, Abfluss, Rinnstein, Gully oder Gewässer. Filter und Düsen dieses Geräts spülst du in einem Eimer statt unter dem Wasserhahn und gibst das Wasser ebenfalls auf die Fläche. Gibt die Gebrauchsanweisung des Mittels etwas anderes vor, gilt sie. Für spezielle Reinigungsmittel für Pflanzenschutzgeräte gilt die Anweisung ihres Herstellers. Vor jedem Einsatz eines solchen Geräts kontrollierst du Schlauchverbindungen, Filter und Düsen.
Beim Ausbringen zugelassener Pflanzenschutzmittel hältst du dich an die Gebrauchsanweisung und trägst die Schutzausrüstung, die sie empfiehlt. Unverbrauchtes Mittel aus der Packung gehört zur Schadstoffsammlung, nicht in Ausguss, Gully oder Hausmüll. Das Mittel selbst bewahrst du in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank auf, den Kinder und Tiere nicht erreichen.
Restwasser herausholen
Nach dem Spülen kippe ich Spritze und Brause in verschiedene Richtungen, damit auch das Wasser aus Ecken und Winkeln abläuft. Hat dein Gerät einen Drucktank, lässt du vor dem Öffnen über das Ventil den Druck ab.
Richtig trocknen
Abnehmbare Teile wie Düsen und Filter lege ich einzeln auf ein Tuch. Die Spritze stelle ich kopfüber auf, damit das letzte Wasser ablaufen kann. Zusammengebaut wird erst, wenn alles trocken ist.
Verstopfte Düsen an der Gartenspritze reinigen
Stottert die Spritze oder sprüht sie schief, nehme ich mir zuerst die Düse vor. Ich baue sie aus und lege sie in warmes Wasser mit mildem Spülmittel. Anschließend reinigst du sie schonend mit einer weichen Bürste, bis die Öffnung wieder frei ist.
Die Düse mit Nadel, Draht oder Metallbürste freistochern. Die Öffnung ist empfindlich und kann dabei Schaden nehmen, sodass die Spritze danach ungleichmäßig sprüht.
Nach dem Einbau füllst du klares Wasser ein und sprühst auf eine ebene Fläche wie eine Gehwegplatte. Zeigt das Sprühbild Lücken oder Streifen, reinigst du die Düse noch einmal. Ist sie beschädigt, tauschst du sie aus, denn Düsen sind wie Dichtungen und Filter Verschleißteile. Wie du mit dem Drucksprühgerät richtig sprühst, also mit welchem Druck, Abstand und welcher Düse, erklärt ein eigener Ratgeber.
Dichtungen prüfen und rechtzeitig tauschen
Dichtungen halten Spritze, Brause und Kupplungen dicht, damit der Druck dort ankommt, wo du ihn brauchst. Ich schaue sie mir beim Reinigen mit an und achte auf diese Anzeichen:
- Risse oder bröseliges Material
- verformte oder verhärtete Stellen
- deutliche Abnutzungsspuren
- Tropfen an einer Verbindung, die fest sitzt
Gibt eine Dichtung nach, ersetzt du sie durch ein Teil, das zu deinem Modell passt. Zugängliche und austauschbare Dichtungen, Filter und Düsen erleichtern die Wartung, deshalb schaue ich schon beim Kauf darauf.
Schläuche und Verbindungen kontrollieren
Ich gehe den Schlauch in ganzer Länge ab und suche nach Rissen und abgenutzten Stellen. Besonders genau schaue ich mir die Verbindungsstücke an. Danach drehe ich das Wasser auf, denn unter Druck zeigt sich, wo es tropft. Verdächtige Stellen markiere ich mit einem Streifen Klebeband, damit ich sie bei der nächsten Kontrolle wiederfinde.
Lose Anschlüsse ziehst du vorsichtig nach, ohne das Gewinde zu überdrehen. Tropft eine Kupplung immer wieder, obwohl ihre Dichtung in Ordnung ist, prüfe die Schlauchlänge. Ein zu kurzer Gartenschlauch belastet Kupplungen und Anschlüsse durch dauernden Zug, und genau dort sitzt dann die undichte Stelle.
Der Betriebsdruck eines Gartenschlauchs ist der Wasserdruck, der für den Alltag vorgesehen ist. Davon zu unterscheiden ist der höhere Berstdruck.
Gartenbrause entkalken: so gehst du vor
Kalk erkennst du an weißen Rändern um die Löcher und an einem Strahl, der ungleichmäßig läuft oder zur Seite spritzt. Ich entkalke, sobald ich das sehe, statt nach festem Kalender. Wie schnell sich Kalk ansetzt, hängt von der Wasserhärte bei dir ab.
Steht in der Anleitung deiner Brause ein Hinweis zum Entkalken, hat er Vorrang. Ansonsten gehe ich so vor:
- Schraub die Brause vom Schlauch ab und nimm Brausekopf und Lochplatte ab, soweit sich dein Modell zerlegen lässt.
- Nimm alle Gummidichtungen heraus und leg sie beiseite.
