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Astschere schärfen und pflegen: Reinigen, Ölen, Entrosten, Reparieren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Reinige die Astschere nach der Arbeit, reibe sie trocken und hänge sie an einem trockenen Ort auf.
  • Bei der Bypass-Astschere schärfst du nur die gebogene Schneidklinge und hältst den vorhandenen Winkel.
  • Gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre ist eine Orientierung, je nach Nutzung und Verschleiß.
  • Gelenk und Feder ölst du mit säurefreiem Werkzeugöl, denn Speiseöl wird ranzig und verklebt.
  • Rost entfernst du mechanisch und schützt die Klinge danach mit einem Öl- oder Fettfilm.
  • Lockere Schrauben ziehst du nach, Klinge, Feder und Griff lassen sich bei manchen Scheren tauschen.

Eine Astschere, die klemmt, am Ast hängen bleibt oder Rostflecken zeigt, kostet dich bei jedem Schnitt Kraft. Ich wische meine Astschere nach dem Schneiden ab, reibe sie trocken und schaue dabei gleich auf Schneide, Gelenk und Schrauben. Dazu kommen Schärfen, Ölen, Entrosten und kleine Reparaturen, die du selbst erledigen kannst.

Die Astschere mit ihren langen Griffen ist für kräftigere Äste gedacht. Als Orientierung für die Werkzeugwahl eignet sie sich für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser reicht die einhändige Gartenschere. Wie du einhändige Gartenscheren reinigst und schärfst, beschreibt ein eigener Ratgeber. Welche Werkzeuge sonst in den Schuppen gehören, zeigt der Überblick über Gartenwerkzeug mit Typen und Grundausstattung.

Bypass oder Amboss: Welche Klinge pflegst du?

Bei der Bypass-Astschere gleitet die gebogene Schneidklinge an einer geraden Gegenklinge vorbei, wie bei einer klassischen Schere. Bei der Amboss-Astschere schneidet eine gerade Klinge auf eine breite Gegenplatte, den Amboss. Welches Schneidprinzip zu welchem Holz passt, klärt ein eigener Ratgeber; für die Pflege zählt vor allem, welche Klinge du schärfst.

Wie reinigst du eine Astschere richtig?

Pflanzenreste, Harz und Saft entfernst du gleich nach dem Schneiden, weil sie die Klinge stumpf machen und Rost begünstigen können. Für den groben Schmutz reicht meist ein feuchtes Tuch. Trockene Erde bürstest du ab, fest haftenden Schmutz löst du mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einer Bürste. Scheuerschwämme und scharfe Reiniger lässt du weg, weil sie die Oberfläche der Schere beschädigen können.

Marias Erfahrung

In meinem Werkzeugkasten liegt eine alte Zahnbürste. Damit putze ich das Gelenk und die Ecken an der Klinge, an die kein Tuch herankommt.

Beim Putzen hast du die Schere ohnehin aus der Nähe vor Augen. Prüfe dabei, ob Schrauben locker sitzen, das Gelenk schwer läuft oder die Schneide stumpf ist. Weil Mängel vor dem nächsten Einsatz behoben sein sollen, ist die Reinigung nach der Arbeit zugleich deine Kontrolle: Du merkst einen Schaden nicht erst beim nächsten Schnitt.

Trocknen und aufbewahren

Nach dem Reinigen reibst du die Schere mit einem sauberen Tuch trocken. Gelenk und Feder lässt du an der Luft nachtrocknen, bevor du die Schere wegräumst, weil sich dort Feuchtigkeit sammeln kann. Hänge die Schere an einem trockenen Ort auf, damit die Klinge nicht an anderen Werkzeugen stumpf wird. Schuppen und Garage eignen sich, solange sie nicht feucht sind. Ich hänge meine Scheren geschlossen an eine Werkzeugwand im Gartenschuppen, dort hat jede ihren festen Platz.

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Wie schärfst du eine Astschere?

Gleitet die Schere nicht mehr mühelos durch den Ast, obwohl die Schrauben fest sitzen, ist es Zeit zum Schärfen. Schärfen gehört genauso zur Pflege der Astschere wie das Nachziehen lockerer Schrauben.

Zahl im Blick

Als Orientierung für Scheren gilt gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre. Wie oft du tatsächlich schleifst, richtet sich danach, wie viel du schneidest und wie stark die Klinge verschleißt.

