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Blumenzwiebeln vor Schädlingen und Krankheiten schützen: von Narzissenfliege bis Tulpenfeuer

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.de Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Schlechter Austrieb, ausbleibende Blüte und weiche Zwiebeln mit Maden können auf die Narzissenfliege hinweisen.
  • Tulpenfeuer kann sich an verkrüppelt austreibenden, fleckigen Blättern und an etwa 1 mm großen schwarzen Dauerkörpern auf den Zwiebelschuppen zeigen.
  • Nach Tulpenfeuer oder Grauschimmel wechseln Tulpen auf ein anderes Beet, und Zwiebeln aus dem befallenen Bestand pflanzt du nicht wieder.
  • Lilienhähnchen sind 6 bis 8 mm lang und glänzend rot: Käfer absammeln und Blätter mit Eiern oder Larven entfernen.
  • Befallene Zwiebeln und kranke Pflanzenteile kommen in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.

Wenn eine Narzisse im Frühjahr nur dünne Blätter schiebt und keine Knospe bildet, grabe ich nach. Dahinter kann eine Zwiebel stecken, die von innen weich geworden ist. Mögliche Ursachen sind die Narzissenfliege, eine Pilzfäule oder zu viel Nässe im Boden. Welche es ist, entscheidet darüber, ob du nur eine Zwiebel aussortierst oder künftig auf ein anderes Beet ausweichst.

Ich gehe hier die Schädlinge und Krankheiten durch, die an Zwiebeln, Knollen und ihrem Laub auftreten. Zu jedem findest du die Anzeichen und die Schritte, mit denen du bei Befall vorgehst.

Welche Schädlinge und Krankheiten treffen Blumenzwiebeln?

Schädlinge setzen an zwei Stellen an: in der Zwiebel selbst und an Blättern und Blüten. Krankheiten zeigen sich als Fäule an der Zwiebel, als Flecken oder Belag auf dem Laub oder als Streifen und Verformungen. Jedes einzelne Anzeichen ist ein Hinweis, keine Diagnose. Blattflecken etwa können von Pilzen, Bakterien oder Schadtieren kommen, aber auch nichtparasitäre Ursachen haben. Die Übersicht ordnet typische Schadbilder einem möglichen Verursacher zu.

Was du siehst Kann hindeuten auf Erster Schritt
Schwacher Austrieb, keine Blüte, weiche Zwiebel mit Maden Narzissenfliege Zwiebel ausgraben und prüfen, befallene in den Hausmüll
Tulpenblätter treiben verkrüppelt oder verdreht mit grau-braunen Flecken aus Tulpenfeuer Zwiebel samt umgebender Erde ausgraben, in den Hausmüll
Grauer Rasen aus Sporenträgern auf faulenden Pflanzenteilen Grauschimmel Befallenes entfernen, für Luft und trockenes Laub sorgen
Zwiebel zuerst weich, später trocken faul Fusarium-Fäule Zwiebel entsorgen, Erde nicht für neue Zwiebeln nutzen
Löcher und angefressene Blattränder an Lilien oder Kaiserkronen, rote Käfer Lilienhähnchen Käfer absammeln, Blätter mit Eiern oder Larven entfernen
Silbrige Sprenkel, verformte Blätter oder Blüten an Gladiolen Gladiolenthrips Laub im Herbst rechtzeitig zurückschneiden
Gekräuselte Blätter, klebriger Honigtau, später Rußtau Blattläuse auf Gegenspieler prüfen, schwachen Befall mit Wasser abspritzen
Verformte junge Dahlienblätter mit Löchern, die beim Wachsen größer werden Blattwanzen Schadbild beobachten und notieren
Feine Gespinste, erst weißlichgelbe, später bräunliche bis bronzefarbene Flecken Spinnmilben Blattunterseiten kontrollieren
Eckige gelbe bis braune Flecken zwischen den Blattadern an Anemonen Blattälchen befallene Pflanze in den Hausmüll, nicht vermehren
Grau-weißer Belag unter dem Blatt, gelbe Flecken oben, an Anemonen Falscher Mehltau Blätter trocken halten, Abstand schaffen
Helle und dunkle oder gelbliche Streifen, verformte Blüten Mosaikvirus Verdacht abklären, befallene Pflanze samt Zwiebel entfernen

Hyazinthen haben eigene Schwachstellen. Was sie speziell trifft, liest du im Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen an Hyazinthen.

