Fleißiges Lieschen: giftig oder essbar? So nutzt du die Blüten in der Küche
- In die Küche kommen nur die Blüten des Fleißigen Lieschens, Blätter und Stängel bleiben draußen.
- Essen darfst du eine Blüte nur, wenn die Art sicher bestimmt ist und die Pflanze nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurde.
- Für die Küche ziehst du Lieschen selbst aus Samen: Aussaat von Januar bis April, die Samen nur leicht andrücken.
- Die Blüten schmecken mild und leicht süßlich und duften nicht, sie bringen vor allem Farbe auf den Teller.
- Geerntet wird in der Blütezeit von Mai bis Oktober, am besten kurz vor dem Servieren.

Deine Fleißigen Lieschen blühen auf dem Balkon, und du überlegst, ob die bunten Blüten auf den Salat dürfen. Oder du hast gelesen, die Pflanze sei giftig, und willst Klarheit. Ich verwende von meinen Lieschen nur die Blüten, und zwar ausschließlich von Pflanzen, die ich selbst aus Samen gezogen habe. Entscheidend sind also zwei Fragen: Welcher Teil der Pflanze kommt auf den Teller, und woher stammt sie?
Ist das Fleißige Lieschen giftig?
Die Blüten des Fleißigen Lieschens (Impatiens walleriana) gelten als essbar. Als Zutat nimmst du ausschließlich die Blüten, Blätter und Stängel bleiben draußen. Essbar heißt allerdings nicht, dass jede Lieschen-Blüte in die Küche darf. Du brauchst eine sicher bestimmte Art und eine Pflanze, die nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurde.
Fehlt eines davon, bleibt die Blüte am Balkon. Du isst sie wegen Farbe und mildem Geschmack, nicht als Heilmittel.
Stehen auf deinem Balkon auch Oleander oder Engelstrompete, halte ihre Blüten aus der Küche fern. Beim Oleander enthalten Blätter, Blüten und Rinde herzwirksame Glykoside, er darf nicht verzehrt werden. Die Engelstrompete trägt in sämtlichen Pflanzenteilen giftige Tropan-Alkaloide, besonders in Blättern und Blüten, und ist nicht zum Verzehr geeignet. Auch als Tellerdeko kommen diese Blüten nicht infrage.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist ein geschützter, halbschattiger Platz mit feuchtem, gut durchlässigem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Samen oder weiche Triebstecklinge vermehren.
Pflege
- Pflege
Junge Triebspitzen auskneifen, damit sich die Pflanze kompakt verzweigt. Regelmäßig und vorsichtig Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.
- Düngung
Mäßig düngen: Kübelpflanzen etwa alle zwei Wochen mit wasserlöslichem Dünger versorgen. Im Blumenbeet sollte ein vor der Pflanzung eingearbeiteter Langzeitdünger ausreichen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
So erkennst du das Fleißige Lieschen sicher
Die Bestimmung beginnt beim Einkauf. Auf Samentüte oder Pflanzenetikett muss der botanische Name Impatiens walleriana stehen, ein deutscher Name allein reicht dafür nicht. An der Pflanze prüfst du dann diese Merkmale:
- Stängel: saftig und fleischig, fast durchscheinend, sie brechen leicht.
- Blätter: oval, mit gezähntem Rand und frischem Grün.
- Blüten: flach und offen, an der Rückseite sitzt ein dünner Sporn; die Farben reichen von Weiß über Rosa bis Rot.
- Wuchs: buschig und 20 bis 40 cm hoch.
- Duft: keiner, die Blüten duften nicht.
Blüten trägt das Lieschen von Mai bis Oktober. Passt ein Merkmal nicht oder fehlt das Etikett, isst du die Blüte nicht.
Meine Küchen-Lieschen stehen in einem eigenen Kasten, getrennt von gekauften Balkonblumen. Im Kasten steckt ein Schild mit dem botanischen Namen und dem Aussaatdatum. Für die Küche schneide ich nur aus diesem Kasten.
Warum ich Küchen-Lieschen selbst aus Samen ziehe
Bei einer gekauften Balkonpflanze weißt du oft nicht, womit sie in der Gärtnerei behandelt wurde. Für die Küche ziehe ich das Lieschen deshalb selbst. Weil es nicht winterhart ist und überwiegend als einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Beetpflanze kultiviert wird, ziehst du ohnehin jede Saison neue Pflanzen. Damit entscheidest du jedes Jahr selbst, dass keine chemischen Mittel an deine Küchenblüten kommen. Hast du schon eine unbehandelte Pflanze, kannst du sie auch über weiche Triebstecklinge vermehren.
Aussaat und Pflanzung in Kürze
Gesät wird von Januar bis April. Das Lieschen ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., deshalb drückst du die Samen an und bedeckst sie höchstens leicht. Die SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. liegt bei 0 bis 0,5 cm. Vor dem dauerhaften Auspflanzen nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. gewöhnst du die Jungpflanzen tagsüber schrittweise an draußen.