Womit du schärfst

Für präzises Schärfen empfehle ich einen Schleifstein mit grober und feiner Körnung. Ich arbeite zuerst mit der groben und danach mit der feinen Seite. Eine Diamantfeile oder eine Feile für Gartenwerkzeug ist handlich, wenn du zwischendurch im Garten nachschärfst. Elektrische Schleifgeräte nutze ich an Scherenklingen nicht, weil zu viel Hitze die Härte der Klinge beeinträchtigen kann.

Vorbereiten und sicher arbeiten

Reinige die Schere vor dem Schärfen gründlich, damit Harz und Erde nicht am Stein haften. Lege sie auf eine feste Unterlage, damit sie beim Schleifen nicht verrutscht. Trage schnittfeste Handschuhe und führe Stein oder Feile immer vom Körper weg.

Achtung

Eine frisch geschliffene Schneide ist schärfer, als du erwartest. Prüfe sie nie mit dem Finger und trage die Schere danach geschlossen und gesichert. Bei einer schweren Verletzung wählst du sofort den Notruf 112.

Bypass-Astschere schärfen

Bei der Bypass-Astschere schärfst du nur die gebogene Schneidklinge. Führe Stein oder Feile entlang der vorhandenen Schräge, immer von der dickeren Seite der Klinge zur Schneide hin. Halte dabei den ursprünglichen Winkel der Klinge, statt einen neuen anzuschleifen. Ich arbeite mich in gleichmäßigen Zügen vom Gelenk bis zur Spitze vor. Die flache Innenseite, die an der Gegenklinge entlanggleitet, schleife ich nicht an.

Häufiger Fehler

Die Gegenklinge gleich mitschleifen. An der Bypass-Schere bearbeitest du nur die gebogene Schneidklinge, die Gegenklinge bleibt, wie sie ist.

Amboss-Astschere schärfen

Bei der Amboss-Astschere schärfst du die gerade Klinge von beiden Seiten zur Schneide hin. Auch hier hältst du den vorhandenen Winkel. Bearbeite beide Seiten gleichmäßig, damit die Schneide mittig bleibt.

Schärfe prüfen

Ob die Schneide fertig ist, prüfst du an einem Blatt Papier. Schneidet die Schere es glatt durch, ohne zu reißen, kommt als Nächstes das Öl.

Wie und womit ölst du die Astschere?

Öl brauchst du nach dem Schärfen, vor der Einlagerung und immer dann, wenn das Gelenk schwer läuft. Es verringert die Reibung zwischen den beweglichen Teilen und schützt das Metall vor Rost. Nimm ein säurefreies Öl für Werkzeug, Nähmaschinenöl erfüllt den Zweck ebenfalls.

Gib das Öl an das Gelenk rund um die Mittelschraube und an die Feder. Öffne und schließe die Schere, bis sie leicht läuft und das Öl sich verteilt hat. Was austritt, wischst du mit einem sauberen Tuch ab, damit kein Schmutz daran kleben bleibt. So gelangt beim nächsten Schnitt auch kein Öl an die Pflanze. Vor dem Einlagern reibe ich mit dem öligen Tuch noch einen Ölfilm auf die Klinge.

Mythos-Check

Olivenöl aus der Küche tut es auch? Speiseöle werden ranzig und verkleben das Gelenk. Für die Schere nimmst du deshalb Werkzeugöl.

Wie beugst du Rost vor und entfernst ihn?

Rost entsteht, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff auf ungeschütztes Metall treffen. An der Astschere sind vor allem die Schneide und die beweglichen Teile anfällig. Hohe Luftfeuchte, Regen und nasses Schnittgut beschleunigen den Vorgang.

Vorbeugen

Den Grundschutz liefert, was du nach der Arbeit ohnehin tust: reinigen, trockenreiben, trocken lagern. Rostanfällige Klingen schützt du zusätzlich mit einem Öl- oder Fettfilm.

Leichten Rost entfernen

Erste Rostflecken entfernst du so:

  1. Reibe die Flecken vorsichtig mit feiner Stahlwolle ab.
  2. Wische den Abrieb weg und trockne die Klinge.
  3. Trage einen Ölfilm auf die blanke Stelle auf.

