Strelitzien richtig gießen: wie oft, wie viel und wie du den Ballen prüfst
- Einen festen Gießtag gibt es nicht: du gießt, wenn der Ballen angetrocknet ist, und dann durchdringend bis zum Topfboden.
- Prüf vor dem Gießen auch die Feuchte unten im Topf, denn torffreie Erde trocknet oben schneller ab.
- Wasser im Untersetzer oder Übertopf kippst du aus, und das Abzugsloch bleibt frei.
- Nach der Blüte und im lichtarmen Winter braucht die Strelitzie weniger Wasser, auch im warmen Zimmer.
- Gieß möglichst mit Regenwasser, das Umgebungstemperatur hat.

Hängen die Blätter deiner Strelitzie schlaff herunter, liegt der Griff zur Gießkanne nahe. Schlaffe, welke Blätter können aber auch von beginnender Wurzelfäule kommen, und dann ist Nachgießen der falsche Handgriff. Ich gieße meine Strelitzien deshalb nicht nach Kalender. Vorher hebe ich den Topf an und fühle, wie feucht der Ballen unten ist.
Statt einer festen Zahl bekommst du hier eine Prüfroutine: woran du den richtigen Moment erkennst, wie viel Wasser in den Topf gehört und wie sich der Bedarf im Jahreslauf verschiebt.
Wie oft gießt du eine Strelitzie?
Für Gießabstände gibt es keine allgemeingültige Faustzahl, weil Böden und klimatische Bedingungen zu verschieden sind. Auch für Kübelpflanzen lässt sich kein Gießrhythmus festlegen, der überall passt. Die Strelitzie bekommt im Wachstum ausreichend Wasser und im Winter weniger. Den Zeitpunkt bestimmt der Ballen: Ist er angetrocknet, gießt du durchdringend.
Wie oft das im Alltag ist, hängt von deinem Topf und deinem Standort ab. Diese Einflüsse verkürzen oder verlängern den Abstand zwischen zwei Wassergaben:
| Einfluss | Was er beim Gießen bewirkt |
|---|---|
| Kleiner Topf im Verhältnis zur Pflanze | du musst häufiger gießen |
| Übergroßer Topf | das Risiko steigt, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen |
| Unglasierter Tontopf | er verliert zusätzlich Wasser über die poröse Wand |
| Kunststofftopf | über die Wand verdunstet kein Wasser |
| Wind im Freien | er kühlt den Standort und erhöht die Verdunstung |
| Wenig Licht im Winter | die Pflanze braucht weniger Wasser, auch im warmen Raum |
| Ruhephase nach der Blüte | der Wasserbedarf sinkt |
Ein deutlich größerer Topf ist deshalb kein Ausweg, wenn dir das Gießen zu oft wird. Ein kleiner Topf verlangt zwar häufiger Wasser, ein übergroßer erhöht aber das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Musst du auffällig oft gießen, sieh dir den Ballen an. Ist er stark durchwurzelt und kaum noch Erde sichtbar, zeigt das Umtopfbedarf an.
Was Topfgröße, Wasserabzug und Standort auf Dauer bedeuten, liest du im Ratgeber dazu, was du bei der Dauerhaltung von Strelitzien im Kübel beachtest.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
So prüfst du, ob der Ballen angetrocknet ist
Das Topfgewicht hilft dir, den Feuchtezustand einzuschätzen. Heb den Topf vor und nach dem Gießen an. So lernst du den Unterschied zwischen einem nassen und einem angetrockneten Ballen kennen.
Bei torffreier Erde reicht der Finger auf der Oberfläche nicht. Die Oberfläche kann schneller abtrocknen als der untere Ballen, deshalb prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte weiter unten.
Anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen. Die Pflanze wirkt dann trotz feuchter Erde wie vertrocknet. Wer bei torffreier Erde nur oben fühlt und deshalb nachgießt, gießt womöglich in einen Ballen, der unten noch nass ist.
Ich hebe meine Strelitzie direkt nach dem Durchgießen an und merke mir, wie schwer sie ist. Vor dem nächsten Gießen hebe ich sie wieder an und schiebe zusätzlich einen Holzstab bis in den unteren Ballen. Hängt daran noch feuchte Erde, warte ich mit dem Gießen. Große Kübel kippe ich dafür nur an einer Kante leicht an.
