Gelbtafeln im Gewächshaus: richtig hängen bei Tomaten, Gurken und Zierpflanzen
- Gelbtafeln dienen unter Glas der Früherkennung von Weißen Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken; für Thripse nimmst du Blautafeln.
- Häng Leimtafeln möglichst auf Höhe der jeweiligen Kultur und schieb sie bei Tomaten und Gurken mit nach oben.
- Hohe Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Weißen Fliege: Lüfte bei Sonne rechtzeitig und beschatte bei Bedarf.
- Leimtafeln gehören nicht unmittelbar neben Nützlingsträger.
- Wechsle die Tafel nach einer Pflanzenschutzmaßnahme, damit die neuen Fänge zeigen, ob sie gewirkt hat.

Eine Gelbtafel im Gewächshaus zeigt dir oft früher als das Blatt, dass Weiße Fliegen oder TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen. unterwegs sind. Hängt sie über dem Bestand, hinter Laub oder direkt neben den NützlingenNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., liest du aus ihr wenig heraus. Ich hänge meine Tafeln deshalb so, dass ich an ihnen ablesen kann, in welchem Bestand es anfängt. Bei Tomaten, Gurken und Zierpflanzen sieht das jeweils etwas anders aus, und bei Wärme verschiebt sich, worauf du achtest.
Wofür Gelbtafeln unter Glas taugen
Gelbtafeln locken Insekten mit ihrer Farbe an und halten sie auf einer Leimfläche fest. Unter Glas und am Blumenfenster dienen sie der Früherkennung von Weißen Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken. Für Thripse hängst du Blautafeln. Woran du die Fänge auseinanderhältst und welches Tafelformat wohin passt, liest du im Ratgeber zu Gelbtafeln als Frühwarnsystem.
Bei der Gewächshaus-Weißen-Fliege sitzen die Erwachsenen mit ihren vier weißen Flügeln und die flachen, ungeflügelten Larven vor allem auf den Blattunterseiten. Die Tafel hält nur fest, was anfliegt, also die Erwachsenen; die Larven auf derselben Blattunterseite bleiben unberührt. Deshalb drehe ich die Blätter der Nachbarpflanzen um, sobald auf einer Tafel neue weiße Fliegen kleben.
„Mit genug Gelbtafeln ist die Weiße Fliege weg.“ Bei Weißen Fliegen an Kübelzierpflanzen im Freien gelten Gelbsticker und kleine Gelbtafeln als Befallsnachweis, der zur Bekämpfung nicht ausreicht. Unter Glas nutze ich sie genauso: Sie zeigen mir, wo und wann ich handeln muss.
Gelbtafeln und Temperatur: was Wärme im Gewächshaus ändert
Hohe Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Weißen Fliege. Lüfte dein Kleingewächshaus deshalb bei Sonne rechtzeitig und beschatte die Kulturen, wenn es nötig wird. Weil sich der Schädling in der Wärme stärker vermehrt und die Tafel ihn früh anzeigt, schaue ich nach warmen, sonnigen Phasen besonders genau auf die Tafeln und die Blattunterseiten daneben.
Halte dich an die Hinweise auf der Verpackung und schau beim Kontrollgang, ob die Fläche noch gleichmäßig glänzt oder stumpf und staubig wirkt.
Auch deine Nützlinge reagieren auf das Klima im Haus. Der Erfolg vieler eingesetzter Nützlinge hängt von Tageslänge, Lichtstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.
Auf Höhe der Kultur: Tomaten, Gurken und Zierpflanzen
Leimtafeln hängst du im Gewächshaus möglichst auf Höhe der jeweiligen Kultur. Bei niedrigen Beständen hängt die Tafel also tief, bei hohen Kulturen wandert sie mit nach oben. Die Leimfläche soll frei hängen, ohne dass ein Blatt sie berührt.
Tomaten
Tomaten wachsen am Stab oder an der Schnur in die Höhe, und die Tafel muss mitkommen. Ich klemme sie an eine eigene Schnur zwischen zwei Pflanzen und schiebe sie beim Hochbinden auf die neue Bestandshöhe. Kleine Fliegen mit weißen Flügeln auf dieser Tafel können auf Weiße Fliegen hindeuten.
Gurken
Gurken ranken an Netz oder Schnur nach oben, und die Tafel zieht genauso mit. Ich hänge sie neben die Rankhilfe, damit sich keine Ranke um die Tafel legt, und setze sie beim Aufleiten höher. Vermutest du an den Gurken Thripse, ergänzt du eine Blautafel; die Gelbtafel ist für Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken gedacht.
Zierpflanzen im Topf
Bei kleinen Topfpflanzen steckst du einen Gelbsticker in die Erde, in größere Zierpflanzen hängst du eine Gelbtafel. Bei Trauermücken an Topfpflanzen fängt die Tafel die flugfähigen Erwachsenen. Gegen die Larven in der Erde werden Steinernema-feltiae-Nematoden eingesetzt, weil keine Tafel sie erreicht.
Gelbe, welke Blätter an Topfpflanzen müssen nicht von Schädlingen kommen. Solche Verfärbungen können auch durch übermäßiges Gießen und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich entstehen.
