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Bokashi: Welche Küchenabfälle in den Eimer dürfen und wohin mit dem Ferment

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Obst- und Gemüsereste eignen sich für Bokashi und werden vor dem Einfüllen zerkleinert.
  • Holzasche, Plastik, Metall, Glas und kranke Pflanzenteile bleiben draußen.
  • Je nach Verfahren fermentiert der gefüllte Eimer etwa 2 bis 6 Wochen luftdicht verschlossen.
  • Frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen und kommt nicht direkt an sie heran.
  • In einem beschriebenen Verfahren reift 1 Teil Ferment mit 4 Teilen Gartenerde oder Kompost im offenen Behälter nach.
  • Faustregel: ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied für die vollständige Eigenverwertung von Bioabfällen.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Bei meinem Bokashi-Eimer tauchen immer wieder zwei Fragen auf: Was darf beim Gemüseputzen hinein, und wohin mit dem Inhalt, wenn er durchfermentiert ist? Beide Antworten hängen zusammen, denn was du einfüllst, landet am Ende in deiner Gartenerde. Dazu kommt ein echtes Risiko: Frischer Eimerinhalt kann bestehende Pflanzen schädigen, wenn er ohne Nachreife an sie herankommt. Ich zeige dir, wie ich die Reste auswähle, vorbereite und das Ferment im Garten verwerte.

Was im Bokashi-Eimer passiert

Bokashi ist eine Vorbehandlung durch Milchsäuregärung: Die Küchenabfälle werden im luftdicht verschlossenen Eimer konserviert, aber noch nicht kompostiert. Je nach Verfahren fermentiert der gefüllte Eimer etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte kann es länger dauern. Wie die Fermentation mit Mikroorganismen und Kleie abläuft und worin sie sich vom klassischen Kompost unterscheidet, erklärt ein eigener Ratgeber.

Welche Küchenabfälle eignen sich für Bokashi?

Bokashi ist für organische Abfälle gedacht, und den Kern bilden die Reste vom Schneidebrett. Alles, was du einfüllst, wird nach der Gärung Teil von Erde oder Kompost. Dieser weitere Weg ist mein Maßstab für die Auswahl.

Obst- und Gemüsereste

Obst- und Gemüseabfälle eignen sich für Bokashi, und bei mir machen sie den Großteil des Eimers aus. Dazu zählen Schalen, Strünke, Kerngehäuse, Blätter und Stiele, aber auch überreifes Obst, das niemand mehr essen mag. Kartoffelschalen gehören genauso dazu wie Möhrengrün, welke Salatblätter oder die harten Enden vom Lauch. Ich sammle alles beim Kochen in einer Schüssel neben dem Brett und schneide es am Schluss in einem Durchgang klein.

Kaffeesatz und Eierschalen

Kaffeesatz und Eierschalen gelten als geeignete Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts. Weil das Bokashi-Ferment nach dem Eimer ohnehin in Erde oder Kompost nachreift, passen beide in diesen Weg. Kaffeesatz enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium, eine bestimmte Düngermenge lässt sich daraus aber nicht ableiten. Eierschalen zerdrücke ich vorher in der Hand, damit sie sich beim Andrücken zwischen die übrigen Reste legen.

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Was gehört nicht in den Bokashi-Eimer?

Draußen bleibt bei mir alles, was ich später nicht im Beet haben will. Dabei geht es um Schadstoffe, um Fremdstoffe und um mögliche Krankheitserreger.

Holzasche

Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Deshalb gehört sie weder als Dünger in den Garten noch als Zutat auf den Kompost. Weil Bokashi nur eine Vorstufe vor der Kompostierung ist, hat sie auch im Eimer nichts verloren. Abgekühlte Asche kommt bei mir in den Hausmüll, und ich schütte sie langsam ein, damit kein Staub aufwirbelt.

Plastik, Metall, Glas und Aufkleber

Bokashi verarbeitet organische Abfälle, alles andere bleibt unverändert und findet sich später im Beet wieder. Preisaufkleber auf Obstschalen, Gummibänder vom Gemüsebund und Reste von Netzen ziehe ich deshalb ab, bevor ich schneide. Auch Verpackungsreste, Alufolie und Glasscherben bleiben selbstverständlich draußen.

