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Körperhaltung bei der Axtarbeit: Stand, Griff und Arbeitshöhe

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Stell dich mit festem, eher breitbeinigem oder versetztem Stand vor den Hackklotz.
  • Die Oberkante des Holzstücks auf dem Klotz liegt ungefähr auf Hüfthöhe.
  • Die Haltehand greift am Stielende, die Führhand zunächst weiter vorn und gleitet beim Anheben zur Haltehand.
  • Führe die Axt, ohne zu verkrampfen: Krampfhaftes Festhalten am Stielende kann Hand und Rücken schmerzhaft belasten.
  • Stiellänge prüfen: Axt hinter dem Axtkopf mit ausgestrecktem Arm halten, der Stiel sollte bis zum Schultergelenk reichen.
  • Holz körpernah, ohne Ruck und ohne Verdrehen heben und Pausen mit leichten Ausgleichsbewegungen füllen.

Bevor ich Brennholz spalte, prüfe ich drei Dinge: wie ich stehe, wie ich die Axt greife und wo die Oberkante des Holzstücks liegt. Steht das Holz zu tief, beugst du dich bei jedem Schlag nach vorn. Hältst du die Axt krampfhaft mit beiden Händen am Stielende fest, kann das Hand und Rücken schmerzhaft belasten.

Hier geht es um Stand, Griff und Arbeitshöhe beim Spalten am Hackklotz. Dazu kommen das Heben der Holzstücke und Pausen, die einseitige Belastung unterbrechen.

Wie stehst du beim Holzspalten sicher?

Stell dich mit einem festen, eher breitbeinigen oder versetzten Stand vor den Hackklotz. Breitbeinig heißt: Deine Füße stehen nebeneinander und weiter auseinander als beim normalen Stehen. Beim versetzten Stand steht ein Fuß etwas vor dem anderen. Welche der beiden Varianten dir mehr Halt gibt, spürst du beim ersten langsamen Anheben der Axt.

Ein fester Stand braucht festen Boden und Schuhe, die nicht rutschen. Trag geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle. Stell dich gerade vor das Holzstück, damit du den Oberkörper beim Arbeiten nicht verdrehen musst.

Ich lege die Schneide vor dem ersten Schlag kurz auf das Holz und prüfe, ob ich dabei aufrecht stehe. Muss ich mich dafür vorbeugen oder die Arme ganz durchstrecken, rücke ich näher heran.

Auf welcher Höhe sollte das Holzstück stehen?

Die Oberkante des Holzstücks auf dem Hackklotz sollte ungefähr auf Hüfthöhe liegen. Es zählt also nicht der Klotz allein, sondern die Stelle, an der die Schneide auftrifft. Spaltest du kürzere Stücke als sonst, liegt diese Stelle tiefer, und du beugst dich weiter vor. Prüf die Höhe deshalb neu, sobald sich die Länge deiner Stücke ändert.

Als Hackklotz eignet sich ein standsicher aufgestellter Block aus unbeschädigtem Hartholz. Wackelt der Klotz oder ist er beschädigt, nimmst du einen anderen. Bevor ich loslege, stelle ich ein typisches Stück auf den Klotz und schaue, wo seine Oberkante an meinem Körper liegt.

Wie greifst du die Axt beim Spalten?

Beim Ansetzen halten beide Hände die Axt. Die Haltehand greift am Stielende, die Führhand zunächst weiter vorn am Stiel. Beim Anheben gleitet die Führhand vom vorderen Stielbereich zur Haltehand, die am Stielende bleibt.

Halte den Stiel so fest, dass du die Axt sicher führst, aber nicht krampfhaft. Weil die Führhand zur Haltehand gleitet und Verkrampfen am Stielende Hand und Rücken belasten kann, prüfst du gerade nach dem Anheben deinen Griff.

Der Griff am Stiel sollte zu deiner Handgröße passen, sicher greifbar sein und eine gerade Handgelenkstellung erlauben. Außerdem sollte er fest sitzen und eine rutschhemmende Oberfläche haben.

Mini-Checkliste

Stand fest, eher breitbeinig oder versetzt. Schuhe mit rutschfester Sohle. Oberkante des Holzstücks ungefähr auf Hüfthöhe. Klotz standsicher und unbeschädigt. Haltehand am Stielende, Führhand zunächst weiter vorn. Griff fest genug zum Führen, ohne Verkrampfen.

Was gehört beim Ausholen zur Haltung?

Beim Ausholen und Zuschlagen gilt dasselbe wie im Stand: Dein Oberkörper bleibt gerade vor dem Holzstück und verdreht sich nicht. Hol nur so weit aus, wie du dabei sicher stehen bleibst. Werden meine Schläge ungenau, lege ich die Axt ab und mache eine Pause, statt mit mehr Kraft weiterzuhacken.

