Saatdichte für Trockenrasen: Saatmenge je m² und gleichmäßige Aussaat
- Maßgeblich ist die Aufwandmenge der Mischung; Regelsaatgutmischungen werden bei der Ansaat im Regelfall mit 25 g je m² ausgebracht.
- Für die Nachsaat gelten etwa 20 g je m² als Orientierung.
- Magerrasen ist der artenreiche Trockenrasen aus Gräsern und Kräutern; Rasenwerte überträgst du nicht darauf.
- Saat je Teilfläche halbieren und erst längs, dann quer streuen; von Hand nur bei Windstille.
- Zu viel Saat kann Konkurrenz zwischen den Keimlingen und Pilzkrankheiten begünstigen.
Säst du Trockenrasen zu dicht, kann das die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Nimmst du die Saatmenge von der falschen Fläche, passt sie nicht zu deiner Mischung. Bevor ich eine Fläche einsäe, lese ich deshalb die Aufwandmenge auf der Packung, messe die Fläche aus und wiege die Saat ab. Hier geht es um den trockenheitsverträglichen Rasen aus Gräsermischungen, der regelmäßig geschnitten und sparsam gedüngt wird: wie viel Saat er je m² braucht und wie du sie gleichmäßig ausbringst.
Trockenrasen oder Magerrasen: Welche Fläche säst du?
Unter Trockenrasen laufen im Garten zwei verschiedene Flächen. Die eine ist ein trockenheitsverträglicher Rasen aus Gräsermischungen, den du regelmäßig mähst und sparsam düngst. Die andere ist der artenreiche, magere Trockenrasen aus Gräsern und Kräutern. Zu ihm gehört der Magerrasen: Seine Pflanzen sind an nährstoffarme Bedingungen angepasst. Zusätzlicher StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). kann sie von konkurrenzstärkeren Arten verdrängen lassen.
In der Landschaft sind Kalk-Trockenrasen des Lebensraumtyps 6210 naturschutzfachliche Lebensräume, die nicht gedüngt werden. Ihre HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. brauchen meist extensive Beweidung oder Mahd, damit sie offen bleiben. Wie sich die beiden Gartenflächen einordnen, zeigt das Kurzporträt der Rasentypen, das beide Trockenrasen-Flächen trennt.
Für die Aussaat unterscheiden sich die beiden Flächen so:
| Trockenrasen aus Gräsermischungen | Artenreicher, magerer Trockenrasen (Magerrasen) | |
|---|---|---|
| Bestand | trockenheitsverträgliche Gräser, regelmäßig gemäht, sparsam gedüngt | Gräser und Kräuter, an nährstoffarme Bedingungen angepasst |
| Saatmenge | Aufwandmenge der Mischung, Rahmenwerte im nächsten Abschnitt | Angabe der jeweiligen Mischung, kein Rasenwert |
| Bis zur Keimung | Keimdauer 7 bis 21 Tage | auf feuchtem Boden etwa 3 bis 6 Wochen bis zur ersten Keimung |
| Bis zum Ziel | nutzbar nach etwa 2 bis 4 Monaten, strapazierfähig nach etwa 6 Monaten | erster stabiler Zielzustand oft erst am Ende der dritten VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. |
Den Regelwert für Rasen überträgst du nicht auf artenreiche Trockenrasen- oder Blumenrasenmischungen. Dort richtest du dich nach der Angabe der jeweiligen Mischung. Auch die Entwicklung verläuft anders, und wie lange ein artenreicher Trockenrasen bis zum stabilen Bestand braucht, hat einen eigenen Zeitplan.
Wie viel Saatgut je m² braucht Trockenrasen aus Gräsermischungen?