Starken Rost entfernen

Starken Rost entfernst du mechanisch mit einer Metallbürste, am besten vor dem Einlagern. Das gilt für Klingen, die dafür geeignet sind; bei beschichteten Klingen schaust du vorher in die Hinweise des Herstellers. Arbeite vorsichtig, damit du das Metall darunter nicht beschädigst. Danach entfernst du den Schleifstaub gründlich und schützt die Stelle mit einem Öl- oder Fettfilm vor weiterer Korrosion. Hat der Rost Gelenk oder Schneide so angegriffen, dass die Schere nicht mehr sauber arbeitet, bringst du sie in die Fachwerkstatt. Manchmal ist dann eine neue Schere die wirtschaftlichere Lösung.

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Was kannst du an der Astschere selbst reparieren?

Lockere Schrauben und Spiel

Durch die Belastung beim Schneiden lösen sich Schrauben mit der Zeit. Die Schere schneidet dann ungenau und braucht mehr Kraft. Zieh lockere Schrauben nach, bis die Klingen nicht mehr wackeln und trotzdem leicht laufen. Schneidet eine Bypass-Schere nicht mehr frei, prüfst du das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge. Eingestellt wird es so, wie es der Hersteller für dein Modell vorsieht.

Lohnt sich die Reparatur?

Ob sich eine Reparatur lohnt, hängt an den Kosten im Vergleich zum Neupreis, an der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und an der Qualität der Schere. Bei hochwertigen Scheren lassen sich einzelne Bauteile nachkaufen und austauschen. Bei günstigen Modellen kann der Neukauf wirtschaftlicher sein.

Wer neu kauft, achtet deshalb auf Ersatzteile, denn ohne sie bleibt die Reparatur Theorie. Das Umweltbundesamt nennt die Ersatzteilverfügbarkeit als Kriterium für umweltfreundlich beschaffte Gartengeräte. Gefordert wird dort, dass Ersatzteile für Fachreparaturen mindestens 5 Jahre ab Inverkehrbringen der letzten Modelleinheit verfügbar sind. Das ist ein Beschaffungskriterium und keine allgemeine Garantie. Welche Bauarten es gibt und worauf du beim Kauf achtest, fasst ein Überblick zu Astscheren zusammen.

Klinge tauschen

Bei manchen Modellen tauschst du eine stumpfe oder beschädigte Klinge selbst aus:

  1. Löse die Schraube, die die Klinge hält, meist ist es die zentrale Gelenkschraube.
  2. Nimm die alte Klinge vorsichtig ab und reinige den Bereich um das Gelenk.
  3. Setz die neue Klinge ein und achte darauf, dass sie richtig sitzt.
  4. Zieh alle Schrauben fest und prüfe, ob die Schere leicht läuft.

Kauf nur Ersatzklingen, die zu deinem Modell passen. Ich lege beim Zerlegen jedes Teil in der Reihenfolge ab, in der ich es abnehme.

Feder tauschen

Die Rückholfeder öffnet die Schere nach dem Schnitt wieder. Ist sie ausgeleiert oder gebrochen, wird die Arbeit mühsam. Bei manchen Scheren lässt sich die Feder als Verschleißteil ersetzen:

  1. Öffne die Schere ganz und such die Feder.
  2. Merk dir Lage und Ausrichtung der alten Feder.
  3. Nimm die alte Feder vorsichtig heraus, denn sie steht unter Spannung.
  4. Setz die neue Feder in gleicher Ausrichtung ein und prüfe, ob die Schere sauber aufspringt.

Ich fotografiere die alte Feder vor dem Ausbau, damit ich ihre Lage beim Einsetzen vor Augen habe.

Griffe erneuern und Holzgriffe pflegen

Brüchige Griffe oder eine abgenutzte rutschfeste Beschichtung mindern den Komfort und können zum Abrutschen beitragen. Manche Hersteller bieten Ersatzgriffe an. Alte Griffe sind oft aufgesteckt oder verschraubt: Du nimmst sie ab, reinigst die Unterlage und bringst die neuen an. Brauchst du Klebstoff, lässt du ihn nach Angabe auf der Packung aushärten, bevor du wieder schneidest. Achte bei Ersatzgriffen auf eine rutschfeste Oberfläche.

Sind Holzgriffe spröde geworden, schleifst du sie glatt und behandelst sie anschließend mit einem Holzpflegemittel.

Achtung

Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Bewahre sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen Metallbehälter auf, bis du sie weiterverwendest.

Wie schonst du die Schere beim Schneiden?

