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Astscheren im Überblick: Bauarten, Schneidköpfe und worauf du beim Kauf achtest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Als Orientierung eignet sich eine Astschere für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser, große Äste sägst du ab.
  • Bypass-Köpfe schneiden präzise, Amboss-Köpfe haben ihre Stärke bei hartem, trockenem Totholz.
  • Getriebeübersetzungen und ausziehbare Holme können den nötigen Kraftaufwand verringern.
  • Stangenscheren mit Seilzug bedienst du vom Boden aus.
  • Beim Kauf zählen spielfreie Mechanik, fest sitzende Griffe, die zu deiner Hand passen, und nachkaufbare Ersatzteile.

Der Zweig ist dicker als gedacht, die Gartenschere hakt, und du drückst mit aller Kraft nach. Für solche Schnitte ist die Astschere gebaut. Du führst sie mit beiden Händen, und ihre längeren Griffe bringen mehr Hebelwirkung als eine einhändige Gartenschere. Ich wechsle zur Astschere, sobald ich die Gartenschere durch einen Zweig zwingen müsste.

Welche Astschere zu dir passt, entscheiden drei Fragen: Was schneidest du, wie hoch hängt es und wie oft brauchst du sie? Meist steht am Anfang die Frage nach Bypass oder Amboss. Für den Kauf zählen danach Bauart, Verarbeitung und Ersatzteile.

Wo die Astschere zwischen Gartenschere und Säge steht

Als Orientierung für die Werkzeugwahl taugt eine Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Die Astschere ist für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser gedacht. Große Äste sägst du ab, statt die Schere an ihre Grenze zu treiben. Auch eine motorisierte Heckenschere kommt an dicken Ästen nicht weiter, dafür sind manuelle Astscheren oder Sägen vorgesehen.

Zur Grundausstattung für den Gehölzschnitt gehören eine geeignete Gartenschere und eine leichtgängige Säge. Die Astschere ist also eine Ergänzung: Sie lohnt sich für Äste, die für die Gartenschere zu dick sind, die du aber noch nicht sägen musst. Für die dünneren Zweige zeige ich in einem eigenen Überblick, welche Gartenscheren es gibt und wofür sie sich eignen.

Zahl im Blick

Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser, Astschere für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Beide Werte sind eine Orientierung für die Werkzeugwahl, keine feste Grenze.

Bypass oder Amboss: welcher Schneidkopf?

Bei der Bypass-Astschere gleiten Klinge und Gegenklinge aneinander vorbei, das ergibt einen präzisen Schnitt an feineren Trieben. Bei der Amboss-Astschere trifft die Klinge auf eine stumpfe Gegenfläche: Ihre Stärke ist hartes, trockenes Totholz, weiches Schnittgut kann sie dagegen quetschen. Ausführlich vergleiche ich beide im Ratgeber dazu, welches Schneidprinzip zu deinem Holz und deinem Schnitt passt.

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Welche Bauarten von Astscheren gibt es?

Neben dem Schneidkopf unterscheiden sich Astscheren darin, wie sie deine Kraft übertragen und wie weit sie reichen. Die Tabelle ordnet die Bauarten ein, darunter steht, worauf du bei jeder achtest.

Bauart Was sie ausmacht Passt, wenn du
Klassische Astschere zwei lange Griffe, die Hebelwirkung kommt aus den Holmen Äste in Reichweite schneidest, die für die Gartenschere zu dick sind
Gebogene Klinge und Gegenklinge Kopfform für enge Stellen in dichten, schwer zugänglichen Sträuchern arbeitest
Getriebe oder Übersetzung kann den Kraftaufwand je Schnitt senken viele Äste schneidest oder weniger Kraft in den Händen hast
Ausziehbare Holme Teleskopholme, die ebenfalls Kraft sparen können die Länge der Schere an die Aufgabe anpassen willst
Stangenschere Bedienung über einen Seilzug vom Boden aus Äste in der Höhe erreichen musst
Akkuschere elektrischer Antrieb, kann die körperliche Belastung senken viele wiederkehrende Schnitte hast

Die klassische Astschere

Die Grundform führst du mit beiden Händen, ihre Hebelwirkung kommt aus den langen Griffen. Für enge Stellen zählt zusätzlich die Kopfform. An schwer zugänglichen Ästen kann eine Zweihandschere mit gebogener Klinge und Gegenklinge einem Ambossmodell gegenüber im Vorteil sein. Ich nehme deshalb in dichte Sträucher ein Modell mit gebogenem Kopf mit.

