Lupinen düngen: Wann, womit und wie zurückhaltend
- Die Staudenlupine kann über Knöllchenbakterien selbst Stickstoff gewinnen, deshalb düngst du Stickstoff zurückhaltend.
- Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob Phosphat, Kalium oder Magnesium fehlen oder schon im Überfluss vorhanden sind.
- Kompost höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr, ausgebracht im Spätwinter oder Frühjahr.
- Ab dem Spätsommer bekommt die Lupine keinen Stickstoff mehr.
- Vergilbende Blätter können auf Eisenmangel durch zu hohen pH-Wert oder nassen, verdichteten Boden hindeuten.

Im Frühjahr gehe ich mit dem Kompost durch die Staudenbeete. Am Lupinenbeet bleibe ich zuerst stehen und lese den letzten Bodenbefund nach. Der Grund steckt in den Wurzeln: Die Staudenlupine Lupinus polyphyllus kann über eine Symbiose mit Knöllchenbakterien pflanzenverfügbaren Stickstoff gewinnen. Lupinen zu düngen heißt deshalb vor allem, gezielt zu ergänzen, was der Boden nicht liefert.
Hier erfährst du, wann deine Lupinen etwas bekommen, womit du sie versorgst und woran du erkennst, ob wirklich etwas fehlt. Was die Lupine als Zierpflanze und Gründünger auszeichnet und welche Lupinensorte zu deinem Garten passt, steht in einem eigenen Ratgeber. In diesem Text geht es um die mehrjährige, winterharte Staudenlupine, zu der auch die Russell-Lupinen gehören.
Brauchen Lupinen überhaupt Dünger?
Beim Stickstoff hat die Lupine eine eigene Quelle, bei allen anderen Nährstoffen entscheidet der Boden. Stickstoff braucht jede Pflanze für Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und das Wachstum von Blättern und Trieben. Bei der Staudenlupine kommt er über die Symbiose mit den Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln hinzu. Deshalb düngst du Stickstoff bei ihr zurückhaltend.
Die übrigen Nährstoffe holt die Lupine wie jede Staude aus dem Boden. Phosphor dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen. Kalium regelt den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt. Calcium baut Zellwände auf, Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls, und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. wird für den Eiweißaufbau gebraucht. Unter den Spurennährstoffen unterstützen Eisen, Mangan, Kupfer und Zink den Chlorophyll- und Eiweißaufbau, Bor das Zellwachstum und MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. den Nitratabbau.
Wie viel du davon ergänzen musst, ergibt sich aus dem Nährstoffbedarf und dem, was der Boden schon anbietet. Ich dünge Lupinen deshalb nicht nach einer festen Jahresration, sondern nach Befund.
Phosphor als Blühdünger für Lupinen? Phosphor ist kein pauschaler Blühverstärker. Dazu kommt, dass schon Kompost den Gartenboden mit Phosphat überversorgen kann. Eine Extraportion ohne Bodenbefund bringt der Lupine also keine Blütengarantie, kann einen Überschuss aber vergrößern.
Wie gut die Lupine an ihre Nährstoffe kommt, hängt auch am Boden: Am liebsten steht sie sonnig auf humosem, durchlässigem und eher kalkarmem Grund. Wie du Standort und Boden für Lupinen auswählst, steht im eigenen Ratgeber. Welche pH-Zielbereiche für Staudenbeete je nach Bodenart gelten, erklärt der Abschnitt zu Standort und Boden im Stauden-Überblick.
Erst messen, dann düngen
Ich dünge kein Lupinenbeet nach Gefühl. Düngergaben richten sich nach dem Bedarf der Pflanze und nach einer Empfehlung, die auf einer Bodenuntersuchung beruht. Vor einer Neuanlage nimmst du die Probe, bevor überhaupt Dünger aufs Beet kommt. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Im Befund stehen die Gehalte als Klassen. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in der GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Erst für die Nährstoffe, die wirklich knapp sind, rechnest du eine Menge aus.
So nimmst du die Bodenprobe fürs Lupinenbeet.
- 10 bis 15 Einstiche, gleichmäßig über die einheitlich genutzte Fläche verteilt
- jeweils den Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe erfassen
- alles gut mischen und rund 500 g davon einsenden
- Stickstoff bei Bedarf eigens beauftragen
Aus dem Befund rechnest du die Düngermenge selbst aus. Nimm den ermittelten Düngebedarf eines Nährstoffs in g/m², multipliziere ihn mit 100 und teile durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Heraus kommt die Düngermenge in g/m².
Womit du Lupinen düngst
Kompost als Grundlage, mit Obergrenze
Zeigt der Befund Bedarf, greife ich bei Lupinen zuerst zu Kompost. Er lockert schwere Böden und verbessert auf leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Gleichzeitig liefert Kompost Nährstoffe, die du bei der Düngung mitrechnest. Auch er kann den Boden mit Phosphat überversorgen. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du die Kompostgabe deshalb ein.
