Kompost für Bambus und Ziergräser: wann, wie viel und für welche Gräser
- Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird.
- Im ganzen Garten gilt: höchstens 2 bis 3 l Kompost je m² und Jahr, sonst droht eine Phosphatüberdüngung.
- Für Bambus ist ein stickstoffbetonter Dünger mit wenig Phosphor empfohlen; Stickstoff liefern zusätzlich Hornspäne oder kompostierter Mist.
- Gräser frischer bis feuchter Böden können im Frühjahr Kompost bekommen, Gräser trockener, durchlässiger Böden erst bei erkennbarem Mangel.
- Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen.

Kompost unter Bambus und Ziergräsern gilt als sichere Sache, doch auf die Menge kommt es an. Auch Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen, und für Bambus ist gerade ein Dünger mit wenig Phosphor empfohlen. Bei Gräsern trockener, durchlässiger Böden stellt sich sogar die Frage, ob sie Kompost überhaupt brauchen. Ich messe deshalb jede Fläche aus, bevor ich Kompost verteile, und richte mich nach Jahreszeit und Standort der Pflanze.
Was Kompost für Bambus und Gräser leistet
Kompost wirkt auf zwei Wegen: Er verbessert den Boden und liefert Nährstoffe. Schwere Böden lockert er, leichte Böden speichern mit ihm mehr Wasser und Nährstoffe. Die Nährstoffe sind organisch gebunden und werden erst frei, wenn BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. das Material zersetzen. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen diese Freisetzung gemeinsam. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe wird aus organischem Material dagegen kaum etwas frei.
Für Bambus ist ein stickstoffbetonter LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. mit wenig Phosphor empfohlen. Kompost liefert zwar Nährstoffe, kann den Boden aber auch mit Phosphat überversorgen. Wer Bambus nur mit reichlich Kompost versorgt, reichert also ausgerechnet den Nährstoff an, den der empfohlene Bambusdünger knapp hält. Ich nutze Kompost beim Bambus deshalb für Boden und Grundversorgung und gebe den Stickstoff zusätzlich organisch.
Welche Nährstoffe dabei zählen
Stickstoff braucht die Pflanze für Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und das Wachstum von Blättern und Trieben. Kalium regelt über den Zellinnendruck den Wasserhaushalt, Phosphor ist dagegen kein pauschaler Blühverstärker. Wie viel von den Spurennährstoffen verfügbar ist, hängt stark vom Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. ab; mehr zu Haupt- und Spurennährstoffen steht im Abschnitt Düngen des Überblicks zu Stauden und Ziergräsern.
Bambus mit Kompost versorgen
Wann bekommt Bambus Kompost?
Ich bringe Kompost unter dem Bambus im Spätwinter oder Frühjahr aus, nie im Herbst. Eine Gabe in diesem Zeitfenster vermindert die Nitratauswaschung gegenüber einer Herbstgabe. Weil Wärme und Bodenfeuchte die Freisetzung beschleunigen, liegt Kompost aus dem Spätwinter schon bereit, wenn sich der Boden erwärmt und die Nährstoffe frei werden.
Zusätzlichen Stickstoff gibst du nur während der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Ab dem Spätsommer unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit die Pflanzen ausreichend aushärten.
Für die Aufnahme der Nährstoffe braucht der Boden ausreichend Feuchte, denn Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Bambus braucht auch im Winter bei frostfreiem Boden Wasser nach Bedarf. Staunässe kann dagegen Wurzeln und Rhizome faulen lassen.
Wie viel Kompost verträgt der Boden unter dem Bambus?
Für den ganzen Garten gilt eine Obergrenze: Im Jahr sollen es höchstens 2 bis 3 l Kompost je m² sein, damit der Boden nicht mit Phosphat überdüngt wird. Das gilt auch für die Fläche unter dem Bambus. Die Menge bezieht sich immer auf die Fläche und nicht auf die einzelne Pflanze. Kompost liefert Nährstoffe, die du bei jeder weiteren Düngung mitrechnest.