Wie viele Tafeln und wohin im Haus
Die Zahl der Tafeln richte ich nach den Kulturen, nicht nach Quadratmetern. Jeder Bestand bekommt seine eigene Tafel, damit ich sehe, wo ein Befall anfängt. In einem größeren Haus mit langen Reihen verteile ich sie entlang der Reihe, so lässt sich der Herd eingrenzen.
Tomaten und Gurken gelten in der Mischkulturplanung als ungünstige Nachbarn, deshalb stehen sie bei mir in getrennten Bereichen mit je eigener Tafel. Vor dem Pflanzen prüfe ich, welche Kulturen gut nebeneinander passen.
Mit Weißer Fliege befallene Beet- und Balkonpflanzen können den Schädling ins Gewächshaus einschleppen. Bevor solche Pflanzen ins Haus kommen, drehe ich ihre Blätter um. Eine Tafel hängt bei mir nahe der Tür, durch die neue Pflanzen hereingetragen werden.
Offene Lüftungsklappen bringen Zug ins Haus, und eine nur oben befestigte Tafel schlägt dann gegen die Blätter. Ich binde sie deshalb oben und unten fest, sodass sie ruhig und frei hängt.
Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten. Setz sie deshalb, wenn überhaupt, nur während der Aktivitätsphase des Zielschädlings ein. Wie Gelbtafeln im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. wirken, wohin volle Tafeln gehören und welche Fehler häufig passieren, liest du im Ratgeber zu Gelbtafeln im Freilandgarten.
Gelbtafeln und Nützlinge im selben Haus
Gekaufte Nützlinge werden überwiegend im Gewächshaus eingesetzt, also teilen sie sich den Raum mit deinen Tafeln.
Die Gelbtafel hängt direkt am Nützlingsträger, weil dort ja der Befall sitzt. Leimtafeln gehören nicht unmittelbar neben Nützlingsträger; häng sie mit Abstand in denselben Bestand.
Ein gezielter Nützlingseinsatz setzt voraus, dass der Schädling genau bestimmt ist, und er sollte bei beginnendem Befall vorbereitet werden. Die Gelbtafel liefert dir beides: den Zeitpunkt, an dem die ersten Tiere kleben, und die Tiere selbst zum Bestimmen. Hast du zuvor ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt, klär vor dem Nützlingseinsatz, ob es die vorgesehenen Nützlinge schädigen kann.
Gegen die Gewächshaus-Weiße-Fliege lässt sich die Schlupfwespe Encarsia formosa auch im Kleingewächshaus einsetzen. Für Encarsia im Wintergarten werden mindestens 4.200 Lux angegeben. Welche Licht- und Klimabedingungen biologische Verfahren brauchen, liest du im Überblick zu Nützlingen und Schädlingen. Wie du Gelbtafeln mit Nützlingen und MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. zu einer Strategie verbindest, steht im Ratgeber zur Kombination mit biologischen Methoden.
Kontrollieren und wechseln
Beim Kontrollgang schaue ich, was auf jeder Tafel klebt, wo am meisten klebt und ob die Tafel noch frei hängt. Die Tafel mit den meisten Fängen zeigt mir den Bestand, den ich als Erstes Blatt für Blatt durchsehe. Bei Tomaten und Gurken prüfe ich dabei die Höhe, weil der Bestand über die Tafel hinauswächst.
Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Leimtafel. So kannst du an den neuen Fängen ablesen, ob die Maßnahme gewirkt hat. Nach dem Ausbringen von Nützlingen sind regelmäßige Erfolgskontrollen nötig; aus ihnen kann sich ergeben, dass du nachbestellst oder den Nützling wechselst. Eine Tafel tauschst du auch aus, wenn du neue Fänge nicht mehr von alten unterscheiden kannst oder die Leimfläche verstaubt ist.
Ich schreibe mit wasserfestem Stift das Aufhängedatum und die Kultur auf den Rand jeder Tafel. Beim Kontrollgang weiß ich so, welche Fänge zu welchem Bestand und zu welcher Maßnahme gehören.
Tafel auf Höhe der Kultur. Leimfläche frei, kein Blatt daran. Oben und unten befestigt, damit sie bei offener Lüftung ruhig hängt. Nicht unmittelbar neben Nützlingsträgern. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme eine frische Tafel.
Wenn die Fänge zunehmen
Nehmen die Fänge zu, schöpfst du zuerst Kulturmaßnahmen aus und greifst dann bevorzugt zu biologischen oder biotechnischen Verfahren. Ein Pflanzenschutzmittel kommt erst infrage, wenn das erfolglos bleibt und erhebliche Ernteverluste drohen, und dann nur zugelassen für Pflanze und Schadorganismus, nach Gebrauchsanleitung und Schutzvorgaben und ohne Kinder und Haustiere in der Nähe. Es kann auch Nützlinge treffen; wie Gelbtafeln und chemische Mittel nach Wirkung, Risiken und Rechtslage abschneiden, zeigt der Vergleich mit chemischer Schädlingsbekämpfung.
