Gemüse · Paprika & Chili · Pflege

Blockpaprika: Wie du mit erster Blüte, Grünernte und Klima mehr erntest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika wie Blockpaprika wird die erste Blüte entfernt, um das weitere Wachstum zu fördern.
  • Blockpaprika verzweigt sich ohne Schnitt, weil jeder Trieb mit einer Blüte abschließt; wer Triebe entfernt, nimmt ihr Blüten.
  • Einen Teil der Früchte grün zu ernten, kann die Pflanze entlasten und den weiteren Ertrag fördern.
  • Im Kleingewächshaus lüftest du ab 28 °C.
  • Blattdüngung ersetzt keine Grundversorgung und birgt bei zu hoher Salzkonzentration Verbrennungsgefahr.
  • Gezielte CO2-Düngung im Gewächshaus setzt ein Messgerät für die Konzentration im Pflanzenbestand voraus.
Nahaufnahme von gelben Paprika, die an einer Pflanze im Garten wachsen.
Foto: Aleksandr Gorlov · Pexels License · Quelle ↗

Blockpaprika trägt im Hobbyanbau Früchte, die bis 200 g wiegen können, und jede davon beginnt als Blüte an einem Triebende. Wer mehr ernten will, bekommt viele Ratschläge: ausgeizen, Früchte ausdünnen, Blätter düngen, CO2 ins Gewächshaus. Einer davon kostet die Pflanze Blüten, ein anderer setzt Messtechnik voraus. Ich gehe die sechs Hebel in der Reihenfolge durch, in der ich an meinen Pflanzen arbeite: Triebe, Blüten, Früchte, Klima, dann Dünger und CO2.

Was ist Blockpaprika?

Blockpaprika ist eine Form der Gemüsepaprika mit fleischigen, eckigen Früchten, neben ihr zählt die Spitzpaprika dazu. Beide gehören zur Art Capsicum annuum, die als einjährige Kultur gezogen wird; das Kurzporträt von Paprika und Chili erklärt die Grundlagen. Welche Blockpaprika-Sorten es nach Farbe und Geschmack gibt, zeigt dir der Sortenüberblick.

Aussaatkalender Blockpaprika
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

Musst du Blockpaprika ausgeizen?

Paprika verzweigt sich ohne Schnitt von selbst. Jeder Trieb schließt mit einer Blüte ab, darunter entstehen neue Triebe, und so wird die Pflanze buschig. Ich lasse meine Blockpaprika deshalb frei wachsen und greife nur bei der ersten Blüte ein.

Häufiger Fehler

Blockpaprika so auszugeizen, wie du es von Tomaten kennst. Weil bei Paprika jeder Trieb mit einer Blüte endet, nimmst du mit jedem entfernten Seitentrieb auch eine Blüte weg.

Musst du doch einmal schneiden, etwa einen abgeknickten Trieb, nimm ein sauberes Messer. Saubere Arbeitsgeräte gehören zur Vorbeugung gegen Grauschimmel.

Damit die Triebe die schweren Früchte tragen, bekommt jede Pflanze eine eigene Stütze aus Holz oder Kunststoff. Ich binde die Triebe locker an und sehe mir dabei die Blattunterseiten an. Welche Arbeiten sonst anstehen, beschreibt der Ratgeber zu den Pflegearbeiten an Blockpaprika von der Bestäubung bis zum Herbst.

Wie förderst du Blüten und Fruchtansatz?

Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika wie Blockpaprika wird die erste Blüte entfernt. Das soll das weitere Wachstum der Pflanze fördern. Bei kleinfrüchtigen Peperoni und Chilis ist dieser Schritt nicht nötig.

Marias Erfahrung

Ich knipse an jeder Blockpaprika nur die erste Blüte ab und lasse alle weiteren stehen. Die Chilis im selben Beet behalten ihre erste Blüte.

