Sterngladiolen: Thripse, Pilze und Viren erkennen und bekämpfen
- Silbrige Sprenkel und verformte Blüten können auf Gladiolenthripse hindeuten.
- Bei Thripsbefall das Laub im Herbst rechtzeitig zurückschneiden, damit die Tiere nicht an die Knollen abwandern.
- Fusarium kann Knollen erst weich, dann trocken faulen lassen und mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden überdauern.
- Standweite, Luftbewegung und zur Nacht trockene Pflanzen gehören zur Vorsorge gegen Grauschimmel.
- Ein Virusverdacht lässt sich nur im Labor sicher klären; Knollen verdächtiger Pflanzen nicht weitervermehren.
- Kranke Pflanzenteile und faule Knollen gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.

Silbrige Sprenkel auf den Blättern, eine Knolle, die im Winterlager weich wird, grauer Belag auf den Blüten nach nassem Wetter: So melden sich Probleme bei Sterngladiolen. Wer die Zeichen früh bemerkt, kann kranke Pflanzen und Knollen aussortieren, bevor sie ins Winterquartier kommen. Ich gehe meine Sterngladiolen im Sommer mit der Lupe durch, drehe Blätter um und nehme im Herbst jede Knolle einzeln in die Hand. Hier geht es um Fusarium-Welke, GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., Thripse, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und das Gladiolenmosaikvirus: woran du sie erkennst und was du zuerst tust.
Die Sterngladiole heißt botanisch Gladiolus murielae. Im Handel findest du sie auch als Acidanthera callianthus und Gladiolus callianthus murielae. Ihre weißen, sternförmigen Blüten tragen ein dunkelrotes Auge und leicht rosa angehauchte Spitzen. Weil sie botanisch eine Gladiole ist, behalte ich bei ihr auch den Gladiolenthrips im Blick.
Was fehlt meinen Sterngladiolen?
Ein Schadbild ist ein Hinweis, noch keine Diagnose. Silbrige Flecken, Welke oder helle Muster können verschiedene Ursachen haben. Schwaches Wachstum etwa kann auch an Lichtmangel, nassem Boden oder Wurzelfäulen liegen. Ich schaue deshalb zuerst, wie viele Pflanzen betroffen sind und wo im Beet sie stehen. Außerdem notiere ich, was ich schon unternommen habe. Mit diesen Angaben kann dir eine Pflanzenschutzberatung weiterhelfen, wenn du allein nicht weiterkommst.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Silbrige Sprenkel, verformte Blätter oder Blüten | Thripse | Junge Blätter und Knospen mit der Lupe absuchen |
| Feine Gespinste, weißlichgelbe bis bronzefarbene Flecken | Spinnmilben | Blattunterseiten umdrehen und ansehen |
| Grauer PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. auf faulenden Blüten oder Blättern | Grauschimmel | Befallene Teile abschneiden, in den Hausmüll geben |
| Welke, Vergilben von unten, weiche oder trocken faule Knolle | Fusarium-Welke, aber auch Staunässe | Bodenfeuchte prüfen, Knolle vorsichtig freilegen |
| Mosaikartige, streifige Aufhellungen, Wuchsstörungen | Virus, verwechselbar mit Saugschäden | Pflanze markieren, Verdacht klären lassen |
| Gekräuselte Blätter, klebriger Belag | Blattläuse | Triebspitzen und Blattunterseiten absuchen |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Bei 10 °C aussäen.
Pflege
- Düngung
Bei starkem Blattwuchs und ausbleibender Blüte den Stickstoffanteil des Düngers prüfen: Ein hoher Anteil kann bei der Sterngladiole viel Laub und fehlende Blüten begünstigen.
Fusarium-Welke: Wenn Pflanze und Knolle faulen
Woran erkenne ich Fusarium-Welke?
Hinter der Fusarium-Welke stecken bodenbürtige Pilze der Gattung FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault.. An der Pflanze kann sich ein Befall zuerst durch leichte Verfärbungen an den unteren Blättern zeigen. Später können die Blätter welken, und das Vergilben kann von unten nach oben fortschreiten. Schneidest du einen solchen Stängel auf, sind die Leitbahnen mitunter bräunlich verfärbt.
Mehr verrät die Knolle. Fusarium oxysporum kann an Blumenzwiebeln eine Fäule hervorrufen, die zunächst weich ist und später trocken wird. Welke allein beweist trotzdem keinen Pilz, denn auch anhaltende Staunässe begünstigt Fäulnis.
Was tue ich bei Verdacht auf Fusarium?
