Dill ernten und aufbewahren: einfrieren statt trocknen, damit das Aroma bleibt
- Dill erntest du von Mai bis Oktober, jung und kurz vor der Blüte, am Vormittag nach abgetrocknetem Tau.
- Getrocknete Dillblätter verlieren ihr Aroma – einfrieren oder in Essig einlegen konserviert besser.
- Fein gehackt in Eiswürfelformen mit wenig Wasser ist der einfachste Weg in den Froster.
- Selbst angesetztes Dillöl und Pesto nur gekühlt bei bis zu 6 °C lagern, Öl spätestens am Folgetag verbrauchen.
- Wer bis August alle 3 Wochen nachsät, erntet frischen Dill bis in den Herbst.

Dill ist ein Kraut, das dir zwischen Beet und Küche davonläuft: Ein paar Stunden liegen gelassen, und die feinen Fahnen hängen schlapp, das Aroma ist zur Hälfte weg. Ich schneide Dill deshalb erst, wenn der Topf schon auf dem Herd steht, und trage ihn ohne Umweg in die Küche. Für alles, was nicht sofort gegessen wird, brauchst du einen Plan – und der heißt bei Dill nicht Trocknen, sondern Einfrieren.
Wann und wie du Dill erntest
Die Grundregel ist kurz: Dill wird von Mai bis Oktober geerntet, die Blätter jung und vor der Blüte. Das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte, danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Geschnitten wird am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist und die ätherischen Öle noch in den Blättern stecken. Diese Grundlagen gelten für das ganze Kräuterbeet, du findest sie im Hub-Abschnitt zum Ernten und Konservieren von Kräutern.
Dill setzt schnell Blüten an. Wer über die Saison frische Blätter will, sät nach: Wer bis August alle 3 Wochen nachsät, erntet bis in den Herbst. Wie die Aussaat im Detail läuft, steht in der Anleitung, wann und wie du Dill aussäst. Und wenn dein Dill im Kübel auf dem Balkon wächst, findest du die Erntetechnik für kleine Gefäße im Artikel darüber, wie du Dill im Topf anbaust – hier geht es ab jetzt um das, was nach dem Schnitt passiert.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige, sandige oder humusreiche Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Leicht saure Böden werden bevorzugt; auch neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein; gleichmäßig mit Wasser versorgen und Vernässung vermeiden.
- Anbauort
Die Kultur ist im Freiland oder Beet und im Topf möglich.
Pflege
- Pflege
Der Pflegeaufwand ist mittel.
- Düngung
Den Düngebedarf vor der Kultur durch eine Bodenuntersuchung bestimmen. Nach bedarfsgerechter Bodenvorbereitung ist keine zusätzliche Nährstoffgabe erforderlich.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich als Würzkraut.
Direkt nach der Ernte: so bleibt Dill frisch
Dillblätter werden jung geerntet und sofort verarbeitet – das ist die Linie, die in allen Fachinformationen steht. Alles, was du nicht sofort brauchst, sortierst du gleich nach dem Schnitt: welke, gelbe oder gequetschte Teile raus, gesunde Zweige zusammen. Wasche den Dill nicht vor der Lagerung, sondern erst kurz vor dem Verwenden – nasses Kraut fault im Beutel schneller.
Dill tropfnass in eine verschlossene Plastiktüte stecken. Das gesammelte Wasser kann die feinen Blätter matschig werden lassen. Trocken einpacken und Feuchtigkeit nur über das Küchenpapier dosieren.
Für ein paar Tage im Kühlschrank haben sich zwei Handgriffe bewährt. Beim Küchenpapier wickelst du die trockenen Zweige locker in ein leicht angefeuchtetes Blatt und legst das Päckchen in eine Dose oder einen Beutel ins Gemüsefach. Beim Wasserglas stellst du die Stängel wie einen Strauß in etwas Wasser, stülpst lose eine Tüte darüber und lässt oben Luft. Bei beiden Methoden schaust du beim Öffnen des Kühlschranks kurz nach und nimmst welke Fahnen heraus, bevor sie die Nachbarn anstecken. Eine belegte Lagerdauer gibt es nicht – verlass dich auf Geruch und Farbe, nicht auf den Kalender.
Zum Schneiden nimmst du ein scharfes Messer und teilst die Fahnen mit wenigen Zügen, statt sie zu zerhacken. Für warme Gerichte gibst du Dill erst zum Ende der Garzeit dazu; in kalten Speisen wie Quark oder Gurkensalat kann er früher hinein.
Einfrieren: der Weg, der bei Dill funktioniert
Dill, Schnittlauch, Petersilie und Basilikum büßen beim Trocknen viel Aroma ein – Einfrieren konserviert diese frischen Blattkräuter besser. Dill gehört zu den Kräutern, die sich zum Einfrieren besonders gut eignen, gern fein geschnitten oder als Eiswürfel mit wenig Wasser.
