Alternativen zum Fugenkratzer: Hochdruck, Hitze, Besen und Hausmittel im Vergleich
- Ein Hochdruckreiniger spült loses Fugenmaterial aus, danach füllst du Fugensand nach.
- Abflammen, Infrarot und Heißwasser können oberirdisches Gewebe zerstören, Wurzelunkräuter treiben danach oft wieder aus.
- Bei offener Flamme besteht erhöhte Brandgefahr, bei Trockenheit bleibt das Abflammgerät aus.
- Salz, selbst gemischte Hausmittel und Pflanzenschutzmittel sind auf Pflaster grundsätzlich nicht zulässig.
- Regelmäßiges Kehren und nachgefüllter Fugensand helfen, Pflasterflächen unkrautarm zu halten.
Du kniest auf der Einfahrt, der Fugenkratzer schabt Fuge um Fuge, und die Fläche wird einfach nicht kleiner. Dann suchst du eine Alternative, die schneller geht oder dich aufrecht arbeiten lässt.
Die Wege dahin unterscheiden sich stark: Der Hochdruckreiniger spült den Fugensand mit aus, die Flamme bringt Brandgefahr mit, und manches Hausmittel ist auf Pflaster gar nicht zulässig. Ich habe die gängigen Methoden nach Wirkung, Kosten und Umwelt geordnet und zeige dir, wo ich welche einsetze.
Kurz eingeordnet: Kratzer, Bürste und wozu Fugenpflege dient
Fugenkratzer und Fugenbürsten holen Unkraut mechanisch aus den Fugen zwischen Pflastersteinen, der Kratzer erwischt auch Moos an Mauerkanten. Rotierende Wildkrautbürsten aus Stahlzöpfen passen allerdings nicht auf kratzempfindliche Untergründe. Welcher Typ zu deiner Fläche und Fugenbreite passt, zeigt der Vergleich der Fugenkratzer nach Fläche und Fugenbreite.
Ein Grund für die Fugenpflege: Unkraut in der Fuge kann aussamen, deshalb nimmst du Samenunkräuter vor der Samenbildung heraus. Zugleich sollen die Fugen größerer Wege, Einfahrten und Hofflächen wasserdurchlässig bleiben, damit Regen versickern kann. Welche Werkzeuge du für Garten und Pflaster grundsätzlich brauchst, ordnet der Überblick über Gartenwerkzeug, Grundausstattung und Auswahl.
Hochdruckreiniger: schnell, aber der Fugensand geht mit
Der Hochdruckreiniger spült aus der Fuge, was locker sitzt, und dazu gehört auch das Fugenmaterial. Nach dem Reinigen füllst du den herausgespülten Fugensand deshalb wieder auf. Das Nachfüllen fehlender Fugensande gehört ohnehin zur vorbeugenden Pflege unkrautarmer Pflasterflächen. Wer ausspült und nicht nachfüllt, hinterlässt also genau die offenen Fugen, die die vorbeugende Pflege schließen soll.
Sitzt Löwenzahn tief in der Fuge, steche ich ihn vor dem Spülen aus. Dabei ziehe ich die Wurzel möglichst vollständig heraus, weil zurückbleibende Wurzelstücke wieder austreiben können. Auf losen Kieswegen hat der Hochdruckreiniger nichts verloren, dort ist er genauso ungeeignet wie ein gewöhnlicher Besen.
Die Fläche ist frisch gespült, die Fugen stehen leer, und der Sack Fugensand bleibt in der Garage. Fülle das ausgespülte Material gleich nach dem Reinigen wieder auf, solange die Fläche frei vor dir liegt.
Hitze statt Klinge: Abflammen, Infrarot, Heißwasser und Dampf
Thermische Geräte ziehen nichts aus der Fuge. Ihre Hitze kann das oberirdische Pflanzengewebe zerstören, ohne sämtliche Samen abzutöten, und verkohlen muss die Pflanze dafür nicht. Die Wurzel bleibt im Boden, und Wurzelunkräuter können nach der Behandlung wieder austreiben. Wer mit Hitze arbeitet, plant deshalb mehrere Durchgänge ein und sticht hartnäckige Wurzelunkräuter besser vorher vollständig aus. Wie oft du nachbehandeln musst, hängt von Standort, Niederschlag und bisheriger Pflege ab.
