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Kräuter-Cocktails und Mocktails: so mixt du Sommerdrinks mit Kräutern aus dem Garten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Minze, Basilikum, Thymian, Salbei, Rosmarin, Zitronenmelisse und Lavendel sind die Gartenkräuter fürs Glas.
  • Ernte am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist – das Aroma ist kurz vor der Blüte am intensivsten.
  • Blätter nur andrücken oder zwischen den Handflächen klatschen, nicht zerreiben.
  • Mixe nach Bausteinen: Kraut, Säure, Süße, Basis – und probiere nach jeder Zugabe.
  • Für später: Basilikum in Eiswürfeln einfrieren, Thymian, Salbei und Minze trocknen, Sirup kühl lagern.
Frische Küchenkräuter mit Petersilie und Schnittlauch auf einem Holzbrett neben einer Schale Kräuterdip
Foto: congerdesign · Pixabay Content License · Quelle ↗

Der Abend ist warm, die Minze steht üppig im Topf, und der Drink schmeckt trotzdem nach Zucker mit etwas Grün. Meist liegt es nicht am Rezept, sondern an drei Dingen: wann du geerntet hast, wie fest du die Blätter behandelst und ob die Bausteine im Glas zusammenpassen. Ich schneide die Minze für den Abend am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, und stelle die Stiele bis zum Mixen in ein Glas Wasser. Der Rest ist Handwerk, das du ohne Barschule lernst – und das genauso für Mocktails ohne Alkohol gilt.

Welche Gartenkräuter ins Glas gehören

Nicht jedes Kraut macht im Drink Freude. Bewährt haben sich die Arten, deren Aroma in Kälte und Säure noch durchkommt:

  • Minze – der Klassiker für Mojito-artige Drinks, Limonaden und Eistee. Pfefferminze blüht etwa von Juli bis September, das Laub ist kurz vor der Blüte am aromatischsten.
  • Basilikum – süßlich-würzig, passt zu Zitrone, Erdbeere und Gin. Die Ernte läuft etwa von Juni bis Oktober. Griechisches Basilikum mit seinen kleinen Blättern hält sich frisch geschnitten etwa 3 bis 5 Tage.
  • Thymian und Rosmarin – harzig-herb, gut für Highballs mit Tonic und für Sirup. Thymian wird etwa von Mai bis Oktober beerntet.
  • Salbei – kräftig, eher für einen einzelnen Akzent als für ganze Blätterberge. Ernte etwa Mai bis Oktober.
  • Zitronenmelisse – zitronig-mild, ideal für alkoholfreie Drinks. Sie ist mehrjährig, wächst sonnig bis halbschattig und wird etwa Mai bis Oktober beerntet.
  • Lavendel – Blüten und Blätter sind essbar. Für die Küche erntest du kurz nach dem Aufbrechen der Blüten, etwa von Mai bis September.
  • Zitronengras – genutzt wird vor allem der helle, zarte untere Stängelabschnitt von etwa 10 cm, gut für Sirup und Eistee.

Koriander und Dill funktionieren ebenfalls, sind aber Geschmackssache und gehören eher in herzhafte Drinks mit Gurke oder Tomate.

Wann und wie du Kräuter für Drinks erntest

Ernte am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist – dann stecken die ätherischen Öle noch in den Blättern. Das intensivste Aroma haben die meisten Kräuter kurz vor der Blüte, danach verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen. Minze für den Vorrat schneidest du deshalb etwa im Juni und Juli, kurz bevor sie blüht.

Beim Schnitt gilt: Krautige Arten wie Minze, Melisse oder Petersilie schneidest du bis auf wenige Zentimeter über der Erde zurück, verholzende wie Rosmarin, Thymian und Salbei nur bis auf ein Drittel der Pflanzenhöhe und nie tief ins alte, kahle Holz – dort treiben sie zögerlich aus. Basilikum kannst du etwa handbreit über dem Boden abschneiden, dabei bleiben einige Blätter an der Pflanze, damit sie weitertreibt.

