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Weizengras im Jahresverlauf: So passt du Platz, Licht und Wasser an

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Weizen sind Aussaat und Ernte von Januar bis Dezember angegeben, die Jahreszeit ändert vor allem den Platz der Schale.
  • Zum Keimen werden für Weizen 18 bis 22 °C angegeben, ein zu kühler Raum kann die Keimung behindern.
  • Die Schale steht hell, aber ohne direkte Sonne; ab dem Herbst rückt sie an den hellsten Platz.
  • Im Sommer brauchen Sprossen mehr Wasser als im Winter, Wärme und hohe Feuchte begünstigen Schimmel.
  • Im Winter kühlt die Fensterbank aus; eine Pflanzenlampe beurteilst du besser über die PPFD als über Lux.
  • Nimm nur Weizen, der ausdrücklich als Keimsaat für essbare Keimlinge vorgesehen ist.

Meine Weizengrasschale steht im Juli an einem anderen Platz als im Januar. Im Sommer begünstigen Wärme und hohe Feuchte Schimmel in der Anzucht, im Winter kühlt die Fensterbank aus. Für Weizen sind Aussaat und Ernte von Januar bis Dezember angegeben. Die Jahreszeit entscheidet also nicht, ob du Weizengras ziehst, sondern wo die Schale steht und wie du mit Licht und Wasser umgehst.

Weizengras sind die jungen grünen Halme des Gemeinen Weizens (Triticum aestivum). Du ziehst sie in einer Schale mit Erde, in einem Sieb oder in einem erdlosen Grow-Kit und schneidest sie über der Unterlage ab.

Was sich beim Weizengras übers Jahr ändert

Körner, Gefäß und Ablauf bleiben gleich. Was wechselt, sind Platz, Licht und Wasser. In der Tabelle siehst du, worauf ich in jeder Jahreszeit schaue.

Jahreszeit Platz Wasser Darauf achte ich
Frühling hell, ohne direkte Sonne Unterlage feucht halten, nicht austrocknen lassen ob die Fensterbank noch kalt ist
Sommer kühler, heller Raum, Schale frei stehend mehr als im Winter Schimmel bei Wärme und hoher Feuchte
Herbst hellster Platz ohne direkte Sonne nicht austrocknen lassen Halme, die auffällig in die Länge gehen
Winter warmer Wohnraum statt ausgekühlter Fensterbank weniger als im Sommer, Heizungsluft im Blick zu kühler Raum, fehlendes Licht

Zum Keimen werden für Weizen 18 bis 22 °C angegeben. Ein zu kühler Raum kann die Keimung behindern, ebenso direkte Sonne oder fehlende Feuchtigkeit.

Der Ablauf selbst ist in jeder Jahreszeit derselbe: Körner einweichen, auf Erde oder dem Gitter eines Grow-Kits verteilen und feucht halten. Die einzelnen Schritte zeigt dir der Überblick, wie du Keimsaaten ansetzt und aussäst. Wie du Weizengras danach bis zum Schnitt versorgst, steht im Ratgeber, wie du Weizengras bis zur Ernte pflegst.

Welche Weizensamen sich für Weizengras eignen

Für Weizengras nimmst du nur Weizenkörner, die ausdrücklich als Keimsaat für essbare Keimlinge vorgesehen sind. Bio und Öko sind gesetzlich geschützte Begriffe. Die Angabe „unbehandelt“ weist dagegen keine Bio-Zertifizierung nach. Beim EU-Bio-Logo müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft ökologisch erzeugt sein. Kontrollcode und Rohstoffherkunft stehen im selben Sichtfeld, das Länderzeichen im Kontrollcode nennt das Kontrollland. Eine Nullgarantie gibt dir aber auch Bio nicht, denn geringe Pestizideinträge durch Abdrift oder Ferntransport sind möglich.

Bevor ich mit einer neuen Packung eine ganze Winterreihe plane, mache ich eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern. Sie gibt Hinweise auf die Keimfähigkeit der Partie. Überaltertes Saatgut kann die Keimung behindern.

Mini-Checkliste

Ist der Weizen ausdrücklich als Keimsaat für essbare Keimlinge ausgewiesen? Trägt die Packung bei Bio-Ware das EU-Bio-Logo mit Kontrollcode? Hast du mit abgezählten Körnern eine Probeaussaat gemacht, bevor du eine ganze Reihe ansetzt?

