Hokkaido-Kürbis zubereiten: herbstliche Rezeptideen von Suppe bis Kuchen
- Hokkaido kannst du mit Schale verarbeiten, vorher gründlich waschen.
- Vor dem Kochen ein Stück roh kosten: Schmeckt es bitter, verwendest du den Kürbis nicht.
- Ganz und ausgereift hält sich ein Hokkaido bei geeigneten Bedingungen etwa 4 bis 5 Monate.
- Angeschnitten kommt er luftdicht verpackt ins Gemüsefach und hält dort einige Tage bis etwa 1 Woche.
- Entkernt und küchenfertig geschnitten lässt er sich roh und ungeschält einfrieren, vor dem Essen gut aufkochen.
- Gekochte Reste im Kühlschrank innerhalb von 2 bis 3 Tagen aufbrauchen.

Ein Hokkaido ist schnell gekauft oder geerntet, doch unter der Woche soll daraus ohne großen Aufwand ein Essen werden. Ich wasche ihn, schneide ihn auf und entscheide erst am Brett, ob er in den Topf, aufs Blech oder in die Pfanne kommt. Viel Arbeit sparst du dir, weil du den Hokkaido mit seiner Schale verarbeiten kannst. Eine Prüfung bleibt trotzdem vor jedem Rezept: Du kostest das rohe Fruchtfleisch auf Bitterkeit.
Botanisch gehört der Hokkaido zu Cucurbita maxima, seinen Namen trägt er von der nordjapanischen Insel Hokkaido, auf der er gezüchtet wurde. Rote Hokkaidos aus dem Erwerbsanbau wiegen bis zu zwei Kilogramm je Frucht und bleiben damit noch handlich.
Auf 150 g rohen Hokkaido, eine Portion, kommen im Durchschnitt knapp 50 kcal. Die Nährwerttabelle des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs führt rohen Kürbis allgemein, also sortenunabhängig, mit etwa 25 kcal je 100 g essbarem Anteil.
Hokkaido vorbereiten: waschen, teilen, entkernen
Ich wasche den Kürbis gründlich unter fließendem Wasser, weil die Schale mitgegessen wird. Ein runder Kürbis rollt beim Schneiden leicht weg. Deshalb schneide ich zuerst ein Ende gerade ab und setze ihn mit dieser Fläche auf ein Brett, das auf einer stabilen Unterlage liegt. Dann halbiere ich ihn und kratze Fasern und Kerne mit einem Löffel heraus. Je nach Rezept schneide ich die Hälften in Spalten, Würfel oder Raspeln.
Die Schale bleibt dran, auch bei der Sorte Green Hokkaido mit ihrer dunkelgrünen Schale. Beim Butternut ist das anders: Seine feste Schale wird deutlich langsamer weich als das Fruchtfleisch, deshalb schälst du ihn vor vielen Zubereitungen. Mischst du beide Kürbisse in einem Gericht, schälst du also nur den Butternut und gibst den Hokkaido mit Schale dazu.
Koste vor dem Kochen ein Stück vom rohen Fruchtfleisch. Schmeckt es bitter, verwendest du den Kürbis nicht, denn Garen zerstört die Bitterstoffe, die Cucurbitacine, nicht. Auch ein fertiges Gericht, das bitter schmeckt, gehört deshalb in den Müll. Zierkürbisse isst du nie, denn ihr Gehalt an Cucurbitacinen kann hoch sein; sie haben in der Küche nichts verloren.
Eine Schimmelstelle ausschneiden und den Rest verkochen. Zeigt ein Speisekürbis sichtbaren Schimmel, kommt er ganz in den Müll.
Grundzubereitungen: dünsten, kochen, Ofen, Pfanne, Grill, roh
Auf diese Grundzubereitungen greife ich bei fast jedem Rezept weiter unten zurück.
| Zubereitung | Schnitt | So gehst du vor |
|---|---|---|
| Dünsten | Würfel | kurz anbraten, dann mit wenig Flüssigkeit im geschlossenen Topf bei mittlerer Hitze garen |
| Kochen | Würfel | in Brühe garen, Basis für Suppe und Püree |
| Ofen | Spalten oder Hälften | mit Öl und Gewürzen aufs Blech, garen, bis die Ränder bräunen |
| Pfanne | kleine Würfel | in Öl anbraten und wenden, bis sie rundum Farbe haben |
| Grill | Spalten | mit Öl bestreichen und auf dem Rost wenden, bis das Fruchtfleisch weich ist |
| Roh | fein gewürfelt oder geraspelt | mit Blattsalat, Äpfeln oder Birnen mischen |
Garzeiten hängen an der Größe der Stücke. Deshalb prüfe ich mit der Messerspitze statt mit der Uhr: Gleitet sie ohne Widerstand hinein, ist der Kürbis gar. Für Püree zerdrücke oder püriere ich die gegarten Würfel mit Butter, Salz und Pfeffer, bis die Masse glatt ist.