Astscheren mit Getriebe oder Übersetzung

Eine Getriebeübersetzung kann den Kraftaufwand senken, den ein Schnitt dir abverlangt. Das hilft, wenn du viele Äste nacheinander schneidest oder weniger Kraft in den Händen hast. Ob dir die Bewegung liegt, merkst du erst beim Probegriff, deshalb nimmst du auch eine Getriebeschere vor dem Kauf in die Hand.

Astscheren mit ausziehbaren Holmen

Auch ausziehbare Holme können den nötigen Kraftaufwand verringern. Entscheidend ist hier die Arretierung: Der Teleskopstiel muss sich in der gewählten Länge leicht feststellen lassen und darf sich beim Arbeiten nicht von selbst lösen. Ich ziehe die Holme vor dem Kauf ganz aus und drücke dann kräftig gegen die Verriegelung.

Stangenscheren mit Seilzug

Für Äste in der Höhe gibt es Stangenscheren, die du über einen Seilzug vom Boden aus bedienst. Mit einer geeigneten Teleskopstangensäge schneidest du höher gelegene Äste ebenfalls vom festen Boden aus. Weil große Äste ohnehin in die Säge gehören, ergänzen sich beide: Die Stangenschere nimmt die schwächeren Äste in der Höhe, die Stangensäge die starken. Systeme mit auswechselbaren Stielen können den Einsatzbereich erweitern und Platz bei der Aufbewahrung sparen.

Akkuscheren

Akkuscheren können die körperliche Belastung bei wiederkehrenden Schnittarbeiten senken. Eine elektrische Schere muss gegen unbeabsichtigtes Auslösen gesichert sein, und in Arbeitspausen sicherst du sie entsprechend ab. Führst du die Schere mit einer Hand, bleibt die freie Hand außerhalb des Schnittbereichs.

Beim Kauf fragst du nach Ersatzakkus. Als Kriterium für umweltfreundlich beschaffte Akku-Gartengeräte gilt, dass Ersatzakkus mindestens 5 Jahre nach Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit erhältlich sind. Laden solltest du nur mit einem Ladegerät, das der Gerätehersteller zugelassen hat, beaufsichtigt und auf einer nicht brennbaren Unterlage. Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Lithium-Ionen-Akku verwendest du nicht weiter, weil er sich selbst entzünden kann.

Kurz erklärt

Die Nennenergie eines Akkus in Wattstunden ist seine Nennspannung in Volt mal seine Ladungskapazität in Amperestunden. Damit vergleichst du Akkus, auch wenn ihre Spannung verschieden ist. Lithium-Ionen-Akkus haben keinen klassischen Memory-Effekt, du musst sie vor dem Nachladen also nicht leer arbeiten.

Woran erkennst du eine gute Astschere?

Mechanik und Verarbeitung

Ich nehme jede Astschere vor dem Kauf in beide Hände und öffne und schließe sie langsam. Sie soll sich ohne Seitenspiel bewegen und an Griffen und Gehäuse keine verletzenden Grate haben. Danach drücke ich die Griffe kräftig zusammen, denn die Verbindungen müssen auch unter Belastung fest bleiben.

Klingen und Holme

Die Klingen einer Astschere werden bei jedem Schnitt belastet. Für Werkzeuge, die solchen wiederkehrenden Belastungen standhalten sollen, wird gehärtetes Metall empfohlen. Nichtrostender Stahl schützt sich durch eine Passivschicht, an Schwachstellen dieser Schicht kann er trotzdem korrodieren. Bei Holmen aus Aluminium sprechen die geringe Dichte und die hohe Korrosionsbeständigkeit für das Material.

