Lupinen erfolgreich kultivieren: Krankheiten, Schädlinge und Mängel erkennen
- Lupinen gehören zu den Stauden, an denen Echter Mehltau häufiger auftritt.
- Ausreichende Abstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung helfen vorbeugend gegen Mehltau.
- Staunässe begünstigt Wurzel- und Stängelgrundfäulen, Lupinen brauchen durchlässigen Boden.
- Blasse junge Blätter auf kalkreichem Boden können auf Eisenmangel hindeuten.
- Lupinensamen sind Saatgut und kein Lebensmittel.

Wenn deine Lupinen plötzlich einen weißen Belag tragen, von unten her welken oder ausgefranste Blattränder zeigen, willst du schnell wissen, woran es liegt. Ich gehe dann zuerst langsam durch das Beet und schaue mir Blattoberseiten, Blattunterseiten und den Stängelgrund an. Erst danach entscheide ich, ob ich abpflücke, zurückschneide oder abwarte. Hier findest du die Krankheiten, Schädlinge und Nährstoffmängel, die an Lupinen auftreten können, mit ihren Erkennungszeichen und den Schritten, die das Risiko senken.
Lupinen kurz eingeordnet
Lupinen gehören zu den Hülsenfrüchtlern (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.). Als Gartenstaude wächst im Beet die mehrjährige Lupinus polyphyllus, während die landwirtschaftlich genutzten Arten und die Düngelupine für die Gründüngung einjährig sind. Welche Art zu deinem Garten passt, zeigt der Ratgeber über die Vorzüge von Lupinen als Zierpflanze und Gründünger.
Woran du erkennst, was deinen Lupinen fehlt
Ein Symptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Pilzliche und bakterielle Blattflecken können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt. Achte deshalb auf mehrere Zeichen zugleich: wo die Veränderung sitzt, ob junge oder alte Blätter betroffen sind und wie das Wetter zuletzt war. Die Tabelle hilft dir beim ersten Sortieren.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| weißlicher, mehliger Belag, oben auf dem Blatt abwischbar | Echter Mehltau | befallene Blätter abpflücken |
| nicht abwischbarer Belag unterseits, gelbe bis braune Flecken oben | Falscher Mehltau | Blattunterseite prüfen, bei Unsicherheit abklären lassen |
| dunkle Flecken an Stängeln, Blättern und Hülsen, verkrümmte Triebspitzen | Anthraknose | befallene Triebe herausschneiden, keine Samen ernten |
| Welke von unten nach oben, braun bis rötlich verfärbte Leitbahnen | Fusarium-Welke | Stängel aufschneiden, Boden auf Nässe prüfen |
| grauer PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst., faulende Stängel und Hülsen | Grauschimmel | befallene Teile und Blütenreste entfernen |
| Kolonien an Triebspitzen, gekräuselte und klebrige Blätter | Blattläuse | mit einem Wasserstrahl abspritzen |
| welke Jungpflanzen, Fraßgänge in Stängel und Wurzel | Lupinenfliege | Stängel aufschneiden, junge Aussaaten abdecken |
| ausgefranste Blattränder | Lupinenblattkäfer | Käfer absammeln |
| weißlich gelbe Sprenkel, feine Gespinste unterseits | Spinnmilben | Blattunterseiten genau ansehen |
| blasse junge Blätter mit grünen Adern | Eisenmangel | pH-Wert und Bodennässe prüfen |
| braune, faule Wurzeln an kümmernden Pflanzen | Wurzelkrankheit | Boden auf Staunässe prüfen |
Bei Verdacht auf eine Viruskrankheit kann eine Pflanzenschutzdienststelle die Symptome abklären.
Krankheiten an Lupinen
Echter Mehltau: weißer, abwischbarer Belag
Lupinen gehören zu den Stauden, an denen Echter Mehltau häufiger auftritt. Du erkennst ihn an einem weißlichen, mehligen Belag, der sich vor allem auf der Blattoberseite abwischen lässt. Falscher Mehltau bildet dagegen meist einen nicht abwischbaren, weißlichen bis grauvioletten Belag auf der Unterseite und gelbe bis braune Flecken oben.
