Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Indianernessel für Einsteiger: Sorte wählen, auspflanzen, teilen und ernten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Indianernessel heißt auch Goldmelisse (Monarda didyma), ist mehrjährig, winterhart und gilt im Pflegeaufwand als mittel.
  • 'Jacob Cline' erhielt in einer Staudensichtung die Bewertung gut, vollständig widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und Blattflecken war keine geprüfte Form.
  • Auspflanzen mit 30 cm Abstand in der Reihe und 30 cm Reihenabstand, Topfballen vorher in Wasser tauchen.
  • Beim Teilen braucht jedes etwa faustgroße Stück mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
  • Blätter und Blüten würzen Fleisch, Fisch, Salat, Gemüse und Desserts und ergeben einen Kräutertee; gegessen wird nur, was sicher bestimmt ist.
Ein Kolibri saugt Nektar aus den leuchtend roten Blüten einer Indianernessel (Monarda didyma) in einem Garten.
Foto: Chris F · Pexels License · Quelle ↗

Die Indianernessel bringt dir von Juli bis September duftende Blüten ins Beet, und Blätter wie Blüten kannst du in Küche und Tee verwenden. Ein Selbstläufer ist sie trotzdem nicht, denn Echter Mehltau und Blattflecken können auch gut bewertete Sorten treffen. Ihr Pflegeaufwand ist mittel. Ich plane bei neuen Indianernesseln deshalb von Anfang an Luft zwischen den Pflanzen ein.

Kurz erklärt

Goldmelisse ist der deutsche Name von Monarda didyma, im Garten heißt sie auch Indianernessel. Alle Angaben hier beziehen sich auf diese Art. Achte beim Kauf von Saatgut und Pflanzen deshalb auf den botanischen Namen auf Etikett oder Tüte.

Welche Indianernessel eignet sich für den Anfang?

Bei der Sortenwahl hilft der Blick auf Sichtungsergebnisse. In einer vergleichenden Staudensichtung erhielt Monarda didyma ‘Jacob Cline’ die Bewertung gut. Vollständig widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und Blattflecken war dort allerdings keine der geprüften Formen. Die Sorte allein schützt also nicht. Gegen Echten Mehltau helfen vorbeugend ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Abstand und Licht legst du damit schon beim Auspflanzen fest.

Überleg dir außerdem, wofür du die Pflanze haben willst. Monarda didyma duftet, eignet sich als Schnittblume und passt in Rabatten, Bauerngärten und Gärten für Schmetterlinge und andere Bestäuber. Wie du mit der Indianernessel als Bienenweide die Artenvielfalt förderst, beschreibt der Ratgeber dazu.

Ich kaufe Saatgut und Pflanzen nur mit botanischem Namen und Sortennamen auf dem Etikett. So weiß ich beim Teilen und beim Ernten für den Tee, welche Pflanze vor mir steht.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Geeignet ist ton- oder humusreicher Boden.

Bodenreaktion

Saure bis neutrale Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte feucht und gut durchlässig sein.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich als Rabattenpflanze sowie in Bauerngärten und Gärten für Schmetterlinge und andere Bestäuber.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Samen nur dünn abdecken.

Pflege

Pflege

Der Pflegeaufwand ist mittel.

Düngung

Indianernessel im Garten im Frühjahr mit Kompost versorgen. Bei Bedarf im Juni mit einem organischen Langzeitdünger nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich für Solitärpflanzung und Rabatten.

Aussaatkalender Goldmelisse
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Wo fühlt sich die Indianernessel wohl, und was passt daneben?

Die Indianernessel bevorzugt volle Sonne, verträgt etwas Schatten und will einen feuchten, gut durchlässigen Boden. Wie du den passenden Platz nach Licht und Bodenfeuchte findest, zeigt der Ratgeber dazu. Ist dein Boden schwer, sandig oder verdichtet, lies nach, wie du den Boden für Indianernesseln verbesserst.