Griffe und Ergonomie

Gute Griffe passen zu deiner Handgröße und dazu, ob du mit links oder rechts arbeitest. Du greifst sie sicher, und dein Handgelenk bleibt beim Schneiden gerade. Außerdem sitzen sie fest und haben eine rutschhemmende Oberfläche. Ob eine Schere zu deiner Körpergröße und Handform passt, prüfst du durch Probearbeiten.

Marias Erfahrung

Im Laden halte ich jede Astschere so, wie ich später im Garten schneide: einmal vor der Brust, einmal über dem Kopf. Dabei achte ich darauf, ob mein Handgelenk gerade bleibt und ob ich die Griffe halten kann, ohne nachzufassen.

Reparierbarkeit und Ersatzteile

Bei reparierbar gebauten Scheren lassen sich verschlissene Einzelteile nachkaufen und austauschen. Ob ein Modell dazu gehört, erkennst du an lösbaren Verbindungen, austauschbaren Bauteilen und Angaben zur Ersatzteilverfügbarkeit. Das Umweltbundesamt nennt als Kriterium für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte Ersatzteile für Fachreparaturen über mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit. Ein Versprechen des Herstellers ist das nicht, sondern ein Maßstab für die Beschaffung. Eine Garantie wiederum ist eine freiwillige Leistung des Anbieters und ersetzt deine gesetzlichen Mängelrechte gegenüber dem Verkäufer nicht.

Schnittkapazität richtig lesen

Die Schnittkapazität, die auf der Schere angegeben ist, dient als Orientierung. Besonders bei hartem, trockenem Holz reizt du sie nicht vollständig aus. Wähle deshalb ein Modell, dessen Angabe über den Ästen liegt, die du am häufigsten schneidest.

Häufiger Fehler

Die Schere am trockenen Ast bis an die angegebene Grenze treiben. Ein Handwerkzeug gehört nur an die Aufgabe und den Kraftaufwand, für die es gebaut ist, große Äste gehören in die Säge.

Welche Astschere passt zu deinem Garten?

Wenn du vor allem passt am ehesten
feinere Triebe präzise schneidest Bypass-Kopf
hartes, trockenes Totholz entfernst Amboss-Kopf
in dichten, schwer zugänglichen Sträuchern arbeitest gebogene Klinge und Gegenklinge
viele Äste mit weniger Kraftaufwand schneiden willst Getriebe oder ausziehbare Holme
Äste in der Höhe vom Boden aus erreichen musst Stangenschere mit Seilzug, für starke Äste eine Teleskopstangensäge
viele wiederkehrende Schnitte hast Akkuschere

Für den Einstieg reicht eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit deinem tatsächlichen Bedarf erweiterst. Brauchst du eine Stangen- oder Akkuschere nur selten, hängt die Wahl zwischen Mieten und Kaufen vor allem davon ab, wie oft und wie lange du sie nutzt. Gemeinschaftlich nutzbare Geräte findest du etwa über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken.

Jetzt dran

Geh durch deinen Garten und schau dir die Äste an, die du in dieser Saison schneiden willst. Notiere, wie dick sie sind, wie hoch sie hängen und ob es frisches oder trockenes Holz ist. Mit dieser Liste wählst du Bauart und Schneidkopf.

Mini-Checkliste

Vor dem Kauf prüfst du:

  • Schneidkopf passend zum Holz: Bypass für präzise Schnitte, Amboss für hartes, trockenes Totholz
  • Mechanik öffnet und schließt ohne Seitenspiel
  • keine Grate an Griffen und Gehäuse
  • Griffe sitzen fest, sind rutschhemmend und passen zu deiner Hand
  • Teleskopholme rasten sicher ein und lösen sich nicht von selbst
  • Verbindungen lösbar, Ersatzteile nachkaufbar
  • bei Akkuschere: Ersatzakkus erhältlich, zugelassenes Ladegerät dabei

Nach dem Kauf: Schnitt, Pflege und Sicherheit

Wie du ansetzt, wie viel Kraft du dosierst und wann du zur Säge wechselst, beschreibe ich im Ratgeber dazu, wie du mit der Astschere sauber und kraftsparend schneidest. Vor jedem Gehölzschnitt prüfst du außerdem, ob geschützte Tiere oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten betroffen sein könnten.