Ich hacke den sortierten Dill fein, verteile ihn auf Eiswürfelformen und gieße gerade so viel Wasser darüber, dass er bedeckt ist. Die gefrorenen Würfel kommen in einen Gefrierbeutel, aus dem ich später einzeln herausnehme, was ein Gericht braucht. Wer lieber lose einfriert, streut den gehackten Dill auf ein Blech mit Backpapier, friert ihn flach vor und füllt ihn dann um – so bleibt er rieselfähig statt zum Block zu frieren. Ganze Zweige gehen ebenfalls, locker in einen Beutel gelegt; sie sind praktisch, wenn du später größere Mengen für einen Fischsud brauchst.
Beschrifte jeden Beutel mit Inhalt und Datum. Gefrorene Kräuter sehen sich zum Verwechseln ähnlich, und gehackter Dill neben gehackter Petersilie ist im Froster nicht mehr zu unterscheiden.
Als Eiswürfel kannst du Dill auch mit etwas Öl statt Wasser einfrieren – im Froster ist das unkritisch, und die Würfel eignen sich direkt für Saucen oder die Pfanne. Aufgetauter Dill verliert Struktur, deshalb taust du ihn nicht vorab auf, sondern gibst den Würfel direkt in das warme Gericht.
Trocknen: warum es bei Dill kaum lohnt
Getrocknet verlieren Dillblätter ihr Aroma; zum Konservieren wird Dill eingefroren oder in Essig eingelegt. Trocknen ist der Weg für robuste Aromatiker wie Thymian, Oregano oder Salbei, nicht für die feinen Dillfahnen. Wenn du es trotzdem versuchen willst, gelten die allgemeinen Kräuter-Regeln: im Backofen etwa 40 bis 50 °C bei einen Spalt breit geöffneter Tür, fertig ist das Kraut, wenn die Blätter beim Anfassen rascheln. Gelagert wird luftdicht, lichtgeschützt und trocken, die Gefäße prüfst du regelmäßig auf Schimmel, und aufgebraucht sind getrocknete Kräuter am besten innerhalb von 12 Monaten. Rechne bei Dill aber damit, dass im Glas eher grünes Heu als Würze landet.
Dill in Essig, Öl und Pesto: Aroma mit Sicherheitsregel
Das Einlegen in Essig ist die zweite belegte Konservierung neben dem Einfrieren. Saubere, trockene Dillzweige in eine saubere Flasche mit Essig geben, verschließen, kühl und dunkel stellen – der Essig nimmt das Aroma auf und würzt später Salate, Gurken und Marinaden. Haltbarkeitsversprechen mache ich dir dafür keine, weil dazu kein geprüfter Wert vorliegt.
Beim Öl ist Sorgfalt wichtiger als Kreativität. In selbst angesetzten Öl-Zubereitungen können sich unter Luftabschluss Botulinumtoxine bilden, weil der Sauerstoffabschluss die Vermehrung von Clostridium botulinum ermöglichen kann. Das BfR rät davon ab, selbst hergestellte Kräuter in Öl im Privathaushalt auf Vorrat zu produzieren und zu lagern, besonders wenn sie ohne ausreichendes Erhitzen verzehrt werden.
Selbst angesetztes Dillöl gehört sofort in den Kühlschrank und wird spätestens am Tag nach der Herstellung verbraucht. Kräuter in Öl und Pesto, die weder erhitzt noch chemisch konserviert sind, dürfen nach dem österreichischen Botulismus-Merkblatt nur bei bis zu 6 °C gelagert werden. Auf Vorrat setzt du davon nichts an.
Ich setze Dillöl deshalb nur für den gleichen Abend an, stelle die Flasche direkt in den Kühlschrank und kippe den Rest am nächsten Tag weg, statt ihn aufzuheben. Dasselbe gilt für Dill-Pesto: Nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen nennt das Merkblatt als mögliche Risikoprodukte. Wer einen Vorrat will, friert Dill ein – der Froster ist der einzige Ort, an dem Dill mit Öl unbedenklich länger liegt.
Dillsamen ernten und aufbewahren
Wenn dein Dill blüht, ist die Blattsaison an dieser Pflanze vorbei, die Samensaison beginnt. Dillsamen werden geerntet, sobald sie braun sind. Schneide die ganzen Dolden ab, hänge sie kopfüber in eine Papiertüte und lass die reifen Samen hineinfallen; den Rest streifst du mit den Fingern ab und siebst Spreu und Stängelstücke heraus. Ich lasse jedes Jahr einige Dolden im Beet stehen und sammle nur die braunen Samen ab, den Rest überlasse ich dem Beet – im Herbst belassene Dolden sorgen für SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat., und im nächsten Frühjahr steht Dill dort, wo ich ihn gar nicht gesät habe.
Die Samen lagerst du wie alle getrockneten Kräuter luftdicht, lichtgeschützt und trocken und kontrollierst das Gefäß regelmäßig. In der Küche würzen sie ganz oder gemörsert eingelegte Gurken, Sauerkraut und Fischgerichte; kurz in der trockenen Pfanne angeröstet, riechen sie deutlich kräftiger. Und wer Saatgut fürs nächste Jahr behalten will, nimmt die trockensten, gleichmäßig braunen Samen – der Rest darf ins Gewürzglas.