Hokkaido-Suppe: der Klassiker aus dem Topf
Die Suppe koche ich im Herbst als erstes Kürbisgericht, sie braucht nur wenige Zutaten.
- Zwiebel würfeln und in Butter glasig dünsten.
- Hokkaidowürfel mit Schale dazugeben und kurz mitbraten.
- Mit Gemüsebrühe aufgießen, bis die Würfel knapp bedeckt sind.
- Köcheln lassen, bis die Messerspitze ohne Widerstand hineingleitet.
- Fein pürieren, Sahne oder Kokosmilch einrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Obendrauf gebe ich Kürbiskernöl und frische Kräuter. Mit frischem Ingwer oder einem geschnittenen Apfel im Topf bekommt die Suppe eine andere Note.
Hauptgerichte mit Hokkaido
Ob Ofenblech, Risotto, Nudeln, Gulasch oder Auflauf: Für all das kannst du Hokkaido nehmen.
Ofenspalten mit Kräutern
Ich schneide die Hälften in gleich dicke Spalten, damit alle zur selben Zeit gar werden. Sie werden in Olivenöl mit Salz, Rosmarin und Thymian gewendet und kommen aufs Blech. Heraus nehme ich sie, wenn die Ränder karamellisieren und die Messerspitze ohne Widerstand durchgeht. Dazu passt Kräuterquark, übrige Spalten kommen später in den Salat.
Risotto mit Salbei
Zwiebel in Butter anschwitzen, Risottoreis dazugeben und mit Weißwein ablöschen. Dann gießt du nach und nach Brühe an und rührst, bis der Reis sie aufgenommen hat. Einen Teil der Hokkaidowürfel gebe ich früh dazu, damit sie zerfallen und das Risotto binden. Den Rest füge ich später hinzu, so bleiben Stücke erhalten. Zum Schluss rühre ich Parmesan und Butter unter, obendrauf kommen in Butter gebratene Salbeiblätter.
Kürbisgulasch und Curry
Für Gulasch brate ich Zwiebeln an, gebe Paprikapulver und Tomatenmark dazu und dünste die Würfel mit Brühe im geschlossenen Topf. Beim Curry kommen Zwiebel, Knoblauch, frischer Ingwer und Currypaste zuerst in die Pfanne. Danach folgen Kürbiswürfel und Kokosmilch, am Ende Limettensaft und Koriander. Dazu passt Reis oder Fladenbrot.
Für eine vegane Fassung lässt du Milchprodukte, Eier und Honig weg und prüfst bei Currypaste und Brühe die Zutatenliste. Bohnen, Erbsen und Linsen bringen verzehrfertig 5 bis 11 % Eiweiß mit, deshalb gebe ich gern Linsen oder weiße Bohnen mit in den Topf.
Nudeln, Lasagne und Quiche
Für Nudeln rühre ich Kürbispüree mit Nudelwasser glatt, bis es die Nudeln gleichmäßig überzieht. Lasagne schichte ich aus Nudelplatten, Püree, Ricotta und gedünstetem Spinat, darüber kommt Béchamel. Im Ofen bleibt sie, bis die Oberfläche goldbraun ist. Eine Quiche backe ich auf Mürbeteig mit angebratenen Hokkaidowürfeln, Zwiebeln, Eiern und Sahne, bis die Füllung gestockt ist.
Gefüllter Hokkaido
Einen kleinen Hokkaido höhle ich aus und backe ihn vor, bis das Fruchtfleisch innen nachzugeben beginnt. Für die Füllung brate ich Hackfleisch oder Sojaschrot mit Zwiebeln an und mische gekochten Reis, gewürfelte Tomaten und Gewürze unter. Dann fülle ich den Kürbis und backe ihn fertig, bis die Messerspitze ohne Widerstand durch das Fruchtfleisch geht.
Salate, Rohkost und Puffer
Rohkost
Roh würfle ich Hokkaido fein oder raspele ihn, dazu kommen Blattsalat, Äpfel oder Birnen. Die Bitterprobe mache ich vorher genauso wie beim Kochen.
Warmer Salat mit Feta
Für einen warmen Salat röste ich kleine Würfel im Ofen und lasse sie abkühlen. Dann kommen sie auf Feldsalat und Rucola, darüber zerbröselter Feta und geröstete Walnüsse. Das Dressing rühre ich aus Olivenöl, Balsamico und Honig.
Kürbis-Kartoffel-Puffer
Hokkaido und Kartoffeln raspele ich grob und mische sie mit Ei, Mehl, Salz, Pfeffer und Muskat. Die Masse forme ich zu flachen Puffern und brate sie in der Pfanne, bis sie auf beiden Seiten knusprig sind. Dazu gibt es Apfelmus oder Kräuterquark.
