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Weniger gießen in Trockenphasen: wo du sparst und wo nicht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Lege fest, wer zuerst Wasser bekommt: Neupflanzungen, junge Obstbäume und Fruchtgemüse gehen vor.
  • Langlebige Gehölze versorgst du vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann.
  • Fürs durchdringende Gießen von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung, verteilt auf Teilgaben.
  • Mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne Zusatzwasser.
  • Vor dem Nachgießen die Erde prüfen: Welke kann auch nach zu viel Wasser auftreten.

Wenn es wochenlang nicht regnet, reicht das Gießwasser selten für jedes Beet. Ich entscheide in solchen Phasen zuerst, welche Pflanzen Wasser bekommen, und erst danach, wie viel. Dann zählt, dass von jeder Gabe möglichst viel bei den Wurzeln ankommt. Ordnet deine Gemeinde Einschränkungen bei der Wasserentnahme an oder gibt der Wasserversorger Hinweise, gelten sie auch für deinen Garten.

1. Wer zuerst Wasser bekommt

Ich verteile knappes Wasser nach Bedarf und nicht gleichmäßig über alle Beete. Langlebige Gehölze gehen vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Diese Übersicht nutze ich, wenn das Wasser nicht für alles reicht:

Pflanzen Worauf ich achte
Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze bei sommerlicher Trockenheit zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche
Junge Obstbäume besonders in den ersten 2–3 Standjahren, vor allem bei schwachen Unterlagen und leichten Böden; in der Anwachsphase können sie je Gießgang etwa 50–100 l brauchen, Ziel ist vor allem der ursprüngliche Wurzelballen
Tomaten, Gurken, Zucchini während der fortlaufenden Fruchtbildung bis zur Ernte gut mit Wasser versorgen
Auberginen regelmäßig gießen, weil sie über ihre großen Blätter viel Wasser verdunsten
Buschbohnen in Blüte und Fruchtansatz nicht trockenstehen lassen, Staunässe aber vermeiden
Salate und Knollenfenchel bis zur Ernte gut versorgen
Möhren und Rote Bete der Wasserbedarf kann während der Abreife sinken
Zwiebeln während des Wachstums gießen, in der Abreife trockener halten
Eingewachsene Hausbäume Zusatzwasser vor allem bei lang anhaltender Trockenheit
Lavendel, Salbei, Thymian als mehrjährige mediterrane Kräuter überstehen sie sommerliche Trockenperioden häufig ohne Zusatzwasser

Mehrjährige mediterrane Kräuter kommen häufig ohne Zusatzwasser durch, während zu wenig Wasser bei Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini den Ertrag verringert. Wenn du sparen musst, spar also am Kräuterbeet und nicht am Fruchtgemüse.

Mythos-Check

Tomaten und Paprika gewöhnen sich an Dürre, wenn du sie kurzhältst? Darauf verlasse ich mich nicht. Dauerhaft trockener Boden ist eine mögliche Ursache für Blütenendfäule an Tomaten. Gurken brauchen eine gleichmäßige Versorgung, weil Wassermangel Knospenabwurf und Blattnekrosen verursachen kann.

2. Durchdringend gießen, in Teilgaben

Ein Gießgang soll bis in den Wurzelraum reichen und nicht nur die Oberfläche anfeuchten. Wie viel Wasser dafür nötig ist, hängt an der Bodenart und am durchwurzelten Raum.

Zahl im Blick

Für das durchdringende Bewässern von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung. Gemüsebeete bei sommerlicher Trockenheit: etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage als Orientierung.

Ich gieße ein Beet in mehreren Durchgängen. Sobald das Wasser oberflächlich schwemmt, gieße ich an einer anderen Stelle weiter und komme später zurück. Fang an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist. Ausgetrockneter Boden nimmt Wasser schlechter auf, und Wasser, das an der Oberfläche schwemmt, läuft ab, statt einzusickern. Wer erst bei völlig trockenem Boden gießt, verliert also einen Teil jeder Gabe. Gieß mit weichem Strahl, denn ein harter Strahl kann die Bodenoberfläche verschlämmen oder abtragen.