Narzissenfliege: Woran erkennst du den Befall?

So zeigt sich der Befall

Die erwachsene Narzissenfliege sieht auf den ersten Blick aus wie eine kleine Hummel. Im Frühjahr legt sie ihre Eier an der Blattbasis ab. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Zwiebel und fressen sie von innen aus. Betroffen sind vor allem Narzissen, daneben auch verwandte Arten.

Über der Erde fällt der Schaden manchmal erst spät auf. Schlechter Austrieb und ausbleibende Blüte können zusammen mit weichen, madenbesetzten Zwiebeln auf die Narzissenfliege hinweisen. Hinzu können vergilbende, schlaffe Blätter kommen und eine Zwiebel, die locker im Boden sitzt. Ausgegraben fühlt sich eine befallene Zwiebel schwammig an, riecht unangenehm und ist von Fraßgängen durchzogen.

Eine weiche Zwiebel allein beweist den Befall aber nicht, denn auch Fusarium kann eine zunächst weiche Fäule hervorrufen. Erst Maden im Inneren machen den Verdacht auf die Narzissenfliege deutlich.

Was du bei Verdacht tust

Narzissen, die schwach austreiben und keine Knospe zeigen, markiere ich mit einem Stab. Dann hebe ich die Zwiebel mit der Grabegabel vorsichtig heraus und taste sie ab. Fühlt sie sich weich an, schneide ich sie mit Handschuhen längs auf. Sitzen Maden darin, lässt sich die Zwiebel nicht mehr retten. Sie kommt in den Hausmüll und nicht auf den Kompost. Die Zwiebeln rundherum taste ich gleich mit ab, und feste Exemplare ohne weiche Stellen setze ich zurück in die Erde.

Achtung

Alle Teile der Narzisse sind giftig, sie enthalten unter anderem das Alkaloid Lycorin. Wer davon etwas verschluckt, kann schwere Magen-Darm-Beschwerden bekommen, und schon Haut- oder Augenkontakt kann reizen. Trag beim Ausgraben und Aufschneiden Handschuhe und fass dir dabei nicht an die Augen. Bei der Kaiserkrone steckt das Gift vor allem in der Zwiebel. Narzissen und Kaiserkronen sind kein Lebensmittel.

Wie beugst du beim Kauf vor?

Weil die Larven innen sitzen, siehst du einer Zwiebel den Befall von außen nicht immer an. Umso mehr zählt der prüfende Griff beim Kauf und vor dem Pflanzen. Pflanzfähige Zwiebeln sind fest und haben keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Ich drücke jede Zwiebel kurz zwischen Daumen und Zeigefinger. Weiche und matschige Exemplare sortiere ich vor dem Setzen aus und entsorge sie.

Mini-Checkliste

So prüfst du Zwiebeln vor dem Pflanzen.

  • Die Zwiebel ist trocken, fest und glatthäutig.
  • Sie ist nicht geschrumpft und zeigt keinen Schimmel.
  • Weiche, kranke oder angefressene Stellen fehlen.
  • Tulpenzwiebeln tragen keine braunen Flecken und keine schwarzen Dauerkörper.

Welche Schädlinge fressen außerdem an Zwiebeln und Laub?

Lilienhähnchen an Lilien und Kaiserkronen

Das Lilienhähnchen fällt durch seine Farbe auf. Ausgewachsen misst der Käfer 6 bis 8 mm. Er hat einen glänzend roten Körper, Kopf, Fühler und Beine sind schwarz. Käfer und Larven fressen an Lilien und Kaiserkronen Löcher in die Blätter und nagen die Blattränder an. Die Larven sind dabei mit ihrem Kot bedeckt.

Du bekämpfst das Lilienhähnchen mechanisch. Die Käfer sammelst du ab, und Blätter mit Eiern oder Larven zupfst du ab. Ich schaue dabei nicht nur an den Lilien nach, sondern auch an den Kaiserkronen.