Äste, die dicker sind als der Durchmesser, für den deine Schere ausgelegt ist, können die Klingen verbiegen oder beschädigen. Für dickere Äste greife ich zur Säge. Mit welcher Technik und Kraft du dicke Äste sicher schneidest, zeigt ein eigener Ratgeber.

Welche Pflege braucht die Astschere im Winter und im Frühjahr?

Vor der Winterpause

Vor dem Einlagern bekommt die Astschere eine Grundreinigung. Mit der Metallbürste entfernst du jetzt jeden Rostansatz. Harzreste wische ich mit einem Tuch und Alkohol von der Klinge. Danach kommt ein Öl- oder Fettfilm auf die Klinge, und das Gelenk bekommt Öl. Über den Winter liegen meine Scheren trocken und frostfrei in einer alten Holzkiste.

Frühjahrscheck

Wenn die ersten Knospen schwellen, hole ich die Scheren aus der Kiste und prüfe alle Verbindungen.

Mini-Checkliste

Schere auf sichtbare Schäden und Funktion prüfen. Lockere Schrauben nachziehen. Schneide ansehen und bei Bedarf schärfen. Gelenk und Feder ölen. Mit einem Probeschnitt an einem dünnen Zweig testen.

Den Blick auf Schäden und Funktion wiederholst du vor jedem Einsatz, nicht nur im Frühjahr.

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Wann gehört die Schere in die Fachwerkstatt?

Ist die Klinge verbogen, der Rost tief ins Metall gegangen oder klemmt der Mechanismus trotz Öl, bringst du die Schere zu einem Fachbetrieb. Eine verbogene Klinge richte ich nicht selbst, damit gehe ich in die Werkstatt. Auch bei hochwertigen Scheren kann eine professionelle Wartung die Lebensdauer verlängern.

Ein Service umfasst in der Regel eine gründliche Reinigung, einen präzisen Schliff, den Tausch von Verschleißteilen und die Feineinstellung des Mechanismus. Manche Anbieter zerlegen die Schere bei einer Generalüberholung komplett und bauen sie wieder zusammen.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Astscheren gereinigt und geölt werden?
Reinige die Astschere nach Abschluss der Arbeit von Pflanzenresten, Harz und Saft und reibe sie danach trocken. Beim Ölen richtest du dich nach der Schere. Gelenk und Feder bekommen Öl nach dem Schärfen, vor der Einlagerung und sobald das Gelenk schwer läuft. Überschüssiges Öl wischst du ab, damit kein Schmutz daran kleben bleibt.
Welche Werkzeuge werden zum Schärfen von Astscheren benötigt?
Für präzises Schärfen eignet sich ein Schleifstein mit grober und feiner Körnung. Eine Diamantfeile oder eine Feile für Gartenwerkzeug ist handlich, wenn du zwischendurch nachschärfen willst. Elektrische Schleifgeräte setzt du nur mit Vorsicht ein, weil zu viel Hitze die Härte der Klinge beeinträchtigen kann. Dazu kommen schnittfeste Handschuhe und ein sauberes Tuch.
Warum ist die richtige Trocknung nach der Reinigung so wichtig?
Rost entsteht, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff auf ungeschütztes Metall treffen, und im Gelenk kann sich Wasser sammeln. Rost kann die Schneide stumpf und bewegliche Teile schwergängig machen. Reibe die Astschere deshalb mit einem sauberen Tuch trocken und lass sie an der Luft nachtrocknen, bevor du sie wegräumst. Ein Ölfilm auf der Klinge schützt zusätzlich vor Korrosion.
Welche saisonalen Pflegemaßnahmen sind bei Astscheren erforderlich?
Vor der Winterpause reinigst du die Schere gründlich, entfernst Rost mit einer Metallbürste und schützt die Klinge mit einem Öl- oder Fettfilm. Danach lagerst du sie trocken und frostfrei. Im Frühjahr prüfst du sie auf Schäden und lockere Schrauben, schärfst die Klinge bei Bedarf und ölst das Gelenk. Gründliches Nachschärfen etwa alle 1–2 Jahre dient als Orientierung, je nach Nutzung und Verschleiß.
Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten beim Schärfen von Astscheren?
Trage schnittfeste Handschuhe und führe Stein oder Feile immer vom Körper weg. Lege die Schere auf eine feste Unterlage, damit sie nicht verrutscht. Die Schärfe prüfst du an einem Blatt Papier, nie mit dem Finger. Bei einer schweren Verletzung wählst du sofort den Notruf 112.
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