Wie oft du gießt, richtest du nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte aus. Kippt das Wetter nach heißen Tagen zu Regen, nimm die Zusatzgaben bei Tomaten zurück, weil der Wechsel das Aufplatzen der Früchte fördern kann. Wie viel, wann und womit du grundsätzlich gießt, erklärt der Ratgeber darüber, wie du deinen Garten richtig bewässerst.

Marias Erfahrung

Ich stoppe am Schlauch, wie lange meine 10-Liter-Gießkanne zum Volllaufen braucht. Daraus leite ich ab, wie lange ich für die geplante Menge je Quadratmeter gießen muss. Auch mit Brause oder Regner messe ich die tatsächlich ausgebrachte Menge, statt sie zu schätzen.

3. Früh am Morgen auf den Boden

Ich gieße in Trockenphasen am frühen Morgen und halte den Strahl auf die Erde statt auf die Blätter. Morgens ist der Boden noch kühl, deshalb geht beim frühen Gießen weniger Wasser durch Verdunstung verloren. Benetzte Blätter können danach abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Gießt du abends, sollten die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können. Brennflecken durch Wassertropfen in der Mittagssonne musst du bei den meisten Pflanzen übrigens nicht fürchten.

4. Erst fühlen, dann gießen

Schlappe Blätter können auf Wassermangel hindeuten, müssen es aber nicht. Welke kann auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung auftreten. Topfpflanzen, die welken, können zudem unter Dauernässe oder Hitze leiden. Ich stecke deshalb einen Finger in die Erde, bevor ich nachgieße. Welche Schäden zu viel und zu wenig Wasser anrichten, beschreibt der Ratgeber darüber, wie richtige Bewässerung Pflanzenkrankheiten vorbeugt.

Häufiger Fehler

Die schlappe Topfpflanze aus Reflex gießen, obwohl das Substrat noch feucht ist. Stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäulnis, deshalb brauchen Pflanzgefäße Abflusslöcher gegen Staunässe.

5. Boden und Mulch als Speicher

Sandboden speichert weniger Wasser als Lehm oder Ton und muss deshalb häufiger gegossen werden. Kompost oder Gründüngung erhöhen den Humusgehalt und verbessern so Wasseraufnahme und Wasserspeicherung. Wie viel Wasser jede Bodenart hält und wie dick du im Gemüsebeet mulchst, erklären die Grundlagen zu Gießen, Bodenspeicher und Mulch.

6. Wasser direkt an die Wurzel bringen

Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann dadurch Wasser sparen. Dafür braucht sie einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Für einzelne Kästen und Kübel gibt es Einzeltropfer mit fester oder einstellbarer Abgabe. Tonkegelgesteuerte Tropfsysteme bewässern ohne Strom und Batterie nach Bedarf, gespeist aus einer Wasserleitung oder einem Vorratsgefäß. Teilweise eingegrabene Ollas lassen sich mit einem Nachfüllabstand von etwa 4–6 Tagen einsetzen. Einzelne Pflanzen gieße ich mit Gießstab oder Brause. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, sind windanfällig und benetzen auch die Blätter.

7. Automatik nur mit Feuchtefühler

Eine automatische Bewässerung übernimmt das Gießen, spart aber nicht von selbst Wasser. Gegenüber knappem Gießen von Hand kann sie sogar mehr verbrauchen, weil sie die Pflanzen durchdringender versorgt. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Er muss im Wurzelraum an einer repräsentativen Stelle messen und auf den Wasserbedarf der jeweiligen Kultur eingestellt sein. Wenn du mit einer Automatik Wasser sparen willst, gehört deshalb ein Fühler dazu, der die Gaben an die tatsächliche Bodenfeuchte bindet.

8. Große Gefäße, Hochbeet im Blick

Große Kübel und Hochbeete musst du seltener gießen als eine Sammlung kleiner Töpfe, deren Erde schneller austrocknet. Für Tomaten und Paprika sollte das Gefäß mindestens 10 l fassen. Ein Hochbeet erwärmt sich allerdings schneller, und das kann auch die Erde schneller austrocknen lassen. Ich fühle im Hochbeet deshalb öfter nach als im ebenen Beet. Dunkle Töpfe schattiere ich, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt.