Bei einer welkenden Sterngladiole prüfe ich zuerst mit dem Finger, wie nass der Boden ist. Danach lege ich die Knolle vorsichtig frei, ohne die Pflanze gleich herauszureißen. Ist die Knolle weich oder trocken faul, nehme ich die Pflanze samt Knolle heraus und gebe beides in den Hausmüll. Spaten und Schuhe säubere ich danach, weil anhaftende Erde Krankheiten verschleppen kann.
Fusarium oxysporum kann mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden oder auf Kulturmaterial überdauern und wird auch mit Substraten und Kulturgefäßen verbreitet. Wer nach einem Befall an dieselbe Stelle pflanzt oder alte Topferde weiterverwendet, setzt neue Knollen also genau dorthin, wo der Pilz noch sitzen kann. Ich pflanze darum an eine andere Stelle, entsorge die Erde aus befallenen Töpfen und reinige die Gefäße gründlich. Damit ich im nächsten Frühjahr noch weiß, wo die kranken Pflanzen standen, trage ich die Pflanzstellen in den Beetplaner ein.
Kranke Pflanzen und faule Knollen landen auf dem Kompost. Material mit Fäulen, Welkeerkrankungen oder Virusbefall gehört in den Hausmüll, weil Erreger bei zu geringer RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können.
Grauschimmel: Was tun bei grauem Belag nach nassem Wetter?
Grauschimmel erkennst du an einem grauen Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Bei Sterngladiolen schaue ich besonders auf welkende Blüten und auf Stellen, an denen Blätter lange nass bleiben. Befallene Blüten und Blätter schneide ich ab und gebe sie in den Hausmüll. Wie du Blütenstiele sauber kürzt und Sterngladiolen für die Vase erntest, zeigt der Ratgeber zum Schneiden von Sterngladiolen.
Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht trocken sind. Ich gieße deshalb morgens und direkt in den Wurzelbereich, denn so trocknen benetzte Blätter schneller ab. Im Gewächshaus, also im geschützten Anbau, gehört eine relative Luftfeuchte unter 85 % zu den Maßnahmen gegen Grauschimmel.
Thripse: silbrige Sprenkel an Blättern und Blüten
Woran erkenne ich Thripse an Sterngladiolen?
Gladiolenthripse können silbrige Sprenkelungen und Verformungen an Blättern und Blüten verursachen. Die Tiere sind klein, darum suche ich junge Blätter und Knospen mit der Lupe ab. Zusätzlich achte ich auf schwarze Kotpunkte, denn bei Zimmerpflanzen sprechen silbrige Flecken zusammen mit solchen Punkten für Thripsbefall. Findest du stattdessen feine Gespinste, deutet das eher auf Spinnmilben.
Was tue ich gegen Thripse?
Stark gesprenkelte Blätter und verformte Blüten schneide ich ab und entsorge sie über den Hausmüll. Der zweite Handgriff gehört in den Herbst. Bei Befall mit Gladiolenthripsen schneidest du das Laub rechtzeitig zurück, damit die Thripse nicht in ihre Winterquartiere an den Knollen abwandern. Weil Sterngladiolen frostfrei überwintern, nimmst du mit spät geschnittenem Laub womöglich die Thripse gleich mit ins Winterquartier.
Beim Ausgraben lege ich die Knollen jeder Pflanzstelle in eine eigene, beschriftete Kiste. Fällt mir im Lager eine weiche Knolle auf, sehe ich mir die übrigen Knollen aus derselben Kiste besonders genau an.
Thripse können außerdem Viren übertragen, an Dahlien etwa das Tomatenbronzefleckenvirus. Stehen Dahlien in der Nähe, findest du im Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Dahlien erkennst, die passenden Schadbilder.
Spinnmilben: feine Gespinste auf der Blattunterseite
Spinnmilben saugen überwiegend an den Blattunterseiten. Dabei können feine Gespinste entstehen und Flecken, die zunächst weißlichgelb sind und später bräunlich oder bronzefarben werden. Bei gesprenkelten Blättern drehe ich deshalb immer auch die Unterseite um.
Wie gehe ich gegen Spinnmilben vor?
Ich setze auf frühes Erkennen und entferne stark befallene Blätter über den Hausmüll. Wie du Spinnmilben und anderen Schädlingen ohne Mittel begegnest, also vorbeugst, kontrollierst und mechanisch eingreifst, beschreibt der Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Gladiolenmosaikvirus: Wenn die Blätter Muster bekommen
Woran erkenne ich einen Virusverdacht?
Beim Gladiolenmosaikvirus können mosaikartige Verfärbungen sowie streifige oder fleckige Aufhellungen auf den Blättern auftreten. Mitunter kommen Wuchsstörungen, Verformungen und weniger Blüten hinzu. Solche Muster begründen einen Verdacht, mehr nicht. Bei Viren wie dem Tomatenbronzefleckenvirus sichern Mosaikflecken oder Wuchsstörungen allein keine Diagnose, weil sich die Schadbilder verwechseln lassen. Sicher klären lässt sich ein Virus nur im Labor.
