Stangenbohnen als Bodenverbesserer: So planst du sie in der Fruchtfolge
- Stangenbohnen können mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff binden und für sich nutzbar machen.
- Lass die Wurzeln nach der Ernte im Boden, denn dort erhalten sie Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz.
- Vor dem erneuten Bohnenanbau liegt eine Pause von mindestens 4 Jahren, auch nach Erbsen und anderen Hülsenfrüchten.
- Gute Vorgänger sind Spinat, Mangold und Rote Bete, gute Nachfrüchte Mais, Kürbis und Kartoffeln.
- Klee, Wicke und Lupine zählen als Gründüngung zur selben Familie, nach Bohnen passt im Herbst Winterroggen.

Wenn im Herbst die letzten Hülsen gepflückt sind, entscheidest du beim Abräumen mit, was deine Stangenbohnen dem Beet hinterlassen. Ich schneide die Pflanzen knapp über dem Boden ab und lasse die Wurzeln in der Erde. Wie Stangenbohnen den Boden verbessern können, wo diese Wirkung endet und welchen Platz sie in deiner Fruchtfolge bekommen, liest du hier.
Die Stangenbohne ist die einjährige, kletternde Form der Gartenbohne. Mit Stütze wächst sie etwa 2 bis 3 m hoch, Buschbohnen bleiben dagegen kompakt und kommen ohne Stütze aus. Stangenbohnen belegen ihr Beet von der Aussaat im Mai oder Juni bis zur Ernte zwischen Juli und September. Das Beet ist damit fast den ganzen Sommer vergeben.
Wie verbessern Stangenbohnen den Boden?
Stickstoff aus der Luft: die Knöllchenbakterien
Stangenbohnen gehören zu den Leguminosen, den Hülsenfrüchtlern. An ihren Wurzeln leben Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff in organischer Form binden können. Diesen Stickstoff machen die Bakterien für ihre Wirtspflanze nutzbar. Bohnen zählen zu den Schwachzehrern und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung.
Eine reine Stickstoffdüngung bekommen Stangenbohnen nicht. Frischen StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. oder Jauche gibst du nicht unmittelbar zur Bohnenkultur, und auf die Kaliumversorgung achtest du. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Beitrag dazu, wie du Stangenbohnen in jeder Wachstumsphase versorgst, ohne zu überdüngen.
Knöllchenbakterien sitzen an den Wurzeln von Leguminosen und binden dort Luftstickstoff. Für diese Stickstofffixierung ist MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. erforderlich. Ein Molybdänmangel tritt im Ackerbau allerdings sehr selten auf.
Was nach der Ernte im Beet bleibt
Der Stickstoff aus den Knöllchen landet nicht von selbst im Beet. Wurzeln, die im Boden bleiben, und eingearbeitete Pflanzenreste erhalten dort Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz. Räumst du die Pflanzen vollständig ab, entfällt die Stickstoffnachlieferung aus diesen Ernteresten. Weil die Bakterien den Stickstoff für die Bohne selbst nutzbar machen, kann bei der Nachkultur nur ankommen, was mit Wurzeln und Resten im Beet bleibt.
Verrottende Wurzeln hinterlassen außerdem Kanäle im Boden, durch die Luft und Wasser leichter eindringen. Pflanzen, die an der Fettfleckenkrankheit erkrankt sind, entfernst du aber aus dem Garten, statt sie als Erntereste liegen zu lassen. Fettige, glasige Stellen an den Hülsen können ein Hinweis auf diese bakterielle Krankheit sein.
Bevor ich abräume, sehe ich mir Blätter und Hülsen genau an. Dann schneide ich jede Bohnenpflanze knapp über dem Boden ab und lasse die Wurzeln stecken. Gesunde Ranken zerkleinere ich und arbeite sie flach ein, weil tief vergrabenes frisches Grün unter Luftabschluss faulen kann.
Humus, Bodenstruktur und Mulch
Gartenboden speichert Wasser besser, wenn er mehr Humus und eine gute Struktur hat. Wie stark ein Bohnenjahr den Humusgehalt verändert, lässt sich allerdings nicht exakt vorhersagen. Auch eine Humusbilanz vergleicht nur die Humuswirkung von Fruchtfolgen und liefert keine genaue Prognose.
Umgekehrt stellen Stangenbohnen selbst Ansprüche an den Boden. Die Bohnen brauchen einen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, der nicht verkrustet ist, und vertragen keine Staunässe. Schwere Böden sind für sie weniger geeignet. Einen verdichteten Boden lockerst du deshalb vor der Aussaat. Ich lockere im Frühjahr mit der Grabgabel, statt umzugraben, und warte, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist.
