Fugenkratzen im Jahreslauf: wann du Unkraut aus den Fugen holst und wie du nachfüllst
- Auf befestigten Wegen beginnt das mechanische Jäten im zeitigen Frühjahr.
- Den Altbewuchs entfernst du bereits im Herbst, das Laub holst du dabei von den Wegen.
- Nach einem Regen fällt das Kratzen leichter, weil die Fugenerde aufweicht.
- Samenunkräuter holst du vor der Samenbildung heraus und nimmst alles Ausgerissene auf.
- Fehlenden Fugensand ergänzt du, auf größeren Pflasterflächen bleiben die Fugen wasserdurchlässig.
Ob das Unkraut in deinen Pflasterfugen mühsam oder leicht herauskommt, hängt am Zeitpunkt. Ich kratze am liebsten am Tag nach einem Regen, weil die Fugenerde dann aufgeweicht ist. Im Jahreslauf fange ich im zeitigen Frühjahr an und räume den Altbewuchs schon im Herbst ab.
Fugenkratzen heißt, Unkraut und Moos mit einem Fugenkratzer von Hand aus Pflasterfugen und an Mauerkanten zu holen. Dazu gehören das Aufnehmen des Abraums und das Nachfüllen von Fugensand, damit Wege und Terrasse sauber und gut begehbar bleiben.
Wann entfernst du Unkraut aus Fugen? Der Jahreslauf auf einen Blick
Auf befestigten Wegen und Terrassen hat jede Jahreszeit ihre eigene Aufgabe. So verteilt sich die Arbeit:
| Jahreszeit | Was in den Fugen ansteht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Zeitiges Frühjahr | Das mechanische Jäten beginnt | Nach einem Regen kratzen, wenn die Fugenerde aufgeweicht ist |
| Sommer | Samenunkräuter herausholen, bevor sie Samen bilden | Ausgerissene Pflanzen aufnehmen, zwischendurch fegen |
| Herbst | Altbewuchs entfernen | Vorher das Laub von den Wegen holen, weil es zur Rutschgefahr wird |
| Winter | Werkzeugpflege statt Kratzen | Kratzer reinigen, prüfen und Rost vor dem Einlagern entfernen |
Für deine Fugen heißt das: Du beginnst im zeitigen Frühjahr, holst Samenunkräuter vor ihrer Samenbildung heraus und räumst den Altbewuchs im Herbst ab.
Zeitiges Frühjahr: der Start in die Fugensaison
Auf befestigten Wegen beginnt das mechanische Jäten im zeitigen Frühjahr. Ich fege die Fläche zuerst mit einem harten Besen ab, damit ich sehe, wo in den Fugen schon Grün steht. Für den ersten Durchgang warte ich dann einen Regen ab, denn danach ist die Fugenerde weich und das Kratzen fällt leichter.
Regelmäßiges Fegen mit einem harten Straßenbesen hilft dir außerdem, kleine befestigte Flächen unkrautfrei zu halten. Deshalb lehnt bei mir ab dem Frühjahr ein Besen griffbereit an der Hauswand.
„Fugen kratzt man nur bei trockenem Wetter.“ Das stimmt so nicht: Nach einem Regen fällt das Kratzen leichter, weil die Fugenerde aufweicht. Ich warte, bis der Regen aufgehört hat, und gehe dann mit dem Kratzer hinaus.
Sommer: Samenunkräuter erwischen, bevor sie Samen bilden
Im Sommer geht es vor allem um Samenunkräuter. Sie sollten mechanisch heraus, bevor sie Samen bilden. Ausgerissene Fugenunkräuter nimmst du zudem auf, weil sie noch Samen verbreiten können. Wer erst nach der Samenbildung kratzt und den Abraum liegen lässt, verteilt die Samen also gleich mit über die Fläche.
Ich schaue beim Fegen in die Fugen und kratze frisches Grün gleich heraus, statt es bis zu einem großen Pflegetermin stehen zu lassen. An heißen Tagen lege ich diese Arbeit in die Morgenstunden.
Herbst: Altbewuchs und Laub abräumen
Den Altbewuchs holst du bereits im Herbst aus den Fugen, nicht erst im Frühjahr. Vorher kommt das Laub von den Wegen, denn Herbstlaub auf Gehwegen wird zur Rutschgefahr und verdeckt die Fugen. Ich fege es zusammen und kratze danach Fuge für Fuge den Altbewuchs heraus.
Gesundes Laub muss nicht weg. In dünnen Lagen kann es auf geeigneten Beeten und unter Hecken liegen bleiben. Als Haufen bietet es Insekten und Igeln einen Rückzugsort.
Sobald das Laub fällt, fegst du Wege und Terrasse frei. Danach kratzt du den Altbewuchs aus den Fugen und nimmst alles Ausgerissene auf.
Winter: Werkzeugpflege statt Kratzen
Nach dem Herbstdurchgang ruht die Arbeit in den Fugen, denn das Jäten beginnt erst wieder im zeitigen Frühjahr. Bei Frost lasse ich die Fugen deshalb in Ruhe und kümmere mich um das Werkzeug.