Vor dem Gießen
- Topf leichter als direkt nach dem letzten Durchgießen?
- Ballen auch unten angetrocknet, nicht nur an der Oberfläche?
- Abzugsloch frei?
- Untersetzer leer?
Wie viel Wasser gehört in den Topf?
Wenn du gießt, dann durchdringend: Das Substrat wird bis zum Topfboden durchfeuchtet. Die Menge misst du nicht ab, du beobachtest sie am Topf. Gieß so lange, bis der ganze Ballen nass ist und überschüssiges Wasser durch das Abzugsloch abläuft. Ich gieße dafür langsam rund um den Ballen und höre erst auf, wenn unten Wasser austritt.
Danach kippst du das Wasser aus Untersetzer oder Übertopf aus, denn bei den meisten Topfpflanzen darf es dort nicht stehen bleiben. Der Topf braucht mindestens ein Abzugsloch. Dieses Loch muss frei bleiben, damit sich keine Staunässe bildet.
Beim Umtopfen sitzt die Oberkante des Ballens bei Kübelpflanzen etwa 3 cm unter dem Topfrand. Dieser freie Rand bleibt als Gießrand und nimmt das Wasser auf, bis es eingesickert ist.
Durchdringend gießen heißt: Das Wasser erreicht den ganzen Ballen bis zum Topfboden. Danach darf die Erde wieder antrocknen, bevor du erneut gießt.
Wasser bleibt im Übertopf stehen, weil man es dort nicht sieht. Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Steht deine Strelitzie schon nass, entfernst du das überschüssige Wasser und gießt zunächst nicht weiter.
Welches Wasser eignet sich?
Nimm für deine Strelitzie möglichst Regenwasser. Das Gießwasser sollte Umgebungstemperatur haben. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Eine hohe CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. begünstigt außerdem, dass der pH-Wert im Substrat steigt.
Ich fülle meine Kanne nach dem Gießen gleich wieder mit Regenwasser auf und stelle sie neben die Pflanzen. So hat das Wasser beim nächsten Mal die Temperatur des Raums.
Gießen im Jahreslauf
Wachstum und Sommer im Freien
Solange deine Strelitzie wächst, bekommt sie ausreichend Wasser, sobald der Ballen angetrocknet ist. Strelitzia reginae darf nach Herstellerangabe von Anfang Juni bis Ende September an einen geschützten, sonnigen Platz ins Freie. Gewöhne sie zuerst halbschattig und windgeschützt an Sonne und Wind. Windschutz hilft ihr auch danach, weil Wind den Standort abkühlt und die Verdunstung erhöht.
Draußen kontrolliere ich nach Regen den Untersetzer und kippe stehendes Wasser aus. Die Prüfroutine bleibt dieselbe wie im Zimmer: Topf anheben, unten fühlen, dann gießen.
Während und nach der Blüte
Im Sommer und während der Blüte bekommen Strelitzien Dünger im Abstand von etwa 1 Woche. Die Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt. Welche Nährstoffe und Dünger passen, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Strelitzien im Topf richtig düngst.
Nach der Blüte folgt eine Ruhephase mit geringerem Wasserbedarf. Unter geeigneten Bedingungen kann Strelitzia reginae fast ganzjährig blühen. Weil die Ruhephase an die Blüte anschließt, richtest du die Wassermenge nach dem Zustand deiner Pflanze und nicht nach dem Monat.
Im Winter
Im Winter bekommt die Strelitzie weniger Licht und braucht deshalb weniger Wasser, auch wenn der Raum warm bleibt. Du gießt dann zurückhaltender und prüfst den Ballen vor dem Gießen besonders genau.
Strelitzien überwintern hell bei etwa 10 bis 20 °C. Ein kühles Quartier liegt bei 12 bis 15 °C. Bei etwa 20 °C braucht die Pflanze ausdrücklich gute Lichtverhältnisse.
In einem kühlen Quartier begünstigt ein zu nasser, kalter WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. wurzelschädigende Pilze. Dort lässt du den Ballen deshalb gut antrocknen, bevor du wieder gießt.