Als Nachbarn wählst du Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Licht und Boden. Welche Begleitpflanzen zur Indianernessel passen und wie du sie kombinierst, findest du im Beitrag zur Gartengestaltung.

Wie ziehst du Indianernesseln aus Samen vor?

Für die Vorkultur säst du die Samen in feuchtes Anzuchtsubstrat oder Kräutererde und deckst sie nur dünn ab. Die Keimtemperatur liegt bei 18 bis 20 °C. Einen Überblick über Aussaatzeiten gibt dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken, und wann und mit welcher Methode du Indianernesseln aussäst, erklärt der Ratgeber dazu.

So pflanzt du die Indianernessel aus

Ob gekauft oder selbst vorgezogen, im Beet ist der Ablauf derselbe. Zuerst entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden. Neigt die Stelle zu Staunässe, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen.

Selbst gezogene Jungpflanzen härtest du vorher etwa eine Woche ab, an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Vor dem Pflanzen tauchst du jeden Topfballen ganz in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ich stelle die Töpfe dafür in einen Eimer und warte, bis es nicht mehr blubbert.

Setz die Pflanze so tief, dass 1 cm Erde über dem Wurzelballen liegt. In der Reihe hält jede Pflanze 30 cm Abstand zur nächsten. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 30 cm frei. Danach gießt du die Pflanze kräftig an. Ich halte die Abstände auch dann ein, wenn das Beet im ersten Sommer noch lückig aussieht.

Tipp

Wenn du die Reihen vorher mit dem Beetplaner einteilst, siehst du schon vor dem Kauf, wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen.

In den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden braucht die neue Pflanzung bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m². Wie viel, wie oft und mit welcher Technik du Indianernesseln später gießt, steht im Ratgeber zur Bewässerung.

Wann und wie teilst du die Indianernessel?

Teilen dient bei Stauden zugleich der Vermehrung und der Verjüngung, und Monarda didyma lässt sich durch Teilung vermehren. Als Orientierung für Stauden, die sich zum Verjüngen eignen, gilt: Lässt die Blühleistung nach, kann Teilen und Neupflanzen nach 3 bis 5 Jahren nötig werden. Ich schaue deshalb im Sommer genau hin, wie reich meine Horste noch blühen.

Grab den Horst aus und teile den Wurzelstock in etwa faustgroße Stücke. Jedes Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Stücke ohne beides setzt du nicht wieder ein. Die Teilstücke pflanzt du wie Jungpflanzen, mit 30 cm Abstand in der Reihe und ebenso viel zwischen den Reihen.

Marias Erfahrung

Ich lege die Teilstücke vor dem Einpflanzen nebeneinander auf eine Plane. So prüfe ich jedes Stück auf ein Auge oder eine Triebspitze, bevor es zurück ins Beet kommt.

Willst du genau deine Sorte vermehren, teilst du sie, statt Samen zu ernten. Bei Hybridsorten können Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen, während die Teilung bei Monarda didyma ohne Umweg über die Saat funktioniert.

Pflege im Jahreslauf: Dünger, Ausputzen, Winter und Schädlinge

Im Frühjahr versorgst du die Indianernessel mit Kompost. Bei Bedarf düngst du im Juni mit einem organischen Langzeitdünger nach. Wie Stauden je nach Art gedüngt werden, von Kompost bis gar nicht, fasst der Überblick zu Stauden und Ziergräsern zusammen.

Verblühte Blütenstände kannst du ausputzen. Wie du die Blütezeit der Indianernessel durch Ausputzen und Rückschnitt verlängerst, erklärt der Ratgeber dazu.

Die Goldmelisse ist winterhart. Gesundes Laub und standfeste Stängel dürfen über Winter stehen bleiben und werden erst im Spätwinter zurückgeschnitten, pilzbefallene Blätter entfernst du dagegen schon im Herbst. Wie die Pflanze im Winter aussieht und was sie in der kalten Jahreszeit braucht, beschreibt der Ratgeber dazu.