Nach der Saison reinigst du den Fugenkratzer, prüfst ihn und setzt Mängel vor dem nächsten Einsatz instand. Rost an geeigneten Metallteilen bürstest du vor dem Einlagern mit einer Metallbürste ab. Die Schneide lagerst du so, dass niemand sie unbeabsichtigt berührt. Wie du deinen Fugenkratzer reinigst und schärfst, damit er lange effektiv bleibt, beschreibt der Ratgeber zur Werkzeugpflege.
So gehst du vor: von der Vorbereitung bis zum Nachfüllen
Der Ablauf bleibt in jeder Jahreszeit gleich, nur der Anlass wechselt.
Vorbereitung: Tag, Werkzeug und Fläche
Leg den Termin auf einen Tag nach einem Regen. Bleibt der Regen aus, feuchte ich die Fugen vorher mit der Gießkanne an und prüfe mit der Klinge, ob die Erde nachgibt.
Dann prüfst du den Fugenkratzer auf sichtbare Schäden und einwandfreie Funktion. Ein Teleskopstiel muss sich leicht feststellen lassen und darf sich bei der Arbeit nicht von selbst lösen. Zieh feste Schuhe und Handschuhe an und sorg für einen sicheren Stand.
Zum Schluss fegst du lose Erde und Blätter von der Fläche. Auf rauem Pflaster nimmst du einen Besen mit harten Borsten. Glatte Böden mit feinem Schmutz fegst du mit weichen Borsten.
Vor dem ersten Zug gehe ich diese Punkte durch.
- Der Regen ist durch, die Fugenerde gibt nach.
- Der Kratzer hat keine sichtbaren Schäden, der Stiel sitzt fest.
- Feste Schuhe und Handschuhe sind an.
- Die Fläche ist abgefegt, das Laub ist weg.
- Der Eimer für den Abraum steht bereit.
Kratzen: Fuge für Fuge
Setz die Klinge in die Fuge und zieh den Kratzer gleichmäßig an ihr entlang. Nimm die Mauerkanten gleich mit, denn auch dort holt der Fugenkratzer Unkraut und Moos heraus. Ich arbeite mich abschnittsweise über die Fläche, damit ich den Überblick behalte.
Bei Wurzelunkräutern reicht Abkratzen nicht. Hol sie vollständig heraus, etwa mit einer Gierschgabel, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Welches Spezialwerkzeug zu welcher Unkrautart und welchem Einsatzort passt, erklärt der Ratgeber zur Sonderausstattung.
Mit geeigneter Ausführung lassen sich Fugenkratzer und Fugenbürsten auch im Stehen einsetzen. Die Stiellänge stimmst du dann auf deine Körpergröße ab. Kniend wechsle ich regelmäßig die Position und lege ein Kniepolster unter. Zwischendurch tausche ich das Kratzen gegen das Fegen, damit ich nicht dauernd in derselben Haltung arbeite.
Eine rotierende Wildkrautbürste aus Stahlzöpfen auf kratzempfindlichem Untergrund einsetzen. Dafür eignet sie sich nicht. Prüf vorher, ob dein Belag Kratzer verträgt, und lass die Stahlbürste im Zweifel liegen.
Abraum aufnehmen
Was du aus den Fugen holst, bleibt nicht auf den Steinen liegen. Ausgerissene Pflanzen nimmst du immer auf, weil sie noch Samen verbreiten können. Für die Reste zwischen den Steinen eignen sich Handfeger und Kehrschaufel.
Nachfüllen: Fugensand ergänzen
Nach dem Kratzen fehlt in manchen Fugen Material. Dort ergänzt du Fugensand. Ich verteile ihn auf der Fläche, kehre ihn mit dem Besen quer über die Fugen ein und fege den Rest von den Steinen. Hast du die Fläche mit dem Hochdruckreiniger gesäubert, ergänzt du den herausgespülten Fugensand danach in jedem Fall.
Auf größeren gepflasterten Wegen, Einfahrten und Hofflächen sollen die Fugen wasserdurchlässig bleiben, damit Regen versickern kann. Füll dort nichts ein, was die Fugen dicht macht.
Nach dem nächsten Regen gehe ich die frisch verfüllte Fläche noch einmal ab. Wo eine Fuge tiefer liegt als die Steinkante, kehre ich Sand nach.
Welcher Fugenkratzer passt zu deinen Fugen?
Für alle Termine im Jahr brauchst du einen Fugenkratzer, der zu deinen Fugen und zu deiner Arbeitshaltung passt. Welcher Fugenkratzer-Typ zu welcher Fläche und Fugenbreite passt, zeigt ein eigener Vergleich. Was neben dem Kratzer zur Grundausstattung gehört, ordnet der Überblick über Gartenwerkzeug mit Typen, Grundausstattung und Auswahl.
Alternativen zum Fugenkratzer
Nach thermischer Unkrautbekämpfung können Wurzelunkräuter wieder austreiben, und bei offener Flamme besteht erhöhte Brandgefahr. Salz ist gegen Unkraut auf Wegen und Terrassen nicht erlaubt. Welche Methoden außer dem Fugenkratzer Unkraut aus Fugen entfernen und wie sie bei Wirkung, Kosten und Umwelt abschneiden, liest du im Ratgeber zu den Alternativen.