„Helle Streifen auf dem Blatt bedeuten Virus.“ Nicht zwingend. Auch Thripse und Spinnmilben hinterlassen beim Saugen helle Sprenkel, und an dunkel blühenden Tulpen können Gallmilben Blütenstreifen verursachen, die mit Virussymptomen verwechselt werden. Gewissheit bringt erst eine Laboruntersuchung.
Was tue ich bei Virusverdacht?
Viren wie das Tomatenbronzefleckenvirus lassen sich in befallenen Pflanzen nicht direkt bekämpfen. Auch die Iris-Mosaikviren lassen sich nicht wirksam chemisch bekämpfen. Eine verdächtige Sterngladiole markiere ich deshalb mit einem Stab und lasse den Verdacht über eine Pflanzenschutzberatung klären. Bestätigt sich das Virus, nehme ich die Pflanze samt Knolle heraus und entsorge sie über den Hausmüll.
Manche Viren werden mit vegetativ vermehrtem, infiziertem Pflanzenmaterial weitergegeben, das Tomatenbronzefleckenvirus zum Beispiel. Beim Dahlienmosaik bringen erkrankte Knollen auch im Folgejahr kranke Pflanzen hervor. Die Knollen einer verdächtigen Sterngladiole nehme ich darum nicht zur Weiterkultur, auch wenn sie fest und gesund aussehen.
Welche Rolle spielen Blattläuse?
Beim Dahlienmosaik geben Blattläuse und infizierte Knollen das Virus weiter, deshalb halte ich auch an Sterngladiolen Blattläuse klein. Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können gekräuselte Blätter sowie HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. verursachen, auf dem später Rußtau entstehen kann. Einen schwachen Befall spritze ich mit einem kräftigen Wasserstrahl ab.
Wie beuge ich Krankheiten und Schädlingen vor?
Vorbeugen beginnt beim Kauf. Ich wähle feste, gesunde Knollen ohne weiche, kranke oder angefressene Stellen. Sterngladiolen brauchen lockeren, humusreichen Boden ohne Staunässe, und ich gebe ihnen einen Platz in voller Sonne. Schweren Boden lockere ich vorher mit grobem Sand auf, damit Wasser besser abzieht.
Beim Düngen prüfe ich den Stickstoffanteil. Ein hoher Anteil kann bei der Sterngladiole viel Laub und fehlende Blüten begünstigen. Stark stickstoffbetonte Düngung kann im Garten außerdem einen stärkeren Blattlausbesatz fördern. Wer Blattläuse als mögliche Virusüberträger kleinhalten will, schaut also schon beim Düngen auf den Stickstoff.
Im Herbst kommen Sterngladiolen als nicht winterfeste Sommerknollen vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach ins frostfreie Winterquartier. Luftdichte Beutel meide ich beim Lagern, weil sich darin Schwitzwasser bildet, das Fäulnis begünstigt. Unsachgemäße Lagerung kann bei Blumenzwiebeln außerdem zu Penicillium-Schimmel führen.
Vor dem Einlagern nehme ich jede Knolle in die Hand. Fest, trocken und ohne Schimmel darf sie ins Winterquartier. Weiche, matschige oder angefressene Knollen sortiere ich aus und entsorge sie. Knollen von Pflanzen mit Fusarium- oder Virusverdacht lagere ich gar nicht erst ein.
Nützlinge, Hausmittel, Chemie: Was bleibt, wenn Vorbeugen nicht reicht?
Gekaufte Nützlinge sind im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll. Eine pflanzliche Herkunft allein macht ein Mittel auch noch nicht zum zugelassenen Grundstoff für den Pflanzenschutz. Was du stattdessen tun kannst, steht im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge.
Bleibt ein Befall trotz allem stark, kommt als letztes Mittel nur ein Pflanzenschutzmittel infrage, das für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Du setzt es ausschließlich für die in der Gebrauchsanleitung genannte Kombination aus Kultur und SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. ein, trägst Schutzkleidung und beachtest Wartezeit und Entsorgungshinweise. Bedenke, dass ein solches Mittel auch Nützlinge treffen kann; die allgemeinen Sicherheitsregeln fasst derselbe Abschnitt zusammen.
Stehen neben den Sterngladiolen auch Dahlien im Beet, lohnt ein Blick auf deren KnollenfäuleKnollenfäule meint meist den Befall von Kartoffelknollen durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule; die Knollen faulen oft erst im Lager. Allgemeiner heißt so jede Fäulnis an Knollen, auch an Blumenknollen.. Wie du sie bei Seerosendahlien erkennst und welche Sorten das Risiko senken können, zeigt der Ratgeber zu Krankheiten bei Seerosendahlien.