Gladiolenthrips

Silbrige Sprenkel und verformte Blätter oder Blüten an Gladiolen können auf Gladiolenthripse hindeuten. Im Herbst wandern die Tiere in ihre Winterquartiere an den Knollen. Bei Befall schneidest du das Laub deshalb rechtzeitig im Herbst zurück, bevor sie dorthin abwandern. Gartengladiolen werden ausgegraben und frostfrei überwintert, die Thripse würden an den Knollen also mit ins Winterlager ziehen.

Blattläuse

Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an den Blattunterseiten und an den Triebspitzen. Sie können Blätter kräuseln und Honigtau abgeben, auf dem sich später Rußtau bildet. An Tulpen und Narzissen können sie außerdem Mosaikviren übertragen. Auch bei Ananasblumen zählen sie neben Schnecken zu den Schädlingen, auf die du achten solltest.

Bevor ich eingreife, suche ich nach Gegenspielern. Dazu gehören Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven und parasitierende Schlupfwespen. Sind sie schon da, kann ein Eingriff überflüssig sein. Bei schwachem Befall kann Abspritzen mit Wasser als erste Maßnahme reichen. Beginnenden Befall an einzelnen Trieben entfernst du von Hand. Wassermangel und eine stark stickstoffbetonte Düngung können einen stärkeren Befall begünstigen.

Schnecken

Bei Dahlien und Ananasblumen musst du mit Schnecken rechnen. Schneckengefährdete Dahlien kannst du in Töpfen vorziehen oder als Einzelpflanzen schützen. Ein Schneckenkragen kann frisch ausgepflanzte Jungpflanzen schützen, solange keine überhängenden Blätter eine Brücke über die Barriere bilden. Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen, deshalb wägst du ihren Nutzen gegen die Fraßschäden ab.

Häufiger Fehler

Bierfallen zwischen die Zwiebelblumen stellen. Sie können zusätzliche Schnecken aus der Umgebung anlocken und auch Nützlinge töten.

Wühlmäuse

Bei Wühlmausproblemen setzt du fraßgefährdete Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe oder Pflanzschalen und versenkst diese im Gartenboden. Ich plane die Körbe gleich beim Pflanzen im Herbst ein. Auch Dahlien, die im Freiland überwintern sollen, bleiben durch Mäusefraß gefährdet.

Mythos-Check

Kaiserkronen sollen Wühlmäuse vertreiben. Einen verlässlichen Schutz bieten sie nicht. Ähnlich ist es mit duftenden Kräutern wie Thymian oder Lavendel, die Fliegen bei der Eiablage verwirren sollen: Mischkultur kann unterstützen, sie garantiert nichts. Welche Nachbarn im Beet zusammenpassen, siehst du im Planer für Mischkultur.

Zwiebelfliege und Zwiebelmilben

Die Maden der Zwiebelfliege fressen sich vom Zwiebelhals her durch die Zwiebel. Befallene Pflanzen können welken und vergilben, und in der geöffneten Zwiebel zeigen sich weiße Maden und braune Fraßgänge. Zwiebelmilben sind mit bloßem Auge kaum zu sehen. Verkrüppelter Wuchs, vergilbte Blätter und braune, papierartige Außenschalen können auf sie hindeuten.

Deine Schritte sind dieselben wie bei der Narzissenfliege: Pflanzgut prüfen, verdächtige Zwiebeln aussortieren, befallene in den Hausmüll geben. Ein Warmwasserbad, das gegen Milben manchmal empfohlen wird, setze ich im Hausgarten nicht ein. Temperatur und Dauer müssen dabei genau stimmen, sonst nimmt die Zwiebel Schaden oder die Milben überleben.

Welche Krankheiten erkennst du an Zwiebel und Laub?

Tulpenfeuer

Tulpenfeuer ist eine Pilzkrankheit, die schon beim Austrieb auffallen kann. Die Blätter können verkrüppelt oder verdreht aus der Erde kommen und grau-braune Flecken tragen. Bei feuchtem Wetter kann sich darauf ein grauer Pilzbelag bilden. An der Zwiebel selbst können auf braunen Flecken der fleischigen Schuppen schwarze Dauerkörper des Pilzes sitzen, etwa 1 mm groß. Diese Dauerkörper deuten auf Tulpenfeuer hin, sicher bestimmen lässt sich die Krankheit daran allein aber nicht.