Wo du das Stück triffst, aus welcher Richtung du spaltest und wie du dicke Stücke zerlegst, beschreibt der Ratgeber zur Schlag- und Spalttechnik beim Holzhacken.

Passt die Axt zu deinem Körper?

Stiellänge und Gewicht bestimmen mit, wie du vor dem Klotz stehst und wie lange du kontrolliert arbeitest. Gartenwerkzeug sollte zu deiner Größe und deinem Körperbau passen. Nimm eine Axt deshalb vor dem Kauf in die Hand und arbeite probeweise damit. Dabei merkst du, ob sie zu Körpergröße und Handform passt.

Jetzt dran

Halte deine Axt hinter dem Axtkopf und streck den Arm aus. Der Stiel sollte dann bis zum Schultergelenk reichen.

Spaltaxt und Spalthammer erleichtern mit ihrer keilförmigen Klinge das Zerteilen von Brennholz. Ihr höheres Gewicht kann aber die Ausdauer beim Holzspalten beeinträchtigen. Welche Axt zu welcher Holzart und Aufgabe passt, klärt ein eigener Ratgeber.

Mythos-Check

Bringt ein Holzstiel weniger Vibration in die Hände als einer aus Kunststoff? Ein Vergleich der untersuchten Spaltwerkzeuge zeigte bei händisch ausgeführten Schlägen mit der Schneide keinen Unterschied der Vibrationsbelastung zwischen Holz- und Kunststoffstielen. Wähle den Stiel deshalb nach Länge, Griff und festem Sitz.

Eine Axt mit lockerem, ausgefranstem oder angespaltenem Stiel benutzt du nicht weiter. Ich sehe mir den Stiel vor jedem Einsatz an und fahre mit der Hand daran entlang. Wie du Klinge und Stiel reinigst, schärfst und ölst, beschreibt der Pflege-Ratgeber.

Wie hebst du Holzstücke, ohne dich zu verdrehen?

Zwischen den Schlägen hebst du immer wieder neue Stücke auf den Klotz. Tritt dafür nah heran, beuge Knie und Hüfte und nimm das Stück langsam mit geradem Rücken körpernah auf. Heb es ohne Ruck an und setz es ebenso ab, ohne den Oberkörper zu verdrehen. Den Vorrat lege ich so neben den Klotz, dass ich jedes Stück mit einem Schritt erreiche, statt mich vom Klotz aus danach zu drehen.

Ob ein Stück zu schwer ist, hängt nicht nur von seinem Gewicht ab. Auch Körperhaltung und Greifbedingungen zählen, dazu wie oft und wie lange du hebst und deine eigene Leistungsfähigkeit.

Für schwere oder unhandliche Stücke nimmst du eine Transporthilfe. Bei der einrädrigen Schubkarre trägt das Rad den Hauptteil des Gewichts, die Griffe dienen zum Anheben und Führen. Belade sie mit den schweren Stücken unten und möglichst symmetrisch, und sichere die Ladung gegen Herabfallen. Schieb die Karre mit geradem Oberkörper, statt sie mit verdrehtem Oberkörper hinter dir herzuziehen.

Wie vermeidest du einseitige Belastung bei längerer Arbeit?

Beim Spalten wiederholst du dieselbe Bewegung immer wieder. Regelmäßige Pausen und wechselnde Tätigkeiten unterbrechen solche einseitigen Belastungen. Wechsle belastende Arbeiten mit entlastenden ab und plane ausreichende Erholungszeiten ein. Deine Pausen kannst du mit leichten Ausgleichsbewegungen aktiv gestalten.

In jeder Pause lege ich die Axt so ab, dass sie nicht herunterfallen kann, und sichere die Schneide gegen versehentliches Berühren.

Marias Erfahrung

Ich teile einen Holztag in Abschnitte: spalten, dann das gespaltene Holz wegfahren und aufschichten, dann wieder spalten. In den Pausen lasse ich die Schultern kreisen und strecke mich.

Welche Ausrüstung gehört an den Hackklotz?

Beim Holzhacken empfehlen sich Handschuhe, eine lange Hose und Arbeitsschutzstiefel, und wo Teile wegfliegen können, trägst du Augen- oder Gesichtsschutz. Wie du den Arbeitsplatz einrichtest, die Axt transportierst und bei Verletzungen handelst, beschreibt der Ratgeber zur Arbeitssicherheit mit der Axt. Für das sichere Arbeiten mit Gartenwerkzeug gilt auch hier: Bei schweren Verletzungen wählst du unmittelbar den Notruf 112.

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