9. Pflanzen passend zum Standort

Eine standortgerechte Bepflanzung mit hitze- und trockenheitsverträglichen Arten verringert den Bewässerungsbedarf. Schau dafür zuerst auf die Lage: Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Phlox paniculata und Rittersporn gehören zu den Stauden mit hohem Wasserbedarf, deshalb setze ich sie nicht an heiße, trockene Plätze. In Beeten unter Bäumen und Sträuchern nehmen die Gehölze selbst Wasser auf, das musst du beim Gießen der Unterpflanzung mitbedenken.

Frisch Gepflanztes braucht häufiger Wasser als eingewachsene Pflanzen, und selbst trockenheitsverträgliche Stauden dürfen beim Anwachsen nicht austrocknen. Wer auf trockenheitsverträgliche Arten umstellt, pflanzt deshalb besser nicht mitten in eine Trockenphase hinein. Wenn ich die nächste Saison im Beetplaner auf die Beete verteile, lege ich die durstigen Kulturen nah an den Wasseranschluss.

10. Rasen, Schnitt, Urlaub und Regenwasser

Rasenpflege, Schnitt und die Vorbereitung auf den Urlaub gehören zur übrigen Sommerarbeit. Was davon bei Hitze ansteht, beschreibt der Ratgeber darüber, welche Pflege der ganze Garten bei Sommerhitze braucht. Düngst du in der Trockenphase, bring den Dünger möglichst auf feuchten Boden aus. Regenwasser, Pflanzenwahl und Gartengestaltung über das ganze Jahr behandelt der Ratgeber dazu, wie du im ganzen Garten Wasser sparst.

Achtung

Wasser vom Baden, Duschen oder Waschen sollte nur nach Reinigung in einer Grauwasseranlage ins Beet kommen. Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen solltest du nicht zum Gießen nehmen. Von Kupfer- und Zinkdächern kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten, einzelne Rinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind in der Regel unproblematisch. Sind kleine Kinder im Garten, deck die Regentonne so ab, dass sie nicht hineinfallen können.

Häufige Fragen

Wie hilft Mulchen bei Trockenheit im Garten?
Eine Mulchdecke gehört zu den Maßnahmen, mit denen du direkt auf dem Beet Wasser sparst. Organischer Mulch kommt im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf, feiner Rasenschnitt nur dünn. Angetrockneten Rasenschnitt legst du dünn und dafür häufiger nach, damit er nicht zu einer dichten Masse verklebt. Im Gemüsebeet mulchst du gewöhnlich erst ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lässt Saatrillen und Jungpflanzen frei.
Wie viel Wasser benötigt man pro Quadratmeter beim richtigen Gießen?
Für das durchdringende Bewässern von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung. Bei sommerlicher Hitze können Gartenbeete mit etwa 20–25 l/m² durchdringend gewässert werden. Verteil die Menge auf mehrere Gießgänge, damit sie einsickert und nicht abgeschwemmt wird. Wie lange du dafür gießen musst, zeigt dir die Füllzeit einer 10-Liter-Gießkanne am Schlauch.
Stimmt es, dass häufiges Gießen mit wenig Wasser besser ist?
Für Beete dienen durchdringende Wassergaben als Orientierung, etwa 10–20 l/m² je Gabe, die in Teilgaben einsickern sollen. Wie oft du gießt, richtest du nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Eine Ausnahme sind Gemüse- und Gewürzpaprika im Kleingewächshaus, die wegen ihrer geringen Wurzelmasse häufigere, mengenmäßig kleinere Wassergaben erhalten sollten.
Welche Bewässerungssysteme eignen sich für wassersparende Gartenpflege?
Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann dadurch Wasser sparen, braucht aber einen Filter gegen verstopfte Tropfer. Tonkegelgesteuerte Tropfsysteme bewässern ohne Strom und Batterie nach Bedarf aus einer Wasserleitung oder einem Vorratsgefäß. Eine automatische Bewässerung kann mehr Wasser verbrauchen als knappes Gießen von Hand. Deshalb lohnt sich ein Bodenfeuchtefühler, der sie bei noch feuchter Erde sperren kann.
Warum sind Hochbeete bei Wassermangel problematisch?
Ein Hochbeet erwärmt sich schneller, und das kann auch die Erde schneller austrocknen lassen. Gegenüber einer Sammlung kleiner Töpfe musst du es trotzdem seltener gießen, weil deren Erde schneller austrocknet. Prüf in Trockenphasen öfter mit dem Finger, ob die Erde noch feucht ist, bevor du nachgießt.
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