Jede Tulpenzwiebel nimmst du vor dem Setzen in die Hand und suchst nach braunen Flecken und schwarzen Punkten. Verdächtige Zwiebeln kommen nicht ins Beet. Treibt eine Tulpe schlecht aus und besteht Verdacht auf Tulpenfeuer, gräbst du die Zwiebel mitsamt der umgebenden Erde aus und gibst sie in den Hausmüll. Zwiebeln aus einem befallenen Bestand hebst du nicht zum Wiederpflanzen auf, und deine Tulpen ziehen auf ein anderes Beet.

Grauschimmel

Grauschimmel zeigt sich an Zierpflanzen als grauer Rasen aus Sporenträgern auf faulenden Pflanzenteilen. Er kann Blätter, Stängel und Blüten erfassen, und angeschlagene oder verletzte Pflanzen sind besonders gefährdet. Faulende, befallene Teile entfernst du und gibst sie in den Hausmüll. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Pflanzen, die zur Nacht trocken sind, und Luftbewegung.

Ich gieße deshalb morgens und direkt in den Wurzelbereich, damit benetzte Blätter schnell abtrocknen. Abgefallene Tulpenblütenblätter, die auf dem Laub haften, entferne ich, weil sie bei Regen faulen können. Im geschützten Zierpflanzenbau unter Glas gehört eine relative Luftfeuchte unter 85 % zu den Maßnahmen gegen Grauschimmel. Nach Grauschimmel an Tulpen gehst du vor wie beim Tulpenfeuer: schlecht austreibende Zwiebeln mit Erde ausgraben und die Tulpen auf ein anderes Beet setzen.

Fusarium-Fäule

Fusarium oxysporum kann an Blumenzwiebeln eine Fäule hervorrufen, die zunächst weich ist und später trocken wird. Gelbliche, welkende Blätter können ein erster Hinweis sein. Beim Ausgraben zeigen sich dann bräunliche oder rötliche Verfärbungen, im fortgeschrittenen Stadium ist die Zwiebel von innen verfault. Behandeln lässt sich eine befallene Zwiebel meist nicht mehr.

Der Pilz kann mit Substraten und Kulturgefäßen verbreitet werden und mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden oder auf Kulturmaterial überdauern. Wer Erde und Topf einer befallenen Zwiebel direkt neu bepflanzt, setzt den Erreger also womöglich gleich mit ein. Ich nehme Erde aus einem Topf mit Fusarium-Verdacht deshalb nicht für neue Zwiebeln und reinige den Topf, bevor ich ihn wieder bepflanze. Material mit Wurzelfäule oder Welkeerkrankungen gehört nicht auf den Gartenkompost.

Vorbeugend achtest du auf Boden ohne Staunässe und pflanzt nur Zwiebeln, die gesund aussehen. Tagetes als Zwischenpflanzung wird nachgesagt, den Boden nach einem Befall zu verbessern. Einen Schutz vor erneutem Befall garantiert sie nicht.

Fäulnis durch Nässe und im Lager

Bei zu viel Nässe oder Staunässe im Winter können im Herbst gepflanzte Zwiebeln faulen. Tulpen reagieren empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen, deshalb passen auf feuchtere Gartenböden eher Narzissen. Auch im Sommer kann Wasser schaden: Regelmäßige Sommerbewässerung benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Bleiben Tulpen im Boden, setzt du deshalb keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen als unmittelbare Nachpflanzung.

Müssen gekaufte Frühlingsblüher-Zwiebeln noch warten, kommen sie an einen dunklen, luftigen Platz mit etwa 18 °C. Lagere sie nicht in luftundurchlässigen Beuteln, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Ausgegrabene Zwiebeln verblühter Frühjahrsblumen bewahrst du bis zum Herbst luftig und kühl auf und kontrollierst sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis. Bei Dahlien darf vor dem Einlagern kein Wasser in den hohlen Stängeln bleiben, weil es Fäulnis begünstigt. Schon das Pflanzloch muss die Dahlienknolle aufnehmen, ohne dass Teile abbrechen, denn frische Verletzungen ermöglichen Pilzen den Eintritt.