Maßgeblich ist die Aufwandmenge der Mischung, die du kaufst. Für viele übliche Hausrasen-Neuansaaten reichen 20 bis 25 g je m², doch auch dort hat die Angabe der konkreten Mischung Vorrang. Jeder der folgenden Werte gilt nur für seine Bezugsgröße:
| Situation | Saatmenge | Was der Wert meint |
|---|---|---|
| Ansaat mit passender Regelsaatgutmischung | im Regelfall 25 g je m² | Ansaatwert, kein Nachsaatwert |
| Übliche Hausrasen-Neuansaat | 20 bis 25 g je m² | die Aufwandmenge der Mischung bleibt maßgeblich |
| Neuanlage mit einer als Sommerrasen angebotenen Mischung | 25 bis 35 g je m² | Herstellerangabe für genau diese Mischung |
| NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. mit derselben Sommerrasen-Mischung | 20 g je m² | Herstellerangabe für genau diese Mischung |
| Reparatur beschädigter Rasenstellen | etwa 20 g je m² | allgemeine Orientierung für die Nachsaat |
| Artenreicher Trockenrasen (Magerrasen) | Angabe der jeweiligen Mischung | Rasenwerte nicht übertragen |
Trockenrasen sät man besonders dünn, heißt es. Für den Trockenrasen aus Gräsermischungen stimmt das so pauschal nicht. Der Hersteller einer als Sommerrasen angebotenen Mischung nennt für die Neuanlage 25 bis 35 g je m². Für seine Schatten-, Zier- und Gebrauchsrasenmischung nennt er dieselbe Spanne. Trockenheitsverträglicher machen können den Rasen tiefer wurzelnde Gräser in der Mischung, die Menge nimmst du von der Packung.
Welche Gräser einen Rasen trockenheitsverträglicher machen können
Tiefer wurzelnde Gräser wie Rohrschwingel und Wiesenschwingel können bei einer Neuanlage die Verträglichkeit trockener Bedingungen verbessern. Rohrschwingel ist grobblättrig sowie hitze- und trockenheitsverträglich. Als Orientierung läuft er innerhalb von 9 bis 16 Tagen auf. Lägerrispe ist zwar schattentolerant, besitzt aber nur eine geringe Trockenheitstoleranz. Ich lese bei jeder Mischung zuerst die Zusammensetzung und erst dann die Aufwandmenge.
Was die passende Saatmenge bestimmt
- Die konkrete Mischung: Ihre Aufwandmenge hat Vorrang vor jedem allgemeinen Wert. Steht auf der Packung eine Spanne, bleibst du innerhalb dieser Spanne.
- Die Nutzung: Die Mischung wählst du nach der vorgesehenen Nutzung der Fläche. Für Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen, kräuterreichere Bestände eher für weniger intensiv genutzte Flächen.
- Neuanlage oder Nachsaat: Für dieselbe Mischung nennt die Herstellerangabe bei der Neuanlage mehr Saat je m² als bei der Nachsaat. Klär vorher, ob dein bestehender Rasen per Nachsaat zum Trockenrasen werden kann oder ob ein Umbau nötig ist.
- Die Art der Fläche: Für artenreiche Trockenrasen gilt die Angabe der jeweiligen Mischung, nie ein Rasenwert.
Warum „lieber etwas mehr“ nicht hilft
Halte die empfohlene Aufwandmenge ein. Eine Überdosierung kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Das gilt auch für Saat, die du später auf schon besäte Stellen streust.
Nach einer Woche ist die Fläche erst teilweise grün, und es wird nachgestreut. In einer gemischten Ansaat laufen die Gräser aber nacheinander auf. Deutsches Weidelgras keimt unter geeigneten Bedingungen nach etwa 7 bis 15 Tagen. Rotschwingel braucht 10 bis 18 Tage, Wiesenrispe 14 bis 21 Tage. Wer zu früh nachstreut, legt also Saat auf Saat, die noch keimt, und genau diese Überdosierung kann Konkurrenz und Pilzkrankheiten begünstigen. Bodenfrost kann das AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. zusätzlich verlängern.
So berechnest du die Saatgutmenge für deine Fläche
Rechne vor dem Kauf, damit du die Aufwandmenge nicht strecken musst.
- Miss die Fläche aus. Bei einem Rechteck ergibt Länge mal Breite die Quadratmeter.
- Zerlege unregelmäßige Flächen in Rechtecke, rechne jedes einzeln und zähle die Ergebnisse zusammen.
- Multipliziere die Quadratmeter mit der Aufwandmenge der Mischung in Gramm je m².
- Rechne Neuanlage und Nachsaat getrennt, wenn du beides vorhast, denn für die Nachsaat wird weniger Saat je m² angegeben.
