Salattomaten ausgeizen: Geiztriebe erkennen, hohe Pflanzen pflegen
- Geiztriebe sitzen in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blatt; bei Stabtomaten werden sie entfernt, sobald sie etwa 5 cm lang sind.
- Geiztrieb oder Blütenrispe? Der Geiztrieb trägt Blätter und sitzt im Winkel zum Blattstiel, die Rispe trägt Knospen und bleibt stehen.
- Bei hohen Pflanzen die oberen Triebe am Stab sanft herunterziehen oder einen festen Hocker nutzen – Sicherheit vor Reichweite.
- Bei tragenden Pflanzen vorsichtig, bei Regen gar nicht, bei Hitze das Laub stehen lassen.

Salattomaten ausgeizen: hoch, schwer, im Freiland
Salattomaten – die runden, saftigen Klassiker für Brot und Salat – sind fast immer Stabtomaten, die die ganze Saison in die Höhe wachsen, schwere Rispen an einem Trieb tragen und meist im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. unter offenem Himmel stehen. Genau das macht das AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. bei ihnen zur Dauer- und Höhenarbeit: Die Pflanze schiebt bis zum Herbst in jeder BlattachselDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. nach, irgendwann über Kopfhöhe, und zwischendurch hängen schon Früchte im Weg.
Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Praxis an der Salattomate: GeiztriebeAls Geiztriebe bezeichnet man bei Tomaten die Seitentriebe. Bei Stabtomaten, deren Haupttrieb immer weiter wächst, brichst du sie beim Ausgeizen regelmäßig aus. sicher erkennen, an hohen und bereits tragenden Pflanzen ausgeizen und den Zeitpunkt nach dem Wetter richten. Warum Stabtomaten überhaupt ausgegeizt werden, Buschtomaten nicht und was der Wuchstyp damit zu tun hat, erklärt der Beitrag darüber, warum Tomaten ausgegeizt werden und bei welchen Sorten.
Der Geiztrieb: so erkennst du ihn sicher
Ein Geiztrieb ist der Seitentrieb, den die Tomate in der Blattachsel bildet – im Winkel zwischen Haupttrieb und Blattstiel. Er sieht aus wie eine kleine Kopie des Haupttriebs: ein Stängelchen mit eigenen, gefiederten Blättchen, das schräg nach oben wächst. Lässt du ihn stehen, wird er zu einem vollwertigen Trieb mit eigenen Blütenrispen und eigenen Geiztrieben. Bei Stabtomaten wie der Salattomate werden Geiztriebe entfernt, sobald sie etwa 5 cm lang sind – dann brechen sie mit den Fingern seitlich sauber aus.
Verwechseln lässt sich der Geiztrieb mit zwei Dingen. Die Blütenrispe entspringt nicht in der Blattachsel, sondern direkt am Stängel zwischen zwei Blättern, trägt Knospen statt Blätter und bleibt immer stehen. Und der Haupttrieb selbst ist der kräftigste, gerade nach oben wachsende Trieb – wer ihn für einen Geiztrieb hält und ausbricht, hat die Spitze der Pflanze entfernt. Ein zweiter Blick auf Wuchsrichtung und Ansatzpunkt löst beide Verwechslungen.
Drei Ansatzpunkte, drei Triebe. In der Blattachsel, im Winkel zum Blattstiel: der Geiztrieb – trägt Blätter, wird entfernt. Direkt am Stängel zwischen zwei Blättern: die Blütenrispe – trägt Knospen, bleibt stehen. An der Spitze, gerade nach oben: der Haupttrieb – wird erst am Saisonende gekappt.
Der Rhythmus: klein ausbrechen, regelmäßig nachschauen
Der erste Durchgang folgt kurz nach dem Auspflanzen, sobald die ersten Geiztriebe zu sehen sind, und dann bleibt es bei der Regel: bei jedem Beetrundgang die Blattachseln entlang, Triebe ausbrechen, solange sie weich sind. Kleine Triebe hinterlassen winzige Bruchstellen, die schnell abtrocknen; ein übersehener großer Trieb kostet Kraft und hinterlässt eine große Stelle. Ich verbinde die Kontrolle mit dem Gießen am Morgen – so übersehe ich keine Pflanze und arbeite bei trockenem Laub. Jeden Handgriff mit Fingern und Schere und das Anbinden des freigelegten Haupttriebs zeigt die Anleitung dazu, wie du Stabtomaten Schritt für Schritt ausgeizt.
Hohe Pflanzen: ausgeizen über Kopfhöhe
Stabtomaten erreichen 150 bis 200 cm, einzelne Sorten bis 2,5 m – und spätestens im August geizt du bei Salattomaten über Kopf. Auf Zehenspitzen im Beet zu balancieren ist keine Lösung; ein stabiler Gartenhocker oder eine kurze Trittleiter, die fest auf dem Boden steht, ist es. Die oberen Triebe lassen sich am Stab auch vorsichtig zu dir herunterziehen, ohne den Haupttrieb zu knicken, wenn du den Stab dabei mit der anderen Hand festhältst. Im Gewächshaus, wo die Pflanzen an Schnüren geführt werden, kannst du den Trieb stattdessen absenken: Die Schnur wird gelockert, der untere, abgeerntete Teil des Stängels legt sich am Boden ab, und die Spitze bleibt in Reichweite. Wer das von vornherein plant, setzt die Stäbe hoch genug und bindet regelmäßig an, damit der Trieb am oberen Ende nicht überhängt.