Abflammgerät
Das Abflammgerät arbeitet mit offener Flamme. Ich setze es nur auf Pflaster ein, an das weder trockenes Laub noch eine Hecke noch Holz grenzt. Statt nach Kalender behandle ich nach, sobald an der Stelle wieder Grün austreibt.
Bei Unkrautbekämpfung mit offener Flamme besteht erhöhte Brandgefahr. Bei Trockenheit verzichtest du ganz auf das Abflammen, und neben Hecken, Laub oder Holzkanten führst du keine Flamme.
Infrarotgerät
Infrarotgeräte erhitzen die Pflanze ohne offene Flamme. Für die Wirkung gilt dasselbe wie beim Abflammen: Das Gewebe über dem Boden kann zerstört werden, Wurzelunkräuter können wieder austreiben.
„Ohne Flamme kann nichts brennen.“ Auch bei Infrarotgeräten kann teilweise erhöhte Brandgefahr bestehen. Halte deshalb auch mit dem Infrarotgerät Abstand zu trockenem Laub und Holz.
Heißwasser und Dampf
Heißwasser- und Dampfgeräte bringen die Hitze mit Wasser an die Pflanze und kommen ohne Flamme aus. Auch hier gilt, dass Wurzelunkräuter danach wieder austreiben können. Die einfachste Form ist kochendes Wasser aus dem Kessel, das du direkt in die Fuge gießt. Ich trage dabei geschlossene Schuhe und gieße von mir weg.
Chemische Unkrautvernichter: auf Pflaster grundsätzlich nicht erlaubt
Auf befestigten Freilandflächen wie Wegen, Terrassen und Einfahrten dürfen Pflanzenschutzmittel grundsätzlich nicht angewendet werden. Das gilt, sofern keine einschlägige behördliche Ausnahme vorliegt. Für die Fuge vor deiner Haustür ist Chemie damit keine Option.
Im übrigen Garten haben geeignete nichtchemische Maßnahmen Vorrang, und vor jedem Mitteleinsatz muss die Schadursache bestimmt sein. Als Hobbygärtner darfst du dort nur Mittel verwenden, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind, und nur in den ausdrücklich zugelassenen Kulturen.
Steht noch ein alter Rest Unkrautvernichter im Schuppen, gehört er zur Schadstoffsammlung, weder in Gully oder Ausguss noch in Garten oder Hausmüll. Bis zur Abgabe bleibt er in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank, außer Reichweite von Kindern und Tieren.
Hausmittel: Salz, Essig und kochendes Wasser
Salz und Essig gelten seit Generationen als Hausmittel gegen Grün in den Fugen. Auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen darf Salz aber nicht zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Selbst gemischte Haushaltsmittel sind auf befestigten Flächen ebenfalls keine zulässigen Unkrautmittel. Für den Grundstoff Essig besteht nur eine eng begrenzte Anwendung unter verbindlichen Bedingungen. Eine Mischung, die du selbst anrührst, zählt dagegen zu den selbst gemischten Haushaltsmitteln.
Ich lasse Salz und Essig deshalb in der Küche. Kochendes Wasser wirkt über Hitze und gehört zu den thermischen Methoden, mit denselben Grenzen wie Abflammen und Dampf. Weil Pflanzenschutzmittel auf befestigten Flächen grundsätzlich und Salz wie selbst gemischte Hausmittel ganz ausscheiden, bleiben für die Fuge Klinge, Bürste, Besen, Wasserstrahl und Hitze.
Wie du im übrigen Garten ohne Chemie gegen Unkraut vorgehst, mit Jäten, Mulchen und Hausmitteln, beschreibt der Ratgeber über chemiefreie Methoden gegen Unkraut im ganzen Garten.
Ohne Strom und Gas: Besen, Unkrautstecher und Pendelhacke
Bevor ich ein Gerät auspacke, fege ich. Regelmäßiges Fegen mit einem harten Straßenbesen hilft, kleine befestigte Flächen unkrautfrei zu halten. Harte Borsten sind für groben Schmutz auf rauem Pflaster gedacht, weiche Borsten für feinen Schmutz auf glatten Böden.