Mosaikviren: Tulpenmosaik und Narzissen-Mosaikvirus

Mosaikviren zeigen sich als Muster auf Blättern und Blüten. Beim Tulpenmosaikvirus können helle und dunkle Streifen oder Flecken auftreten, die an ein Mosaik erinnern. Befallene Tulpen bleiben oft kleiner, und ihre Blüten können verformt sein.

Das Narzissen-Mosaikvirus betrifft vor allem Narzissen, daneben auch verwandte Zwiebelblumen. Seine Anzeichen sind oft unauffälliger: hellgrüne oder gelbliche Streifen auf den Blättern, langsameres Wachstum und manchmal verformte Blüten. Manche Pflanzen tragen das Virus, ohne Symptome zu zeigen. Streifen und Flecken können auf ein Virus hindeuten, sie können aber auch andere Ursachen haben.

Heilen lässt sich eine infizierte Pflanze nicht. Erhärtet sich der Verdacht, etwa nach Rücksprache mit einer Pflanzenschutzberatung, nimmst du die Pflanze samt Zwiebel heraus. Material mit Virusbefall gehört nicht auf den Gartenkompost. Zum Schneiden von Blumen nimmst du sauberes Werkzeug, und Blattläuse als mögliche Überträger hältst du mit den Schritten klein, die bei den Blattläusen beschrieben sind.

Kurz erklärt

Wie stark ein Virus das Aussehen einer Tulpe verändern kann, zeigt ein Blick zurück. Bei historischen Sammlertulpen konnte ein Virus die begehrte flammenartige Färbung verursachen.

Blattflecken an Anemonen

Bei Anemonen lohnt ein genauer Blick auf die Blattflecken. Blattälchen können eckige gelbe bis braune Flecken verursachen, die von den Blattadern begrenzt werden. Bei starkem Befall sterben Blätter ab. Befallene Stauden gehören in den Hausmüll, und du nutzt sie weder für den Kompost noch zur Vermehrung.

Anemonen gehören außerdem zu den Wirtspflanzen des Falschen Mehltaus Peronospora ficariae. Bei Stauden senken ausreichender Abstand, Gießen in den Wurzelbereich und der Verzicht auf überhöhte Stickstoffgaben das Risiko solcher nässebegünstigten Blattkrankheiten.

Kurz erklärt

Echten und Falschen Mehltau kannst du an der Blattseite unterscheiden. Beim Falschen Mehltau sitzt ein grau-weißer Belag auf der Unterseite, oben zeigen sich gelbe nekrotische Flecken. Echter Mehltau bildet typischerweise oben auf dem Blatt einen Pilzrasen.

Wann solltest du das Beet wechseln?

Manche Erreger bleiben im Boden, auch wenn die kranke Zwiebel längst entsorgt ist. Fusarium etwa kann mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden überdauern. Für Tulpen gilt nach Befall mit Tulpenfeuer oder Grauschimmel: Sie wechseln auf ein anderes Beet, und Zwiebeln aus dem befallenen Bestand pflanzt du nicht wieder. An die alte Stelle setze ich Stauden oder einjährige Sommerblumen.

Wie lange die Anbaupause für Tulpen dauern sollte, hängt vom Erreger und vom Befall ab. Damit ich die Stelle später wiederfinde, stecke ich einen Stab hinein und trage sie in meinen Beetplan ein, zum Beispiel mit dem Beetplaner für deinen Garten.

Ein Beetwechsel ist eine Antwort auf Befall, keine Jahresroutine. Schneeglöckchen, Blausterne und Krokusse können am passenden Standort über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Wer gesunde Bestände jedes Jahr umsetzt, stört also genau das, was sie dafür brauchen.

Marias Erfahrung

Ich führe für jedes Beet eine Liste, welche Zwiebeln dort stehen und wo es Befall gab. Bevor ich im Herbst Tulpen verteile, schaue ich zuerst in diese Liste.

Wie gehst du bei Befall richtig vor?

Gezielte Schritte setzen eine sorgfältige Beobachtung und eine korrekte Diagnose der Schadursache voraus. Deshalb kommt das Hinschauen vor jedem Eingriff, und Mittel kommen erst ganz am Schluss.