Für den Fruchtansatz ist Paprika nicht auf Insekten angewiesen: Sie befruchtet sich selbst, Insektenbestäubung ist möglich, aber nicht zwingend. Gekaufte Hummelvölker brauchst du im Hobbygarten nicht. Wer Bestäubern trotzdem Nahrung bieten will, findet Ideen im Ratgeber, wie Bienen und Blockpaprika im Garten zusammenpassen.

Während Blüte und Fruchtansatz gießt du gleichmäßig. Im Kleingewächshaus kann Trockenheit in dieser Phase dazu führen, dass Paprika Blüten und junge Früchte abstößt. Wie du die Wasserversorgung von Blockpaprika über die Wachstumsphasen steuerst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Lohnt es sich, Früchte auszudünnen?

Hängen viele Früchte an einer Pflanze, erntest du einen Teil davon grün. Bei großfrüchtiger Paprika kann das die Pflanze entlasten und den weiteren Ertrag fördern. Essen kannst du die grünen Früchte, denn Gemüsepaprika lässt sich unreif grün ebenso verzehren wie voll ausgereift.

Allerdings reift Gemüsepaprika nach der Ernte nicht nach, und grüne Früchte schmecken herber als ausgefärbte. Was du zum Entlasten grün pflückst, bleibt also herb; süß werden nur die Früchte, die an der Pflanze ausfärben dürfen. Ich nehme beim Ausdünnen Früchte von dicht behangenen Trieben ab und lasse die übrigen an der Pflanze ausfärben.

Geerntet wird bei Capsicum annuum von Juni bis Oktober. Bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen als Anhaltspunkt, der weder Sorte noch Farbreife festlegt. Woran du den Erntezeitpunkt erkennst und wie du die Früchte schneidest, zeigt der Ernteratgeber.

Frische Paprika lagerst du kühl bei etwa 10 bis 12 °C, weil stärkere Kühlung Qualitätsverluste und Kälteschäden begünstigen kann. Bei Zimmertemperatur halten sie sich etwa 2 bis 3 Tage, und wie du Blockpaprika länger haltbar machst, steht im Lagerratgeber.

Wie verbesserst du das Mikroklima?

Mikroklima heißt hier: Temperatur, Luftfeuchte und Bodenwärme direkt an der Pflanze. Einen Teil davon steuerst du im Beet, den größeren Teil unter Glas.

Im Beet und auf der Terrasse

Paprika kann schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen reagieren. Nach dem Auspflanzen ins Freiland schützen Haube oder Frühbeet die Pflanzen, bis sie gut angewachsen sind. Den Platz wählst du sonnig und geschützt; welcher Standort Blockpaprika genug Licht, Wärme und Windschutz bietet, klärt der Standortratgeber.

Im Bestand selbst zählt der Abstand. Bei Capsicum annuum stehen die Pflanzen in der Reihe 30 bis 50 cm auseinander, zwischen den Reihen ebenso, und jede hat ihre eigene Stütze. So trocknet Gießwasser schneller ab, und das hilft, Grauschimmel vorzubeugen.

Ich gieße morgens direkt an den Pflanzenfuß und lasse das Laub trocken. Das nutzt das Wasser gezielt und verringert das Risiko von Schadpilzen. Eine Mulchdecke hemmt zusätzlich die Verdunstung aus dem Boden und vermindert seine Aufheizung. Steht deine Blockpaprika in einem schwarzen Kübel, kann ein Übertopf den Wurzelballen vor übermäßiger Erhitzung und Austrocknung schützen.

Im Kleingewächshaus

Unter Glas steuerst du Temperatur und Luft selbst, und dafür gibt es klare Richtwerte.

Zahl im Blick

Paprika wächst im Kleingewächshaus am besten bei Tagesmitteltemperaturen von 20 bis 22 °C. Ab 28 °C wird gelüftet, über Dachöffnungen oder über eine zusätzliche Öffnung gegenüber der Tür.