Sicherheit vor Reichweite. Ein Hocker mit vier Beinen auf festem Grund ist besser als jede Leiter im weichen Beet – und was du von dort nicht erreichst, ziehst du am Stab zu dir herunter. Lieber einen Geiztrieb bis zum nächsten Rundgang stehen lassen als einen Sturz zwischen die Pflanzen riskieren.
Tragende Pflanzen: ausgeizen, wenn schon Früchte hängen
Ab der ersten reifen Rispe wird das Ausgeizen zur Feinarbeit. Geiztriebe sitzen jetzt oft direkt neben oder unter einer Rispe, und ein ungeschickter Griff reißt eine Frucht ab oder knickt den Rispenstiel. Fasse den Geiztrieb an der Basis und brich ihn seitlich weg von der Rispe, halte mit der anderen Hand den Stängel; für Triebe, die schon dick geworden sind, nimm eine saubere, scharfe Schere und schneide dicht am Haupttrieb. Rispen, die schwer werden, hängst du mit einer Schlaufe oder einem Haken an den Stab, bevor der Stiel knickt. Die untersten Blätter unter der ersten Rispe dürfen weg, sobald sie vergilben oder die Erde berühren – das schafft Luft und macht die unteren Rispen zugänglich. Mehr Laub als das lässt du stehen: Die Blätter versorgen die Früchte und beschatten sie.
Für hochgewachsene Salattomaten mit schweren Früchten ist die Zweitriebkultur ein Abwägen: Ein zweiter Trieb unterhalb der ersten Rispe bringt mehr Rispen, aber auch doppelte Last am selben Wurzelstock und einen zweiten Stab. Meine Freiland-Salattomaten ziehe ich zweitriebig, die im Gewächshaus eintriebig – dort steht die Luft, und eintriebige Pflanzen trocknen schneller ab. Wie kleinfrüchtige Sorten mit zwei Trieben umgehen und wann sie gar nicht ausgegeizt werden, zeigt der Beitrag darüber, ob Cocktailtomaten ausgegeizt werden müssen.
Wetter: wann du ausgeizt und wann du wartest
Bei Regen und nassem Laub wartest du. Die Bruchstellen trocknen dann nicht ab, und Pilzsporen finden feuchte Eintrittspforten; eine kurze Verzögerung schadet der Pflanze weniger als eine Bruchstelle im Dauerregen. Am besten geizt du am Vormittag eines trockenen Tages aus, wenn der Tau abgetrocknet ist und die Stellen bis zum Abend Zeit haben zu trocknen. Bei Hitze und praller Sonne gilt: nur die Geiztriebe, kein Laub – die Blätter beschatten die Früchte, und wer im Hochsommer zu viel entfernt, findet helle, ledrige Flecken auf den sonnenbeschienenen Früchten. Im Freiland kommt der Wind dazu: Der freigelegte Haupttrieb muss angebunden sein, bevor der nächste Sturm kommt.
Ich geize meine Freiland-Salattomaten morgens nach dem Gießen aus, wenn das Laub trocken ist, und lasse den Rundgang bei Regen ausfallen. Am nächsten trockenen Vormittag sind die Triebe zwar etwas größer, aber die Bruchstellen trocknen sauber ab – das ist mir lieber als ein Tropfen Regen in jeder frischen Stelle.
Saisonende: Spitze kappen, Kraft in die letzten Früchte
Gegen Ende der Saison bilden Salattomaten weiter Blüten, die nicht mehr zu reifen Früchten werden. Dann kappst du den Haupttrieb ein Blatt über der obersten Rispe, die noch ausreifen kann, und entfernst neue Blütenansätze; das Ausgeizen darunter läuft weiter, bis die Pflanze abgeräumt wird. Bei mir ist das der Moment, in dem ich die ersten Herbstnebel über dem Beet sehe. Grüne Früchte, die es nicht mehr schaffen, reifen an einem warmen, hellen Platz im Haus nach. Wie Stabtomaten grundsätzlich gestützt, angebunden und ausgegeizt werden, trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt darüber, wie Tomaten ausgegeizt, gestützt und aufgebunden werden.
Fazit: erkennen, ausbrechen, anbinden – bei trockenem Laub
Salattomaten verlangen beim Ausgeizen vor allem Konsequenz und einen sicheren Stand: Geiztriebe in der Blattachsel erkennen und klein ausbrechen, Rispen und Laub stehen lassen, hohe Triebe herunterziehen statt zu klettern, bei Regen warten und den freigelegten Haupttrieb sofort anbinden. So bleibt die Pflanze bis zum Herbst übersichtlich, luftig und tragfähig.