Die jährliche Kompostgabe im Garten soll 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, damit es nicht zu einer Phosphatüberdüngung kommt. Das ist eine Obergrenze, keine Pflichtmenge. Wer regelmäßig Kompost gibt, kontrolliert mit einer Bodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre, ob sich Phosphor und Kalium anreichern.
Kompost bringt außerdem Kalk mit, und dieser Kalkgehalt kann den Boden-pH erhöhen. Für die Staudenlupine ist dagegen ein leicht sandiger, schwach saurer Standort günstig. Wer das Lupinenbeet Jahr für Jahr mit Kompost versorgt, kann es also nach und nach in eine Richtung schieben, die der Lupine weniger entgegenkommt.
Damit du die Menge auf die tatsächliche Fläche beziehst, kannst du dein Staudenbeet im Beetplaner anlegen.
Hornspäne und andere Stickstoffdünger
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Damit gehören sie zu den stickstoffbetonten organischen Düngern. Bei stark wachsenden Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können sie die Frühjahrsgabe Kompost ergänzen. Am Lupinenbeet liefern sie dagegen vor allem den Nährstoff, den die Staudenlupine über ihre Knöllchen selbst gewinnen kann. Ich lasse Hornspäne dort deshalb weg und greife auch zu keinem anderen stickstoffbetonten Dünger.
Organisch oder mineralisch?
Organische Dünger wie Kompost oder Hornspäne wirken über das Bodenleben. Die Nährstoffe darin werden erst durch Zersetzung und MineralisierungMineralisierung ist der Abbau organischer Stoffe wie Erntereste, Mulch, Kompost oder Mist im Boden. Bodenlebewesen schließen sie dabei auf, sodass die darin gebundenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar werden. pflanzenverfügbar. Deshalb kommen sie langsamer an als bei mineralischen Düngern. Wie schnell es geht, hängt am Wetter: Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe wird kaum etwas frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel.
Leicht lösliche Mineraldünger wirken schnell. Bei nicht bedarfsgerechter Anwendung können sie aber vor allem Stickstoffverluste durch Auswaschung verursachen. Umhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. geben ihre Nährstoffe über die Hülle nach und nach ab. Wer überwiegend mineralisch düngt, muss dem Boden zusätzlich organisches Material zuführen, damit seine Struktur erhalten bleibt.
Bei Lupinen spricht deshalb viel für Kompost als Grundlage, weil er versorgt und zugleich zum Humusaufbau beiträgt. Einen Mineraldünger nehme ich nur, wenn der Befund einen bestimmten Nährstoff als knapp ausweist und ich die Menge ausrechnen kann.
Blattdünger nur als Ergänzung
Blattdünger ersetzt keine Versorgung über den Boden. Als alleinige Quelle für Hauptnährstoffe wäre er zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären. Wenn du ihn einsetzt, dann bei bedecktem Himmel oder abends. Starke Sonne kann die Lösung auf dem Blatt konzentrieren und Blattschäden verursachen. Fein zerstäubt tropft die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. weniger schnell ab. Bei empfindlichen Pflanzen ist vor der flächigen Behandlung eine Probespritzung sinnvoll.
Wann Lupinen Nährstoffe bekommen
Organische Dünger brauchen ein aktives Bodenleben. Wärme und Bodenfeuchtigkeit beschleunigen gemeinsam die mikrobielle Freisetzung von Nährstoffen aus Humus. Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung deshalb mit der Erwärmung des Bodens. Diesen Startpunkt übernehme ich auch für Lupinen, wenn der Befund eine Gabe nahelegt. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird.
Ab dem Spätsommer bekommt die Lupine keinen Stickstoff mehr, damit sie ausreichend aushärtet. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Eine Ausnahme ist Kalium: Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen. Bedarfsgerecht heißt hier, dass der Befund Kalium als knapp ausweist.
| Zeitraum | Was ich am Lupinenbeet mache | Warum |
|---|---|---|
| Spätwinter bis Frühjahr | Kompost nur nach Befund ausbringen und leicht einarbeiten | Gegenüber einer Herbstgabe wird weniger Nitrat ausgewaschen |
| Frühjahr, Boden erwärmt | Versorgung erst starten, wenn der Boden warm ist | Wärme und Feuchte setzen Nährstoffe aus Humus frei |
| Mai bis Juni, ab dem zweiten Standjahr | Blüte beobachten, nicht nach Kalender nachdüngen | Mehrjährige Gartenlupinen können in dieser Zeit blühen |
| Ab dem Spätsommer | Keinen Stickstoff mehr geben | Die Pflanze soll vor dem Winter aushärten |
| Mitte Oktober bis Ende November | Kalium nur bei nachgewiesenem Bedarf | Eine bedarfsgerechte Kaliumgabe ist dann noch möglich |
| Winter im Kübel | Nicht düngen | Überwinternde Kübelpflanzen erhalten grundsätzlich keine Düngung |
Für jedes Beet führe ich eine Karteikarte mit Datum und Gehaltsklassen der letzten Bodenprobe. Bevor ich am Lupinenbeet etwas ausbringe, lese ich dort nach, statt zu schätzen.