„Bei trockenem Wetter bekommen Lupinen keinen Mehltau.“ Das stimmt so nicht. Für die Keimung der Mehltaupilze kann bereits eine relative Luftfeuchte von 70 % reichen, trockenes Wetter schließt einen Befall anfälliger Stauden deshalb nicht aus.
Vorbeugend helfen ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Ich gieße Lupinen morgens direkt am Fuß und lasse die Blätter dabei trocken. Übermäßigen Stickstoff vermeidest du, denn überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Lupinen können über ihre Knöllchenbakterien selbst Stickstoff gewinnen, wer trotzdem Stickstoff nachlegt, riskiert genau diesen mastigen, anfälligen Wuchs.
Die Russel-Mischung wird etwa 80 bis 100 cm hoch. In der Reihe pflanzt du sie je nach Saatgutmischung mit 30 bis 50 cm Abstand, zwischen den Reihen mit 50 cm. Im Beet stehen die Pflanzen gut in Gruppen von 3 bis 5 Stück.
Abstände und Gruppen kannst du vorab im Beetplaner für Abstände und Gruppen einzeichnen. Zeigt sich der Belag, pflückst du befallene Blätter ab und schneidest kranke Triebe bis ins gesunde Gewebe zurück. Das kann die Ausbreitung bremsen, eine Garantie ist es nicht. Das Schnittgut kommt in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht die Temperaturen entstehen, die Erreger abtöten.
Anthraknose: dunkle Flecken und verkrümmte Triebspitzen
Die Anthraknose wird durch den Pilz Colletotrichum lupini verursacht. Sie kann sich durch dunkle Flecken an Stängeln, Blättern und Hülsen zeigen, dazu kommen verkrümmte oder abgestorbene Triebspitzen. Blüten und junge Hülsen fallen teils vorzeitig ab. Feucht-warmes Wetter begünstigt die Ausbreitung.
Der Erreger kann über den Boden und über das Saatgut weitergegeben werden. Für den eigenen Nachbau taugt nur gesundes Saatgut, deshalb erntest du von fleckigen Pflanzen keine Samen.
Befallene Triebe schneidest du heraus und entsorgst sie über den Haus- oder Biomüll. Werkzeug, Schuhe und Pflanzenstützen, die mit befallener Erde in Berührung kamen, reinigst du anschließend. Das begrenzt die Verschleppung von Erregern im Beet. Machen Saatgutanbieter Angaben zur Widerstandsfähigkeit einer Sorte, beziehst du sie in die Sortenwahl ein, einen sicheren Schutz bieten aber auch sie nicht.
Fusarium-Welke: Lupinen welken von unten her
Die Fusarium-Welke geht von Pilzen der Gattung FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. aus, die im Boden leben. Die Blätter welken und vergilben von unten nach oben, die Leitbahnen im Stängel verfärben sich braun bis rötlich. Ganze Pflanzen können absterben. Oft zeigt sich die Krankheit in Nestern, besonders auf zu nassem oder verdichtetem Boden.
Ich schneide den Stängel einer welkenden Pflanze am Grund längs auf und schaue mir die Leitbahnen an. Verfärbte Leitbahnen können auf eine Welke hindeuten, Fraßgänge eher auf Larven der Lupinenfliege. Ist der Pilz erst in die Leitbahnen eingedrungen, lässt sich eine Fusarium-Welke nicht mehr heilen.
Vorbeugen heißt hier vor allem: keine Staunässe. Länger anhaltende Nässe im Boden verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelraum und begünstigt Wurzel- und Stängelgrundfäulen. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln an einer kümmernden Pflanze sind ein Hinweis auf eine solche Wurzelkrankheit.
Eine welke Lupine bekommt sofort einen Schwall Wasser. Welke kann aber auch von Wurzeln kommen, die in Dauernässe geschädigt sind. Prüf deshalb erst die Feuchte unter der Oberfläche, bevor du gießt.
Grauschimmel: grauer Pilzrasen bei feucht-kühlem Wetter
Grauschimmel (Botrytis cinerea) befällt Lupinen vor allem bei feuchtem, kühlem Wetter. Stängel, Blätter und Hülsen faulen und überziehen sich mit grauem Pilzrasen, Blüten und junge Hülsen können vorzeitig abfallen. In dichten Beständen trocknen die Pflanzen langsamer ab, dort breitet sich der Pilz leichter aus.