Zur Pflege einer Astschere gehören das Schärfen der Klingen und das Nachziehen lockerer Schrauben. Ich wische die Klingen nach dem Schneiden sauber und trocken und prüfe dabei, ob sich eine Schraube gelockert hat. Schritt für Schritt erkläre ich im Ratgeber, wie du deine Astschere reinigst, schärfst und ölst.

Feste Schuhe, Handschuhe und ein sicherer Stand gehören zu jedem Schnitt, und Kinder halten Abstand, solange du schneidest. Kommt es zu einer schweren Verletzung, wählst du unmittelbar den Notruf 112. Was sonst zum sicheren Arbeiten sowie zum Pflegen und Lagern von Gartenwerkzeug gehört, findest du im Überblick zur Gartentechnik.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bypass- und Amboss-Astscheren?
Bei einer Bypass-Astschere gleiten Klinge und Gegenklinge aneinander vorbei, das ergibt einen präzisen Schnitt an feineren Trieben. Bei einer Amboss-Astschere trifft die Schneidklinge auf eine stumpfe Gegenfläche, ihre Stärke liegt bei hartem, trockenem Totholz. Weiches Schnittgut kann der Amboss dagegen quetschen. An schwer zugänglichen Ästen kann eine Zweihandschere mit gebogener Klinge und Gegenklinge einem Ambossmodell gegenüber im Vorteil sein.
Was ist der Unterschied zwischen einer Astschere und einer Gartenschere?
Eine Astschere führst du mit beiden Händen, und ihre längeren Griffe bringen mehr Hebelwirkung als eine einhändige Gartenschere. Als Orientierung für die Werkzeugwahl taugt die Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Die Astschere ist für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser gedacht. Große Äste sägst du ab.
Wie dicke Äste kann eine Astschere schneiden?
Als Orientierung für die Werkzeugwahl eignet sich eine Astschere für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Auch die Schnittkapazität, die auf der Schere angegeben ist, bleibt eine Orientierung. Besonders bei hartem, trockenem Holz reizt du sie nicht vollständig aus, und große Äste sägst du ab.
Wofür eignen sich Teleskop-Astscheren und Stangenscheren?
Ausziehbare Holme können bei einer Astschere den nötigen Kraftaufwand verringern. Wichtig ist, dass sich der Teleskopstiel in der gewählten Länge leicht feststellen lässt und sich beim Arbeiten nicht von selbst löst. Für Äste in der Höhe gibt es Stangenscheren, die du über einen Seilzug vom Boden aus bedienst. Stärkere Äste in der Höhe schneidest du mit einer geeigneten Teleskopstangensäge, ebenfalls vom festen Boden aus.
Was bringt eine Getriebeastschere?
Eine Getriebeübersetzung kann den Kraftaufwand senken, den ein Schnitt dir abverlangt. Das hilft, wenn du viele Äste nacheinander schneidest oder weniger Kraft in den Händen hast. Die angegebene Schnittkapazität bleibt trotzdem eine Orientierung, die du bei hartem, trockenem Holz nicht ausreizt. Probier die Schere vor dem Kauf aus, damit sie zu deiner Körpergröße und Handform passt.
Welche Qualitätsmerkmale sollte eine gute Astschere haben?
Eine gute Astschere öffnet und schließt ohne Seitenspiel und hat an Griffen und Gehäuse keine verletzenden Grate. Ihre Griffe passen zu Handgröße und Händigkeit, sitzen fest und haben eine rutschhemmende Oberfläche. Für Klingen, die wiederkehrenden Belastungen standhalten sollen, wird gehärtetes Metall empfohlen. Eine reparierbare Bauweise mit nachkaufbaren Ersatzteilen spricht für eine lange Nutzungsdauer.
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