Frühling: hell, aber ohne direkte Sonne

Im Frühjahr wird das Licht am Fenster wieder kräftiger. Weizen braucht einen hellen Platz, direkte Sonne kann die Keimung aber behindern. Meine Schale steht deshalb hell und ohne direkte Sonneneinstrahlung, etwa seitlich vom Fenster. Im zeitigen Frühjahr prüfe ich mit der Hand, ob die Fensterbank noch kalt ist, bevor ich die Schale dorthin stelle. Neigen sich die Halme zur Fensterseite, drehe ich die Schale.

Sommer: mehr Wasser und mehr Luft

Sprossen brauchen im Sommer mehr Wasser als im Winter. Ich fasse die Unterlage deshalb öfter an und gieße nach, bevor sie austrocknet. Für Weizengras in einem Etagen-Sprossengarten nennt ein Hersteller zwei- bis dreimal tägliches Wässern, später wird das Grün besprüht. Im erdlosen Grow-Kit füllst du verdunstetes Wasser bei Bedarf nach. Dafür nehme ich abgekochtes Trinkwasser, wie es das BfR für die häusliche Sprossenanzucht empfiehlt.

Wenig Platz und Luft, hohe Feuchte und Wärme begünstigen Schimmel. Die Angaben zur Keimtemperatur von Weizen reichen zudem nur bis 22 °C. Ein heißes Dachzimmer ist im Hochsommer deshalb kein guter Platz für die Schale. Ich nehme den kühlsten hellen Raum der Wohnung und stelle die Schale frei, nicht eng zwischen andere Töpfe.

Achtung

Weißer Flaum an den Wurzeln ist nicht automatisch Schimmel. Junge Faserwurzeln können weiß und pelzig-flaumig aussehen und werden leicht mit Schimmel verwechselt. Ist die Anzucht tatsächlich verschimmelt, entsorgst du sie vollständig, denn Kochen macht verschimmelte Lebensmittel nicht wieder sicher.

Wie du Schimmel vorbeugst und was im Ernstfall zu tun ist, behandelt der Pflegeratgeber zu Weizengras.

Herbst: an den hellsten Platz

Im Herbst werden die Tage kürzer. Ein Platz, der im Sommer hell genug war, kann jetzt zu dunkel sein. Beschattung kann verstärktes Streckungswachstum bis zur Vergeilung auslösen. Ich rücke die Schale deshalb an den hellsten Platz der Wohnung, weiterhin ohne direkte Sonne. Gehen die Halme trotzdem auffällig in die Länge, kann das ein Hinweis auf zu wenig Licht sein. Dann plane ich für die nächsten Ansätze eine Pflanzenlampe ein.

Winter: weg von der kalten Fensterbank

Ein zu kühler Raum kann die Keimung behindern. Die Fensterbank kühlt im Winter aus, und trockene, warme Heizungsluft darunter kann die Wasserverluste der Schale erhöhen. Auf der Fensterbank treffen im Winter also Kälte vom Fenster und trockene Luft von unten zusammen. Ich stelle die Schale in dieser Zeit auf ein Regal im Wohnraum und ergänze das Licht mit einer Pflanzenlampe. Gegossen wird weniger als im Sommer, aber nach dem Griff in die Unterlage und nicht nach Plan.

Mythos-Check

„Im Winter braucht Weizengras eine vorsichtige Düngung.“ Für die kurze Weizengraskultur in Anzuchtschalen im Haus wird Substrat ohne zugesetzten Dünger empfohlen. Der Pflanzenembryo ernährt sich während der Keimung zunächst vom Nährstoffvorrat im Korn. Eine Ausnahme für den Winter sieht die Empfehlung nicht vor.

Wie du eine Pflanzenlampe einsetzt

Für die Pflanzenentwicklung wirken Lichtmenge, Lichtspektrum und Beleuchtungsdauer zusammen. Verschiedene Arten und sogar Sorten können auf dasselbe Spektrum unterschiedlich reagieren. Die Stärke einer Lampe beurteilst du besser über die PPFD als über die Lux-Angabe.

Kurz erklärt

PPFD steht für photosynthetische Photonenflussdichte. Sie beschreibt den photosynthetisch wirksamen Photonenfluss auf einer definierten Fläche und wird in µmol/(m²·s) angegeben. Lux bezieht sich dagegen auf die Helligkeitswahrnehmung des Menschen.

