Feldsalat anbauen im Klimawandel: Saatfenster verschieben, Winterschutz planen
- Feldsalat säst du von Juli bis September, in heißen Wochen eher zum Ende des Fensters hin.
- Als obere Keimtemperatur gelten 18 bis 20 °C, miss deshalb vor der Saat im Boden nach.
- Etwas Schatten und ausreichend Wasser können im Sommer das Schossen verzögern.
- Bei milder Witterung erntest du Feldsalat den ganzen Winter über im Freiland.
- Frosthart ist Feldsalat bis etwa −15 °C, späte Saaten stehen trotzdem geschützt und sonnig.

Wird der Spätsommer heiß, der Herbst nass oder der Winter streng, betrifft das den Feldsalat in jeder Phase. Er wird im Spätsommer gesät, wächst im Herbst heran und wird bis in den März geerntet. Ich plane meine Feldsalat-Saaten deshalb nach dem Wetter der jeweiligen Woche und nicht nach einem festen Datum. So passt du Saatzeit und Schutz an, ohne das bewährte SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. zu verlassen.
Feldsalat anbauen: die Werte, nach denen du planst
Feldsalat (Valerianella locusta) ist eine einjährige Rosettenpflanze aus der Familie der Geißblattgewächse. Kopfsalat gehört dagegen zu den Korbblütlern. Wie die Salatarten zusammenhängen und welche Arten kühl und welche warm wachsen, zeigt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Für die Planung im Garten zählen vor allem diese Richtwerte:
| Was | Richtwert |
|---|---|
| Aussaat | Juli bis September |
| Saattiefe bei DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. | etwa 0,5 bis 1 cm, in Rillen |
| Reihenabstand bei Direktsaat | 10 bis 15 cm |
| Abstand in der Reihe | 3 bis 15 cm |
| Mindest-Keimtemperatur | 10 bis 15 °C |
| Obere Keimtemperatur | 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 30 Tage |
| Kulturdauer | 42 bis 112 Tage |
| Wachstum | auch bei 5 bis 10 °C noch |
| Ernte | Oktober bis März |
| Blüte | April bis Mai |
| FrosthärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | bis etwa −15 °C |
| Licht | sonnig oder halbschattig |
| Wuchshöhe | 5 bis 15 cm |
| Anbaupause auf demselben Beet | 4 Jahre |
Die Anbaupause behältst du im Beetplaner für dein ganzes Beet im Blick. Ich gehe hier von der Direktsaat in Rillen aus. Ob Direktsaat oder Vorkultur besser zu deinem Garten passt, klärt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Sonniger bis halbschattiger Platz auf gut durchlässigem Boden; bei sehr rauer Witterung Schutzhauben verwenden.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten etwa 1-2 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Etwas Schatten im Sommer und ausreichende Wasserversorgung können das Schossen verzögern. Späte Saaten profitieren von geschützter, sonniger Lage und gegebenenfalls Winterschutz.
- Düngung
Keine besondere Düngung erforderlich; hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig und bildet Rosetten.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Heißer Spätsommer: wann du Feldsalat säst
Das Saatfenster reicht von Juli bis September, und genau das gibt dir Spielraum. Als obere Keimtemperatur gelten 18 bis 20 °C. Fällt der Juli oder August heiß aus, rückst du die Hauptsaat deshalb ans Ende des Fensters, Richtung September. Ich stecke vor jeder Saat ein Bodenthermometer in die Rille und lese ab, wie warm es in Saattiefe ist.
Bei der Direktsaat liegt die Saat nur etwa 0,5 bis 1 cm tief. Bis sie keimt, können 7 bis 30 Tage vergehen. Die oberste Bodenschicht muss also über diese ganze Zeit feucht bleiben. Prüf die Rille mit dem Finger und gieß nach, sobald die Oberfläche abgetrocknet ist.
Im Sommer kommt das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. dazu. Etwas Schatten und ausreichend Wasser können es verzögern. Frühe Sätze im Juli bekommen deshalb einen Platz, der in der Mittagshitze im Schatten liegt.
