Rasendünger richtig anwenden: gleichmäßig streuen, einwässern, sicher lagern
- Für normalen Hausrasen gilt als Orientierung eine erste Gabe im zeitigen Frühjahr und eine zweite Ende Juni bis Anfang Juli.
- Wiege die Düngermenge ab und teile sie für gleich große Teilflächen in gleiche Portionen auf.
- Von Hand streust du in zwei gekreuzten Arbeitsgängen, ein Streuwagen verteilt genauer.
- Körnigen, schnell wirkenden mineralischen Dünger wässerst du gründlich ein, um Verbrennungen zu vermeiden.
- Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung helfen etwa 5 bis 10 l Wasser je m², die Körner aufzulösen.
- Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich.
- Lagere Dünger trocken, verschlossen und für Haustiere unerreichbar, denn gefressener synthetischer Gartendünger kann Vergiftungen verursachen.
Beim Rasendünger entscheidet das Ausbringen mit darüber, ob die Fläche gleichmäßig grün wird. Liegen die Körner ungleich, kann der Rasen streifig nachwachsen. Bleibt schnell wirkender mineralischer Dünger trocken auf den Halmen liegen, kann es zu Verbrennungen kommen. Ich wiege deshalb vor jedem Streuen ab, teile die Fläche ein und lege den Schlauch bereit.
Dazu kommt die Sicherheit: Synthetischer Gartendünger kann Haustiere vergiften, wenn sie ihn fressen. Darum gehören Streuen, Einwässern und Lagern für mich zusammen.
Wann düngst du den Rasen?
Für normalen Hausrasen gilt als Orientierungsplan eine erste Gabe im zeitigen Frühjahr und eine zweite Ende Juni bis Anfang Juli. Den Start der Frühjahrspflege zeigen dir die Forsythienblüte und der Zeitraum Ende März bis Anfang April, beides abhängig von der Witterung. Ob im Herbst KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten. fehlt, klärt eine BodenprobeEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen., und welche Düngetermine im Jahresverlauf welches Ziel haben, liest du im Jahresüberblick.
Was klärst du, bevor du streust?
Stickstoff treibt das Wachstum von Blättern und Trieben an, PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. unterstützt die Wurzelbildung und Kalium den Wasserhaushalt und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen.. Schnell wirkender mineralischer Dünger in Körnern gibt seine Nährstoffe rasch ab, organischer Dünger setzt bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei. Welcher Dünger zu deinem Rasen passt, findest du im Abschnitt zum Düngen mit Bedarf, Zeitpunkt und Ausbringung im Rasen-Ratgeber.
Was dem Boden fehlt und was schon reichlich da ist, zeigt eine Bodenuntersuchung. Steht ein Nährstoff in GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. E oder F, ist für ihn keine weitere Gabe vorgesehen, und du gibst gezielt die Einzelnährstoffe, die tatsächlich fehlen.
Eine schnell wirkende mineralische Startdüngung im Frühjahr liegt bei 4 bis 5 g N/m², und diesen Wert überschreitest du nicht, um die AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. zu begrenzen. Nährstoffe aus zusätzlich ausgebrachtem Kompost ziehst du vom Bedarf ab. Wie du aus Bedarf und Nährstoffgehalt der Packung die Streumenge je m² errechnest, erklärt die Anleitung zum genauen Dosieren von Rasendünger.
Wie teilst du Menge und Fläche ein?
Miss die Rasenfläche aus und wiege die berechnete Düngermenge ab. Teile die Fläche dann in gleich große Teilflächen und die Menge in ebenso viele gleiche Portionen. Ich stecke die Ecken jeder Teilfläche mit Bambusstäben ab und stelle für jede einen Becher mit ihrer Portion bereit.
Weil jede gleich große Teilfläche ihre eigene Portion bekommt, merkst du schon beim Streuen, ob dein Wurf passt. Ist der Becher leer, bevor die Teilfläche fertig ist, streust du zu dicht. Bleibt am Ende etwas übrig, gehst du die Teilfläche noch einmal ab, statt den Rest in die letzte Ecke zu kippen.
Packungshinweise gelesen, Fläche ausgemessen, Menge abgewogen und auf die Teilflächen portioniert, Handschuhe an, windstiller Tag, Haustiere im Haus, Schlauch oder Regner zum Einwässern bereit.
Wie streust du Rasendünger von Hand?
Von Hand verteilst du Rasendünger in zwei gekreuzten Arbeitsgängen. Teile dafür jede Portion auf beide Gänge auf. Den ersten Gang gehst du längs über die Teilfläche, den zweiten quer dazu. So können sich Stellen ausgleichen, an denen dein erster Wurf zu dicht oder zu locker war.
Streu aus dem Handgelenk, geh in gleichmäßigem Tempo und halte die Wurfhöhe gleich. Bei Wind wartest du ab, weil die Körner sonst auf Beete und Wege verweht werden. Ich trage dabei Handschuhe und nehme die Körner aus dem Becher in der anderen Hand.
Ich gehe den ersten Gang entlang der Mähstreifen vom letzten Schnitt und den zweiten quer dazu. Die hellen und dunklen Streifen zeigen mir, wo ich schon war.
Wie streust du mit dem Streuwagen?
