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Streuwagen richtig pflegen: reinigen, prüfen, kalibrieren, einlagern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nach jedem Einsatz leeren, Reste trocken ausbürsten, trocknen lassen und erst dann einräumen.
  • Vor der Saison Räder, Schieber, Dosierwalze und beim Schleuderstreuer die Wurforgane auf Rost und Verschleiß prüfen.
  • Die Ausbringmenge mit einer Abdrehprobe prüfen, die Querverteilung gesondert mit Auffangschalen.
  • Bei zwei gekreuzten Streugängen bringt jeder Durchgang die Hälfte der Gesamtmenge aus.
  • Leer, sauber und trocken lagern, Düngerreste verschlossen und außer Reichweite von Haustieren.

Ein Streuwagen verteilt Rasendünger genauer, als es von Hand gelingt, und bringt auch Rasensaat gleichmäßig aus. Das klappt nur, solange Dosierung und Streuwerk sauber arbeiten. Bleiben Reste im Behälter, können sie verklumpen und die Dosieröffnung zusetzen. Bei Schleuderstreuern verschlechtern Rost und Verschleiß an den Wurforganen das Streubild. Ich leere meinen Streuwagen deshalb direkt nach dem Streuen, bürste ihn aus und prüfe vor dem nächsten Einsatz, ob er die geplante Menge abgibt.

Welche Teile am Streuwagen Pflege brauchen

Streuwagen für den Garten gibt es als Walzenstreuer und als Schleuderstreuer. Beim Walzenstreuer dosiert eine Walze am Behälterboden das Streugut, das dann in Gerätebreite nach unten fällt. Beim Schleuderstreuer fällt das Streugut auf eine drehende Streuscheibe, deren Wurforgane es seitlich auswerfen. Kleine Handstreuer mit Kurbel arbeiten nach demselben Schleuderprinzip, nur ohne Räder.

Bauart Teile, die du pflegst Worauf du achtest
Walzenstreuer Dosierwalze, Schieber, Behälterboden, Räder und Achse keine Reste in den Rillen der Walze, Schieber schließt dicht, Räder laufen leicht
Schleuderstreuer Streuscheibe mit Wurforganen, Dosieröffnung, Antrieb, Räder kein Rost, keine Risse oder Verformungen an Scheibe und Wurforganen, Antrieb läuft ohne Schleifen
Handstreuer Streuscheibe, Kurbel, Dosierschieber Scheibe dreht frei, Schieber lässt sich verstellen und schließt

Welches Gerät zu einem Rasendünger passt, hängt von dessen Korngröße und der geplanten Ausbringungsmenge ab. Wechselst du das Produkt, prüfst du deshalb auch beim vorhandenen Streuwagen, ob er mit dem neuen Streugut zurechtkommt.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Nach dem Streuen: leeren, ausbürsten, trocknen

Gereinigt wird direkt nach dem Einsatz, solange die Reste noch trocken und lose sind. So gehe ich vor:

  1. Den Rest aus dem Behälter fülle ich zurück in die Originalverpackung, damit das Etikett beim Streugut bleibt.
  2. Verschüttete Körner auf Weg und Terrasse fege ich sofort auf.
  3. Behälter, Dosieröffnung und Walze oder Streuscheibe bürste ich trocken aus. Für Ecken und Ritzen nehme ich einen alten Pinsel.
  4. Festsitzende Reste löse ich mit einem feuchten Tuch und einer weichen Bürste.
  5. Danach bleibt der Streuwagen mit offenem Schieber stehen, bis alle Teile trocken sind.
  6. Achse, Radlager und die Gelenke der Mengeneinstellung öle ich und wische überschüssiges Öl ab, damit sich kein Staub darin sammelt.

Die Flächen, über die das Streugut läuft, lasse ich ohne Öl, denn daran würde feines Material kleben bleiben. Beim Befüllen und Ausbürsten trage ich Handschuhe und halte mich an die Schutzhinweise auf dem Etikett.