Löwenzahn und andere Wurzelunkräuter in breiten Fugen oder am Wegrand stichst du aus. Geeignete Unkrautstecher ermöglichen das im Stehen. Bei Greif-Unkrautstechern ziehen sich die Stechdorne beim Aushebeln zusammen und umfassen den Wurzelstock. Hol die Wurzel möglichst vollständig heraus, weil zurückbleibende Stücke wieder austreiben können.
Auf Kies- und Sandflächen ist die Pendelhacke eine Alternative zum Kratzer. Sie eignet sich besonders für sandigen oder kiesigen Untergrund. Ihre beweglich gelagerte Klinge unterschneidet das Unkraut beim Vor- und Zurückziehen parallel zum Boden. Laub nimmst du auf losem Kies mit einem Federbesen auf, ein gewöhnlicher Besen taugt dort nicht.
Wenn du wissen willst, welches Spezialwerkzeug zu welcher Unkrautart und welchem Einsatzort passt, findest du dort die Übersicht.
Kratzen, Jäten und Ausstechen fallen nach Regen leichter, weil die Fugenerde aufweicht. Zum Hacken mit der Pendelhacke wartest du dagegen, bis die Oberfläche nach dem Regen wieder leicht abgetrocknet ist.
Vorbeugen: weniger Bewuchs in den Fugen
Zur vorbeugenden Pflege unkrautarmer Pflasterflächen gehören regelmäßiges Kehren und das Nachfüllen fehlenden Fugensands. Wenn du Fugen neu verfüllst, achte auf größeren Wegen und Einfahrten darauf, dass sie wasserdurchlässig bleiben.
Ausgekratztes oder ausgerissenes Fugenunkraut sammelst du auf, weil es noch Samen verbreiten kann. Samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter gehören auch nicht ins Mulchmaterial. Deshalb lege ich das Fugengrün nicht als MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. ins Beet, sondern gebe es nach den örtlichen Annahmeregeln in die Biotonne.
Statt jede breite Fuge freizuhalten, kannst du sie auch gezielt mit niedrigen Polsterpflanzen wie Polsterthymian oder Blaukissen bepflanzen. Dann ziehst du dort nur heraus, was nicht dazugehört.
Auf befestigten Wegen beginnt das mechanische Jäten im zeitigen Frühjahr, Altbewuchs nimmst du schon im Herbst heraus. Von der Vorbereitung bis zum Nachfüllen erklärt der Ratgeber, wann im Jahr sich das Fugenkratzen lohnt.
Auf meiner Terrasse fege ich zuerst, steche Löwenzahn nach einem Regen aus und fülle Lücken im Fugensand gleich mit nach. Den Kratzer nehme ich für die Mauerkante.
Methodenvergleich: Wirkung, Kosten und Umwelt
Die Tabelle stellt die Alternativen nebeneinander. Statt Euro-Beträgen zeigt sie, wofür bei jeder Methode Kosten anfallen.
| Methode | Wirkung in der Fuge | Wofür Kosten anfallen | Umwelt und Grenzen |
|---|---|---|---|
| Fugenkratzer, Handbürste | holen Bewuchs mechanisch heraus | Anschaffung und deine Zeit | ohne Strom und Gas |
| Rotierende Wildkrautbürste | bürstet Bewuchs aus der Fuge | Gerät, Strom oder Akku | Stahlzöpfe nicht auf kratzempfindlichem Untergrund |
| Harter Straßenbesen | hilft vorbeugend auf kleinen Flächen | Anschaffung | ohne Strom und Gas, auf losem Kies ungeeignet |
| Unkrautstecher | holt einzelne Wurzelunkräuter samt Wurzel | Anschaffung | ohne Strom und Gas |
| Pendelhacke | unterschneidet Unkraut auf Kies und Sand | Anschaffung | ohne Strom und Gas |
| Hochdruckreiniger | spült Bewuchs und loses Fugenmaterial aus | Gerät, Strom, Wasser, Fugensand zum Nachfüllen | auf losem Kies ungeeignet |
| Abflammgerät | kann oberirdisches Gewebe zerstören, nicht alle Samen | Gerät, Gas oder Strom, wiederholte Durchgänge | erhöhte Brandgefahr, bei Trockenheit verzichten |
| Infrarotgerät | wie Abflammen, ohne offene Flamme | Gerät, Energie, wiederholte Durchgänge | teilweise erhöhte Brandgefahr |
| Heißwasser, Dampf | wie Abflammen, ohne Flamme | Gerät, Wasser, Energie, wiederholte Durchgänge | Wurzelunkräuter können austreiben |
| Salz, selbst gemischte Hausmittel | keine Option | entfällt | auf befestigten Flächen nicht zulässig |
| Pflanzenschutzmittel | keine Option | entfällt | auf befestigten Freilandflächen grundsätzlich nicht zulässig |
Kosten: mehr als der Kaufpreis
Hitze verlangt wiederholte Durchgänge, und nach dem Hochdruckreiniger kaufst du Fugensand nach. Bei diesen Verfahren zahlst du also jedes Mal wieder, während Kratzer, Stecher und Besen nach dem Kauf nur deine Zeit kosten.