Ich entferne befallene Teile und sammle auch abgefallene, faulende Blütenreste vom Boden auf. Ein luftiger Stand und morgendliches Gießen, nach dem das Laub schnell abtrocknet, senken das Risiko zusätzlich.
Schädlinge an Lupinen
Blattläuse an Triebspitzen und Blüten
Verschiedene Blattlausarten saugen an Blättern, Trieben und Blüten der Lupine. Sie sitzen oft in Kolonien an den Triebspitzen oder auf den Blattunterseiten, die Blätter kräuseln sich und werden klebrig. Auf dem ausgeschiedenen HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. können sich Rußtaupilze ansiedeln. Bei warmem, trockenem Wetter vermehren sich die Läuse rasch.
Blattläuse können außerdem Viruskrankheiten übertragen, und gegen Viren hilft kein chemisches Pflanzenschutzmittel. Deshalb lohnt es sich, Kolonien früh klein zu halten, solange es nur wenige sind.
Bei schwachem Befall reicht es meist, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Ich mache das am Vormittag, damit die Pflanzen bis zum Abend wieder trocken sind. Nützlinge förderst du mit einer artenreichen Pflanzung, deren Arten zu verschiedenen Zeiten blühen, und mit Unterschlupf wie offenen Bodenstellen oder Stein- und Holzhaufen. Das kann Läusekolonien in Grenzen halten, garantiert ist es nicht.
Lupinenfliege: Larven in Stängel und Wurzel
Die Larven der Lupinenfliege (Delia florilega) fressen in Stängeln und Wurzeln. Junge Pflanzen welken und können absterben, ältere vergilben und lassen früh nach. Im aufgeschnittenen Stängel und an der Wurzel siehst du dann Fraßgänge. Der Befall tritt oft nesterweise auf und trifft vor allem Lupinen in der Jugendphase.
Ein Kulturschutznetz über jungen Aussaaten kann den Befall bremsen, ganz ausschließen kann es ihn nicht. Weil die Larven im Inneren der Pflanze fressen, kommst du mit Absammeln hier nicht weiter.
Lupinenblattkäfer: ausgefranste Blattränder
Der Lupinenblattkäfer (Sitona gressorius) frisst als erwachsener Käfer an den Blatträndern, die danach wie ausgefranst aussehen. Seine Larven leben im Boden und fressen an Wurzeln und Wurzelknöllchen. In diesen Knöllchen sitzen die Bakterien, über die die Lupine Stickstoff gewinnt, deshalb kann der Fraß unter der Erde die Versorgung der Pflanze schwächen. Die Käfer sammelst du bei Befall einzelner Pflanzen ab.
Nährstoffmangel an Lupinen
Dass Lupinen Stickstoff binden können, schützt sie nicht vor anderen Mängeln. Verfärbte Blätter sind dabei nur ein Hinweis, denn auch Trockenheit und Staunässe können über eine gestörte Nährstoffaufnahme Mangelsymptome hervorrufen. Beim Sortieren hilft das Blattalter: Manche Mängel zeigen sich zuerst an den jungen Blättern der Triebspitzen, andere an den älteren Blättern.
| Nährstoff | Kann sich so zeigen |
|---|---|
| Stickstoff | ältere Blätter hell- bis gelbgrün, Wachstum gebremst |
| Phosphor | Blätter dunkelgrün bis rötlich-purpurn, Wachstum gehemmt |
| Kalium | braune Ränder an älteren bis mittelalten Blättern, leicht mit Trocken- oder Streusalzschäden zu verwechseln |
| Magnesium | ältere Blätter vergilben zwischen grün bleibenden Adern |
| Eisen | jüngste Blätter an den Triebspitzen blass, Adern bleiben grün |
| Zink | kleine Blätter oder Rosettenbildung |
| Kupfer | weiße Blattspitzen oder Spitzenwelke |
| Bor | Sprossspitze wächst kaum weiter und kann absterben |
Eisenmangel: blasse junge Blätter mit grünen Adern
Eisenmangel zeigt sich zuerst an den jüngsten Blättern an den Triebspitzen. Sie werden blass, während die Adern grün bleiben, und bei starkem Mangel können Blattränder und Spitzen absterben. Dabei muss nicht das Eisen im Boden fehlen. Ein hoher Kalkgehalt, verdichteter Boden oder Staunässe können die Aufnahme behindern. Bei einem pH-Wert über 7,0 kann die Verfügbarkeit stark eingeschränkt sein.
