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Tannen mit Blaukorn düngen? So stimmst du Dünger und Wasser bei Koniferen ab

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blaukorn ist ein stickstoffhaltiger Mehrnährstoffdünger. Ob deine Tanne ihn braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
  • Nach Mitte Juli bekommen Ziergehölze wie Koniferen keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen.
  • Dünger kommt möglichst auf feuchten Boden. Ist die Erde am Ballen trocken, gießt du zuerst.
  • Braune Thujatriebe können von Trockenheit oder Nässe kommen und sind kein eindeutiges Zeichen für Düngermangel.
  • Immergrüne Nadelgehölze können im Winter austrocknen. Bei Trockenheit gießt du sie an frostfreien Tagen.

Wer seine Tanne mit Blaukorn düngen will, hat meist einen Anlass: blasse Nadeln, wenig Zuwachs oder braune Triebe. Bevor ich zum Dünger greife, kläre ich zwei Fragen. Ist die Erde am Wurzelballen feucht? Und fehlt der Pflanze überhaupt ein Nährstoff? Bei Koniferen hängen beide Fragen zusammen, deshalb plane ich Düngen und Gießen als einen Arbeitsgang.

Tannen mit Blaukorn düngen: was du vorher klärst

Blaukorn ist ein mineralischer Mehrnährstoffdünger, der unter anderem Stickstoff liefert. Ob deine Tanne ihn braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung. Sie gibt an, wie dein Boden mit Nährstoffen versorgt ist, und danach wählst du den Dünger aus. Im Hausgarten richtet sich die Düngung nach den Nährstoffen, die tatsächlich fehlen. Das gilt auch für eine große Tanne, die als Hausbaum im Garten steht.

Kurz erklärt

Eine Bodenuntersuchung ordnet die Nährstoffversorgung deines Bodens in Versorgungsstufen ein. Stufe C bezeichnet die optimale Versorgung. Mit dem Befund wählst du den Dünger nach dem, was dein Boden tatsächlich braucht.

Die Mengenangabe auf der Packung richtig lesen

Auf jeder Düngerpackung steht eine Empfehlung zur Menge. Sie passt zur optimalen Versorgungsstufe C nur dann unverändert, wenn kein weiterer Dünger und kein Kompost hinzukommt. Gibst du deiner Tanne zusätzlich Kompost, kannst du die Packungsmenge also nicht einfach übernehmen. Ich lege deshalb das Ergebnis der Bodenuntersuchung neben die Packung, bevor ich streue.

Bis Mitte Juli: danach kein Blaukorn mehr

Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr. So können ihre Triebe ausreifen. Tannen und andere Koniferen im Garten sind Ziergehölze, und Blaukorn ist ein stickstoffhaltiger Mehrnährstoffdünger. Für deine Tanne endet die Blaukorn-Zeit damit Mitte Juli.

Häufiger Fehler

Im Spätsommer wird noch einmal Blaukorn nachgestreut, damit die Konifere kräftig in den Winter geht. Weil Blaukorn Stickstoff enthält, gehört er nach Mitte Juli nicht mehr an Ziergehölze. Die Triebe sollen ausreifen.

Dünger gehört auf feuchten Boden

Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus. Ich fühle vor dem Streuen mit der Hand in die Erde neben dem Ballen. Ist sie trocken, gieße ich zuerst durchdringend und streue erst, wenn der Boden durchfeuchtet ist.

Organisch oder mineralisch?

Blaukorn steht für die mineralische Seite, Kompost für die organische. Kompost erhöht als organische Substanz den Humusgehalt und verbessert, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert. Für deine Tanne heißt das: Kommt Kompost dazu, übernimmst du die Packungsmenge des Mineraldüngers nicht unverändert.

Braune Nadeln: erst Wasser prüfen, dann an Dünger denken

Braune Triebe verleiten dazu, sofort zu düngen. Bei Thuja können sowohl Trockenheit als auch Nässe die Feinwurzeln schädigen und die Triebe verbräunen lassen. Braune, absterbende Zweige sind bei ihr deshalb kein eindeutiger Beleg für Düngermangel. Werden nur ältere Nadeln im Inneren einer Thuja braun und fallen ab, kann das ein natürlicher Nadelwechsel sein. Auch Welke kann bei Wassermangel auftreten, aber ebenso nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung.