Achtung

Von Haustieren gefressener synthetischer Gartendünger kann Vergiftungen verursachen. Fege verschüttete Körner deshalb gleich auf und lass keinen Dünger offen im Streuer stehen.

Marias Erfahrung

Ich bürste immer zuerst trocken aus und nehme erst danach das feuchte Tuch. Lose Körner sollen gar nicht erst nass werden und an Walze oder Scheibe festkleben.

Vor der Saison: Verschleiß und Rost prüfen

Nach der Winterpause schiebe ich den leeren Streuwagen über den Hof und höre hin. Die Räder sollen leicht laufen, und der Antrieb darf nicht schleifen. Danach öffne und schließe ich den Schieber mehrmals: Er muss sich ganz öffnen lassen und wieder dicht schließen.

Beim Schleuderstreuer schaust du dir die Streuscheibe genau an, denn Verschleiß an den Wurforganen und Rost verschlechtern das Streubild. Roststellen an einer Metallscheibe bürstest du mit einer Drahtbürste ab. Verbogene oder gerissene Teile ersetzt du durch passende Ersatzteile, statt sie zurechtzubiegen oder zu kleben.

Mini-Checkliste

Räder und Achse laufen leicht · Schrauben und Muttern sitzen fest · Schieber öffnet ganz und schließt dicht · Dosierwalze oder Streuscheibe ohne Risse, Rost und Verformung · Behälter ohne Risse · Mengeneinstellung rastet sauber ein.

Kalibrieren: Stimmt die Menge, stimmt die Verteilung?

Kalibrieren heißt: Du prüfst, ob der Streuer bei deiner Einstellung genau die Menge abgibt, die du ausbringen willst. Ich mache das nach der Winterpause, nach jedem Teiletausch und bei jedem neuen Streugut. Die Einstellwerte auf der Packung nehme ich dabei als Startpunkt.

Es geht dabei nicht nur um Material. Bei Rasensaat solltest du die Aufwandmenge der Mischung einhalten, denn eine Überdosierung kann die Konkurrenz zwischen den Keimlingen und Pilzkrankheiten begünstigen. Beim Dünger können überhöhte Stickstoffgaben die Nitratauswaschung ins Grundwasser erhöhen.

Die Sollmenge festlegen

Die Sollmenge in g/m² steht auf der Packung oder ergibt sich aus deinem Düngeplan. Wie viel Stickstoff dein Rasen über das Jahr braucht und auf wie viele Gaben du ihn verteilst, steht im Abschnitt zum Düngen im Rasen-Ratgeber. Für den Streuer zählt, was je Durchgang herauskommen soll.

Zahl im Blick

Düngermenge in g/m² = Nährstoffziel in g/m² × 100 ÷ deklarierter Nährstoffgehalt des Düngers in %. Bei zwei gekreuzten Streugängen bringt jeder Durchgang 50 % der Gesamtmenge aus.

Abdrehprobe: Gibt der Streuer die richtige Menge ab?

Die Abdrehprobe prüft die Ausbringmenge. Du lässt den Streuer mit fester Einstellung über eine abgemessene Fläche laufen, fängst auf, was herauskommt, und wiegst es.

  1. Leg eine Plane auf eine ebene, befestigte Fläche und markiere darauf eine abgemessene Testfläche.
  2. Rechne aus, wie viel Streugut auf diese Testfläche gehört: Sollmenge je m² mal Quadratmeter der Testfläche.
  3. Füll den Streuer und stell die Startmenge ein. Lauf schon vor der Testfläche in deinem normalen Gehtempo an, öffne den Schieber an ihrem Anfang und schließe ihn an ihrem Ende.
  4. Fege das Streugut von der Plane zusammen und wiege es mit einer Küchenwaage.
  5. Weicht das Gewicht vom Sollwert ab, verstellst du die Einstellung und wiederholst die Probe.
  6. Die passende Einstellung schreibst du auf.