Für einen einzelnen Drink brauchst du keine ganze Pflanze: Zwicke Triebspitzen ab, das hält die Kräuter buschig und hindert sie am Blühen. Wasche die Blätter nur, wenn sie staubig sind, und tupfe sie trocken – nasse Blätter verwässern das Glas.

Tipp

Schneide die Kräuter mit Stiel und stelle sie bis zum Mixen in ein Glas Wasser statt in den Kühlschrank. So bleiben die Blätter straff, und du zupfst sie erst ab, wenn das Glas schon steht.

Andrücken, klatschen, ziehen lassen: die drei Techniken

Die Aromen sitzen in den Öldrüsen der Blätter. Du willst sie öffnen, ohne das Blattgewebe zu zerreiben – sonst landet der grüne, grasige Anteil im Drink.

Andrücken (Muddeln). Blätter mit Zucker oder Sirup und Zitrussaft ins Glas, dann mit dem Muddler oder einem Löffelrücken drücken, nicht drehen und nicht zerstampfen. Zarte Blätter wie Minze und Basilikum brauchen nur leichten Druck, Rosmarin und Thymian vertragen mehr.

Klatschen. Ich klatsche Minzblätter einmal zwischen den Handflächen, bevor sie als Garnitur ins Glas kommen, und drücke sie dann nicht mehr an. Für Thymian- oder Rosmarinzweige reicht ein Streichen zwischen den Fingern, bevor der Zweig in den Highball wandert.

Ziehen lassen (Infusion). Für Sirup gibst du die gewaschenen Kräuter in den heißen, nicht mehr kochenden Zuckersirup und lässt sie ziehen, bis er abgekühlt ist. Dann abseihen, in eine saubere Flasche füllen, beschriften und im Kühlschrank lagern. Für alkoholische Infusionen legst du Kräuterzweige in Gin oder Wodka ein und probierst zwischendurch, bis der Ton stimmt – Blätter dann sofort entfernen.

Häufiger Fehler

Kräuter bleiben im fertigen Drink oder in der Infusion liegen, weil es hübsch aussieht. Blattreste geben aber weiter ab, der Drink kann bitter und grasig werden. Abseihen, dann mit einem frisch geklatschten Zweig garnieren.

Drinks nach Bausteinen mixen statt nach Rezept

Fast jeder Kräuterdrink besteht aus vier Bausteinen: Kraut, Säure (Zitrone, Limette, Grapefruit), Süße (Zucker, Sirup, Honig) und Basis (Rum, Gin, Wodka, Prosecco – oder für Mocktails Sprudelwasser, Tee, Saft). Dazu kommt Eis, das die Aromen kühl und frisch hält. Ich probiere nach jeder Zugabe mit einem Löffel, bevor der nächste Baustein ins Glas kommt.

Drei Grundtypen decken fast alles ab:

  • Mojito-Typ: Minze mit Süße und Limettensaft im Glas andrücken, Eis darauf, weißer Rum, mit Sprudel auffüllen, umrühren, Minzzweig obenauf. Ohne Rum wird daraus eine Minz-Limonade.
  • Smash-Typ: Basilikum mit Zitronensaft und Sirup im Shaker andrücken, Gin und Eis dazu, kräftig schütteln, doppelt abseihen. Mit Zitronenmelisse statt Basilikum wird er milder.
  • Highball-Typ: Eis ins hohe Glas, Gin, mit Tonic auffüllen, gestreifter Thymian- oder Rosmarinzweig und Zitronenscheibe hinein. Ohne Gin funktioniert das mit Tonic oder Sprudel allein, dann etwas Sirup dazu.