Gegen Krankheiten und Schädlinge gehst du in Stufen vor: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Woran du Krankheiten und Schädlinge der Indianernessel erkennst und wie du ihnen vorbeugst, zeigt der Ratgeber dazu.

Blüten und Blätter für Küche und Tee

Blätter und Blüten von Monarda didyma kannst du zum Würzen nehmen. Sie passen zu Fleisch, Fisch, Salat, Gemüse und Desserts. Ich streue die Blüten zuletzt über einen Salat und gebe die Blätter zu Gemüse.

Aus Blättern und Blüten lässt sich außerdem ein Kräutertee zubereiten. Wie viel davon in die Tasse kommt, findest du über den Geschmack heraus. Frische Blüten hast du von Juli bis September.

Ich pflücke für Küche und Tee nur Blätter ohne Belag oder Flecken. Den Tee trinke ich als Getränk aus dem eigenen Garten. Heilwirkungen, die der Pflanze nachgesagt werden, ersetzen keinen ärztlichen Rat.

Achtung

Iss nur, was du sicher als essbar bestimmt hast. Ernte deshalb nur von Pflanzen, deren botanischen Namen du kennst, und verzichte im Zweifel auf den Verzehr.

Jetzt dran

Steck beim Pflanzen ein Schild mit botanischem Namen, Sorte und Pflanzjahr dazu. Dann weißt du beim Ernten, welche Pflanze du vor dir hast, und beim Teilen, wie alt der Horst ist.

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Häufige Fragen

Welche Standortanforderungen stellt die Indianernessel an den Garten?
Die Indianernessel, botanisch Monarda didyma, bevorzugt volle Sonne und verträgt etwas Schatten. Der Boden sollte feucht und zugleich gut durchlässig sein, ton- oder humusreiche Böden mit saurer bis neutraler Reaktion passen zu ihr. Ausreichende Pflanzabstände und gute Belichtung helfen außerdem vorbeugend gegen Echten Mehltau.
Wann und wie vermehrt man die Indianernessel?
Monarda didyma lässt sich durch Teilung vermehren, wobei jedes etwa faustgroße Teilstück mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze braucht. Lässt die Blühleistung nach, kann Teilen und Neupflanzen nach 3 bis 5 Jahren nötig werden. Für die Aussaat säst du in feuchtes Anzuchtsubstrat oder Kräutererde und deckst die Samen nur dünn ab. Die Keimtemperatur liegt bei 18 bis 20 °C.
Kann man Blüten und Blätter der Indianernessel essen und wie verwendet man sie in der Küche?
Blätter und Blüten von Monarda didyma können Fleisch, Fisch, Salat, Gemüse und Desserts würzen. Außerdem lässt sich aus ihnen ein Kräutertee zubereiten. Ernte dafür nur von Pflanzen, die du sicher als essbar bestimmt hast, und verzichte im Zweifel auf den Verzehr.
Worin unterscheiden sich Indianernessel und Goldmelisse voneinander?
Goldmelisse ist der deutsche Name von Monarda didyma, die im Garten auch Indianernessel genannt wird. Bei dieser Art meinen beide Namen also dieselbe Pflanze. Für Pflege, Aussaat und Küche ist der botanische Name auf Etikett oder Saattüte die verlässliche Angabe.
Welche Monarda-Sorten eignen sich für Gartenanfänger?
In einer vergleichenden Staudensichtung erhielt Monarda didyma 'Jacob Cline' die Bewertung gut. Vollständig widerstandsfähig gegen Echten Mehltau und Blattflecken war dort allerdings keine der geprüften Formen. Neben der Sortenwahl helfen deshalb ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung vorbeugend gegen Echten Mehltau.
Stimmt es, dass die Indianernessel winterempfindlich ist und besonderen Schutz braucht?
Monarda didyma gilt als winterhart und ist mehrjährig. Im Beet können standfeste Stängel und Fruchtstände über Winter stehen bleiben und werden erst im Spätwinter zurückgeschnitten. Steht die Pflanze im Topf, isolierst du das Gefäß so, dass du weiterhin gießen kannst.
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