Spezialwerkzeug gegen Unkraut: welches Gerät zu Wurzel, Beet und Fuge passt
- Das Werkzeug richtet sich nach der Wurzel: Pfahlwurzel, Ausläufer oder junges Samenunkraut.
- Wurzelunkräuter holst du vollständig heraus, weil zerteilte Wurzelstücke erneut austreiben können.
- Löwenzahn und Ampfer hebelst du mit dem Unkrautstecher aus, Giersch und Quecke gräbst du mit der Gierschgabel aus.
- Im Staudenbeet ziehst oder stichst du Unkraut gezielt aus, statt flächig zu hacken.
- Zwischen Pflastersteinen arbeiten Fugenkratzer und Bürsten.
- Gehackt wird, wenn die Oberfläche nach Regen leicht abgetrocknet ist; nassen Boden lässt du in Ruhe.
Du hast den Giersch gejätet, und er treibt trotzdem wieder aus. Bleiben Wurzelstücke im Boden, können sie erneut austreiben, und ob die Wurzel am Stück herauskommt, hängt auch am Werkzeug. Ich schaue mir deshalb zuerst an, wie ein Unkraut wurzelt und wo es wächst. Erst dann greife ich zum passenden Gerät.
Mit Spezialwerkzeug meine ich Geräte, die für eine Wurzelform oder einen Einsatzort gebaut sind: Unkrautstecher, Gierschgabel, Pendel- und Gänsefußhacke, Sauzahn, Handgrubber und Fugenkratzer. Welches davon du brauchst, hängt an deinem Garten.
Erst die Wurzel ansehen, dann das Werkzeug wählen
Für die Werkzeugwahl teile ich Unkraut in drei Gruppen ein.
Samenunkräuter wie Vogelmiere, Hirtentäschel und Franzosenkraut vermehren sich vor allem über ihre Samen. Du entfernst sie mechanisch, bevor sie Samen bilden; jung lassen sie sich mit Hacke oder Hand lösen.
Wurzelunkräuter mit PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. wie Löwenzahn und Ampfer sitzen mit einer langen Hauptwurzel im Boden. Sie brauchen ein Werkzeug, das neben der Pflanze in die Tiefe geht und die Wurzel aushebelt.
Wurzelunkräuter mit AusläufernAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. wie Giersch, Quecke und Ackerwinde breiten sich unterirdisch aus. Bei ihnen gräbst du die Wurzeln vollständig aus, statt sie an der Oberfläche abzutrennen.
Eine Pfahlwurzel wächst als kräftiger Hauptstrang senkrecht nach unten. Rhizome sind unterirdische Sprossteile, die waagerecht durch den Boden wachsen und an vielen Stellen neu austreiben können.
Welches Werkzeug passt zu welchem Ort?
Die Tabelle ordnet Einsatzort, Unkraut und Gerät einander zu. Die Abschnitte danach beschreiben die Handgriffe.
| Einsatzort | Unkraut | Werkzeug | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Gemüsebeet zwischen den Reihen | junges Samenunkraut | Ziehhacke, auf schwerem oder steinigem Boden Schlaghacke | vor der Samenbildung hacken |
| Offene Beetflächen | junges Samenunkraut | Pendelhacke | Oberfläche leicht abgetrocknet |
| Enge Stellen und Beetränder | junges Samenunkraut | Gänsefußhacke | Kulturpflanzen nicht anschneiden |
| Staudenbeet | Samen- und Wurzelunkraut | Hand, Unkrautstecher, Gierschgabel | gezielt ziehen oder ausstechen, nicht flächig hacken |
| Rasen und Beet | Löwenzahn, Ampfer | Unkrautstecher | Pfahlwurzel am Stück aushebeln |
| Beet mit Giersch, Quecke oder Ackerwinde | Wurzelunkraut mit Ausläufern | Gierschgabel | Rhizome vollständig ausgraben |
| Beetvorbereitung | aufgelaufenes Unkraut, Wurzelreste | Handgrubber, danach Rechen | Wurzelstücke absammeln |
| Pflaster- und Plattenfugen | Aufwuchs in den Fugen | Fugenkratzer, Bürste | Fugenfüllung schonen |
Im Beet: Hacken gegen junges Samenunkraut
Samenunkraut im Gemüsebeet nehme ich mit der Hacke weg, solange es klein ist. Ziehhacken sind für leichte, unverkrustete Böden gedacht. Schlaghacken kommen auch mit schweren, steinigen oder trockenen Böden zurecht.