Ich notiere die gefundene Einstellung mit Datum auf der Düngerpackung und auf einem Zettel, der am Streuwagen hängt.

Auffangschalen: Kommt überall gleich viel an?

Die Abdrehprobe zeigt, wie viel der Streuer abgibt, aber nicht, wohin. Die Querverteilung kontrollierst du gesondert mit Auffangschalen. Stell mehrere gleiche, flache Schalen in einer Reihe quer zur Fahrtrichtung über die ganze Streubreite, und zwar so, dass kein Rad eine Schale überrollt. Dann fährst du mit geöffnetem Schieber hindurch und vergleichst die Füllung. Liegt außen deutlich weniger als in der Mitte, passt die Streubreite nicht zu deinem Bahnabstand.

Verschleiß an den Wurforganen und Rost verschlechtern beim Schleuderstreuer das Streubild, und die Schalen zeigen genau diese Querverteilung. Der Schalentest ist dort also zugleich eine Verschleißkontrolle.

So streust du gleichmäßig

Vor dem Streuen wiege ich die berechnete Menge ab. Bei einer größeren Fläche teile ich sie in gleiche Portionen für gleich große Teilflächen auf. Ist eine Portion leer, bevor ihre Teilfläche fertig ist, stimmt etwas mit der Einstellung nicht.

Gestreut wird in zwei gekreuzten Gängen, erst längs, dann quer. Jeder Gang bringt die Hälfte der Gesamtmenge aus, deshalb steht der Streuer auf der halben Menge. Wer auf die volle Menge einstellt und trotzdem im Kreuz streut, überdosiert die ganze Fläche.

Ich gehe in gleichmäßigem Tempo und schließe den Schieber vor jedem Wenden. Geöffnet wird erst wieder, wenn der Wagen rollt. Die Bahnen setze ich so, dass sie sauber aneinander anschließen, und eine Schnur am Rand der ersten Bahn hilft mir beim Orientieren. Gestreut wird bei Windstille.

Dünger soll auf trockene Halme über feuchtem Boden fallen, um Ätzschäden zu vermeiden. Schnell wirkenden mineralischen Rasendünger wässerst du nach dem Ausbringen gründlich ein, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Mit dem Mähen wartest du danach etwa 2 Tage, damit der Mäher das Granulat nicht gleich wieder aufnimmt.

Rasensaat mischst du vor dem Einfüllen gut durch und verteilst sie ebenfalls längs und quer. Wann Saat und Nachsaat in den Boden kommen, zeigt dir der Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.

Häufiger Fehler

Die Einstellung vom letzten Dünger einfach übernehmen. Ein Produkt mit anderer Korngröße läuft anders durch die Dosierung, deshalb bekommt jedes neue Streugut seine eigene Abdrehprobe.

Wenn der Streuer klemmt oder ungleich streut

Klemmt die Dosierung, sitzt oft feuchtes oder verklumptes Streugut in der Öffnung. Schließ den Schieber, leere den Behälter und löse die Klumpen mit einem Holzstäbchen. Danach bürstest du die Öffnung aus und prüfst, ob das Streugut selbst zu feucht ist. Schläge gegen den Behälter können das Gerät beschädigen.

Greif nie in Walze oder Streuscheibe, solange der Wagen rollt, denn die Räder treiben das Streuwerk an. Hat dein Streuer einen Elektroantrieb, schaltest du ihn vor jedem Handgriff am Streuwerk aus.

Streut der Wagen plötzlich streifig, gehe ich der Reihe nach vor. Ist die Einstellung verrutscht? Sitzen Klumpen in der Öffnung? Ist die Streuscheibe verbogen oder angerostet? Danach wiederhole ich die Abdrehprobe und den Schalentest.