Bei mir hängt ein Thermometer auf Höhe der Blätter, damit ich den Moment zum Lüften nicht verpasse. Grauschimmel wird an Paprika durch Temperaturen um 20 °C, hohe Luftfeuchte und wenig Licht begünstigt. Die Temperatur, bei der Paprika unter Glas am besten wächst, liegt damit in dem Bereich, der auch den Pilz begünstigt; steuern kannst du vor allem Luftfeuchte und Abstand. Dichte Bestände und hohe Luftfeuchte fördern im Gewächshaus Grauschimmel an den Früchten.

Wie du Blockpaprika unter Glas von der Pflanzung bis zur Ernte pflegst, beschreibt der Gewächshausratgeber.

Bringt Blattdüngung mehr Ertrag?

Bei der Blattdüngung sprühst du eine Nährlösung auf die Blätter. Eine dauerhafte Grundversorgung bietet sie nicht. Ob und wie viel Mehrertrag eine Blattgabe bei Blockpaprika bringt, lässt sich pauschal nicht sagen. Bei mir bleibt sie deshalb eine Ausnahme neben der Versorgung über den Boden.

Achtung

Ist die Salzkonzentration zu hoch, kann eine Blattdüngung die Blätter verbrennen. Die Konzentration nimmst du von der Packung, statt sie zu schätzen.

Die Grundversorgung läuft über den Wurzelraum: Im Gemüsehochbeet empfehlen sich jährlich 3 l Kompost je m², Stickstoff kommt nach Bedarf dazu. In vorgedüngter Erde im Kübel kann je nach Packungsangabe nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung nötig werden. Wie du Haupt- und Spurennährstoffe für Blockpaprika über die Saison verteilst, erklärt der Düngeratgeber.

Blattfarben sind Hinweise, keine Diagnose. Hellen ältere Blätter zwischen grün bleibenden Adern auf, kann Magnesiummangel dahinterstecken. Bevor ich nachdünge, lasse ich den Boden untersuchen, damit ich die Düngung am vorhandenen Nährstoffvorrat ausrichten kann.

Bei Blütenendfäule denkst du vielleicht zuerst an Dünger. Sie ist eine Unterversorgung der Frucht mit Calcium, die auch auftreten kann, wenn der Boden genug Calcium enthält, weil schwankende Wasserversorgung den Transport zur Frucht stört. Mehr Calcium im Boden hilft dann nicht unbedingt; gleichmäßige Bodenfeuchte begrenzt die Störung vorbeugend.

Lohnt sich CO2-Düngung im Gewächshaus?

Eine gezielte CO2-Düngung im Gewächshaus setzt Messgeräte voraus, die die CO2-Konzentration im Pflanzenbestand erfassen. Ohne Messwert weißt du weder, wie viel CO2 bei den Blättern ankommt, noch, ob eine Gabe überhaupt nötig ist. Wie viel Mehrertrag eine Anreicherung bei Blockpaprika im Hobbygewächshaus bringt, lässt sich pauschal nicht beziffern. In meinem Kleingewächshaus bleibe ich deshalb bei den Werten, die ich ablesen kann: Temperatur und Lüftung.

Mythos-Check

Ein offener Kompostbehälter im Gewächshaus ersetzt die CO2-Düngung? Ob sich die Konzentration im Bestand dadurch ändert, kann dir nur ein Messgerät zeigen. Ohne Messung ist es keine gezielte CO2-Düngung.

Anzucht, Kübel und Schädlinge in Kürze

Wegen der langen Anzucht säst du Blockpaprika im Februar im Haus aus; den Termin findest du im Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken. Ins Freiland pflanzt du gewöhnlich nach den Eisheiligen Mitte Mai, entscheidend bleibt die tatsächliche Witterung. Wie der Anbau von der Aussaat bis zur Ernte im Überblick abläuft, zeigt der Anbauratgeber.