Die Pendelhacke hat eine bewegliche Klinge, die beim Vor- und Zurückziehen knapp unter der Oberfläche schneidet. Ich nehme sie für offene Flächen mit jungem Aufwuchs. An Beeträndern und zwischen eng stehenden Pflanzen arbeite ich mit der dreieckigen Klinge der Gänsefußhacke, weil ich damit genauer zielen kann. Zwischen Gemüsereihen kommt auch der Sauzahn zum Einsatz: Sein sichelförmiger Zinken lockert den Boden schonend in die Tiefe. Welche Hackentypen es gibt und welche Hacke zu welchem Unkraut und welcher Bodenlockerung passt, vertieft der Ratgeber zu Gartenhacken.
Bei der Beetvorbereitung arbeite ich mit dem Handgrubber. Wie tief er greift, hängt von der Zinkenlänge und deinem Druck ab. Wurzelstücke, die die Zinken nach oben holen, sammle ich ab, danach ebne ich die Fläche mit dem Rechen ein.
Im Staudenbeet lasse ich die Hacke im Schuppen. Flächiges Hacken stört dort die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist., deshalb ziehe ich Unkraut gezielt oder steche es aus. Sitzt im Staudenbeet Giersch, greifst du also zur Gierschgabel: Flächig hacken willst du dort nicht, und Wurzelunkräuter sollen vollständig heraus.
Wie du das Gemüsebeet mit Beetplanung, Gründüngung und Strategien gegen einzelne Arten unkrautarm hältst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Tiefe Wurzeln: Unkrautstecher und Gierschgabel
Unkrautstecher für Pfahlwurzeln
Löwenzahn und Ampfer hole ich mit dem Unkrautstecher heraus, im Rasen wie im Beet. Bei Greif-Unkrautstechern ziehen sich die Stechdorne beim Aushebeln zusammen und umfassen den Wurzelstock. Welche Unkrautstecher-Modelle es gibt und wie du sie richtig ansetzt, zeigt der Ratgeber zum Unkrautstecher.
Gierschgabel für Rhizome und Ausläufer
Bei Giersch, Quecke und Ackerwinde hilft kein Stich an einer Stelle, hier wird gegraben. Ich steche die Gierschgabel neben dem Bestand ein, hebe die Erde an und ziehe die Rhizome in langen Stücken heraus. Reißt ein Stück ab, suche ich mit den Fingern nach, weil zurückbleibende Teilstücke erneut austreiben können. Größere Bestände arbeite ich Bahn für Bahn durch und lockere den Boden dabei mit.
Giersch nur oberirdisch abhacken. Das Beet sieht danach sauber aus, die Rhizome sitzen aber weiter im Boden. Grab Wurzelunkräuter mit der Gabel aus.
Fugen und Pflaster: Kratzer und Bürste
Zwischen Pflastersteinen und Platten arbeiten Fugenkratzer und Bürsten. Ich ziehe den Kratzer in Fugenrichtung durch und fege das gelöste Material danach ab. Mit zu viel Kraft kann die Klinge die Fugenfüllung beschädigen, darum führe ich lieber mehrere ruhige Züge. Für größere Pflasterflächen gibt es motorisierte Fugenbürsten, die ebenfalls mechanisch arbeiten.
Welcher Fugenkratzer-Typ zu deiner Fläche und Fugenbreite passt, vergleicht ein eigener Ratgeber. Wann im Jahr du Fugen kratzt und wie du sie danach nachfüllst, steht im Ratgeber zum Jahreslauf.