Für die Gartenlupine ist ein schwach saurer, eher kalkarmer Boden günstig. Auf kalkreichem Boden ist blasses junges Laub deshalb zuerst ein Anlass, den pH-Wert messen zu lassen.
Liegt der gemessene Wert schon über dem passenden Bereich, kommt weder Kalk noch kalkhaltiger Dünger dazu. Staunässe und Verdichtungen beseitigst du, bevor du über Dünger nachdenkst. Eine gezielte Blattdüngung kann die Festlegung im Boden vorübergehend umgehen, ihre Wirkung hält aber nur begrenzt an.
Phosphormangel: dunkles, rötliches Laub
Phosphormangel kann das Wachstum hemmen und die Blätter dunkelgrün bis rötlich-purpurn färben. Auch die Wurzelentwicklung kann leiden, und ein Mangel kann die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. beeinträchtigen. Am Erscheinungsbild allein ist er aber nicht immer eindeutig zu erkennen.
Klarheit bringt eine Bodenuntersuchung. Die Standardanalyse im Hausgarten erfasst pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium, aber keinen Stickstoff. Phosphor dient Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er aber nicht. Auch Kompost kann einen Boden mit Phosphat überversorgen, deshalb kontrollierst du nach Kompostgaben mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre, ob sich Phosphor und Kalium anreichern.
Spurenelemente: Mangan, Kupfer und Molybdän
Ob Spurenelemente verfügbar sind, hängt stark vom Boden-pH ab. Auf kalkhaltigen Böden kann es bei Lupinen zu ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. kommen, und ein hoher Humusgehalt kann die Verfügbarkeit von Mangan und Kupfer zusätzlich einschränken. Im sauren Bereich wird dagegen MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. knapp, denn unter pH 5,5 kann es schlecht verfügbar sein. Schwach sauer heißt für Lupinen also nicht so sauer wie möglich.
Gib Spurenelemente nicht auf Verdacht, denn unkontrollierte Düngung kann über unausgewogene Verhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Vor jeder Gabe stehen pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben., weil zusätzliche Bodendüngung eine eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig behebt. Erklärt die Bodenanalyse die Verfärbung nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären.
Bei einer Blattdüngung probierst du die Lösung an empfindlichen Pflanzen zuerst an einzelnen Blättern aus. Ausgebracht wird sie fein zerstäubt bei bedecktem Himmel, weil starke Sonne die Lösung auf dem Blatt konzentrieren und Schäden verursachen kann.
Bevor du bei verfärbten Blättern düngst
- Blattalter ansehen: Sind zuerst junge oder ältere Blätter betroffen?
- Feuchte unter der Oberfläche prüfen, Staunässe und Trockenheit ausschließen
- pH-Wert im Labor bestimmen lassen, ein Schnelltest gibt nur eine Orientierung
- Bodenanalyse abwarten und bei unklarem Ergebnis an eine Pflanzenanalyse denken
So gehst du bei Befall Schritt für Schritt vor
Pflanzenschutz an Lupinen folgt einer Stufenfolge: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Vorbeugen heißt luftiger Stand, durchlässiger Boden, Gießen an den Wurzeln und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Kontrollieren heißt hinschauen, bevor ein Befall groß wird. Mechanisch greifst du ein, indem du abpflückst, zurückschneidest, abspritzt oder absammelst.
Befallene Pflanzenteile gehören in den Haus- oder Biomüll. Eine ganze Pflanze nimmst du erst heraus, wenn die Ursache geklärt und die Pflanze stark befallen ist.
Ein Pflanzenschutzmittel ist erst die letzte Stufe. Kommt es so weit, nimmst du nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten und hältst dich genau an die Gebrauchsanweisung. Dazu gehören Schutzkleidung, die Wartezeit und die sachgerechte Entsorgung von Resten. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, und gegen Viruskrankheiten helfen sie nicht.
