Gemüse · Exoten & Gemüse-Raritäten · Anbau

Rosenkelch (Rhodochiton) anbauen: Fehler von der Aussaat bis zum Winterquartier

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rosenkelch ziehst du von Januar bis April im Warmen vor.
  • Die Samen flach säen und nur dünn mit Erde bedecken.
  • Er keimt bei 15 bis 20 °C Bodentemperatur, gemessen in der Erde und nicht in der Raumluft.
  • Bis zur Keimung vergehen etwa vier Wochen, die Schale also nicht vorher ausleeren.
  • Pikieren kannst du etwa sechs Wochen nach der Aussaat.
  • Die Rankhilfe kommt schon bei etwa 10 cm Wuchshöhe dazu.
  • Vorgezogene Pflanzen abhärten und nicht vor Ende Mai ins Freie stellen.
  • Der Kübel braucht einen Wasserabzug, darf nicht im Wasser stehen und sollte fürs Winterquartier beweglich bleiben.

Beim Rosenkelch entscheidet der Zeitplan über die ganze Saison. Die Samen keimen langsam, die Jungpflanzen dürfen erst spät ins Freie, und eine Rankhilfe braucht er schon als kleine Pflanze. Wer einen dieser Punkte verpasst, verliert Wochen oder riskiert die ganze Aussaat. Ich plane meinen Rosenkelch deshalb rückwärts, ausgehend vom Tag, an dem er nach draußen darf.

Die Fehler stehen hier in der Reihenfolge, in der sie im Jahr passieren: Aussaat, Jungpflanzen und Rankhilfe, Standort und Kübel, Gießen und Düngen, Winterquartier.

Was ist Rosenkelch?

Rosenkelch, botanisch Rhodochiton atrosanguineus, ist eine rankende Zierpflanze. Bei uns wird er im Kübel an einem sonnigen, geschützten Platz kultiviert. Wie sich die Arten dieses Bereichs nach Herkunft und Botanik einordnen, zeigt der Überblick, was bei den Exoten und Gemüse-Raritäten wächst.

Der Zeitplan auf einen Blick

Alle Werte gelten für Rosenkelch, den du im Warmen vorziehst.

Schritt Richtwert
Vorkultur von Januar bis April im Warmen
Saat flach säen, nur dünn mit Erde bedecken
Keimtemperatur 15 bis 20 °C Bodentemperatur
Keimdauer etwa vier Wochen
Pikieren etwa sechs Wochen nach der Aussaat möglich
Rankhilfe bereits bei etwa 10 cm Wuchshöhe
Ins Freie nicht vor Ende Mai
Standort sonnig, geschützt, im Kübel

Fehler bei der Aussaat

Wann säst du Rosenkelch aus?

Rosenkelch ziehst du von Januar bis April im Warmen vor. Ein typischer Fehler ist ein Anzuchtplatz, der zwar hell, aber kühl ist, etwa ein unbeheiztes Zimmer. Ich stelle meine Saatschalen an den wärmsten Platz im Haus, an dem ich sie gut im Blick habe. Wenn du neben dem Rosenkelch weitere Exoten vorziehst, planst du die Termine am einfachsten mit dem Aussaatkalender für Exoten zum Ausdrucken.

Wie tief kommen die Samen in die Erde?

Säe die Rosenkelchsamen flach und bedecke sie nur dünn mit Erde. Eine dicke Erdschicht obendrauf ist hier der Fehler. Als Substrat eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ich drücke die Erde in der Schale leicht an, verteile die Samen und siebe nur eine dünne Schicht Erde darüber.

Häufiger Fehler

Die Samen werden tief eingearbeitet, damit sie beim Gießen nicht verrutschen. Rosenkelch wird aber flach gesät und nur dünn bedeckt. Ich feuchte die Erde deshalb vor der Aussaat an und gieße danach nur vorsichtig mit einer feinen Brause.