Kranke Pflanzenteile

Befallene Blätter von Zimmerpflanzen oder kranke Kräuter vom Fensterbrett gebe ich nicht in den Eimer. Für die Gärung gibt es keine Zusage, dass sie Krankheitserreger abtötet. Auch Gartenkompost schafft das nicht zuverlässig, weil ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden. Was später im Beet landet, sollte deshalb keine Erreger mitbringen.

Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Gekochtes

Tierische Reste und gekochte Speisereste lasse ich weg, ebenso altes Brot. In der Wurmkiste sind Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte und gekochte Speisereste ausdrücklich ausgeschlossen. Beim Bokashi halte ich es genauso, weil das Ferment danach offen nachreift und in Erde kommt, in der ich Gemüse ziehe. So bleibt mein Eimer eine Sammelstelle für Pflanzenreste.

Mini-Checkliste

Holzasche, Plastik, Metall, Glas, Aufkleber, kranke Pflanzenteile, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und gekochte Reste bleiben bei mir draußen.

So bereitest du Küchenabfälle für Bokashi vor

Zerkleinern vor dem Einfüllen

Obst- und Gemüseabfälle zerkleinerst du, bevor sie in den Eimer kommen. Später presst du das Material dort fest zusammen, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen bleibt. Kleine Stücke lassen sich dabei dichter packen als ganze Strünke oder halbe Äpfel, das merke ich jedes Mal am Stampfer. Harte Teile wie Kohlstrünke und Möhrenenden schneide ich längs und dann quer. Weiche Schalen und welke Blätter reiße ich nur in Streifen.

Die richtige Mischung im Eimer

In den Eimer kommt bei mir, was beim Kochen gerade anfällt: saftige Schalen, Strünke, Kaffeesatz und zerdrückte Eierschalen durcheinander. Den Fermentationsstarter, meist eine Bokashi-Kleie, streue ich so, wie es die Anleitung des Herstellers vorgibt. Die Menge hängt vom jeweiligen Starter ab, deshalb hat die Packungsangabe bei mir Vorrang vor jeder Faustregel. Mit einem festen Verhältnis rechne ich erst nach dem Eimer, wenn das Ferment mit Erde gemischt wird.

Schicht für Schicht in den Eimer

Beim Befüllen drückst du jede Lage fest an und verschließt den Deckel danach wieder luftdicht. Die Flüssigkeit, die sich unter dem Siebeinsatz sammelt, lässt du etwa alle 2 bis 3 Tage ab. Welcher Eimer zu deinem Haushalt passt und wie du ihn befüllst, betreibst und reinigst, steht im Ratgeber zum Bokashi-Eimer.

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Ab in den Garten: So verwertest du das fermentierte Bokashi

Ist die Gärung durch, hast du noch keinen fertigen Dünger im Eimer, sondern eine Zwischenstufe vor der Kompostierung. Bevor du das feste Material als Gartendünger nutzt, muss eine Kompostierungsphase folgen. Dafür gibt es zwei Wege: das Nachreifen in Erde oder den Kompost.

Achtung

Frischen Eimerinhalt gibst du nicht direkt an bestehende Pflanzen, auch nicht ins Pflanzloch oder rund um die Stängel. Er kann sie schädigen. Eingraben direkt neben Gemüse kommt für mich deshalb nicht infrage.

Nachreifen in Erde

Meistens gehe ich den Weg über die Vererdung. Die Werte für Mischen und Nachreifen gehören zu einem häuslichen Verfahren, das mit 6 Wochen geschlossener Fermentation arbeitet.