Im Beet bekommen die buschigen Pflanzen 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 20 bis 30 cm Platz. Junge Triebspitzen kneifst du aus, damit sich die Pflanzen kompakt verzweigen. Die Abstände kannst du im Beetplaner auf dein Beet übertragen.
Das Lieschen wächst auch in Topf, Kübel und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche.. Es mag einen halbschattigen bis schattigen Platz und feuchte, gut durchlässige Erde. Im Kübel bekommt es eine mäßige Düngung, etwa alle zwei Wochen mit wasserlöslichem Dünger nach Packungsangabe. Wie du Gefäße gießt und versorgst, steht im Ratgeber zu Gießen und Düngen im Kübel.
Gegen Schädlinge spritze ich an Küchenpflanzen nichts. Stattdessen kontrolliere ich Blätter und Blüten und entferne befallene Teile von Hand.
Blüten ernten: so gehe ich vor
Geerntet wird in der Blütezeit von Mai bis Oktober. Ich ernte am Morgen und nehme nur voll geöffnete, unbeschädigte Blüten. Mit einer sauberen kleinen Schere schneide ich sie knapp unter dem Blütenansatz ab. Verblühtes knipse ich beim selben Rundgang mit aus, denn regelmäßiges Entfernen von Verblühtem soll die Blüte verlängern. Ein Teil der Blüten bleibt immer an der Pflanze.
Erst ernte ich, dann gieße ich, und zwar bodennah. Bodennahes Gießen am Morgen hält das Laub weitgehend trocken und verringert die Gefahr von Pilzkrankheiten.
In der Küche schwenke ich die Blüten in einer Schüssel mit kaltem Wasser. Dabei schaue ich nach kleinen Insekten und lasse die Blüten danach auf Küchenpapier abtropfen. Am frischesten sind sie, wenn du kurz vor dem Servieren erntest. Muss es früher sein, lege ich sie zwischen feuchtes Küchenpapier in eine Dose im Kühlschrank. Vor dem Anrichten prüfe ich, ob sie noch fest und farbig sind.
Bevor eine Lieschen-Blüte auf den Teller kommt, prüfe ich:
- Art sicher bestimmt, Impatiens walleriana auf Etikett oder Samentüte
- Pflanze ohne chemische Mittel gezogen
- nur die Blüte, ohne Blätter und Stängel
- voll geöffnet, unbeschädigt, gewaschen und auf Insekten geprüft
Wie schmecken die Blüten?
Die Blüten schmecken mild und leicht süßlich, ihre Textur ist zart. Einen Duft bringen sie nicht mit. Weil das Lieschen nicht duftet und geschmacklich zurückhaltend bleibt, nutzt du es vor allem für Farbe: Den Geschmack des Gerichts bestimmen die anderen Zutaten.
Fleißiges Lieschen in der Küche
Im Salat und auf herzhaften Tellern
Für einen Sommersalat mische ich Blattsalat mit Gurke und Tomate und mache ihn mit einem Zitronendressing an. Die Blüten lege ich erst danach obenauf, damit sie nicht im Dressing liegen. Ein Zitronenrisotto bekommt die Blüten ganz zum Schluss, direkt vor dem Servieren. Für Blütenbutter hacke ich Blüten fein und rühre sie zusammen mit abgeriebener Zitronenschale unter weiche Butter.
Auf Desserts
Auf heller Sahne und auf Vanilleeis fallen die Farben besonders auf. Ganze Blüten setze ich mit einer Pinzette einzeln auf Torte oder Creme. Für kandierte Blüten bepinsele ich jede Blüte mit Eiweiß, wende sie in feinem Zucker und lasse sie auf Backpapier trocknen. Kandiert passen sie auf Torten und zwischen die Früchte von Obstspießen.
In Getränken
Für Blüteneiswürfel fülle ich die Form erst teilweise mit Wasser und lasse sie anfrieren. Dann lege ich in jedes Fach eine Blüte, fülle mit Wasser auf und friere alles durch. So sitzt die Blüte im Würfel und schwimmt nicht oben. In selbst gemachter Zitronenlimonade schwimmen ganze Blüten als Deko obenauf.
Als Tellerdeko
Mehrere Blütenfarben nebeneinander wirken auf dem Teller am stärksten auf hellen Speisen. Leg die Blüten erst kurz vor dem Servieren auf, damit sie frisch aussehen.
Die Blüten gekaufter Topfpflanzen als reine Deko auf den Teller legen. Was auf dem Teller liegt, kann mitgegessen werden. Für Deko gelten deshalb dieselben Regeln wie für jede Zutat: sicher bestimmte Art, keine chemischen Mittel.



