Adzukibohnen: Herkunft, Nährwerte, Verträglichkeit und Keimsprossen
- Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist eine eigene Art der Hülsenfrüchtler und vor allem aus Japan bekannt.
- Die Pflanze wächst einjährig, aufrecht und strauchartig und wird 20 bis 90 cm hoch.
- Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß, Getreide wie Reis ergänzt ihre unentbehrlichen Aminosäuren.
- Blähungen sind auch bei Adzukibohnen möglich, empfindliche Menschen können mit kleinen Portionen beginnen.
- Für Keimsprossen lässt du die eingeweichten Bohnen vier bis fünf Tage im Glas keimen.
- Sprossen nur vollständig durcherhitzt essen, auch selbst gezogene; für kleine Kinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen gilt das ohne Ausnahme.
Über Adzukibohnen liest du viele Versprechen: Superfood, keine Blähungen, Vitaminbombe als Sprosse. Ich koche die kleinen roten Bohnen im Eintopf und ziehe Keimsprossen daraus, und dabei halte ich mich an das, was sich sicher sagen lässt. Hier erfährst du, woher die Adzukibohne kommt, was sie an Nährwerten mitbringt, wie verträglich sie ist und wie du Sprossen hygienisch im Glas ziehst.
Die Adzukibohne im Steckbrief
| Merkmal | Adzukibohne |
|---|---|
| Botanischer Name | Vigna angularis |
| Pflanzenfamilie | HülsenfrüchtlerHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. |
| Bekannt vor allem aus | Japan |
| Lebensdauer | einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten., frostempfindlich, nicht winterhart |
| Wuchs | aufrecht und strauchartig, 20 bis 90 cm hoch |
| Blütezeit | Juni bis Juli |
| Samen | kleine rote Bohnen |
| Geschmack | süßlich, beim Kochen sehr zart |
| Keimsprossen | 12 Stunden einweichen, 4 bis 5 Tage keimen lassen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort ist geeignet; frostempfindlich.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,5 werden bevorzugt; pH 5–7,5 wird toleriert.
- Substrat
Die Pflanze lässt sich auf verschiedenen gut durchlässigen Böden kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Samen vor der Direktsaat zwölf Stunden in warmem Wasser einweichen.
Pflege
- Pflege
Sortenwahl auf die Tageslängenreaktion abstimmen: meist Kurztagspflanze mit Blühbeginn bei höchstens zwölf Stunden Tageslicht, aber sortenabhängige Abweichungen.
- Düngung
Adzukibohnen in Gartenkultur mit Gartenkompost versorgen; stickstoffreiche Dünger vermeiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Woher kommt die Adzukibohne?
Bekannt ist die Adzukibohne vor allem aus Japan, als kleine rote Bohnenart mit süßlichem Geschmack. Im internationalen Kornanbau steht sie auch außerhalb Asiens auf dem Feld, zum Beispiel im Kongo. Dort hat sie Trockenzeiten überstanden, ihr Ertrag wurde dabei aber stark beeinträchtigt.
Für die Kornproduktion gelten im internationalen Anbau Temperaturen von 15 bis 25 °C als ausreichend. Höhere Temperaturen verstärken dagegen das vegetative Wachstum, also Triebe und Blätter. Mehr Hitze heißt bei der Adzukibohne also nicht automatisch mehr Bohnen.
Wie sich die Adzukibohne unter den übrigen Hülsenfrüchten einreiht, zeigt dir der Überblick über Arten, Herkunft und Nutzung der Hülsenfrüchte.
Wie ist die Adzukibohne botanisch einzuordnen?
Botanisch heißt die Adzukibohne Vigna angularis. Die Familie der Hülsenfrüchtler, zu der sie gehört, umfasst rund 20.000 Arten. Nur ein Teil davon wird als Gemüse oder Körnerfrucht genutzt, und die Adzukibohne zählt dazu. Mit der Mungobohne, Vigna radiata, teilt sie sich die Gattung Vigna.
Kidneybohnen dagegen gehören zur Gartenbohne. Die Adzukibohne bildet eine eigene Art und ist keine Sorte davon. Luftstickstoff binden können die meisten Hülsenfrüchtler mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an den Wurzeln.
Als einjährige Pflanze wächst die Adzukibohne aufrecht und strauchartig und wird 20 bis 90 cm hoch. Frost verträgt sie nicht, winterhart ist sie also nicht. Blüten trägt sie von Juni bis Juli.
Die Adzukibohne ist meist eine Kurztagspflanze. Sie beginnt zu blühen, wenn der Tag höchstens zwölf Stunden hell ist. Einzelne Sorten weichen davon ab.
Welche Nährwerte bringt die Adzukibohne mit?
Als Hülsenfrucht liefert die Adzukibohne pflanzliches Eiweiß. Hülsenfrüchte können tierische Lebensmittel im Speiseplan ergänzen oder ersetzen. Getreide ergänzt ihre unentbehrlichen Aminosäuren und verbessert so die Proteinqualität einer Mahlzeit. Ich stelle zu Adzukibohnen deshalb Reis oder Brot auf den Tisch.
Den genauen Eiweißgehalt deiner Ware liest du in der Nährwerttabelle auf der Packung ab. Stark verarbeitete Hülsenfruchtprodukte enthalten häufig weniger Ballaststoffe und weitere Begleitstoffe als ganze Hülsenfrüchte oder daraus hergestelltes Mehl. Phytin- und Tanninsäure können die Verfügbarkeit der Mineralstoffe und Spurenelemente in Hülsenfrüchten verringern. Nebenbei haben Hülsenfrüchte im Durchschnitt eine günstigere Klimabilanz als tierische Lebensmittel.
