Narzissen teilen: blühfaule Horste verjüngen und Tochterzwiebeln setzen
- Narzissen vermehren sich von selbst über Tochterzwiebeln am Zwiebelboden.
- Geteilt wird als Richtwert im Sommer, wenn das Laub verwelkt ist.
- Nur Tochterzwiebeln abnehmen, die sich schon von der Mutterzwiebel lösen.
- Weiche, matschige oder madenbesetzte Zwiebeln aussortieren.
- Große Narzissenzwiebeln kommen 15 cm tief in die Erde.
- Kleinere Zwiebeln und Tochterzwiebeln setzt du 10 cm tief.

Treibt dein Narzissenhorst im Frühjahr dichtes Laub, aber kaum noch Blüten? Dann kann es sein, dass die Zwiebeln darunter zu eng sitzen. Ich grabe solche Horste im Sommer aus, trenne Mutter- und Tochterzwiebeln und setze sie mit mehr Platz neu ein. Aus einem müden Horst werden so mehrere Pflanzstellen, und zwar mit genau deiner Sorte.
Vermehren sich Narzissen von selbst?
Ja. Narzissen bilden am Zwiebelboden Tochterzwiebeln, die zunächst in der Hülle der Mutterzwiebel heranwachsen. Nach etwa 2 bis 3 Jahren wachsen sie aus dieser Hülle heraus und lösen sich ab. Bleibt der Horst ungestört, rücken so immer mehr Zwiebeln auf engem Raum zusammen.
Bei einigen Sorten kommt die Vermehrung über Samen hinzu. Unter anderem ‘Tête à Tête’, ‘Thalia’ und ‘Quail’ können sich an ungestörten Plätzen über Tochterzwiebeln und Samen zu größeren Beständen entwickeln. Bei Lilien und Dahlien sieht Vermehrung anders aus; wie sich Zwiebel- und Knollenpflanzen allgemein vermehren lassen, zeigt der Überblick über Blumenzwiebeln.
Tochterzwiebeln entstehen vegetativ. Deshalb tragen sie grundsätzlich dieselben Erbanlagen wie die Mutterzwiebel, und aus ihnen wächst deine Sorte heran. SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. kombinieren dagegen die Erbanlagen beider Eltern, unveränderte Sortenmerkmale sind bei ihnen nicht garantiert.
Woran du erkennst, dass ein Horst geteilt werden will
Ein Horst, der lange ungestört steht, wird immer dichter. Bringt er viel Laub, aber nur noch wenige Blüten, kann die Enge der Grund sein. Ich teile deshalb nicht nach Kalender. Stattdessen schaue ich mir jeden Horst zur Blütezeit an und merke mir die schwachen.
Bevor du gräbst, prüfe zwei andere Ursachen. Narzissen brauchen für die Gartenkultur mindestens einen halben Tag Sonne. Schwaches Wachstum kann auch auf Lichtmangel oder vernässten Boden zurückgehen. Liegt dein Horst inzwischen im Schatten, ändert das Teilen allein deshalb wenig: Setz die geteilten Zwiebeln dann an einen sonnigeren Platz.
Die zweite Ursache ist das Laub. Wer grünes Laub zu früh abschneidet, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Hast du im Vorjahr früh aufgeräumt, lass das Laub diesmal stehen und beobachte die nächste Blüte, bevor du den Horst teilst.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Teilen?
Als Richtwert teilst du Narzissenhorste im Sommer, wenn die oberirdischen Pflanzenteile verwelkt sind. Bis dahin braucht das Laub seine Zeit: Nach der Blüte dauert das Einziehen im Mittel 6 bis 8 Wochen. In dieser Phase baut die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte auf. Abgeschnitten wird erst, was vollständig abgestorben ist.
Ist das Laub verschwunden, siehst du den Horst nicht mehr, und genau dann beginnt die Zeit zum Teilen. Markiere die Stellen deshalb schon im Frühjahr.
Ich stecke während der Blüte einen Stab neben jeden Horst, den ich teilen will. Im Sommer weiß ich so, wo ich die Grabegabel ansetze.