Beobachten und dokumentieren

Nicht jedes schwache Wachstum ist ein Befall. Es kann auch von Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen kommen und beweist allein keinen Nährstoffmangel. Auch hängende Blätter sind nicht immer ein Warnzeichen: Vorübergehend hängende Dahlienblätter in heißer Mittagssonne können normal sein.

Ich notiere im Gartenheft, welche Art betroffen ist, wie viele Pflanzen es sind und wo sie stehen. Dazu schreibe ich, was ich schon unternommen habe, und mache ein Foto vom Schadbild. Angaben zu Befallsumfang, Befallsverteilung und bisherigen Maßnahmen sind für die Diagnose hilfreich. Bei unklaren Schäden kann dir eine Pflanzenschutzberatung weiterhelfen, und deine Notizen nimmst du dorthin mit.

Befallenes entfernen und richtig entsorgen

Was weg muss, kommt in den Hausmüll: befallene Zwiebeln, bei Tulpenfeuer samt der umgebenden Erde, und kranke Pflanzenteile. Auf den Hauskompost gehören sie nicht, weil Krankheitserreger bei unzureichender Rottetemperatur überdauern können. Gesunde Pflanzenreste dürfen dagegen auf den Kompost und führen dort Humus und Nährstoffe zurück. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinige ich Werkzeug und Handschuhe und wasche mir die Hände.

Was Hausmitteln nachgesagt wird

Schachtelhalmbrühe soll die Zellwände festigen, Knoblauchsud soll Pilze fernhalten, und Brennnesseljauche gilt als Kräftigung. Backpulver in Wasser soll leichten Pilzbefall bremsen. Verlass dich beim Schutz deiner Blumenzwiebeln nicht auf diese Hausmittel.

Dazu kommt eine rechtliche Grenze. Eine pflanzliche Herkunft allein erlaubt keinen Einsatz als Pflanzenschutz-Grundstoff, denn auch Pflanzenextrakte können wegen Risiken oder unerfüllter Anforderungen abgelehnt werden. Auch bei genehmigten Grundstoffen sind Kulturpflanzen, Schaderreger, Anwendungsart, Konzentration, Aufwandmenge und Wiederholungsabstand verbindlich. Selbst angesetzt heißt also nicht automatisch erlaubt.

Pflanzenschutzmittel: richtige Anwendung und Dosierung

Reichen Kontrolle, Absammeln und Aussortieren nicht aus, bleibt als letzter Schritt ein Pflanzenschutzmittel. Es muss für den Haus- und Kleingarten zugelassen sein. Einsetzen darfst du es nur im zugelassenen Anwendungsbereich: gegen den angegebenen Schaderreger, an den vorgesehenen Kulturen und nach Gebrauchsanleitung. Die Dosierung übernimmst du genau aus dieser Anleitung, denn eine Überdosierung kann die Umwelt belasten und auch den Pflanzen schaden.

Trag die angegebene Schutzkleidung, beachte eine genannte Wartezeit und entsorge Reste und Verpackung so, wie es die Anleitung vorschreibt. Bedenke außerdem, dass ein Mittel auch Nützlinge treffen kann, etwa Marienkäfer oder Schwebfliegenlarven.

Wie beugst du Schäden vor?

Vorbeugen beginnt bei Standort, Pflanzung und Pflege. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen, von Standort und Boden bis zum Überwintern.

Zwiebel- und Knollenpflanzen speichern ihre Reserven unterschiedlich: Tulpen und Narzissen in verdickten Blattteilen der Zwiebel, Dahlien in verdickten Wurzeln. Pflegeleichte Arten für den Anfang stellt der Ratgeber zu pflegeleichten Blumenzwiebeln für Einsteiger vor.

Ein Zwiebelbeet braucht Boden, aus dem Wasser abfließt, weil Staunässe Fäulnis begünstigt. Auf schwerem Boden legst du unter die Zwiebeln eine Drainageschicht aus Sand oder Kies, empfohlen sind 3 bis 5 cm. Welches Licht deine Art braucht, findest du im Überblick im Abschnitt Standort und Boden.