Den Streuwagen richtig einlagern

Über den Winter kommt der Streuwagen leer, gereinigt und vollständig trocken an einen trockenen Ort, etwa in die Garage oder den Geräteschuppen. Den Schieber lasse ich offen, damit der Behälter innen abtrocknen kann. Ich decke den Wagen mit einem atmungsaktiven Tuch ab und nicht mit dichter Plastikfolie, damit sich darunter keine Feuchtigkeit staut. Zwischendurch schaue ich unter die Abdeckung, ob alles trocken geblieben ist.

Restlichen Dünger bewahrst du verschlossen in der Originalverpackung auf, trocken und für Kinder und Haustiere unerreichbar. Feucht gewordenes Streugut kann verklumpen und im Frühjahr die Dosierung zusetzen.

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Häufige Fragen

Wie reinige ich einen Streuwagen nach dem Streuen?
Leere den Behälter vollständig und fülle übrig gebliebenes Streugut zurück in die Originalverpackung. Bürste Behälter, Dosieröffnung und Walze oder Streuscheibe trocken aus und löse festsitzende Reste mit einem feuchten Tuch. Lass das Gerät vollständig trocknen, bevor du die beweglichen Teile ölst und es einräumst. Überschüssiges Öl wischst du ab, damit sich kein Staub darin sammelt.
Wie kalibriere ich einen Streuwagen?
Die Ausbringmenge prüfst du mit einer Abdrehprobe. Dafür schiebst du den Streuer mit fester Einstellung über eine abgemessene Fläche auf einer Plane, fegst das Streugut zusammen und wiegst es. Weicht das Gewicht von der Sollmenge für diese Fläche ab, verstellst du die Einstellung und wiederholst die Probe. Ob quer zur Fahrtrichtung überall gleich viel ankommt, zeigen flache Auffangschalen, die du in einer Reihe aufstellst und durchfährst.
Woran erkenne ich Verschleiß an einem Streuwagen?
Bei Schleuderstreuern verschlechtern Rost und Verschleiß an den Wurforganen das Streubild, deshalb prüfst du die Streuscheibe auf Rost, Risse und Verformungen. Ob das Streugut quer zur Fahrtrichtung gleichmäßig ankommt, kontrollierst du mit Auffangschalen. Bei jedem Streuwagen sollen Räder und Achse leicht laufen und der Schieber vollständig schließen. Verbogene oder gerissene Teile ersetzt du durch passende Ersatzteile.
Wie lagere ich einen Streuwagen über den Winter?
Der Streuwagen kommt leer, gereinigt und vollständig trocken an einen trockenen Ort wie Garage oder Geräteschuppen. Eine atmungsaktive Abdeckung hält Staub fern, ohne Feuchtigkeit einzuschließen wie eine dichte Plastikfolie. Düngerreste lagerst du verschlossen und außer Reichweite von Haustieren, denn gefressener synthetischer Gartendünger kann Vergiftungen verursachen.
Warum muss ein Streuwagen gleichmäßig streuen?
Wo der Streuer mehr abgibt als geplant, wird aus der vorgesehenen Gabe eine Überdosierung. Zu viel Rasensaat kann die Konkurrenz zwischen den Gräsern verstärken und Pilzkrankheiten begünstigen. Überhöhte Stickstoffgaben können die Nitratauswaschung ins Grundwasser erhöhen. Deshalb prüfst du Menge und Verteilung, bevor du auf die Fläche gehst.
Welche Arten von Streuwagen gibt es?
Streuwagen für den Garten gibt es als Walzenstreuer und als Schleuderstreuer. Beim Walzenstreuer dosiert eine Walze am Behälterboden das Streugut, das in Gerätebreite nach unten fällt. Beim Schleuderstreuer wirft eine drehende Streuscheibe das Streugut seitlich aus, sodass die Streubreite über das Gerät hinausreicht. Welches Gerät zu einem Rasendünger passt, hängt von dessen Korngröße und der geplanten Ausbringungsmenge ab.
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