Bodentemperatur statt Raumluft messen

Rosenkelch keimt bei 15 bis 20 °C Bodentemperatur. Gemeint ist die Wärme in der Erde und nicht die Anzeige des Raumthermometers. Ich stecke deshalb ein Thermometer direkt in die Aussaaterde.

Zu früh aufgegeben

Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen etwa vier Wochen. Wer die Schale vorher ausleert, wirft womöglich Samen weg, die gerade keimen. Halte die Erde in dieser Zeit gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Bevor du erneut gießt, prüfst du mit dem Finger, ob sie noch feucht ist.

Marias Erfahrung

Auf jedes Schild schreibe ich das Aussaatdatum. Beim Kontrollieren sehe ich so, wie lange die Saat schon liegt, und entscheide nicht nach Gefühl, ob ich aufgebe.

Keimt gar nichts? Erst das Saatgut prüfen

Gartensaatgut lagerst du grundsätzlich kühl und trocken. Bist du unsicher, wie gut dein Saatgut keimt, mach vorher eine Probeaussaat. Zähl dafür die Körner genau ab, damit du die Keimleistung einschätzen kannst. Als gekeimt zählen nur normal entwickelte Keimlinge, nicht die nur angekeimten oder missgebildeten.

Mini-Checkliste

Saatgut kühl und trocken gelagert; Aussaaterde nährstoffarm, humos und durchlässig; Samen flach gesät und nur dünn bedeckt; Thermometer in der Erde; Schild mit Aussaatdatum; Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass.

Fehler bei Jungpflanzen und Rankhilfe

Wann wird pikiert?

Bei Rosenkelch kannst du etwa sechs Wochen nach der Aussaat pikieren. Ich hebe jeden Sämling mit einem Pikierstab heraus und fasse ihn dabei am Blatt, nicht am Stängel.

Kurz erklärt

Pikieren heißt, die Sämlinge aus der Saatschale zu heben und einzeln in eigene Töpfe zu setzen.

Die Rankhilfe kommt zu spät

Rosenkelch bekommt bereits bei etwa 10 cm Wuchshöhe eine Rankhilfe. Ist er dann noch im Anzuchttopf, steckst du dort schon eine kleine Stütze dazu. Ein typischer Fehler ist, die Rankhilfe an einen festen Termin zu knüpfen statt an die Wuchshöhe.

Die Rankhilfe kommt also früh, und der Kübel soll später für den Transport ins Winterquartier beweglich bleiben. Ich plane Gefäß und Rankhilfe deshalb als Einheit: Meine Rankhilfe steckt im Kübel und ist nicht an der Wand befestigt. Achte außerdem darauf, dass der Kübel mit Rankhilfe standsicher bleibt.

Fehler beim Auspflanzen und am Standort

Zu früh draußen

Vorgezogener Rosenkelch kommt nicht vor Ende Mai ins Freie. Vorher härtest du die Jungpflanzen ab, indem du die Temperatur senkst und gut lüftest. Ich stelle sie dafür in einen kühleren Raum und öffne dort das Fenster, bevor sie nach draußen ziehen.

Achtung

Ein warmer Tag im Mai verleitet dazu, die Pflanzen früher hinauszustellen. Für vorgezogenen Rosenkelch gilt trotzdem: nicht vor Ende Mai.

Zu schattig, zu windig

Rosenkelch steht im Kübel an einem sonnigen, geschützten Platz. Eine schattige Ecke passt dazu genauso wenig wie ein offener, windiger Standort. Bevor ich den Kübel aufstelle, schaue ich, wo auf der Terrasse lange Sonne hinkommt und wo eine Wand den Wind abhält.

Beim Substrat im Kübel zählt vor allem, dass Wasser abfließen kann. Was Durchlässigkeit bei den Exoten allgemein bedeutet, beschreibt der Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten im Abschnitt Standort und Boden.