Höchstens 2 bis 3 l Kompost je m² und Jahr, ausgebracht im Spätwinter oder Frühjahr. Bei regelmäßigen Kompostgaben lässt du den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen.
Gib den Kompost möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Halme und Blätter. Ich verteile ihn gleichmäßig auf der Oberfläche und harke ihn höchstens leicht ein.
Ich messe die Fläche, die der Bambus einnimmt, mit dem Zollstock aus und notiere die Quadratmeter. Dann fülle ich die Jahresmenge in einen Eimer mit Literskala, bevor ich mit dem Verteilen anfange.
Horstbambus oder Ausläuferbambus: wohin der Kompost gehört
Je nach Gattung und Art breiten sich Bambusrhizome flächig aus oder bilden eher geschlossene Horste. Die Obergrenze je Quadratmeter gilt für jede Bambusart gleich, der Unterschied liegt in der Fläche, die du versorgst. Beim Horstbambus verteile ich den Kompost auf der Fläche rund um den Horst.
Stark ausläuferbildender Bambus braucht eine widerstandsfähige Rhizomsperre. Bei solchen Pflanzungen bringe ich den Kompost nur innerhalb der Sperre aus, also auf der Fläche, die der Bambus besetzen darf.
Ob ein Bambus Horste bildet oder AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. treibt, hängt von Gattung und Art ab, nicht von der Wuchshöhe. Auch niedrige Bambusse der Gattungen Pleioblastus und Sasa können stark ausläufertreibend sein und brauchen deshalb eine Rhizomsperre.
Den allgemeinen Düngebedarf je Bambusart beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Bambus nach Wuchstyp und Wachstumsphase düngst.
Stickstoff zusätzlich: Hornspäne und Mist
Für den Stickstoff kommen beim Bambus organische Quellen wie Hornspäne oder Mist infrage. Mist kompostierst du vor dem Einsatz, Hornspäne geben ihren Stickstoff erst durch mikrobiellen Abbau und damit langsamer frei als mineralische Dünger. Wie du Kompost mit solchen Düngern kombinierst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Bambus und Gräser mit organischen Düngern umweltschonend versorgst.
Bambus und Gräser im Kübel
Im Kübel hängt die Versorgung am Substrat, und auch vorgedüngte torffreie Erden können Stickstoff nur eingeschränkt bereitstellen. In selbst gemischter Balkonkastenerde darf vollständig verrotteter Kompost höchstens 30 % ausmachen. Wie du Bambus und Ziergräser im Kübel nach Gefäß, Substrat und Art düngst, erklärt der Ratgeber dazu.
Ziergräser mit Kompost versorgen
Bei Ziergräsern entscheidet der Standort der Art, ob und wie viel Kompost sinnvoll ist. Manche Gräser wollen frische bis feuchte, nährstoffreiche Böden, andere trockene, durchlässige Böden in voller Sonne. Ich ordne meine Gräser deshalb zuerst einer der beiden Gruppen zu.
Welche Gräser Kompost bekommen und welche nicht
| Gruppe | Beispiele | Standort | Kompost |
|---|---|---|---|
| Gräser frischer bis feuchter Böden | Plattährengras, Pfeifengras (Molinia arundinacea, Molinia caerulea), Pennisetum alopecuroides, weißrandige Japan-Segge | frisch bis feucht, beim Plattährengras nährstoffreich, bei der Japan-Segge humos im Halbschatten oder Schatten | im Spätwinter oder Frühjahr, höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr |
| Gräser trockener, durchlässiger Böden | Blau- und Schafschwingel, Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima), Moskitogras, Wimper-Perlgras, Pennisetum orientale | sonnig und warm, eher trocken, Sand-, Stein- oder Kalkboden | erst bei erkennbarem Mangel, als Abdeckung mineralischer Mulch |
Gräser frischer bis feuchter Böden bekommen bei mir im Spätwinter Kompost, innerhalb der Jahresobergrenze. Die Japan-Segge verträgt Sonne nur bei ausreichender Bodenfeuchte, und Kompost verbessert auf leichten Böden die Wasserspeicherung. Auf leichtem Boden in sonnigerer Lage kann ihr eine Kompostgabe also gerade beim Wasser helfen.