Schritt Was du tust Richtwert
Fermentieren Eimer luftdicht geschlossen stehen lassen etwa 2 bis 6 Wochen je nach Verfahren, bei Kälte länger
Mischen Ferment mit Gartenerde oder Kompost vermengen 1 Teil Ferment auf 4 Teile Gartenerde oder Kompost
Nachreifen Mischung im offenen Behälter lagern und gelegentlich umsetzen weitere 3 Monate
Verwenden fertige Erde flach einarbeiten keine feste Menge, die Gartenfläche zählt

Für das Nachreifen nehme ich einen offenen Behälter draußen, denn Bokashi-Ferment kann geruchsintensiv sein und passt eher nach draußen als in Wohnräume. Ich messe die Teile mit demselben Eimer ab und mische Ferment und Erde mit der Grabegabel gründlich durch. Beim Umsetzen schaue ich, wie weit die Reste schon in der Erde aufgegangen sind.

Marias Erfahrung

An den Nachreife-Behälter klebe ich ein Stück Kreppband mit dem Datum des Mischens. So muss ich die drei Monate nicht schätzen, wenn ich die Erde verteilen will.

Der Weg über den Kompost

Statt in einen eigenen Behälter kannst du das Ferment auf den Kompost geben, wo es mit dem übrigen Material weiter umgesetzt wird. Ich decke es dort sofort mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit offen liegende Küchenreste weniger Fliegen anlocken. Für Gartenkompost reicht die Reifedauer je nach Material und Rotteführung von etwa 4 bis 12 Monaten, deshalb prüfst du zusätzlich den Reifezustand. Wie du Kompost anlegst, pflegst und auf Reife prüfst, steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.

Die fertige Erde verwenden

Die nachgereifte Erde arbeite ich wie Kompost nur flach ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Die Nährstoffe daraus rechnest du mit, wenn du zusätzlich düngst, genau wie bei Kompost und Mist. Mischst du das Ferment mit Gartenkompost, gilt für die fertige Erde auch dessen Grenze: Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Gartenkompost, weil er den pH-Wert anhebt.

Mythos-Check

„Bokashi impft den Boden mit nützlichen Mikroorganismen.“ In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Beobachtete Wirkungen von Bokashi und Mist gingen dort auf das organische Material und die Nährstoffzufuhr zurück. Auch in Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich eine Wirksamkeit der eingesetzten Effektiven Mikroorganismen wissenschaftlich nicht nachweisen.

Wie viel Fläche du für dein Bokashi brauchst

Bokashi ist eine Form der Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle, nur mit einem Zwischenschritt im Eimer. Für diese Eigenverwertung gibt es eine Faustregel gegen Überdüngung, die sich an der gedüngten Gartenfläche je Haushaltsmitglied orientiert. Wer die Küchenabfälle eines ganzen Haushalts fermentiert und auf ein kleines Beet bringt, riskiert deshalb, dass sich dort Nährstoffe übermäßig anreichern. Auch organische Dünger lassen sich in zu hoher Menge ausbringen. Reicht deine Fläche nicht, fermentierst du nur einen Teil der Küchenabfälle.

Zahl im Blick

Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied als Faustregel.

Hast du viel Fläche und große Mengen, findest du im Ratgeber zum Großformat, wie sich Bokashi auf großen Garten und Hof übertragen lässt.

Was du rund um den Eimer noch wissen willst

Was mache ich mit dem Bokashi-Saft?

Für die Verwendung als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du den Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er geruchsintensiv sein kann, nutzt du ihn besser draußen als im Wohnraum. Wie du den Saft verdünnst, verwendest und lagerst, erklärt der Ratgeber zur Bokashi-Flüssigkeit.

Geht Bokashi auch ohne Garten?

Ohne Garten wird vor allem die Frage knifflig, wohin Ferment und Saft nach dem Eimer gehen. Wie Bokashi in der Stadtwohnung funktioniert und was du mit Ferment und Sickersaft bei Topf- und Zimmerpflanzen machst, steht im Ratgeber für die Stadtwohnung.

Klappt Bokashi auch im Winter?

Die Fermentation im Haushaltseimer kann bei Zimmertemperatur laufen, bei kalten Bedingungen braucht sie länger. Wie die Fermentierung bei Kälte gelingt und was du im Winter mit dem fertigen Bokashi machst, beschreibt der Winter-Ratgeber.