Zwischen frühlingsblühenden Zwiebeln einer Gruppe hältst du als Faustregel 2 bis 3 Zwiebelbreiten Abstand, sofern für die Art nichts anderes angegeben ist. Genug Standweite gehört auch zur Vorsorge gegen Grauschimmel. Wann welche Art in die Erde kommt, kannst du im druckbaren Kalender für Blumenzwiebeln nachsehen.

Lass das Laub nach der Blüte stehen, bis es abgestorben ist, denn wer grünes Laub zu früh entfernt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Wie du ein Beet mit Zwiebelmischungen bis zur Ruhephase pflegst, zeigt der Ratgeber zur Pflege von Blumenzwiebelmischungen nach der Pflanzung.

Gelbe Blätter verleiten schnell zum Düngen, dabei können sie viele Ursachen haben. Ob dem Boden wirklich etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung, die Unter- oder Überversorgung sichtbar macht. Wie du Zwiebeln versorgst, steht im Überblick im Abschnitt Gießen und Düngen.

Getopfte Frühjahrszwiebeln überwinterst du kalt, ohne dass das Substrat vernässt oder durchfriert. Dahlien im Freiland zu überwintern, kommt in wintermilden Gegenden als Versuch mit Abdeckung infrage, bleibt aber durch Knollenfäule bei Nässe und durch Mäusefraß gefährdet. Wie du Knollen ausgräbst und frostfrei lagerst, steht im Überblick im Abschnitt Ausgraben und Überwintern.

Nützlinge fördern, Pflanzenpräparate und Mikroorganismen sind ein eigenes Feld. Gekaufte Nützlinge sind im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll, und beim gezielten Einsatz müssen Temperatur, Feuchtigkeit und Licht zur eingesetzten Art passen. Welche biologischen Wege es gibt, zeigt der Ratgeber zum biologischen Pflanzenschutz für Blumenzwiebeln.

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Häufige Fragen

Wie erkennt man einen Befall mit der Narzissenfliege bei Zwiebelpflanzen?
Schlechter Austrieb und ausbleibende Blüte können zusammen mit weichen, madenbesetzten Zwiebeln auf die Narzissenfliege hinweisen. Deutlicher wird der Verdacht beim Ausgraben: Eine befallene Zwiebel fühlt sich schwammig an, ist von innen ausgefressen und enthält Maden. Eine weiche Zwiebel ohne Maden kann auch eine andere Ursache haben, etwa eine Fusarium-Fäule. Befallene Zwiebeln gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.
Wie entstehen die typischen Fraßgänge in befallenen Zwiebeln?
Bei der Narzissenfliege legen die erwachsenen Fliegen ihre Eier im Frühjahr an der Blattbasis ab. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Zwiebel und fressen sie von innen aus, sodass Gänge und weiche, schwammige Stellen zurückbleiben. Auch die Maden der Zwiebelfliege können sich vom Zwiebelhals her durch die Zwiebel fressen und braune Fraßgänge hinterlassen. Eine so ausgefressene Zwiebel lässt sich nicht mehr retten und gehört in den Hausmüll.
Welche biologischen Methoden helfen gegen Schädlinge an Blumenzwiebeln?
Vieles geht mechanisch: Lilienhähnchen sammelst du ab, schwachen Blattlausbefall spritzt du mit Wasser ab, und gegen Wühlmäuse setzt du Zwiebeln gruppenweise in Drahtkörbe. Vor einem Eingriff gegen Blattläuse prüfst du, ob Marienkäfer, Florfliegen- oder Schwebfliegenlarven schon da sind, denn vorhandene Gegenspieler können ihn überflüssig machen. Gekaufte Nützlinge sind im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll. Eine Wirkung garantiert keine dieser Maßnahmen, sie können einen Befall aber bremsen.
Stimmt es, dass Blumenzwiebeln jedes Jahr umgepflanzt werden müssen?
Nein. Schneeglöckchen, Blausterne und Krokusse können am passenden Standort über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Einen Beetwechsel brauchen Tulpen nach einem Befall mit Tulpenfeuer oder Grauschimmel. Anders liegt es bei nicht winterharten Knollen wie Dahlien und Gartengladiolen, die ausgegraben und frostfrei überwintert werden.
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