Indianernessel für Einsteiger: Sorte wählen, auspflanzen, teilen und ernten
- Die Indianernessel heißt auch Goldmelisse (Monarda didyma), ist mehrjährig, winterhart und gilt im Pflegeaufwand als mittel.
- 'Jacob Cline' erhielt in einer Staudensichtung die Bewertung gut, vollständig widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und Blattflecken war keine geprüfte Form.
- Auspflanzen mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand, Topfballen vorher in Wasser tauchen.
- Beim Teilen braucht jedes etwa faustgroße Stück mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Blätter und Blüten würzen Fleisch, Fisch, Salat, Gemüse und Desserts und ergeben einen Kräutertee; gegessen wird nur, was sicher bestimmt ist.

Die Indianernessel bringt dir von Juli bis September duftende Blüten ins Beet, und Blätter wie Blüten kannst du in Küche und Tee verwenden. Ein Selbstläufer ist sie trotzdem nicht, denn Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. und Blattflecken können auch gut bewertete Sorten treffen. Ihr Pflegeaufwand ist mittel. Ich plane bei neuen Indianernesseln deshalb von Anfang an Luft zwischen den Pflanzen ein.
Goldmelisse ist der deutsche Name von Monarda didyma, im Garten heißt sie auch Indianernessel. Alle Angaben hier beziehen sich auf diese Art. Achte beim Kauf von Saatgut und Pflanzen deshalb auf den botanischen Namen auf Etikett oder Tüte.
Welche Indianernessel eignet sich für den Anfang?
Bei der Sortenwahl hilft der Blick auf Sichtungsergebnisse. In einer vergleichenden Staudensichtung erhielt Monarda didyma ‘Jacob Cline’ die Bewertung gut. Vollständig widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und Blattflecken war dort allerdings keine der geprüften Formen. Die Sorte allein schützt also nicht. Gegen Echten Mehltau helfen vorbeugend ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Abstand und Licht legst du damit schon beim Auspflanzen fest.
Überleg dir außerdem, wofür du die Pflanze haben willst. Monarda didyma duftet, eignet sich als Schnittblume und passt in Rabatten, Bauerngärten und Gärten für Schmetterlinge und andere Bestäuber. Wie du mit der Indianernessel als Bienenweide die Artenvielfalt förderst, beschreibt der Ratgeber dazu.
Ich kaufe Saatgut und Pflanzen nur mit botanischem Namen und Sortennamen auf dem Etikett. So weiß ich beim Teilen und beim Ernten für den Tee, welche Pflanze vor mir steht.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist ton- oder humusreicher Boden.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte feucht und gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich als Rabattenpflanze sowie in Bauerngärten und Gärten für Schmetterlinge und andere Bestäuber.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur dünn abdecken.
Pflege
- Pflege
Der Pflegeaufwand ist mittel.
- Düngung
Indianernessel im Garten im Frühjahr mit Kompost versorgen. Bei Bedarf im Juni mit einem organischen Langzeitdünger nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Solitärpflanzung und Rabatten.
Wo fühlt sich die Indianernessel wohl, und was passt daneben?
Die Indianernessel bevorzugt volle Sonne, verträgt etwas Schatten und will einen feuchten, gut durchlässigen Boden. Wie du den passenden Platz nach Licht und Bodenfeuchte findest, zeigt der Ratgeber dazu. Ist dein Boden schwer, sandig oder verdichtet, lies nach, wie du den Boden für Indianernesseln verbesserst.
Als Nachbarn wählst du Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Licht und Boden. Welche Begleitpflanzen zur Indianernessel passen und wie du sie kombinierst, findest du im Beitrag zur Gartengestaltung.
Wie ziehst du Indianernesseln aus Samen vor?
Für die Vorkultur säst du die Samen in feuchtes Anzuchtsubstrat oder Kräutererde und deckst sie nur dünn ab. Die KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. liegt bei 18 bis 20 °C. Einen Überblick über Aussaatzeiten gibt dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken, und wann und mit welcher Methode du Indianernesseln aussäst, erklärt der Ratgeber dazu.
So pflanzt du die Indianernessel aus
Ob gekauft oder selbst vorgezogen, im Beet ist der Ablauf derselbe. Zuerst entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden. Neigt die Stelle zu Staunässe, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen.