Eine Mulchauflage vermindert bei Gartenbohnen den Unkrautaufwuchs und hält den Boden gleichmäßiger warm und feucht. Die Auflage schützt außerdem die Bodenoberfläche vor Abtrag durch Wind und Wasser. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und verteilst ihn in dünnen Schichten, damit er nicht verklebt oder schimmelt.
„Nach Stangenbohnen braucht das Beet keinen Dünger mehr.“ So pauschal stimmt das nicht. Die Knöllchenbakterien machen den Stickstoff für die Bohne selbst nutzbar, und bei Puffbohnen ist die gesamte StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. nicht mit der NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. für die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. gleichzusetzen. Die Vorfruchtwirkung von Prunkbohnen wird im österreichischen Bio-Körneranbau als eher bescheiden eingeordnet. Ob deine Nachkultur Dünger braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Welchen Platz haben Stangenbohnen in der Fruchtfolge?
Warum Bohnen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet kommen
Steht dieselbe Pflanzenfamilie immer wieder auf einer Fläche, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren und den Wuchs schwächen. Vor dem erneuten Bohnenanbau liegt auf derselben Fläche deshalb eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren. Die Pause gilt nach Bohnen und nach anderen Hülsenfrüchten, denn Erbsen und Bohnen gehören derselben Pflanzenfamilie an. Auch Klee, Wicke und Lupine zählen dazu, wenn du sie als Gründüngung säst. Im Gemüsegarten stellst du Erbsen und Bohnen außerdem nicht direkt nebeneinander.
Eine Lücke bleibt bei den Rankhilfen. Der Pilz des Bohnenrosts überdauert auch an Bohnenstangen, und Stangenbohnen befällt er häufiger als Buschbohnen. Wechselst du das Beet, nimmst aber ungereinigte Stangen mit, kann der Erreger mitwandern. Nach Bohnenrost reinige ich meine Stangen deshalb gründlich, bevor ich sie wieder aufstelle.
Den Fruchtwechsel behältst du im Blick, wenn du jedes Jahr notierst, wo Bohnen, Erbsen und Leguminosen-Gründüngung standen. Ich trage das Beet für Beet in meinen Plan ein. Du kannst dafür deine Beete im Beetplaner über mehrere Jahre anlegen.
Busch- und Stangenbohnen: FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. 4 Jahre. Feuerbohnen, Erbsen, Puffbohnen, Sojabohnen sowie Adzuki- und Mungobohnen: 5 Jahre. Säst du Leguminosen zusätzlich als Gründüngung, wird für Erbsen eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen.
Was vor und nach Stangenbohnen passt
Als Vorgänger für Hülsenfrüchte eignen sich Spinat, Mangold und Rote Bete. Als Nachfrüchte von Gartenbohnen passen Mais, Kürbis und Kartoffeln. Erbsen, andere Bohnen und Leguminosen als Gründüngung gehören weder direkt davor noch direkt danach auf das Beet.
| Stellung | Passt | Meiden |
|---|---|---|
| Vorgänger | Spinat, Mangold, Rote Bete | Erbsen, Bohnen, Klee, Wicke, Lupine |
| Nach der Ernte im Herbst | Feldsalat oder Spinat, im September gesät; Winterroggen als Gründüngung, im Oktober gesät | Klee, Wicken und Lupinen als Gründüngung |
| Nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. | Mais, Kürbis, Kartoffeln | Erbsen und Bohnen |
| Bohnen wieder auf dem Beet | nach einer Anbaupause von mindestens 4 Jahren | Nachbau vor Ablauf der Pause |
Nach der Ernte: Nachsaat oder Gründüngung
Stangenbohnen werden von Juli bis September geerntet. Räumst du das Beet im September, kannst du noch Feldsalat oder Spinat säen, sofern beide in deine Fruchtfolge passen. Auf abgeernteten Gemüsebeeten lässt sich Winterroggen auch im Oktober noch als GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. säen. Er überwintert und ist damit eine Alternative zu frostempfindlichen Sommerarten. Aus der Ernte bis September und diesen späten Saatterminen folgt, dass dein Bohnenbeet über den Winter nicht kahl liegen muss.
