Weniger gießen in Trockenphasen: wo du sparst und wo nicht
- Lege fest, wer zuerst Wasser bekommt: Neupflanzungen, junge Obstbäume und Fruchtgemüse gehen vor.
- Langlebige Gehölze versorgst du vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann.
- Fürs durchdringende Gießen von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung, verteilt auf Teilgaben.
- Mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne Zusatzwasser.
- Vor dem Nachgießen die Erde prüfen: Welke kann auch nach zu viel Wasser auftreten.
Wenn es wochenlang nicht regnet, reicht das Gießwasser selten für jedes Beet. Ich entscheide in solchen Phasen zuerst, welche Pflanzen Wasser bekommen, und erst danach, wie viel. Dann zählt, dass von jeder Gabe möglichst viel bei den Wurzeln ankommt. Ordnet deine Gemeinde Einschränkungen bei der Wasserentnahme an oder gibt der Wasserversorger Hinweise, gelten sie auch für deinen Garten.
1. Wer zuerst Wasser bekommt
Ich verteile knappes Wasser nach Bedarf und nicht gleichmäßig über alle Beete. Langlebige Gehölze gehen vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Diese Übersicht nutze ich, wenn das Wasser nicht für alles reicht:
| Pflanzen | Worauf ich achte |
|---|---|
| Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze | bei sommerlicher Trockenheit zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche |
| Junge Obstbäume | besonders in den ersten 2–3 Standjahren, vor allem bei schwachen Unterlagen und leichten Böden; in der Anwachsphase können sie je Gießgang etwa 50–100 l brauchen, Ziel ist vor allem der ursprüngliche WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. |
| Tomaten, Gurken, Zucchini | während der fortlaufenden Fruchtbildung bis zur Ernte gut mit Wasser versorgen |
| Auberginen | regelmäßig gießen, weil sie über ihre großen Blätter viel Wasser verdunsten |
| Buschbohnen | in Blüte und FruchtansatzFruchtansatz ist das Entstehen einer Frucht aus einer Blüte, besonders bei Obstbäumen, aber auch bei Fruchtgemüse. Außerdem nennt man die junge, sich gerade entwickelnde Frucht selbst so. nicht trockenstehen lassen, Staunässe aber vermeiden |
| Salate und Knollenfenchel | bis zur Ernte gut versorgen |
| Möhren und Rote Bete | der Wasserbedarf kann während der Abreife sinken |
| Zwiebeln | während des Wachstums gießen, in der Abreife trockener halten |
| Eingewachsene Hausbäume | Zusatzwasser vor allem bei lang anhaltender Trockenheit |
| Lavendel, Salbei, Thymian | als mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. mediterrane Kräuter überstehen sie sommerliche Trockenperioden häufig ohne Zusatzwasser |
Mehrjährige mediterrane Kräuter kommen häufig ohne Zusatzwasser durch, während zu wenig Wasser bei Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini den Ertrag verringert. Wenn du sparen musst, spar also am Kräuterbeet und nicht am Fruchtgemüse.
Tomaten und Paprika gewöhnen sich an Dürre, wenn du sie kurzhältst? Darauf verlasse ich mich nicht. Dauerhaft trockener Boden ist eine mögliche Ursache für BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. an Tomaten. Gurken brauchen eine gleichmäßige Versorgung, weil Wassermangel Knospenabwurf und Blattnekrosen verursachen kann.
2. Durchdringend gießen, in Teilgaben
Ein Gießgang soll bis in den Wurzelraum reichen und nicht nur die Oberfläche anfeuchten. Wie viel Wasser dafür nötig ist, hängt an der Bodenart und am durchwurzelten Raum.
Für das durchdringende Bewässern von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung. Gemüsebeete bei sommerlicher Trockenheit: etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage als Orientierung.
Ich gieße ein Beet in mehreren Durchgängen. Sobald das Wasser oberflächlich schwemmt, gieße ich an einer anderen Stelle weiter und komme später zurück. Fang an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist. Ausgetrockneter Boden nimmt Wasser schlechter auf, und Wasser, das an der Oberfläche schwemmt, läuft ab, statt einzusickern. Wer erst bei völlig trockenem Boden gießt, verliert also einen Teil jeder Gabe. Gieß mit weichem Strahl, denn ein harter Strahl kann die Bodenoberfläche verschlämmen oder abtragen.
Wie oft du gießt, richtest du nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte aus. Kippt das Wetter nach heißen Tagen zu Regen, nimm die Zusatzgaben bei Tomaten zurück, weil der Wechsel das Aufplatzen der Früchte fördern kann. Wie viel, wann und womit du grundsätzlich gießt, erklärt der Ratgeber darüber, wie du deinen Garten richtig bewässerst.
Ich stoppe am Schlauch, wie lange meine 10-Liter-Gießkanne zum Volllaufen braucht. Daraus leite ich ab, wie lange ich für die geplante Menge je Quadratmeter gießen muss. Auch mit Brause oder Regner messe ich die tatsächlich ausgebrachte Menge, statt sie zu schätzen.