Ich schalte die Lampe ein, sobald das erste Grün durchbricht, und lasse sie nicht rund um die Uhr laufen. In einem Microgreens-LED-Kit kann optionales Dauerlicht das Anzuchtsubstrat rasch austrocknen. Plane auch die Höhe ein. Bei LED-Systemen mit geringer Bauhöhe und starrer Lampenposition kann der Platz knapp werden, deshalb berücksichtigst du Wuchshöhe und Wasserbedarf der Kultur. In einem Etagen-Sprossengarten steht das Weizengras auf der obersten Ebene unter dem gewölbten Deckel, wo es Platz zum Aufwachsen hat.

Zahl im Blick

Läuft eine Pflanzenlampe mit konstanter Leistung, rechnest du ihre Stromkosten so: Watt mal Betriebsstunden, geteilt durch 1000, mal deinem Strompreis je Kilowattstunde. Mit den Werten deiner Lampe und deines Tarifs siehst du, was das Licht über den Winter kostet.

Wie du Weizengras gestaffelt ansetzt

Zeitversetzt angesetzte Keimsaaten ermöglichen aufeinanderfolgende Ernten. Ich setze die nächste Schale an, wenn in der laufenden das erste Grün steht. Die Folge über die Monate plane ich mit einem Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens zum Ausdrucken. Es gibt Weizengrassiebe mit Stapelhilfe, mit der sich bis zu vier bis fünf Siebe für zeitversetzten Anbau übereinander anordnen lassen. Ob zu deinem Platz eher ein Grow-Kit, ein Sieb oder ein Etagengerät passt, vergleicht der Ratgeber, welches Anbaugerät für Weizengras zu Platz und Bedarf passt.

Zwischen zwei Durchgängen reinige ich Schale, Gitter oder Sieb gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel und spüle mit klarem Wasser nach. Einfache Haushaltsreiniger reichen dafür in der Regel aus. Spezielle Desinfektionsmittel brauchst du nur auf Empfehlung von Arzt oder Gesundheitsamt.

Marias Erfahrung

Ich schreibe mir zu jedem Ansatz Saatdichte, Erntestadium, Licht, Standort und Jahreszeit auf. Im nächsten Winter lese ich nach, wo die Schale im letzten stand und wann ich geschnitten habe.

Wann das Weizengras erntereif ist

Wie lange es bis zum Schnitt dauert, hängt vom System ab.

System Ablauf nach Herstellerangabe Bis zur Ernte
Erdloses Grow-Kit Körner auf dem Gitter, Schale mit Wasser befüllt, hell ohne direkte Sonne etwa 7 bis 10 Tage
Weizengrassieb im Glas vorgekeimt, nach 2 bis 3 Tagen Umzug in die Schale danach etwa 12 bis 14 Tage in der Schale
Weizen-Keimsaat mit zwei Stufen ganze Sprossen nach 2 bis 3 Tagen Gras zum Schnitt nach 10 bis 12 Tagen

Das sind Angaben für das jeweilige System. Raumtemperatur und Licht an deinem Platz verschieben sie, deshalb schaue ich auf die Halme statt auf den Kalender. Ich schneide, wenn die Halme die Länge haben, die ich mir wünsche. Geschnitten wird mit einer sauberen Schere oberhalb der Unterlage, Saatkorn und Wurzeln bleiben zurück. Bei Weizensprossen ist das anders: Dort werden Saatkorn, Spross und Wurzel zusammen geerntet und gegessen.

Geschnittenes Grün kommt in den Kühlschrank. Für leicht verderbliche Lebensmittel gelten dort höchstens 7 °C. Besser sind Werte unter 5 °C. Kühlung macht nicht keimfrei, und eine pauschal sichere Lagerdauer gibt es nicht. Wie du die Ernte aufbewahrst, steht im Pflegeratgeber.

Weizengras in der Küche: Smoothie und Sprossen

Weizengras ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Gibst du es in einen grünen Smoothie, gilt dieselbe sorgfältige Küchenhygiene wie für Microgreens. Auch Blatt- und Grasprodukte für grüne Smoothies können mit Krankheitserregern belastet sein. Ich wasche mir vor und nach der Arbeit mit Körnern und frischem Grün die Hände mit Wasser und Seife und trockne sie sorgfältig ab. Einen frisch zubereiteten Smoothie lagerst du bis zum Verzehr möglichst bei höchstens 7 °C. Verbrauche ihn noch am Herstellungstag.