Weil braune Thujatriebe von Trockenheit kommen können und Dünger auf feuchten Boden gehört, gießt du eine ausgetrocknete Thuja zuerst. Fühlt sich die Erde am Ballen dagegen nass an, gießt du nicht zusätzlich, denn auch Nässe kann die Feinwurzeln schädigen. Bei Tanne und anderen Nadelgehölzen gehe ich genauso vor: erst die Erde am Ballen prüfen, dann über Dünger entscheiden.

Mini-Checkliste

Bevor Blaukorn an deine Konifere kommt: Erde am Ballen mit der Hand prüfen. Bei Thuja nachsehen, ob nur ältere Nadeln im Inneren braun werden. Ergebnis der Bodenuntersuchung bereitlegen. Datum prüfen, denn nach Mitte Juli bleibt stickstoffhaltiger Dünger im Sack.

Tannen und Koniferen gießen: nach Pflanzalter, Boden und Lage

Frisch gepflanzt: der Ballen hat Vorrang

Frisch gepflanzte Gehölze brauchen häufiger Wasser als gut eingewachsene. Bei sommerlicher Trockenheit benötigen sie zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Das Wasser soll bei frisch gepflanzten Bäumen vor allem den ursprünglichen Wurzelballen erreichen. Ich gieße langsam mit der Brause direkt auf den Ballen, weil ein harter Strahl die Bodenoberfläche verschlämmen kann. Schwemmt das Wasser oberflächlich weg, gieße ich erst an einer anderen Stelle weiter und komme später zurück.

Eingewachsene Koniferen und große Tannen

Steht eine große Tanne als eingewachsener Hausbaum im Garten, braucht sie zusätzliches Wasser vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden. Wird das Wasser knapp, versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen sich nach Trockenphasen meist besser erholt. Beachte dabei lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und die Hinweise deines Wasserversorgers. Bei älteren Bäumen gehören neben Gesundheits- und Schädlingskontrollen auch Kontrollen der Standsicherheit dazu. Dafür brauchst du gegebenenfalls eine Fachperson.

Boden und Lage bestimmen, wie viel und wie oft

Die Menge richtest du nach Bodenart und durchwurzeltem Raum, die Häufigkeit nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen. Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Daneben hängt der Bedarf von Art und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Fang mit dem Gießen an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, weil ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt.

Marias Erfahrung

Ich stelle eine 10-Liter-Gießkanne unter den Schlauch und stoppe, wie lange sie zum Volllaufen braucht. Mit dieser Füllzeit weiß ich, wie lange ich mit genau diesem Schlauch für diese Wassermenge gießen muss. So messe ich, was tatsächlich an der Konifere ankommt, statt die Menge zu schätzen.

Gießzeit und Technik in Kürze

Morgens gießt du auf den noch kühlen Boden, sodass weniger Wasser verdunstet. Benetzte Nadeln können danach abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Gießt du abends, sollen die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können.

Eine Tropfbewässerung versorgt gezielt einzelne Pflanzen und kann dadurch Wasser sparen. Sie braucht einen Filter, weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können. Wie viel Wasser je Gießgang auf Beeten üblich ist, welche Systeme es gibt und wie du Wasser sparst, findest du in den Grundlagen zu Gießen, Bewässerungssystemen und Wasser sparen.

Koniferen im Winter gießen

Immergrüne Gehölze können auch im Winter austrocknen. Bei winterlicher Trockenheit gießt du sie deshalb an frostfreien Tagen. Das gilt für Tannen ebenso wie für Thuja und andere immergrüne Nadelgehölze. Ich prüfe in trockenen Wintern die Erde am Ballen genauso wie im Sommer.

Tipp

Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen müssen in frostgefährdeten Zeiten entleert und abgesperrt sein. Für das Wintergießen fülle ich die Gießkanne deshalb im Haus. Tropfschläuche und anderes wasserführendes Zubehör entleerst du vor dem Winter und lagerst es frostgeschützt.

Kalk oder sauer: was Thuja verträgt

Bei Thuja lohnt vor jeder Bodenverbesserung ein Blick auf den Kalk.