Fehler im Kübel

Der Kübel braucht einen Wasserabzug und darf nicht im Wasser stehen, um Wurzelfäule vorzubeugen. Ich leere den Untersetzer nach dem Gießen aus.

Rosenkelch steht sonnig, und besonders schwarze Kunststofftöpfe können sich übermäßig erwärmen und austrocknen. Einen schwarzen Kunststofftopf stelle ich deshalb in einen Übertopf. Eine Abdeckung der Erdoberfläche schützt zusätzlich vor Erwärmung und Austrocknung.

Gießen und Düngen: die Fehler in Kürze

Beim Gießen täuscht oft die Oberfläche. Bei torffreier Erde kann eine trockene Oberfläche feuchtes Substrat darunter verdecken, prüfe also vor dem Gießen auch tiefer im Topf. Wie du Rosenkelch je nach Standort, Jahreszeit und Gefäß gießt und Gießfehler erkennst, zeigt der Ratgeber, wie du Rosenkelch richtig bewässerst.

Ein Düngefehler beginnt schon in der Saatschale: Sämlinge gehören in nährstoffarme Aussaaterde und nicht in nährstoffreiche Pflanzerde. Wann und womit der Rosenkelch danach im Kübel versorgt wird, erklärt der Ratgeber, wie du Rosenkelch natürlich düngst.

Fehler bei der Überwinterung

Die Überwinterung beginnt mit einer praktischen Frage: Bekommst du den Kübel überhaupt ins Winterquartier? Hier zeigt sich, ob Gefäß und Rankhilfe beweglich geplant sind.

Verlass dich nicht darauf, dass ein unbeheiztes Kleingewächshaus frostfrei bleibt. Es kann bei tieferen Außentemperaturen ebenfalls durchfrieren. Nutzt du es trotzdem, zeigt dir ein Minimum-Maximum-Thermometer den Temperaturverlauf und ein Hygrometer die Luftfeuchte.

Im Quartier gilt dieselbe Regel wie im Sommer: Der Topf steht nicht im Wasser, und vor dem Gießen prüfst du die Feuchte unter der Oberfläche.

Ich entscheide deshalb im Herbst nach dem Platz, den ich habe, und lege für eine neue Aussaat Saatgut kühl und trocken zurück. Die Vorkultur beginnt dann wieder ab Januar.

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Häufige Fragen

Wie säe ich Rosenkelch aus und welche Keimbedingungen braucht er?
Rosenkelch ziehst du von Januar bis April im Warmen vor und säst die Samen flach in nährstoffarme, durchlässige Aussaaterde. Bedecke sie nur dünn mit Erde und halte sie gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Gekeimt wird bei 15 bis 20 °C Bodentemperatur. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, dauert es etwa vier Wochen.
Welche häufigen Fehler werden beim Rosenkelch-Anbau gemacht?
Typische Fehler betreffen den Zeitplan: Die Samen werden zu dick mit Erde bedeckt, oder die Aussaat wird ausgeleert, bevor die etwa vier Wochen Keimzeit um sind. Vorgezogene Pflanzen kommen zu früh ins Freie, obwohl sie nicht vor Ende Mai hinausgehören. Die Rankhilfe gehört schon bei etwa 10 cm Wuchshöhe an die Pflanze und nicht erst an einem festen Termin. Im Kübel fehlt manchmal der Wasserabzug, dabei darf die Pflanze nicht im Wasser stehen, um Wurzelfäule vorzubeugen.
Ab wann braucht Rosenkelch eine Rankhilfe?
Rosenkelch bekommt bereits bei etwa 10 cm Wuchshöhe eine Rankhilfe. Steht er dann noch im Anzuchttopf, bekommt er dort schon eine kleine Stütze. Für den Kübel eignet sich eine Rankhilfe, die im Gefäß steckt, weil der Kübel standsicher sein und für den Transport ins Winterquartier beweglich bleiben soll.
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