Die allgemeine Ernährungsempfehlung sieht mindestens eine Portion Hülsenfrüchte pro Woche vor. Eine Portion entspricht ungefähr 70 g Trockenware oder 125 g gegarter, verzehrfertiger Ware.
Oft wird die Adzukibohne als Superfood beworben, und ihrer roten Schale werden besondere Wirkungen nachgesagt. Trotzdem bleibt sie ein Lebensmittel und keine Medizin. Heilversprechen gebe ich für sie deshalb nicht ab.
Wie verträglich sind Adzukibohnen?
Hülsenfrüchte enthalten unverdauliche Kohlenhydrate. Bauen Bakterien sie im Darm ab, kann dabei Gas entstehen. Auch Adzukibohnen können Blähungen verursachen. Wenn du empfindlich reagierst, kannst du mit kleinen Portionen beginnen.
Getrocknete Adzukibohnen weiche ich vor dem Kochen ein. Das Einweichwasser gieße ich weg und koche die Bohnen in frischem Wasser gar. Gekochte Reste stelle ich abgedeckt in den Kühlschrank, als Orientierung gelten dort 1 bis 2 Tage.
Wie ziehe ich Keimsprossen aus Adzukibohnen?
Für Keimsprossen brauchst du keinen Garten, nur ein Einmachglas oder ein Keimgerät und frisches Wasser. Das Keimen dauert vier bis fünf Tage.
Was in Adzukisprossen steckt
Adzukisprossen enthalten B-Vitamine und Vitamin C. Dazu kommen die Mineralstoffe Eisen, Calcium, KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten., PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. und MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose..
Oft liest du, das Keimen steigere den Vitamingehalt um einen festen Prozentwert. Sprossen sind ein frisches Lebensmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen, aber kein Heilmittel.
Schritt für Schritt zum Sprossenglas
- Einweichen: Bedecke die Bohnen gut mit Wasser und lass sie zwölf Stunden quellen. Beim Quellen werden sie größer, gib ihnen im Gefäß also Platz.
- Abgießen: Gieß das Einweichwasser ab und spüle die Bohnen mit frischem Wasser.
- Ansetzen: Gib die Bohnen in ein Einmachglas oder ein Keimgerät. Das Glas lege ich schräg, damit überschüssiges Wasser abläuft.
- Feucht halten: Spüle die Bohnen, sobald sie abzutrocknen beginnen, und lass sie danach gut abtropfen. Feucht sollen sie sein, aber nie im Wasser stehen.
- Ernten: Nach vier bis fünf Tagen sind die Sprossen fertig.
- Reinigen: Bürste das Keimgerät danach gründlich aus.
Einweichen: 12 Stunden. Keimen: 4 bis 5 Tage. KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. der Adzukibohne: 18 bis 22 °C.
Mein Keimglas steht dort, wo ich beim Kochen ohnehin vorbeikomme, damit ich das Spülen nicht vergesse. Vor jedem neuen Ansatz bürste ich es aus.
Hygiene: Was Waschen nicht leistet
Auch gründliches Waschen entfernt Krankheitserreger auf Sprossen nicht zuverlässig.
Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme.
Für diese Gruppen ersetzt sorgfältiges Abspülen den Verzicht also nicht. Das Keimgerät reinige ich nach jeder Anzucht gründlich mit einer Bürste. Einen Ansatz, der muffig riecht oder Schimmel zeigt, esse ich nicht, sondern werfe ihn weg.
Glas oder Keimgerät sauber ausgebürstet, Einweichwasser abgegossen, Bohnen feucht, aber nie im Wasser stehend, Sprossen kommen nur durcherhitzt auf den Tisch.
So verwende ich Adzukisprossen
Die Sprossen gebe ich in warme Gerichte, in die Pfanne oder in eine Suppe, und lasse sie dort mitgaren, bis sie ganz durcherhitzt sind.
Kann ich Adzukibohnen im Garten anbauen?
Im Garten ist die Adzukibohne eine einjährige, frostempfindliche Kultur, gesät wird von April bis Juni in bereits erwärmten Boden. Reife Hülsen sind meist strohfarben, sie können aber auch braun bis schwärzlich aussehen. Aussaat, Pflege und die Lagerung der getrockneten Bohnen erkläre ich in der Anleitung, wie du Adzukibohnen im Beet aussäst, pflegst und trocken erntest.
Wie verwende ich Adzukibohnen in der Küche?
Gekocht schmecken Adzukibohnen süßlich und werden sehr zart. Den Vergleich mit Kidney-, Mung- und Sojabohnen in Geschmack, Nährwerten und Kochzeit findest du im Beitrag darüber, wie sich Adzukibohnen von anderen Bohnenarten unterscheiden.
In Japan wird aus Adzukibohnen unter anderem die süße Paste Anko gekocht, für Sekihan kommen sie mit Reis zusammen. Wie Anko und Sekihan traditionell zubereitet werden, liest du im Beitrag zur asiatischen Küche.
Auch in der heimischen Küche passen Adzukibohnen in herzhafte Eintöpfe und in süße Gerichte. Ideen dafür, auch für die vegetarische und vegane Küche, findest du bei den herzhaften und süßen Rezepten mit Adzukibohnen.