Für Kombinationen gilt eine einfache Regel: Ein Kraut pro Drink, dazu eine passende Frucht. Minze und Melone, Basilikum und Erdbeere, Thymian und Pfirsich, Rosmarin und Grapefruit, Salbei und Orange, Lavendel und Zitrone. Wie sich Kräuter systematisch nach Gericht und Saison kombinieren lassen, liest du in unserem Artikel über die Verwendung und Kombination von Kräutern in der Küche – die Paarungen gelten im Glas genauso wie auf dem Teller.

Mocktails: Kräuter-Limonade und Eistee ohne Alkohol

Alkoholfrei werden Kräuterdrinks nicht schlechter, nur ehrlicher: Ohne die Basis muss das Kraut tragen. Eine Kräuter-Limonade baust du wie den Mojito-Typ – Minze oder Melisse andrücken, Süße und Zitrus, Eis, Sprudelwasser. Mit püriertem Obst (Melone, Erdbeere, Pfirsich) wird sie sämiger.

Für Kräuter-Eistee gießt du frische oder getrocknete Kräuter mit sprudelnd kochendem Wasser auf und lässt sie mindestens fünf Minuten ziehen, damit eventuell vorhandene Keime sicher abgetötet werden – das ist besonders wichtig, wenn Kinder mittrinken. Seihe ab, kühle den Tee anschließend zügig im Kühlschrank herunter und lass ihn nicht über Stunden warm stehen. Serviert wird über viel Eis, mit Zitrusscheibe und einem geklatschten Zweig. Welche Kräuter sich als Teekraut eignen und wie du sie vom Samen bis zur Tasse Kräutertee begleitest, steht im eigenen Artikel.

Kräuter sind auch im Glas Würze, keine Medizin: Was Minze oder Melisse leisten, ist Aroma und Frische, kein Heilversprechen – und Alkohol macht keinen Drink gesünder. Was zu Nährwerten und Tradition einzelner Kräuter tatsächlich belegt ist, liest du im Abschnitt über Kräuter und Gesundheit im Kräuter-Grundlagenartikel.

Kräuter für spätere Drinks konservieren

Im Hochsommer wächst mehr, als du mixen kannst. Drei Wege bringen das Aroma in den Herbst:

Eiswürfel. Basilikum lässt sich wegen seiner Schleimstoffe nur schwer mit gutem Ergebnis trocknen; günstiger ist, frisch geerntete, kleingeschnittene Blätter mit etwas Wasser in Eiswürfelformen einzufrieren. Ich friere Basilikum so in flachen Formen ein und beschrifte die Beutel mit dem Datum. Dasselbe funktioniert mit ganzen Minzblättern oder Lavendelblüten – die Würfel kühlen den Drink und geben beim Schmelzen Aroma ab. Zitronengras schneidest du dafür in etwa 10 cm lange Stücke; es behält beim Einfrieren mehr Aroma als beim Trocknen.

Trocknen. Für Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano, Lavendel und Minze eignet sich Trocknen: gebündelt, kopfüber, luftig und ohne direkte Sonne aufhängen, anschließend luftdicht, lichtgeschützt und trocken lagern. Getrocknete Kräuter nutzt du für Sirup und Eistee, nicht zum Andrücken im Glas.

Sirup. Kräutersirup wie oben beschrieben ansetzen, abseihen, kühl lagern, beschriften. Bei Trübung oder verändertem Geruch entsorgen.

Zahl im Blick

Im Backofen trocknen Kräuter bei etwa 40 bis 50 °C mit einen Spalt breit geöffneter Tür. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr, getrocknete verbrauchst du am besten innerhalb von 12 Monaten – danach lässt das Aroma nach.

Cocktail-Kräuter im Beet und Topf planen

Wer regelmäßig mixt, plant die Kräuter gleich passend. Basilikum, Thymian, Rosmarin und Lavendel wollen volle Sonne; Minze, Melisse und Salbei kommen mit sonnig bis halbschattig zurecht. Basilikum ist unter den Kräutern ein Starkzehrer und dankt eine nährstoffreichere Erde, die meisten anderen Cocktail-Kräuter sind Schwachzehrer und brauchen keinen wöchentlichen Dünger – üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten als Aromakiller.