Mit einer Gründüngung ist das freie Beet bedeckt, und du gewinnst organische Masse, die Bodenstruktur und Bodenleben unterstützt. Phacelia passt als Gründüngung zwischen verschiedene Gemüsefamilien, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Die Gründüngung mähst du vor der Samenbildung, damit sie sich nicht unerwünscht aussät. Zerkleinert lässt du sie als Mulch liegen, denn tief eingegrabene frische Grünmasse kann unter Luftabschluss faulen. Arbeitest du sie flach ein, wartest du bis zur nächsten Saat oder Pflanzung meist etwa 2 bis 3 Wochen.
Eine Gründüngung ersetzt die Düngung der Nachkultur nicht automatisch. Wie viele Nährstoffe sie nachliefert, hängt unter anderem von Aufwuchs, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Nach der Bohnenernte kommt Winterzottelwicke oder Klee als Gründüngung auf das Beet. Wicken, Klee und Lupinen sind Leguminosen wie die Bohne und zählen in der Fruchtfolge mit. Diese Arten gehören weder unmittelbar vor noch unmittelbar nach Bohnen und Erbsen auf dasselbe Beet. Im Herbst säst du stattdessen Winterroggen.
Boden prüfen, bevor du die Nachkultur düngst
Ob die Kultur nach den Bohnen Dünger braucht, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Die Untersuchung gibt die Nährstoffversorgung an und ermöglicht daraus eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge. Im Hausgarten empfiehlt sich eine solche Untersuchung etwa alle 4 bis 5 Jahre. Kalk bringst du nur aus, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Stangenbohnen selbst wollen einen neutralen Boden-pH.
Auf der einheitlich genutzten Beetfläche 10 bis 15 Einzelproben gleichmäßig verteilt entnehmen; dabei die obere, 25 bis 30 cm tiefe Bodenschicht beproben; die Einzelproben gut mischen und rund 500 g davon ins Labor schicken; Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium untersuchen lassen, ergänzt um Magnesium.
Stangenbohnen im Beetplan: Höhe, Schatten und Nachbarn
Stangenbohnen ranken an stabilen Stangen, Schnüren oder anderen Klettergerüsten nach oben. Den Schattenwurf auf Nachbarkulturen planst du deshalb mit ein. An Rankhilfen eignen sie sich auch als saisonaler Sichtschutz, und wie du einen essbaren Sichtschutz aus Stangenbohnen planst und gestaltest, liest du im eigenen Beitrag.
Als Mischkulturpartner für Gartenbohnen werden Mais, Kürbis und Kartoffeln empfohlen, Fenchel dagegen nicht. In einer Milpa aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis übernimmt der Mais die Rolle der Rankhilfe. Solche Partnerschaften beruhen oft auf widersprüchlichen Erfahrungen und garantieren nichts; welche Nachbarn zu Stangenbohnen passen und wie du das Beet planst, zeigt der Beitrag zur Mischkultur.
Anbau, Pflege und Ernte in Kürze
Stangenbohnen säst du von Mai bis Juni direkt an Kletterhilfen, die du vorher aufgestellt hast. Die Bodentemperatur sollte dafür über 10 °C liegen. Wann der Aussaattermin je nach Region und Sorte passt und wie du Stangenbohnen naturnah im Garten ziehst, steht in eigenen Beiträgen.
Die Rankhilfe soll so hoch sein, dass du ohne Leiter ernten kannst, und längere Triebe leitest du über Schnüre weiter. Stangenbohnen brauchen mehr Wasser als Buschbohnen, besonders während Blüte und Fruchtbildung. Schritt für Schritt zeigt das die Anleitung, wie du Stangenbohnen von der Aussaat bis zur Ernte pflegst.
An Bohnen können unter anderem Bohnenrost, Brennflecken und die Fettfleckenkrankheit auftreten. Vorbeugend setzt du auf gesundes Saatgut und entfernst erkrankte Pflanzen. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Stangenbohnen erkennst und vorbeugst, liest du im eigenen Beitrag; die Befallsmerkmale an Bohnen und Erbsen fasst der Hülsenfrüchte-Überblick zusammen.
Grüne Stangenbohnen sind pflückreif, wenn die Hülsen beim Biegen glatt brechen und die Bruchstellen grün und saftig sind. Pflückst du früh und häufig, fördert das weitere Blüten; Ernte und Lagerung behandelt ebenfalls der Hülsenfrüchte-Überblick. Roh isst du sie nie: Wegen ihres Phasingehalts müssen Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen ausreichend durchgegart werden, und sanftes Dünsten oder Dämpfen ist dafür keine verlässliche Regel.