Ich notiere nach meinem Rundgang durch das Lupinenbeet Datum, Wetter, was ich gesehen und was ich abgeschnitten habe. Beim nächsten Rundgang vergleiche ich damit, ob sich ein Belag oder eine Welke weiter ausgebreitet hat.
Geh beim nächsten feuchten Wetter durch deine Lupinen. Schau auf den Blattoberseiten nach mehligem Belag, an Unterseiten und Triebspitzen nach Läusen und Gespinsten, an den Blatträndern nach Fraß und bei welken Pflanzen an den Stängelgrund.
Vorbeugen über Standort, Wasser und Dünger
Standort und Boden
Gartenlupinen stehen gern sonnig bis halbschattig auf durchlässigem Boden ohne Staunässe, günstig ist ein leicht sandiger, schwach saurer und eher kalkarmer Standort. Wie Licht, Feuchte und pH-Wert bei Stauden zusammenspielen, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.
Gießen
Neu gepflanzte Lupinen brauchen bei anhaltender Trockenheit in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden durchdringende Wassergaben. Danach gießt du seltener, aber gründlich, bevor der Untergrund austrocknet, und immer an den Wurzeln statt über die Blätter. Mehr dazu steht im Abschnitt Gießen des Stauden-Ratgebers.
Düngen
Weil Lupinen über Knöllchenbakterien Stickstoff gewinnen, düngst du sie zurückhaltend und nach dem Ergebnis einer Bodenuntersuchung. Wann und womit, erklärt der Ratgeber, wann und wie zurückhaltend du Lupinen düngst.
Fruchtfolge und Nachbarn
Lupinen als Gründüngung säst du nicht unmittelbar vor oder nach anderen Hülsenfrüchtlern wie Bohnen und Erbsen. Welche Pflanzen sich im Beet als Nachbarn vertragen, prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn, denn Mischkultur unterstützt, garantiert aber keine gesunden Pflanzen. Anbaupausen für Stauden findest du im Stauden-Ratgeber unter Gestalten und kombinieren.
Aussaat
Gartenlupinen bilden eine rübenartige Wurzel, deshalb säst du sie möglichst am endgültigen Standort und schonst beim Umsetzen den Wurzelballen. Den Ablauf findest du im Ratgeber, wie du Lupinen vom Zeitpunkt bis zur Keimung aussäst, die Termine im Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken.
Pflege und Vermehrung
Mehrjährige Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen, hohe Pflanzen sicherst du mit einer Stütze gegen das Abknicken der langen Stängel. Wie du sie bis zur Blüte pflegst, Samen erntest und Wurzelstöcke im Frühjahr teilst, steht im Ratgeber, wie du Lupinen bis zur Blüte pflegst und vermehrst.
Lupinen im Kübel: Staunässe vermeiden
Nicht jede Lupine passt in ein Gefäß. Die Russel-Mischung gilt nicht als kübeltauglich, die niedrigere Mischung Gartenzwerg dagegen schon. Wegen der langen Wurzeln nimmst du einen hohen Topf mit freien Abzugslöchern, denn stehendes Wasser kann Wurzelfäulnis begünstigen. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im unteren Bereich oder hebst den Topf an, weil eine trockene Oberfläche nasse tiefere Schichten verdecken kann. Überwintert der Topf draußen, entfernst du den Untersetzer, damit sich kein Wasser staut.
Lupinensamen: Saatgut, kein Lebensmittel
Lupinensamen sind für die Vermehrung erntereif, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Ernte nur von gesunden Pflanzen und lagere die vollständig getrockneten Samen trocken und dunkel, mehr zu Ernte und Lagerung steht im Ratgeber zur Pflege bis zur Blüte.
Lupinensamen aus dem Garten sind Saatgut und nicht zum Essen gedacht. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden enthalten, die beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen können. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen, bei einer Erdnussallergie sind Kreuzreaktionen möglich. Besteht der Verdacht, dass jemand Samen gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löse kein Erbrechen aus.
Grenzt dein Garten an eine magere Wiese, lässt du nur die Blütenstände für die Samenernte stehen und schneidest den Rest nach der Blüte ab. Eine starke Ausbreitung der Gartenlupine kann die Artenvielfalt nährstoffarmer Wiesen beeinträchtigen, und das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann unerwünschte Selbstaussaat verhindern.