Abflammen und Akkugeräte: wo die Grenzen liegen
Thermische Geräte behandeln Unkraut mit Hitze statt mit einer Klinge. Bei Wurzelunkräutern stoßen sie an eine Grenze: Die Pflanzen können danach wieder austreiben und weitere Behandlungen nötig machen. Im Beet können auch Kulturpflanzen Schaden nehmen, deshalb setze ich Hitze dort nicht ein.
Bei Geräten mit offener Flamme besteht erhöhte Brandgefahr. Lies vor dem Einsatz die Gebrauchsanweisung und halte Abstand zu trockenem Laub, Hecken und Holz.
Bei Akkugeräten gilt: Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Akku verwendest du nicht weiter, weil er sich selbst entzünden kann. Gib ihn zur sicheren Entsorgung ab. Welche Methoden außer dem Fugenkratzer es für Fugen gibt und wie sie bei Wirkung, Kosten und Umwelt abschneiden, fasst ein eigener Ratgeber zusammen.
Wann ist der Boden bereit zum Hacken?
Zum Hacken soll die Bodenoberfläche nach einem Regen wieder leicht abgetrocknet sein. Zu nassen Boden betrete und bearbeite ich nicht, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können. Mit der Ziehhacke wird das Zeitfenster enger, weil sie für unverkrustete Böden gedacht ist. Du hackst also nach dem Regen, sobald die Oberfläche leicht abgetrocknet und noch nicht verkrustet ist.
Nach einem Regen nehme ich etwas Erde zwischen Daumen und Finger. Krümelt sie, hole ich die Hacke. Schmiert sie, lasse ich das Beet in Ruhe und prüfe später noch einmal.
Sicher arbeiten mit Zinken und Klingen
Unkrautstecher, Gierschgabel und Fugenkratzer haben Spitzen und Klingen, an denen du dich verletzen kannst. Ich arbeite mit festen Schuhen und Handschuhen, und Kinder halten Abstand, solange gehackt wird. Jedes Werkzeug bekommt nur die Arbeit, für die es gebaut ist: Ein Unkrautstecher ist kein Hebel für Steine. Bei einer schweren Verletzung wählst du sofort den Notruf 112.
Werkzeug vor dem Start auf sichtbare Schäden und Funktion geprüft? Feste Schuhe und Handschuhe an? Kinder auf Abstand? Stecher und Gabel so abgelegt, dass sie nicht herabfallen und niemand in Spitzen oder Schneiden greift?
Worauf du beim Kauf achtest
Für Hacken gilt eine Stiellänge von etwa 150 cm als Ausgangspunkt, damit du aufrecht arbeiten kannst. Der Griff soll zu Handgröße und Händigkeit passen und eine gerade Handgelenkstellung erlauben; für die Arbeit an Fugen nehme ich ein Kniepolster und wechsle zwischendurch die Position. Edelstahl schützt eine Passivschicht, an Schwachstellen dieser Schicht kann er aber korrodieren. Frag nach Ersatzteilen und Instandsetzbarkeit; wie du Gartenwerkzeug nach Qualität, Material und Ergonomie auswählst, beschreibt der Überblick über Gartenwerkzeug.
Nach dem Jäten: Boden bedecken, Werkzeug versorgen
Offenen Boden im Gemüsebeet decke ich nach dem Hacken mit MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. ab, beginne aber erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lasse Saatrillen und Jungpflanzen frei. Bei höherwachsenden Gemüsekulturen kann eine Strohschicht von 5–10 cm während der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. ausreichen. Wie du Mulch und andere chemiefreie Methoden im ganzen Garten einsetzt, beschreibt der Ratgeber zur Unkrautbekämpfung ohne Chemie.
Trockene Erde bürste ich nach der Arbeit ab, fest haftenden Schmutz entferne ich mit Wasser und Bürste und reibe das Werkzeug danach trocken. Rostanfällige Klingen bekommen einen Öl- oder Fettfilm. Was ein Unkrautstecher an Klinge, Mechanik und Stiel an Pflege braucht, erklärt ein eigener Ratgeber; das Pflegen, Reparieren und Lagern von Gartenwerkzeug allgemein behandelt der Werkzeug-Überblick.