Selbst gezogene Jungpflanzen härtest du vorher etwa eine Woche ab, an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Vor dem Pflanzen tauchst du jeden Topfballen ganz in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ich stelle die Töpfe dafür in einen Eimer und warte, bis es nicht mehr blubbert.
Setz die Pflanze so tief, dass 1 cm Erde über dem WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. liegt. In der Reihe hält jede Pflanze 30 cm Abstand zur nächsten. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 30 cm frei. Danach gießt du die Pflanze kräftig an. Ich halte die Abstände auch dann ein, wenn das Beet im ersten Sommer noch lückig aussieht.
Wenn du die Reihen vorher mit dem Beetplaner einteilst, siehst du schon vor dem Kauf, wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen.
In den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. braucht die neue Pflanzung bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m². Wie viel, wie oft und mit welcher Technik du Indianernesseln später gießt, steht im Ratgeber zur Bewässerung.
Wann und wie teilst du die Indianernessel?
Teilen dient bei Stauden zugleich der Vermehrung und der Verjüngung, und Monarda didyma lässt sich durch Teilung vermehren. Als Orientierung für Stauden, die sich zum Verjüngen eignen, gilt: Lässt die Blühleistung nach, kann Teilen und Neupflanzen nach 3 bis 5 Jahren nötig werden. Ich schaue deshalb im Sommer genau hin, wie reich meine Horste noch blühen.
Grab den Horst aus und teile den Wurzelstock in etwa faustgroße Stücke. Jedes Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Stücke ohne beides setzt du nicht wieder ein. Die Teilstücke pflanzt du wie Jungpflanzen, mit 30 cm Abstand in der Reihe und ebenso viel zwischen den Reihen.
Ich lege die Teilstücke vor dem Einpflanzen nebeneinander auf eine Plane. So prüfe ich jedes Stück auf ein Auge oder eine Triebspitze, bevor es zurück ins Beet kommt.
Willst du genau deine Sorte vermehren, teilst du sie, statt Samen zu ernten. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen, während die Teilung bei Monarda didyma ohne Umweg über die Saat funktioniert.
Pflege im Jahreslauf: Dünger, Ausputzen, Winter und Schädlinge
Im Frühjahr versorgst du die Indianernessel mit Kompost. Bei Bedarf düngst du im Juni mit einem organischen LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. nach. Wie Stauden je nach Art gedüngt werden, von Kompost bis gar nicht, fasst der Überblick zu Stauden und Ziergräsern zusammen.
Verblühte BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. kannst du ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung.. Wie du die Blütezeit der Indianernessel durch Ausputzen und Rückschnitt verlängerst, erklärt der Ratgeber dazu.
Die Goldmelisse ist winterhart. Gesundes Laub und standfeste Stängel dürfen über Winter stehen bleiben und werden erst im Spätwinter zurückgeschnitten, pilzbefallene Blätter entfernst du dagegen schon im Herbst. Wie die Pflanze im Winter aussieht und was sie in der kalten Jahreszeit braucht, beschreibt der Ratgeber dazu.
Gegen Krankheiten und Schädlinge gehst du in Stufen vor: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Woran du Krankheiten und Schädlinge der Indianernessel erkennst und wie du ihnen vorbeugst, zeigt der Ratgeber dazu.
Blüten und Blätter für Küche und Tee
Blätter und Blüten von Monarda didyma kannst du zum Würzen nehmen. Sie passen zu Fleisch, Fisch, Salat, Gemüse und Desserts. Ich streue die Blüten zuletzt über einen Salat und gebe die Blätter zu Gemüse.
Aus Blättern und Blüten lässt sich außerdem ein Kräutertee zubereiten. Wie viel davon in die Tasse kommt, findest du über den Geschmack heraus. Frische Blüten hast du von Juli bis September.
Ich pflücke für Küche und Tee nur Blätter ohne Belag oder Flecken. Den Tee trinke ich als Getränk aus dem eigenen Garten. Heilwirkungen, die der Pflanze nachgesagt werden, ersetzen keinen ärztlichen Rat.
Iss nur, was du sicher als essbar bestimmt hast. Ernte deshalb nur von Pflanzen, deren botanischen Namen du kennst, und verzichte im Zweifel auf den Verzehr.
Steck beim Pflanzen ein Schild mit botanischem Namen, Sorte und Pflanzjahr dazu. Dann weißt du beim Ernten, welche Pflanze du vor dir hast, und beim Teilen, wie alt der Horst ist.