Mythos-Check

„Nadelgehölze wollen grundsätzlich sauren Boden.“ Für Thuja trifft das nicht zu. Sie verträgt kalkreiche Böden, und auf zu sauren Boden reagiert sie mit schlechterem Wachstum und höherer Krankheitsanfälligkeit.

Bevor du den Boden unter einer Konifere veränderst, klärst du mit einer Bodenuntersuchung, welche Nährstoffe dort fehlen. Standortgerecht gewählte Pflanzen brauchen weniger Pflege und weniger Zusatzwasser. Der Blick auf den Boden lohnt sich deshalb schon vor dem Pflanzen.

Sonderfälle: Zwergkonifere im Kübel und Koniferenhecke

Im Kübel

Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel, deshalb gießt du eine Zwergkonifere im kleinen Gefäß häufiger. Das Gefäß braucht Abflusslöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. Gefäßgröße und Drainage behandeln die schon genannten Grundlagen im Abschnitt zu Gefäßen.

Als Hecke

Für Hecken aus Thuja oder anderen Koniferen stellen sich eigene Fragen nach Dünger, Zeitpunkt und Menge. Wie du Hecken je nach Art mit Nährstoffen versorgst, zeigt ein eigener Ratgeber. Den Heckenschnitt verschiebst du bei Hitze auf kühlere, bedeckte Tage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen organischen und mineralischen Düngern für Koniferen?
Kompost ist ein organischer Dünger, der als organische Substanz den Humusgehalt erhöht und verbessert, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert. Blaukorn ist ein mineralischer Mehrnährstoffdünger mit Stickstoff und gehört deshalb nach Mitte Juli nicht mehr an Ziergehölze wie Koniferen. Welcher Dünger überhaupt nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung. Kombinierst du Mineraldünger mit Kompost, passt die Mengenangabe auf der Packung nicht mehr unverändert.
Wie wirkt sich die Synergie zwischen Düngung und Bewässerung auf Koniferen aus?
Dünger sollte möglichst auf feuchten Boden kommen, deshalb gießt du eine trockene Konifere vor dem Düngen. Braune Triebe sind bei Thuja kein eindeutiges Zeichen für Düngermangel. Trockenheit und Nässe können die Feinwurzeln schädigen und die Triebe ebenfalls verbräunen lassen. Prüf deshalb zuerst die Erde am Ballen und lass den Nährstoffbedarf mit einer Bodenuntersuchung klären.
Stimmt es, dass Koniferen grundsätzlich wenig Wasser brauchen?
Pauschal stimmt das nicht. Frisch gepflanzte Gehölze benötigen bei sommerlicher Trockenheit zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Immergrüne Gehölze wie Tannen und Thuja können außerdem im Winter austrocknen und werden bei Trockenheit an frostfreien Tagen gegossen. Zu viel Wasser ist allerdings ebenfalls riskant, denn bei Thuja können sowohl Trockenheit als auch Nässe die Feinwurzeln schädigen.
Wie erkennt man den optimalen Bewässerungsbedarf bei verschiedenen Standorten?
Die Wassermenge richtet sich nach Bodenart und durchwurzeltem Raum, die Häufigkeit nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Sandige oder flachgründige Böden brauchen häufigere Gaben, Südlagen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Dazu kommen Pflanzenart und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort. Prüf vor dem Gießen die Erde und gieß, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, weil ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt.
Was macht die jahreszeitenangepasste Pflege von Nadelgehölzen besonders wichtig?
Die Ansprüche an Dünger und Wasser ändern sich im Lauf des Jahres. Stickstoffhaltige Dünger wie Blaukorn bekommen Ziergehölze nach Mitte Juli nicht mehr, damit ihre Triebe ausreifen. Im Sommer benötigen frisch gepflanzte Gehölze bei Trockenheit zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Im Winter können immergrüne Gehölze austrocknen und werden bei Trockenheit an frostfreien Tagen gegossen.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Zwergkoniferen in Kübeln von größeren Exemplaren?
Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel, deshalb gießt du eine Zwergkonifere im kleinen Gefäß häufiger. Das Gefäß braucht Abflusslöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. Wirkt die Pflanze schlapp, prüfst du vor dem Gießen, ob das Substrat noch feucht ist. Dunkle Gefäße beschattest du, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt.
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