Für Gräser trockener, durchlässiger Böden halte ich mich an die Regel für Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte: Gedüngt wird erst, wenn ein Mangel erkennbar ist. Bei solchen Stauden kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Im Kiesbeet ist Rindenmulch für diese Gräser ungeeignet, weil er ein feucht-saures Milieu schafft. Für bepflanzte Kiesbeete wird mineralischer Mulch in einer 5 bis 7 cm starken Schicht aufgetragen. Die Körnung liegt dabei bei 8 bis 16 mm.
„Kompost ist natürlich, davon kann es nicht zu viel geben.“ Doch: Auch Kompost kann den Boden mit Phosphat überversorgen. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du weitere Kompostgaben ein.
Wachsen deine Gräser in einem gemischten Staudenbeet, richtest du die Gabe auch nach den Stauden aus; wie du Kompost bei Stauden und Bodendeckern dosierst, zeigt der Ratgeber dazu.
Kompost bei der Neupflanzung von Gräsern
Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden bereits erwärmt ist; Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Vor der Neuanlage nimmst du eine Bodenprobe aus zehn bis fünfzehn gleichmäßig verteilten Einstichen, bevor du düngst. Bis die Gräser fest verwurzelt sind, brauchen auch trockenheitsverträgliche Arten eine verlässliche Wasserversorgung.
Roher Rindenmulch rund um frisch gepflanzte Gräser. Er bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet; kompostierten RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. kannst du dagegen zur Bodenverbesserung einarbeiten.
Mulchen mit Kompost bei Ziergräsern
Eine organische Mulchdecke vermindert die Verdunstung und das Aufheizen des Bodens. Außerdem hält die Decke die Bodenfeuchte länger und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Als Mulch taugt aber nicht jeder Kompost. Für groben, holzigen Mulchkompost mit geringem Feinanteil ist in kommunalen Pflanzungen eine Schicht von 2 bis 4 cm empfohlen. Feinen Gartenkompost verteile ich dagegen nicht als dicke Decke, denn für ihn gilt weiter die Jahresobergrenze.
Für feuchtere und gehölznahe Staudenpflanzungen kommen Rindenhumus oder Rindenkompost infrage, für trockene Freiflächen mineralische Materialien. Kohlenstoffreiches organisches Mulchmaterial kann beim Abbau vorübergehend Stickstoff binden und so einen Stickstoffmangel begünstigen. Nach dem Mulchen schaue ich mir die Gräser deshalb beim nächsten Rundgang genauer an.
Wann du die Kompostgabe zurückfährst: Bodenuntersuchung und pH
Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre untersuchen, um Anreicherungen von Phosphor und Kalium zu erkennen. Bei stark erhöhten Werten schränkst du weitere Kompostgaben ein. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit dem überversorgten Nährstoff aus. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Für den Bambus kann sich dieser Zusatz lohnen, weil für ihn ein stickstoffbetonter Dünger empfohlen ist.
Der Kalkgehalt von Kompost kann den Boden-pH erhöhen, und regelmäßige Gaben liefern Kalzium, das du bei jeder Kalkentscheidung berücksichtigst. Eisenmangelchlorosen können sowohl durch einen zu hohen pH-Wert als auch durch verdichteten oder vernässten Boden entstehen. Welche pH-Zielbereiche für deine Bodenart gelten, steht im Überblick zu Stauden und Ziergräsern im Abschnitt Standort und Boden.
Kompost selbst ansetzen: das Wichtigste in Kürze
Kompost für Bambus und Gräser setzt du an wie jeden Gartenkompost; Aufbau des Haufens und Reifezeichen beschreibt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern. Tiermist kompostierst du vor dem Einsatz im Garten. Holzasche gehört auch aus naturbelassenem Holz weder in den Kompost noch direkt aufs Beet, denn größere Anteile können im Kompost Schwermetalle anreichern.