Achtung

Weizensprossen, bei denen Saatkorn, Spross und Wurzel zusammen gegessen werden, isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene. Gegen bakterielle Krankheitserreger müssen dabei an allen Stellen mindestens 70 °C für mindestens 2 Minuten erreicht werden. Gründliches Waschen kann die Keimbelastung roher Sprossen verringern, entfernt Erreger aber nicht zuverlässig. Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr sollten auf frische rohe Sprossen und Keimlinge verzichten.

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Häufige Fragen

Was ist Weizengras und wie unterscheidet es sich von normalem Weizen?
Weizengras sind die jungen grünen Halme des Gemeinen Weizens (Triticum aestivum), die du in einer Schale ziehst und über der Unterlage abschneidest. Im erdlosen Grow-Kit ist es nach Herstellerangabe nach etwa 7 bis 10 Tagen erntereif. Als ausgewachsene Pflanze wird Weizen dagegen 100 bis 150 cm hoch und blüht im Juni und Juli. Weizengras ist ein Lebensmittel, ein Heilmittel ist es nicht.
Wie baut man Weizengras ganzjährig zu Hause an?
Für Weizen sind Aussaat und Ernte von Januar bis Dezember angegeben, du kannst also in jedem Monat eine Schale ansetzen. Stell sie hell, aber ohne direkte Sonne, und halte die Unterlage feucht; für die Keimung werden 18 bis 22 °C angegeben. Im Sommer gießt du mehr und sorgst für Luft gegen Schimmel, im Winter suchst du einen warmen Platz abseits der ausgekühlten Fensterbank und ergänzt bei Bedarf eine Pflanzenlampe. Wer zeitversetzt ansetzt, kann nacheinander ernten.
Welche besonderen Anpassungen sind für saisonalen Weizengrasanbau nötig?
Im Frühling stellst du die Schale hell, aber ohne direkte Sonne, weil direkte Sonne die Keimung behindern kann. Im Sommer gießt du mehr und lässt Luft an die Schale, denn Wärme und hohe Feuchte begünstigen Schimmel. Ab dem Herbst rückst du an den hellsten Platz, weil Beschattung verstärktes Streckungswachstum bis zur Vergeilung auslösen kann. Für den Winter suchst du einen warmen Platz abseits der ausgekühlten Fensterbank und ergänzt bei Bedarf Licht mit einer Pflanzenlampe.
Worauf solltest du beim Kauf von Bio-Weizensaatgut für Weizengras achten?
Nimm nur Weizen, der ausdrücklich als Keimsaat für essbare Keimlinge vorgesehen ist. Bio und Öko sind gesetzlich geschützte Begriffe, die Angabe unbehandelt weist dagegen keine Bio-Zertifizierung nach. Beim EU-Bio-Logo müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft ökologisch erzeugt sein. Eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern gibt dir Hinweise auf die Keimfähigkeit der Partie.
Was unterscheidet Weizensprossen von Weizenkeimlingen beim Anbau?
Weizensprossen erntest du früh als Ganzes, Saatkorn, Spross und Wurzel werden zusammen gegessen; bei einer Weizen-Keimsaat ist das nach 2 bis 3 Tagen so weit. Lässt du die Keimlinge im Licht weiterwachsen, entsteht Gras, das du über der Unterlage abschneidest, bei derselben Keimsaat nach 10 bis 12 Tagen. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Für das geschnittene Gras gilt dieselbe sorgfältige Küchenhygiene wie für Microgreens.
Wie wird Weizengras richtig geerntet und für einen grünen Smoothie verwendet?
Du schneidest die Halme mit einer sauberen Schere oberhalb der Unterlage ab, Saatkorn und Wurzeln bleiben zurück. Wasch dir vorher die Hände gründlich mit Wasser und Seife und nimm saubere Geräte, denn auch Grasprodukte für grüne Smoothies können mit Krankheitserregern belastet sein. Den frisch zubereiteten Smoothie lagerst du bis zum Verzehr möglichst bei höchstens 7 °C. Trink ihn noch am Herstellungstag.
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