Im Kübel braucht Blockpaprika ein standfestes Gefäß mit mindestens 10 Litern Volumen. Der Durchmesser sollte etwa 30 cm betragen, und ein Wasserablauf verhindert Staunässe. Welche Kübel und kompakten Sorten sich für Blockpaprika auf Balkon und Terrasse eignen, steht im Kübelratgeber.

Schau regelmäßig auf die Blattunterseiten, dort sitzen erwachsene Weiße Fliegen und ihre Larven bevorzugt. Wer im Kleingewächshaus Nützlinge einsetzen will, plant 1 bis 2 Kontrollen pro Woche ein, damit der Einsatz rechtzeitig kommt. Wie du Nützlinge rund um deine Blockpaprika förderst, beschreibt der Ratgeber zum ressourcenschonenden Anbau.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet Blockpaprika von anderen Paprikatypen?
Blockpaprika ist eine Form der Gemüsepaprika mit fleischigen, eckigen Früchten, die im Hobbyanbau bis 200 g wiegen können. Zur Gemüsepaprika zählt daneben die Spitzpaprika, zu den kleinfrüchtigen Typen gehören Peperoni und Chilis. Bei Blockpaprika zeigt die Farbe den Reifegrad: Grüne Früchte sind unreifer und herber, ausgefärbte rote, gelbe oder orange Früchte süßer.
Bringen Ausgeizen und Fruchtausdünnung bei Blockpaprika mehr Ertrag?
Blockpaprika verzweigt sich ohne Schnitt, weil jeder Trieb mit einer Blüte abschließt und darunter neue Triebe entstehen. Wer Seitentriebe entfernt, nimmt ihr deshalb auch Blüten. Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika wird nur die erste Blüte entfernt, um das weitere Wachstum zu fördern. Zum Ausdünnen erntest du einen Teil der Früchte grün, was die Pflanze entlasten und den weiteren Ertrag fördern kann.
Welche Rolle spielt das Mikroklima für Blockpaprika?
Paprika kann schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen reagieren. Im Freiland schützen Haube oder Frühbeet die Pflanzen nach dem Auspflanzen, bis sie gut angewachsen sind. Im Kleingewächshaus wächst Paprika am besten bei Tagesmitteltemperaturen von 20 bis 22 °C. Ab 28 °C wird dort gelüftet.
Wie wirken sich Wasser und Nährstoffe auf die Blütenbildung bei Blockpaprika aus?
Im Kleingewächshaus kann Trockenheit während Blüte und Fruchtansatz dazu führen, dass Paprika Blüten und junge Früchte abstößt. Gleichmäßiges Gießen ist in dieser Phase deshalb wichtig. Ein Stickstoffüberschuss kann üppiges Wachstum mit weichem Gewebe und erhöhter Krankheitsanfälligkeit fördern. Für Gemüsepaprika in Gefäßen empfiehlt sich ab Blühbeginn eine kaliumbetonte Flüssigdüngung, deren Menge du von der Packung nimmst.
Lohnt sich Tropfbewässerung für Blockpaprika?
Tropfbewässerung eignet sich gut, weil sie Paprika gleichmäßig mit Wasser versorgt. Gleichmäßige Bodenfeuchte begrenzt vorbeugend die Blütenendfäule, die bei schwankender Wasserversorgung auch ohne Calciummangel im Boden auftreten kann. Gießt du direkt an den Pflanzenfuß, nutzt du das Wasser gezielt und verringerst das Risiko von Schadpilzen.
Wie groß sollte ein Gefäß für Blockpaprika sein?
Für Fruchtgemüse wie Paprika empfiehlt sich ein standfestes Pflanzgefäß mit mindestens 10 Litern Volumen. Der Durchmesser sollte etwa 30 cm betragen. Ein Wasserablauf verhindert Staunässe, und an heißen Tagen kann in kleinen Gefäßen tägliches Gießen nötig sein.
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