Ein Gerät, das du selten brauchst, musst du nicht kaufen. Ob sich Mieten oder Kaufen lohnt, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie lange du es nutzt. Gemeinschaftlich nutzbare Geräte findest du etwa über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken. Bei solchen Leihangeboten kann eine rückzahlbare Kaution anfallen.
Geräte mit austauschbaren Aufsätzen und Stielen können Anschaffungskosten und Platz sparen. Vor dem Kauf prüfst du außerdem Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen.
Umwelt: was sich sicher sagen lässt
Für einen direkten Vergleich des ökologischen Fußabdrucks der technischen Verfahren auf befestigten Flächen fehlen ausreichende Daten. Eine Rangliste nach Umweltbilanz wäre deshalb nicht belastbar. Sicher ist, was jedes Verfahren braucht: Kratzer, Stecher und Besen kommen ohne Strom und Gas aus. Hitzegeräte brauchen Energie für jeden weiteren Durchgang, und der Hochdruckreiniger verbraucht Wasser, Strom und Fugensand.
Welche Methode passt zu welcher Fläche?
Ich entscheide nach Fläche, Belag und Wetter, nicht nach Gerät.
- Kleine Terrasse: Ich fege zuerst und nehme dann Fugenkratzer oder Fugenbürste in einer Ausführung für die Arbeit im Stehen. Kniest du doch, verteilen Kniepolster, Kniematte oder Kniesitz den Druck auf die Knie günstiger.
- Große Einfahrt oder Hoffläche: Wurzelunkräuter stichst du vorher aus, danach arbeitest du mit Hitze oder Hochdruck. Nach dem Hochdruck füllst du Fugensand nach und lässt die Fugen wasserdurchlässig.
- Kies- und Sandwege: Pendelhacke und Federbesen ersetzen dort den Hochdruckreiniger.
- Kratzempfindlicher Belag: Die rotierende Bürste mit Stahlzöpfen bleibt im Schuppen.
- Trockenphase: Das Abflammgerät bleibt aus. Ich fege und warte für Kratzer und Stecher den nächsten Regen ab.
Bleibt der Kratzer für die kleinen Flächen dein Werkzeug, hält ihn die richtige Reinigung und das Schärfen des Fugenkratzers einsatzbereit.
Sicher arbeiten mit Gerät, Wasser und Hitze
- Geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle tragen.
- Werkzeug vor dem Einsatz auf sichtbare Schäden und Funktion prüfen.
- Augenschutz tragen, wo Teile wegfliegen können, etwa bei rotierenden Bürsten.
- Keine Flamme bei Trockenheit und keine Flamme an trockenem Laub, Hecken oder Holz.
- Motorgeräte nicht betreiben, wenn ein Kleinkind in der Nähe ist.
- Sichtbar beschädigte oder aufgeblähte Akkus nicht weiterverwenden.
- Akkus beaufsichtigt, auf nicht brennbarer Unterlage und mit dem vom Hersteller zugelassenen Ladegerät laden.
- Bei der Gemeinde nach den Regeln für Motorgeräte fragen.
Bei einer schweren Verletzung durch ein Gartenwerkzeug wählst du sofort den Notruf 112.