Stört dich das vergilbende Laub bis dahin, können heranwachsende Stauden und Gräser es verdecken. Welche Pflanzen gut nebeneinander passen, kannst du vorab nachschlagen.
Schritt für Schritt: Horst ausgraben und teilen
1. Horst ausheben
Ich nehme dafür die Grabegabel statt des Spatens. Die Zinken setze ich rund um den Horst ein Stück vom Rand entfernt an, damit ich nicht mitten durch die Zwiebeln steche. Lockere den Ballen von mehreren Seiten und heb ihn dann als Ganzes heraus.
Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig. In ihnen stecken Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin, die nach dem Verschlucken schwere Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Auch Haut- oder Augenkontakt kann Reizungen auslösen, deshalb trage ich beim Teilen Handschuhe. Die Zwiebeln sind nicht zum Essen; hat jemand Pflanzenteile verschluckt, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.
2. Mutter- und Tochterzwiebeln trennen
Schüttle die lose Erde ab und zieh den Ballen mit den Händen auseinander. Du siehst dann große Mutterzwiebeln und um sie herum kleinere Tochterzwiebeln. Nimm nur die Töchter ab, die sich schon lösen und keine gemeinsame Hülle mehr mit der Mutter haben. Was noch fest in der Mutterhülle steckt, bleibt dran und kommt mit ihr zusammen in die Erde.
Dafür gibt es zwei Gründe. Tochterzwiebeln wachsen erst nach etwa 2 bis 3 Jahren aus der Hülle heraus, und eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. Eine zu früh abgebrochene Tochter ist also klein. An der Mutter wächst sie dagegen bis zur nächsten Teilung weiter heran.
3. Sortieren: Was zurück in die Erde darf
Zur Weiterkultur taugen nur feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Weiche und matschige Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie. Schau dir dabei Zwiebeln mit Maden im Inneren genau an: Zusammen mit schlechtem Austrieb und ausbleibender Blüte kann das auf die Narzissenfliege hinweisen.
Kranke Zwiebeln kommen nicht auf den Hauskompost, weil Krankheitserreger bei zu niedriger RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Reinige die Grabegabel danach gründlich, bevor du an gesunden Zwiebeln weiterarbeitest. Welche Schadbilder an Zwiebeln sonst vorkommen, beschreibt der Blumenzwiebel-Überblick im Teil zu Krankheiten und Schädlingen.
Ich sortiere auf einer alten Zeitung in drei Häufchen: große Mutterzwiebeln, abgelöste Tochterzwiebeln und Ausschuss. Den Ausschuss packe ich sofort weg, damit davon nichts versehentlich wieder im Beet landet.
Mutterzwiebeln wieder einpflanzen
Die Mutterzwiebeln setze ich möglichst gleich nach dem Teilen wieder ein, dann muss ich nichts lagern. Bleibt der alte Platz, lockere ich den Boden dort gründlich und verbessere ihn mit Kompost oder gut verrottetem Mist. Narzissen brauchen einen nicht zu trockenen Boden und eignen sich für feuchtere Gartenböden eher als Tulpen. Durchlässig muss die Erde trotzdem sein, denn StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. begünstigt im Winter Fäulnis an Blumenzwiebeln. Auf schweren Böden legst du deshalb eine Drainageschicht aus Sand oder Kies unter die Zwiebeln.
| Arbeitsschritt | Richtwert |
|---|---|
| Pflanzstelle lockern | 20 cm tief, bei dickeren Zwiebeln 30 cm |
| DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. auf schweren Böden | 3 bis 5 cm Sand oder Kies unter den Zwiebeln |
| Große Narzissenzwiebeln setzen | 15 cm tief |
| Kleinere Zwiebeln und Tochterzwiebeln setzen | 10 cm tief |
| Abstand von Zwiebel zu Zwiebel | 2 bis 3 Zwiebelbreiten |
| Zwiebeln je Gruppe für eine sichtbare Wirkung | mindestens 10 |
Setz jede Zwiebel mit der Spitze nach oben ins Loch, füll es mit Erde und drück sie leicht an. Mehrere Zwiebeln an einer Stelle wirken stärker als weit verstreute Einzelzwiebeln, deshalb pflanzt du in Gruppen. Innerhalb einer Gruppe richtet sich der Abstand nach der Zwiebelbreite, große Mutterzwiebeln bekommen damit mehr Platz als kleine. Danach gießt du gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist, ohne dabei Staunässe zu erzeugen.