Süßes: Kuchen, Muffins und Waffeln
Süß verarbeitest du Kürbis zu Pie, Muffins oder Waffeln. Gut dazu passen Äpfel, Zitrusfrüchte und Vanille. Als Basis nehme ich Püree aus gegartem Hokkaido, das ich ohne Salz und Pfeffer zubereite.
Kürbiskuchen
Das Püree rühre ich in einen Rührteig und würze mit Zimt, Ingwer und Muskat. Gehackte Walnüsse im Teig geben Biss. Fertig gebacken ist der Kuchen, wenn an einem Holzstäbchen kein Teig mehr hängen bleibt. Nach dem Abkühlen streiche ich eine Creme aus Frischkäse und Puderzucker darauf.
Muffins und Waffeln
Den gleichen Teig fülle ich in Muffinförmchen und mache auch hier die Stäbchenprobe. Für Waffeln rühre ich Püree in den Waffelteig, dazu passen Apfelkompott und Vanillesoße.
Wie lange hält sich ein Hokkaido?
Ein ganzer, ausgereifter Hokkaido hält sich bei geeigneten Bedingungen etwa 4 bis 5 Monate, die Grundregeln stehen im Lagerungs-Abschnitt unseres Kürbis-und-Zucchini-Ratgebers. Angeschnittene Stücke kommen luftdicht verpackt ins Gemüsefach und halten dort einige Tage bis etwa 1 Woche, nicht monatelang. Woran du die Erntereife erkennst und wie du Hokkaidos fürs Winterlager vorbereitest, liest du im Beitrag über Ernte und Lagerung von Hokkaido-Kürbissen.
Vorrat aus der Küche: einfrieren, abkühlen, einmachen
Roh einfrieren
Für den Vorrat wasche und entkerne ich den Hokkaido und schneide ihn küchenfertig. Schälen musst du ihn dafür nicht, und BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. ist optional. Du kannst die Stücke so einfrieren oder vorher pürieren. Eingefrorenen Kürbis kochst du vor dem Essen gut auf, ich gebe die gefrorenen Würfel dafür direkt in Suppe, Gulasch oder Curry.
Ein Kürbis, der nicht ganz ausgereift ist oder Frost abbekommen hat, taugt nicht fürs lange Lagern und wird zeitnah verarbeitet. Weil sich Hokkaido roh und mit Schale einfrieren lässt, kommt ein solcher Kürbis also geschnitten ins Gefrierfach statt in den Keller. Auch einen aufgeplatzten Kürbis verwertest du rasch, solange er keine Fäulnis zeigt.
waschen und entkernen · küchenfertig schneiden, Schale dranlassen · nach Wunsch blanchieren · portionsweise verpacken, Inhalt und Datum aufschreiben · vor dem Essen gut aufkochen
Einen ganzen Hokkaido schneide ich meist auf einmal auf: Spalten fürs Blech, Würfel für die Pfanne, der Rest geht portioniert ins Gefrierfach.
Gekochte Reste
Suppe, Gulasch oder Püree verteile ich zum Abkühlen in flache Schalen, damit die Reste innerhalb weniger Stunden unter 7 °C kommen. Danach stehen sie im Kühlschrank und werden innerhalb von 2 bis 3 Tagen gegessen.
Fermentieren, Einkochen, Marmelade
Milchsauer fermentieren lässt sich Kürbis ebenfalls. Dafür zerkleinerst du ihn und sorgst dafür, dass die Stücke vollständig unter ihrem eigenen Saft oder einer Salzlösung liegen.
Für Kürbismarmelade koche ich gewürfelten Kürbis mit Zucker, Zitronensaft, Zimt und Ingwer ein. Dabei halte ich mich an ein bewährtes Rezept, bei der Vorbereitung genauso wie beim Einkochvorgang.
Kürbis in Öl lege ich nicht auf Vorrat ein. In selbst eingelegtem Gemüse in Öl kann sich Botulinumtoxin bilden, deshalb gehört es im Privathaushalt nicht in den Vorratsschrank. Bewahre selbst eingelegtes Gemüse und frische Kräuter in Öl im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Tag nach der Herstellung.
Hokkaido aus dem eigenen Garten
Aus dem eigenen Beet kann ein Hokkaido schon 3 Monate nach der Aussaat reif sein. Standen Zierkürbisse in der Nähe, hebst du Kerne aus deinen Hokkaidos nicht als Saatgut für das nächste Jahr auf.
Wie du Hokkaido Schritt für Schritt aussäst, pflanzt und pflegst, erklärt die Anleitung für den Hokkaido-Anbau in Beet, Kübel oder Hochbeet. Mit Kompost, GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. und PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. arbeitet der Beitrag zum biologischen Anbau von Hokkaido. Den Aussaattermin planst du mit dem Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini.