Und wenn im Eimer etwas schiefgeht?

Riecht der Inhalt anders als erwartet oder verändert er sich kaum, lohnt ein genauer Blick auf Befüllung und Verschluss. Welche Fehler beim Bokashi passieren und wie du gegensteuerst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Was ist Bokashi und wie unterscheidet es sich von herkömmlicher Kompostierung?
Bokashi ist eine Vorbehandlung von Küchenabfällen durch Milchsäuregärung in einem luftdicht verschlossenen Eimer. Je nach Verfahren dauert die Fermentation etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte auch länger. Fertigen Kompost ersetzt Bokashi nicht: Das Ferment muss danach mit Erde vermischt nachreifen oder kompostiert werden, bevor du es als Gartendünger nutzt.
Welche Küchenabfälle eignen sich für die Bokashi-Fermentation?
Gut geeignet sind Obst- und Gemüseabfälle, die du vor dem Einfüllen zerkleinerst. Kaffeesatz und Eierschalen gelten als geeignete Bestandteile eines gemischten Gartenkomposts und passen deshalb ebenfalls, denn das Ferment reift nach dem Eimer in Erde oder Kompost nach. Holzasche, Kunststoff und kranke Pflanzenteile bleiben draußen.
Welche Materialien gehören nicht in den Bokashi-Eimer?
Holzasche kann mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein und gehört weder auf den Kompost noch in den Eimer, sondern abgekühlt in den Hausmüll. Plastik, Metall und Glas haben dort nichts verloren, weil Bokashi eine Vorbehandlung organischer Abfälle ist. Kranke Pflanzenteile lässt du ebenfalls weg. Das Ferment landet später in Gartenerde oder Kompost, und Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab.
Wo liegen die Unterschiede zwischen Bokashi und Wurmkompost?
In der Wurmkiste zersetzen Kompostwürmer die Reste, dafür brauchen sie Luftzufuhr, Feuchtigkeit und günstige Temperaturen von 15 bis 25 °C. Bokashi läuft dagegen als Milchsäuregärung im luftdicht verschlossenen Eimer ab. Wurmkompost ist je nach Feuchte, Temperatur und Ausgangsmaterial nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig, während das Bokashi-Ferment erst in Erde oder Kompost nachreifen muss. Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte und gekochte Speisereste gehören nicht in die Wurmkiste.
Wie beeinflusst das Mikrobiom des Bodens die Wirksamkeit von Bokashi?
Bodenmikroorganismen setzen bei der Mineralisierung organischer Stoffe mineralische Nährstoffe frei, und ihre Aktivität hängt unter anderem von Bodenfeuchte, Temperatur, pH-Wert und Nährstoffangebot ab. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen von Bokashi wurden dort dem organischen Material und der Nährstoffzufuhr zugeschrieben.
Wie verwendest du das Sickerwasser aus dem Bokashi-Eimer richtig?
Die Flüssigkeit sammelt sich unter dem Siebeinsatz und wird etwa alle 2 bis 3 Tage abgelassen. Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du den Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er geruchsintensiv sein kann, verwendest du ihn besser draußen als in Wohnräumen.
Was ist beim Einarbeiten von fermentiertem Bokashi ins Hochbeet zu beachten?
Frischen Eimerinhalt gibst du nicht direkt an bestehende Pflanzen, weil er sie schädigen kann. In einem beschriebenen Verfahren werden 1 Teil Ferment und 4 Teile Gartenerde oder Kompost gemischt. Die Mischung reift dann im offenen Behälter bei gelegentlichem Umsetzen weitere 3 Monate. Die fertige Erde arbeitest du wie Kompost nur flach ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.
Ist es ein Mythos, dass Bokashi unangenehme Gerüche verursacht?
Ganz unbegründet ist die Sorge nicht, denn Bokashi-Ferment und Bokashi-Saft können geruchsintensiv sein. Beide verwendest du deshalb besser außerhalb von Wohnräumen. Der Eimer selbst braucht einen luftdichten Verschluss, damit die Gärung unter Luftabschluss abläuft.
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