Machst du aus einem Horst mehrere neue Gruppen, zeichne die neuen Pflanzplätze im Beetplaner ein. Im nächsten Frühjahr siehst du dann, wo welche Gruppe steht.
Tochterzwiebeln setzen: im Beet oder im Topf
Tochterzwiebeln sind kleiner als ihre Mutter. Weil die Zwiebelgröße ein Hinweis auf die Blühkraft ist, können sie anfangs schwächer blühen. Im Beet setzt du sie 10 cm tief und hältst dieselbe Abstandsregel ein wie bei den Müttern. Ich gebe den Töchtern eine eigene Ecke, in der ihr Laub ungestört einziehen darf.
Im Topf brauchen Tochterzwiebeln ein Gefäß mit Abflussöffnung am Boden und Blumenerde als Grundsubstrat. Breite und tiefe Kästen schützen die Wurzeln im Winter besser als kleine Gefäße. Die Zwiebeln dürfen im Gefäß enger stehen als im Beet, sollen sich aber weder gegenseitig noch die Gefäßwand berühren.
Über den Winter steht das Gefäß kalt, ohne dass die Erde vernässt oder durchfriert. Wie Narzissen im Beet, im Topf oder im Lager gut durch den Winter kommen, liest du im eigenen Ratgeber dazu. Nach der Blüte darf der Topf an einen ungestörten Platz umziehen, wo das Laub weiter einzieht. Ist es abgestorben, kannst du die Zwiebeln ins Beet setzen.
Wenn du nicht sofort pflanzen kannst
Manchmal ist das neue Beet noch nicht fertig, wenn der Horst geteilt ist. Dann bewahrst du die Zwiebeln bis zum Herbst luftig und kühl auf und kontrollierst sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis. Luftdichte Beutel sind ungeeignet, weil Schwitzwasser darin Fäulnis begünstigt. Lagere die Zwiebeln außerdem getrennt von Äpfeln, denn deren ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern.
Für die Pflanzung aus dem Lager sind September und Oktober günstige Monate. Bei geeigneter Witterung geht es auch noch im November. Die Termine für weitere Zwiebelblumen stehen im Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken.
Narzissen verwildern lassen
Du musst nicht jeden Horst teilen. An einem ungestörten Platz dürfen sich Narzissen auch selbst ausbreiten; bei den oben genannten Sorten geschieht das über Tochterzwiebeln und Samen. Sollen sie sich nur über Zwiebeln vermehren, entfernst du die verblühten Köpfe. Auf einer Verwilderungsfläche lässt du sie stehen, damit Samen reifen können.
Für ein natürliches Bild streue ich die Zwiebeln aus und pflanze sie dort, wo sie liegen bleiben. Im Rasen hebst du dafür ein Rasenstück an, setzt die Zwiebeln darunter und legst das Stück wieder auf. Gemäht wird erst, wenn das Laub eingezogen ist. Weil das im Mittel 6 bis 8 Wochen nach der Blüte dauert, bleibt eine Narzissenwiese entsprechend lange ungemäht. Leg sie deshalb dort an, wo dich das hohe Gras nicht stört.
Gestalterisch lassen sich gelbe Narzissen als zusammenhängendes Band entlang eines Zauns einsetzen. Auch Blaustern passt im Frühjahrsbeet zu Narzissen, als Gestaltung und nicht als Schutz.
Für Beete mit frühlingsblühenden Zwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Wird das Laub bereits gelb, bringt weiteres Düngen keinen Nutzen mehr. Zeitpunkt und Nährstoffe im Detail behandelt der Blumenzwiebel-Überblick im Teil zu Gießen und Düngen.