3. Früh am Morgen auf den Boden
Ich gieße in Trockenphasen am frühen Morgen und halte den Strahl auf die Erde statt auf die Blätter. Morgens ist der Boden noch kühl, deshalb geht beim frühen Gießen weniger Wasser durch Verdunstung verloren. Benetzte Blätter können danach abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Gießt du abends, sollten die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können. Brennflecken durch Wassertropfen in der Mittagssonne musst du bei den meisten Pflanzen übrigens nicht fürchten.
4. Erst fühlen, dann gießen
Schlappe Blätter können auf Wassermangel hindeuten, müssen es aber nicht. Welke kann auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung auftreten. Topfpflanzen, die welken, können zudem unter Dauernässe oder Hitze leiden. Ich stecke deshalb einen Finger in die Erde, bevor ich nachgieße. Welche Schäden zu viel und zu wenig Wasser anrichten, beschreibt der Ratgeber darüber, wie richtige Bewässerung Pflanzenkrankheiten vorbeugt.
Die schlappe Topfpflanze aus Reflex gießen, obwohl das Substrat noch feucht ist. Stehendes Wasser begünstigt WurzelfäulnisBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde., deshalb brauchen Pflanzgefäße Abflusslöcher gegen Staunässe.
5. Boden und Mulch als Speicher
Sandboden speichert weniger Wasser als Lehm oder Ton und muss deshalb häufiger gegossen werden. Kompost oder GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. erhöhen den HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. und verbessern so Wasseraufnahme und Wasserspeicherung. Wie viel Wasser jede Bodenart hält und wie dick du im Gemüsebeet mulchst, erklären die Grundlagen zu Gießen, Bodenspeicher und Mulch.
6. Wasser direkt an die Wurzel bringen
Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann dadurch Wasser sparen. Dafür braucht sie einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Für einzelne Kästen und Kübel gibt es Einzeltropfer mit fester oder einstellbarer Abgabe. Tonkegelgesteuerte Tropfsysteme bewässern ohne Strom und Batterie nach Bedarf, gespeist aus einer Wasserleitung oder einem Vorratsgefäß. Teilweise eingegrabene Ollas lassen sich mit einem Nachfüllabstand von etwa 4–6 Tagen einsetzen. Einzelne Pflanzen gieße ich mit Gießstab oder Brause. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, sind windanfällig und benetzen auch die Blätter.
7. Automatik nur mit Feuchtefühler
Eine automatische Bewässerung übernimmt das Gießen, spart aber nicht von selbst Wasser. Gegenüber knappem Gießen von Hand kann sie sogar mehr verbrauchen, weil sie die Pflanzen durchdringender versorgt. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Er muss im Wurzelraum an einer repräsentativen Stelle messen und auf den Wasserbedarf der jeweiligen Kultur eingestellt sein. Wenn du mit einer Automatik Wasser sparen willst, gehört deshalb ein Fühler dazu, der die Gaben an die tatsächliche Bodenfeuchte bindet.
8. Große Gefäße, Hochbeet im Blick
Große Kübel und HochbeeteEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. musst du seltener gießen als eine Sammlung kleiner Töpfe, deren Erde schneller austrocknet. Für Tomaten und Paprika sollte das Gefäß mindestens 10 l fassen. Ein Hochbeet erwärmt sich allerdings schneller, und das kann auch die Erde schneller austrocknen lassen. Ich fühle im Hochbeet deshalb öfter nach als im ebenen Beet. Dunkle Töpfe schattiere ich, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt.
9. Pflanzen passend zum Standort
Eine standortgerechte Bepflanzung mit hitze- und trockenheitsverträglichen Arten verringert den Bewässerungsbedarf. Schau dafür zuerst auf die Lage: Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Phlox paniculata und Rittersporn gehören zu den Stauden mit hohem Wasserbedarf, deshalb setze ich sie nicht an heiße, trockene Plätze. In Beeten unter Bäumen und Sträuchern nehmen die Gehölze selbst Wasser auf, das musst du beim Gießen der Unterpflanzung mitbedenken.
Frisch Gepflanztes braucht häufiger Wasser als eingewachsene Pflanzen, und selbst trockenheitsverträgliche Stauden dürfen beim Anwachsen nicht austrocknen. Wer auf trockenheitsverträgliche Arten umstellt, pflanzt deshalb besser nicht mitten in eine Trockenphase hinein. Wenn ich die nächste Saison im Beetplaner auf die Beete verteile, lege ich die durstigen Kulturen nah an den Wasseranschluss.
10. Rasen, Schnitt, Urlaub und Regenwasser
Rasenpflege, Schnitt und die Vorbereitung auf den Urlaub gehören zur übrigen Sommerarbeit. Was davon bei Hitze ansteht, beschreibt der Ratgeber darüber, welche Pflege der ganze Garten bei Sommerhitze braucht. Düngst du in der Trockenphase, bring den Dünger möglichst auf feuchten Boden aus. Regenwasser, Pflanzenwahl und Gartengestaltung über das ganze Jahr behandelt der Ratgeber dazu, wie du im ganzen Garten Wasser sparst.
Wasser vom Baden, Duschen oder Waschen sollte nur nach Reinigung in einer Grauwasseranlage ins Beet kommen. Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen solltest du nicht zum Gießen nehmen. Von Kupfer- und Zinkdächern kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten, einzelne Rinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind in der Regel unproblematisch. Sind kleine Kinder im Garten, deck die Regentonne so ab, dass sie nicht hineinfallen können.