- Wiege für jede Teilfläche eine eigene Portion ab.
Saatgut in Gramm = Fläche in m² × Aufwandmenge in g je m². Bei einer Regelsaatgutmischung setzt du für die Ansaat im Regelfall 25 g je m² ein, sonst den Wert auf deiner Packung.
Größere Flächen stecke ich mit Schnur in gleich große Teilflächen ab. Für jede wiege ich eine Portion ab und stelle sie in einem eigenen Gefäß bereit.
Ich schreibe Fläche und Aufwandmenge mit Filzstift auf den Saatgutbeutel, bevor ich die erste Portion abwiege. Beim Quergang sehe ich dann noch, welche Portion für welche Teilfläche gedacht ist.
Vor dem Säen: Standort, Saatbett und Zeitpunkt
Dauerhaft stark beschattete Bereiche sind für eine Rasenanlage ungeeignet. Lies vorher nach, für welche Gärten sich Trockenrasen eignet und welche Vorteile er gegenüber konventionellem Rasen hat.
Der Boden wird als Orientierung mindestens 15 cm tief gelockert und muss sich danach setzen. Unmittelbar vor der Saat bereitest du die obersten 2 bis 3 cm feinkrümelig vor und entfernst Unkraut, Steine und grobe Reste. Jeden Schritt von der BodenanalyseEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen. bis zum Feinplanum zeigt die Anleitung, wie du Boden und Saatbett für Trockenrasen vorbereitest.
Günstige Fenster für die Rasenaussaat liegen bei passender Bodentemperatur und Feuchte etwa von Mitte April bis Mitte Juni sowie von August bis Mitte September. Die Bodentemperatur sollte je nach Empfehlung mindestens 8 bis 10 °C erreichen. Die Termine hast du mit dem Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken griffbereit.
Gleichmäßig ausbringen: Kreuzsaat von Hand oder mit dem Streuwagen
Teile die Portion jeder Teilfläche in zwei Hälften. Die erste Hälfte streust du in Längsrichtung, die zweite quer dazu. So verteilst du die Saat gleichmäßig in beiden Richtungen, ob von Hand oder mit dem Streuwagen.
Von Hand: kleine Flächen bei Windstille
Kleine Flächen besäst du von Hand, und zwar in zwei gekreuzten Arbeitsgängen bei Windstille. Ich gehe dabei in gleichmäßigen Bahnen und streue jede Halbportion vollständig auf ihrer Teilfläche aus. Sehr feines Saatgut mische ich vorher mit trockenem Sand, damit ich auf dem Boden sehe, wo ich schon gestreut habe.
Mit dem Streuwagen: größere Flächen
Auf größeren Flächen nimmst du den Streuwagen und fährst ebenfalls erst längs, dann quer. Stell ihn so ein, dass die Halbportion einer Teilfläche genau auf dieser Teilfläche aufgeht. Die Einstellung probiere ich auf der ersten Teilfläche aus und korrigiere sie, bevor ich weiterfahre.
Aufwandmenge von der Packung notiert. Fläche gemessen und in Teilflächen geteilt. Portion je Teilfläche abgewogen und halbiert. Windstille für die Handsaat abgewartet. Erst längs, dann quer gestreut.
Nach dem Säen: einarbeiten, feucht halten, schützen
Rasensaat wird je nach Anleitung etwa 0,5 bis 1 cm flach eingerecht und danach leicht angedrückt. Bis zur Keimung muss die Saat durchgehend feucht bleiben, weil Austrocknung den Keimling absterben lassen kann. Gegen Vogelfraß kann ein Gartenvlies die frisch besäte Fläche schützen.
Mengen und Abstände fürs Gießen in der Keimphase findest du im Gießen-Abschnitt des Rasen-Ratgebers. Wie es mit Anwalzen, Anwuchspflege, Mähen und Bewässerung weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du Trockenrasen aus Gräsermischungen anlegst und pflegst. Gedüngt wird sparsam, und die Nährstoffversorgung richtest du am Pflanzenbedarf und an der Bodenuntersuchung aus. Mehr zu Bedarf und Zeitpunkt steht im Düngen-Abschnitt des Rasen-Ratgebers.