- Sortiere Teile aus Messing oder Kupfer aus. Diese reinigst du nur mit der Bürste, nicht im Essigbad.
- Leg die Kunststoffteile in Essigwasser. Prüf mit einer alten Zahnbürste, ob sich der Belag löst, und bürste die Löcher frei, sobald er nachgibt.
- Spül alle Teile gründlich mit klarem Wasser ab, damit keine Essigreste bleiben.
- Setz die Dichtungen wieder ein, schraub die Brause an und lass Wasser durchlaufen. Laufen alle Löcher gleichmäßig, bist du fertig.
Ist der Belag dünn, versuche ich es zuerst nur mit der alten Zahnbürste. Wer lieber Zitronensäure nimmt, geht nach demselben Ablauf vor: Dichtungen vorher heraus, danach gründlich klar spülen.
Die ganze Brause samt Dichtungen in Essig legen. Essig kann Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden. Weil Dichtungen ohnehin Verschleißteile sind, nutzt du so genau das Teil zusätzlich ab, das am ehesten ersetzt werden muss.
Welches Strahlbild deiner Brause danach zu welcher Pflanze passt, zeigt der Ratgeber dazu, welches Sprühmuster vom Flachstrahl bis zum Nebel wohin passt.
Filter in Brause und Anschluss reinigen
Kommt trotz freier Löcher wenig Wasser aus der Brause, kann ein zugesetzter Filter dahinterstecken. Typische Stellen sind:
- das Anschlussstück am Gartenschlauch
- der Griff der Brause
- der Bereich direkt hinter dem Brausekopf
Wo der Filter bei deinem Modell sitzt, steht in der Bedienungsanleitung. Meist lässt er sich herausschrauben oder herausziehen.
Ich spüle den Filter unter fließendem Wasser ab und bürste ihn mit einer weichen Zahnbürste aus. Bei festsitzendem Schmutz kommt er in milde Seifenlösung. Bevor er zurück ins Gerät geht, lasse ich ihn trocknen, weil eingeschlossene Feuchte Schimmel begünstigen kann. Ein eingerissenes Sieb ersetzt du, denn auch Filter zählen zu den Verschleißteilen.
Spritzen und Brausen über den Winter bringen
Wasserführendes Zubehör wie Brause, Spritzpistole und Kupplungen entleerst du vor dem Winter und lagerst es frostgeschützt. Vorher spüle ich alles mehrmals mit klarem Wasser durch und zerlege die Geräte, so weit es geht. Düsen, Filter und Dichtungen reinige ich einzeln und lasse alle Teile an der Luft trocknen. Bei Geräten mit Drucktank lasse ich den Druck ab und das Ventil offen, damit Restfeuchte entweichen kann.
Als Lagerort taugt ein trockener, frostfreier und dunkler Raum. Feuchte kann Rost und Schimmel begünstigen. Sonnenlicht kann Kunststoff und Dichtungen mit der Zeit spröde machen, deshalb decke ich die Geräte im Regal mit einem Tuch ab.
Die Brause frostfrei wegzuräumen reicht allein nicht, wenn der Außenhahn nicht frostsicher ist. Solche Außenleitungen und Armaturen entleerst du in frostgefährdeten Zeiten und sperrst sie zusätzlich ab, denn auch in ihnen steht sonst Wasser.
Hat deine Spritze einen Lithium-Ionen-Akku, lagerst du ihn für die längere Pause mit ungefähr 50 % Ladezustand. Ist ein Akku sichtbar beschädigt oder aufgebläht, verwendest du ihn wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter und entsorgst ihn sicher.
Wenn etwas kaputt ist
Die Spritze baut keinen Druck mehr auf
Baut eine Spritze mit Drucktank keinen ordentlichen Druck mehr auf, prüfst du zuerst Verbindungen und Dichtungen auf Undichtigkeiten. Tank, Pumpe und Kolben gehören zur Wartung des Drucksprühgeräts, und wie du ein Drucksprühgerät reinigst, wartest und reparierst, steht im eigenen Ratgeber.
Ersatzteile finden und einbauen
Bevor ich ein Gerät ersetze, prüfe ich, ob es das defekte Teil einzeln gibt. Die Modellnummer findest du meist auf dem Gehäuse oder in der Anleitung, mit ihr suchst du gezielt nach passenden Teilen. Achte genau darauf, dass das Ersatzteil zu deinem Modell passt. Beim Einbau folgst du der Anleitung des Herstellers.
Für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte nennt das Umweltbundesamt als Kriterium, dass Ersatzteile für Fachreparaturen mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit verfügbar sind. Das ist ein Beschaffungskriterium und keine Garantie für dein Gerät.
Wann du Fachleute fragst
In diesen Fällen gebe ich ein Gerät in die Fachwerkstatt:
- die Elektrik einer Akku-Spritze fällt aus
- die Pumpe arbeitet nicht mehr
- das Gehäuse hat Risse oder Brüche
- du bist unsicher, wie du eine Reparatur angehst
Tropft die Außenarmatur selbst und ist darin eine Sicherungskombination eingebaut, gehören Wartung und Reparatur in die Hände eines zugelassenen Fachbetriebs.