Ich säe Feldsalat in mehreren kleinen Sätzen über das Fenster verteilt, statt das ganze Beet an einem Tag einzusäen. Für Salate gelten kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen als Richtmaß für eine fortlaufende Ernte. Läuft ein Satz in einer Hitzewelle schlecht auf, bleibt dir der nächste. Alle Saattermine hast du mit dem Aussaatkalender für Salate zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Die ganze Feldsalat-Saat an einem heißen Augusttag ausbringen. Liegt der Boden über der oberen Keimtemperatur, läuft die Saat womöglich lückenhaft auf, und kein späterer Satz gleicht das aus.
Für Salate, die mitten im Sommer im Beet stehen, lohnt der Blick darauf, wie du Romanasalat vor Hitzestress und Wassermangel schützt.
Milder Herbst und Winter: bringt die längere Saison mehr Ernte?
Feldsalat wächst auch bei 5 bis 10 °C noch weiter, und bei milder Witterung erntest du ihn den ganzen Winter über im Freiland. Die Erntezeit reicht von Oktober bis März. Ab April blüht Feldsalat. Das Saatfenster endet trotzdem im September, und daran halte ich mich auch in einem milden Herbst.
Eine längere warme Saison bringt automatisch mehr Feldsalat? Nicht unbedingt. In warmen Spätsommerwochen kann die Keimung leiden, weil 18 bis 20 °C als obere Keimtemperatur gelten, und im Sommer kommt das Schossen dazu. Ein milder Winter kann dir dagegen eine Ernte im Freiland über den ganzen Winter ermöglichen.
Ist im Oktober noch ein Beet frei, kommt Winterportulak in Frage. Er wird meist von Ende August bis Oktober gesät und keimt erst unter 12 °C.
Nässe und strenger Frost: so schützt du die späten Reihen
Feldsalat ist winterhart und bis etwa −15 °C frosthart. Späte Saaten profitieren trotzdem von einem geschützten, sonnigen Platz und bei Bedarf von Winterschutz. Bei sehr rauer Witterung setzt du Schutzhauben ein. An milden Tagen nimmst du die Abdeckung ab und legst sie abends wieder auf.
Die letzte Feldsalat-Reihe des Jahres säe ich an den sonnigsten, geschütztesten Platz im Garten, bei mir vor der Hauswand. Das Vlies lege ich schon bei der Saat daneben, damit ich es bei einer Frostwarnung sofort zur Hand habe.
Noch geschützter stehen späte Sätze im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet.. Wie du Feldsalat im Frühbeet bis in den Winter hinein erntest, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Bleibt dein Gartenboden nach Regen lange nass, kommen Hochbeet, Kübel oder Gewächshaus als Ausweichfläche in Frage, denn Feldsalat lässt sich auch dort ziehen. Mehr zu den Anbautechniken für Salate steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Boden, Wasser, Dünger und Schädlinge in Kürze
Boden: Feldsalat braucht einen gut durchlässigen Boden, auf dem Regenwasser abziehen kann. Als Richtwert gilt ein ausgeglichener pH-Wert bei guter Kalkversorgung. Wie du Boden und Saatbett für Feldsalat vorbereitest, zeigt ein eigener Ratgeber; die Grundlagen stehen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Standort und Boden.
Wasser: Bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. hältst du die Saatreihe gleichmäßig feucht, danach gießt du nach Bedarf und am besten morgens. Wie Salate insgesamt gegossen werden, erklärt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen.
Dünger: Auch in einem milden Herbst braucht Feldsalat keine besondere Düngung. Wichtiger ist, dass die Vorkultur keine hohen Stickstoffreste im Beet hinterlässt. Wie du Salate nach Art düngst, steht im Überblick unter Düngen.
Schädlinge: In nassen Wochen fressen Schnecken nicht nur nachts, sondern auch tagsüber; Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Ein Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. unter 6,5 begünstigt bei Feldsalat den Erreger FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. oxysporum, deshalb kontrollieren Erwerbsanbauer den pH-Wert vor Anbaubeginn. Vorbeugen und Kontrollieren erklärt der Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.