Ein Streuwagen verteilt Rasendünger genauer als die Hand. Ich schiebe ihn auf den großen Rasenstücken und streue nur schmale Streifen an den Beeträndern von Hand. Stell den Streuwagen nach der Angabe auf der Packung und der Anleitung des Geräts ein.
Vor dem ersten Einsatz mache ich einen Probelauf auf einer Plane. Dabei sehe ich, wie breit und wie gleichmäßig das Gerät streut, und schütte die Körner danach zurück. Auf dem Rasen fährst du Bahn an Bahn in gleichmäßigem Tempo und hältst dich an die Spurbreite aus der Anleitung. Ob die Einstellung passt, zeigt dir auch hier die Portion je Teilfläche.
Den Streuwagen mit offener Klappe wenden oder anhalten. Am Wendepunkt können dann zusätzliche Körner auf dieselbe Stelle fallen. Schließ die Klappe vor jeder Wende und öffne sie erst wieder, wenn du läufst.
Weitere typische Stolpersteine, von der Menge bis zum Termin, sammelt die Übersicht über häufige Fehler beim Rasendüngen.
Wann passt das Wetter zum Düngen?
Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich, sondern wartest, bis der Boden wieder ausreichend feucht ist und der Rasen sichtbar wächst. Auf gefrorenem, ausgetrocknetem oder staunassem Boden setzt organischer Dünger kaum Nährstoffe frei, deshalb wartest du mit ihm auf bessere Bedingungen. Im Frühjahr erwärmt sich der Boden langsamer als die Luft, sodass organisch gebundene Nährstoffe zunächst verzögert frei werden.
Wie passen Düngen, Vertikutieren und Mähen zusammen?
Zur Vorbereitung auf das VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. kannst du den Rasen etwa 14 Tage vorher bedarfsgerecht düngen. Steht die Frühjahrsdüngung erst danach an, kann sie auch kurz nach dem Vertikutieren erfolgen, weil die Körner dann leichter den Boden erreichen. Wie du Düngen und Mähen zeitlich aufeinander abstimmst, zeigt der Zeitplan für die Rasenpflege.
Wie wässerst du Rasendünger richtig ein?
Körnigen, schnell wirkenden mineralischen Rasendünger wässerst du nach dem Streuen gründlich ein, um Verbrennungen zu vermeiden. Wie viel Wasser ankommt, misst du, statt es zu schätzen. Ich stelle einen Regenmesser in die Mitte und einen an den Rand der Fläche, bevor ich den Regner anschalte. So sehe ich, ob beide ähnlich viel anzeigen, und lasse den Regner laufen, bis die Menge erreicht ist.
Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung helfen etwa 5 bis 10 l Wasser je m², die Düngerkörner aufzulösen.
Läuft das Wasser ab, bevor es versickert, gibst du die Menge in Teilgaben mit kurzen Versickerungspausen. Ich streue früh am Morgen und wässere danach ein, denn frühes Bewässern verringert die Verdunstung und hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Örtliche Bewässerungsverbote haben Vorrang vor jeder Gießempfehlung. Kannst du deshalb nicht einwässern, bleibt schnell wirkender mineralischer Dünger im Sack, weil er ohne Wasser Verbrennungen verursachen kann. Wie du etablierten Rasen im übrigen Jahr wässerst, steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Was passiert mit Dünger, den der Rasen nicht aufnimmt?
Überhöhte Stickstoffgaben und Düngung außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. können die Nitratauswaschung ins Grundwasser erhöhen. Auch organische Düngung kann den Bedarf überschreiten, weil feuchtwarme Witterung die Freisetzung von Nährstoffen verstärkt. Fein zerkleinertes Schnittgut, das auf der Fläche bleibt, gibt Nährstoffe zurück, und mehr zu Blumenrasen und anderen Alternativen steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Rasen und Umwelt.
Wie arbeitest du sicher mit Rasendünger?
Lies vor dem Streuen die Hinweise auf der Packung und halte dich daran. Beim Streuen von Hand trage ich Handschuhe und wasche mir danach die Hände. Die Fläche gebe ich erst wieder frei, wenn ich eingewässert habe und keine Körner mehr zwischen den Halmen finde.
Synthetischer Gartendünger kann Vergiftungen verursachen, wenn Haustiere ihn fressen. Hund und Katze bleiben im Haus, solange du streust, und verstreute Körner auf Weg und Terrasse fegst du gleich zusammen. Hast du den Verdacht, dass dein Tier Dünger gefressen hat, ruf deine Tierarztpraxis an und halte die Packung bereit.
Wie lagerst du Rasendünger und wohin mit Resten?
Lagere Rasendünger trocken, fest verschlossen und außer Reichweite von Kindern und Haustieren, etwa in einem abschließbaren Schrank im Schuppen. Feuchte kann die Körner verklumpen lassen, dann laufen sie nicht mehr gleichmäßig durch den Streuwagen. Bewahre Dünger getrennt von Lebens- und Futtermitteln auf.
Lass den Dünger in der Originalpackung. Die Streumenge für die nächste Gabe ergibt sich aus dem deklarierten Nährstoffgehalt, und der steht auf der Packung.
Reste aus Becher und Streuwagen füllst du zurück in die Originalpackung. Körner auf Pflaster fegst du zusammen, statt sie in den Gully zu spülen. Was du nicht mehr verwendest, entsorgst du nach den Hinweisen auf der Packung.