Bei der Nachbarschaft lohnt ein Blick in die Matrix: Minze, Basilikum, Melisse, Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel sind untereinander als schwierige Nachbarn eingetragen. Ich halte Minze deshalb im eigenen Topf, getrennt vom Basilikum, und stelle die Töpfe nur zum Mixen nebeneinander. Welche Kräuter du bedenkenlos zusammensetzen kannst, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug, bevor du das Cocktail-Beet anlegst.

Gieße morgens und an den Fuß der Pflanze, mediterrane Arten erst, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist, Minze und Melisse gleichmäßig, bevor sie schlappen. Und schneide laufend Triebspitzen für die Hausbar – das ist die beste Pflege gegen frühes Blühen.

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Häufige Fragen

Welche Kräuter eignen sich für Cocktails und Mocktails?
Minze ist der Klassiker für Mojito-artige Drinks, Basilikum passt zu Zitrus und Beeren, Thymian und Rosmarin geben herbe Noten zu Gin-Highballs, Salbei würzt kräftig, Zitronenmelisse und Lavendel eignen sich für Limonaden und Sirup. Wichtig ist frisches, aromareiches Laub – am besten direkt aus dem eigenen Beet oder Topf. Üppige Stickstoff- und Wassergaben gelten als Aromakiller, deshalb lohnt sich bei Cocktail-Kräutern Zurückhaltung beim Düngen.
Wie drücke ich Kräuter im Glas richtig an?
Drücke die Blätter mit dem Muddler oder einem Löffelrücken nur an, statt sie zu zerreiben – so lösen sich die Aromen, ohne dass viel Grünes und Bitteres in den Drink gerät. Bei robusten Kräutern wie Rosmarin darfst du etwas fester arbeiten, zarte Blätter wie Minze und Basilikum brauchen nur einen leichten Druck. Eine Alternative ist das Klatschen der Blätter zwischen den Handflächen, bevor sie ins Glas kommen.
Kann ich Cocktail-Kräuter auch auf dem Balkon anbauen?
Ja, Minze, Basilikum, Thymian und Zitronenmelisse wachsen gut im Topf. Basilikum, Thymian und Rosmarin wollen volle Sonne, Minze und Melisse kommen auch mit Halbschatten zurecht. Gieße gleichmäßig an den Fuß der Pflanze, vermeide Staunässe und schneide regelmäßig, damit die Pflanzen buschig bleiben und nicht in die Blüte gehen.
Was sind die häufigsten Fehler beim Aromatisieren mit Kräutern?
Der häufigste Fehler ist zu viel Druck oder zu langes Ziehen: Dann kommen neben den Aromen auch Bitterstoffe in den Drink. Welke oder angetrocknete Blätter liefern flaches Aroma, und nicht abgeseihte Blattreste verändern den Geschmack im Glas weiter. Arbeite mit frischem Laub, taste dich mit der Menge heran und probiere zwischendurch.
Wie stelle ich Kräutersirup für Drinks her?
Löse Zucker in Wasser unter Erhitzen auf, nimm den Topf vom Herd und gib die gewaschenen Kräuter in den heißen, nicht mehr kochenden Sirup. Lass sie ziehen, bis der Sirup abgekühlt ist, seihe ihn durch ein feines Sieb ab und fülle ihn in eine saubere, beschriftete Flasche. Lagere ihn im Kühlschrank und entsorge ihn bei Trübung oder verändertem Geruch.
Müssen Kräuter für Drinks immer frisch sein?
Nein, aber die Konservierungsart muss zum Kraut passen. Basilikum verliert beim Trocknen viel und kommt besser kleingeschnitten in Eiswürfeln in den Froster; Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano, Lavendel und Minze lassen sich dagegen trocknen. Für Drinks nutzt du getrocknete Kräuter am besten für Sirup oder als Teebasis, frische Zweige für Garnitur und Andrücken im Glas.
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