Wie du Lupinen vom Sämling bis zur Blüte pflegst und danach vermehrst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Mangelzeichen richtig deuten
Ein auffälliges Blatt ist ein Hinweis, keine Diagnose. Vergilbende Blätter können auf Eisenmangel hindeuten. Solche Eisenmangelchlorosen entstehen aber nicht nur durch zu wenig Eisen im Boden. Ein zu hoher Boden-pH kann die Eisenaufnahme behindern, ebenso verdichteter oder vernässter Boden. Bei einem pH-Wert über 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, sodass trotz vorhandener Bodenvorräte Mangelsymptome auftreten können.
Auch Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so Mangelsymptome hervorrufen. Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf, deshalb braucht die Aufnahme ausreichend Bodenfeuchte. Welkende Triebe können außerdem durch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen entstehen. Deren Erreger finden bei anhaltender Bodenfeuchtigkeit und schlecht durchlüftetem Boden günstige Bedingungen. In solchen Fällen ist zuerst der Boden die Frage, nicht der Dünger.
Für die Staudenlupine ist ein schwach saurer Standort günstig, doch unter pH 5,5 kann Molybdän schlecht verfügbar sein. Schwach sauer heißt also nicht: je saurer, desto besser.
Bevor ich bei gelben Blättern zum Dünger greife, steche ich neben der Pflanze eine Bodenscholle aus. An Farbe und Gefühl prüfe ich, ob im Wurzelraum Feuchtigkeit ist. Danach mache ich einen pH-Streifentest: zerkleinerte Erde mit destilliertem Wasser vermengen, kurz einwirken lassen und die Farbe ablesen. Was tatsächlich fehlt, zeigt erst die Bodenuntersuchung im Labor. Welche Krankheiten und Schädlinge hinter kränkelnden Lupinen stecken können, liest du im Ratgeber zu Krankheiten und Mängeln.
Düngefehler, die du leicht vermeidest
Vorsorglich kalken
Eine Kalkung ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Liegt er oberhalb des passenden Zielbereichs, kommen weder Kalk noch kalkhaltige Dünger aufs Beet. Regelmäßige Kompostgaben liefern dem Boden ebenfalls Kalzium, das du bei dieser Entscheidung mitbedenkst.
Frischer Mist und Holzasche
Tiermist kompostierst du, bevor er in den Garten kommt. Frisch gehört er nicht ans Lupinenbeet.
Holzasche gehört gar nicht aufs Beet, auch wenn sie aus naturbelassenem Holz stammt. Auch als Kompostzugabe ist sie tabu, denn größere Ascheanteile können Schwermetalle im Kompost anreichern.
Dünger auf trockenen Boden
Dünger gibst du möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit feuchtest du den Boden vorher an und gibst Flüssigdünger nur niedrig konzentriert. Gegossen wird am besten morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
Nässe nach dem Düngen
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzelfäule. Gieß deshalb lieber seltener und durchdringend, bevor der noch leicht feuchte Untergrund vollständig austrocknet.
Roher Rindenmulch am jungen Beet
Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und eignet sich nicht für junge Staudenpflanzungen. Beim Abbau kohlenstoffreicher Mulchstoffe können BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. vorübergehend Stickstoff binden und so Stickstoffmangel an Pflanzen begünstigen. Kompostierter Rindenhumus lässt sich dagegen zur Bodenverbesserung einarbeiten. Grasschnitt als Mulch lässt du vorher anwelken und bringst ihn dünnschichtig aus.
Lupinen im Kübel düngen
Nicht jede Lupine eignet sich für den Topf. Die ‚Russel Mischung‘ wird im Herstellerprofil nicht als gefäßtauglich eingestuft. Die ‚Gartenzwerg Mischung‘ gilt dagegen als kübelgeeignet und wird etwa 50 bis 60 cm hoch. Wegen der langen Wurzeln braucht sie einen hohen Topf, und ein größeres Substratvolumen speichert mehr Wasser und Nährstoffe.
Torffreie Erden sind meist vorgedüngt. Durch ihre Torfersatzstoffe können sie die Stickstoffverfügbarkeit aber einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Ich schaue dafür auf Blattfarbe und Zuwachs, bevor ich zum Dünger greife. Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte auch im unteren Substratbereich, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann. Im Winter bekommt die Kübel-Lupine keinen Dünger.