Im warmen Zimmer stellst du die Pflanze nicht direkt über die Heizung. Dort trifft besonders warme, trockene Luft auf sie, und solche Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall.. Wie du die Luftfeuchtigkeit im Winter hältst, steht im Ratgeber dazu, welche Luftfeuchtigkeit die Strelitzie im Wohnraum braucht.
Zu viel oder zu wenig Wasser: Woran erkennst du es?
Die Blätter geben Hinweise, aber keine Diagnose. Mehrere Zeichen haben mehr als eine mögliche Ursache. Bei hängenden Blättern fühle ich deshalb zuerst unten im Ballen, bevor ich zur Kanne greife.
| Zeichen | kann hindeuten auf | erster Handgriff |
|---|---|---|
| schlaffe, welke Blätter | TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende Wurzelfäule | Ballen unten prüfen: trocken oder nass? |
| Pflanze wirkt vertrocknet, Erde ist feucht | durch Nässe geschädigte Wurzeln, die kein Wasser mehr aufnehmen | überschüssiges Wasser entfernen, zunächst nicht weiter gießen |
| braune Blattspitzen | trockene Luft | Platz an der Heizung prüfen, Luftfeuchte mit dem HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. kontrollieren |
| braune Blattränder | zu hoher Salzgehalt durch ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. | Düngung einstellen, bei Bedarf in frisches Substrat umtopfen |
| gelbe Blätter mit Blattfall | Lichtmangel, Temperaturschwankungen, WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. oder Nährstoffmangel | Licht, Temperatur und Ballen prüfen, bevor du düngst |
Typische Fehler bei Standort, Düngen, Überwinterung und Vermehrung sammelt der Ratgeber dazu, welche Pflegefehler bei Strelitzien häufig passieren und wie du sie korrigierst.
Urlaub und Anzucht
Gießen während des Urlaubs
Eine automatische Urlaubsbewässerung lässt du rechtzeitig vor der Abreise probeweise laufen. Dabei kontrollierst du die Wassermenge und ob die Schläuche sicher sitzen. Ich hebe den Topf nach so einem Testlauf an und fühle unten im Ballen, ob das System zu viel oder zu wenig liefert.
Anzucht aus Samen
Bei der Aussaat von Strelitzia reginae hältst du die AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. feucht, aber nicht nass. Die Saat steht hell unter gelochter Klarsichtfolie. Alle 2 bis 3 Tage nimmst du die Folie ab. Dann lässt du sie jeweils für 2 Stunden weg. Den Zeitplan für die Aussaat legst du mit einem druckbaren Aussaatkalender für Zimmerpflanzen fest.
Was sonst mitspielt: Erde, Umtopfen, Herkunft und Standort
Wie schnell der Ballen abtrocknet, hängt auch an der Erde. Ein geeignetes Topfsubstrat speichert Wasser, leitet Überschuss ab und lässt Luft an die Wurzeln. Welche Erde passt, zeigt der Ratgeber dazu, welche Erde Strelitzien im Topf brauchen, die Grundlagen stehen im Abschnitt zu Substrat, pH-Wert und Hydrokultur im Zimmerpflanzen-Ratgeber.
Nach dem Umtopfen gießt du an und prüfst vor der nächsten Wassergabe, ob die Erde abgetrocknet ist. Strelitzia reginae muss wegen ihrer empfindlichen Wurzeln vorsichtig umgetopft werden. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Ratgeber dazu, wann und wie du eine Strelitzie umtopfst, die Gefäßgrundlagen findest du im Zimmerpflanzen-Ratgeber unter Umtopfen und Gefäßwahl.
Strelitzien stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika. Botanik, Blütenbau und Blütezeit erklärt der Ratgeber dazu, wann die Strelitzie blüht und wovon ihre Blüte abhängt. Die Herkunft der Pflanzengruppen ordnet der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Überblick ein.
Alles zum Gießen bezieht sich auf Strelitzia reginae, die in Topf und Kübel gezogen wird. Strelitzia alba kann dagegen bis etwa 10 m hoch werden.
Licht und Standort bestimmen mit, wie viel Wasser deine Strelitzie verbraucht. Ein schattiger Platz vermindert bei Strelitzia reginae außerdem die Blühfreudigkeit. Welche Faktoren in Haus und Garten über den Kulturerfolg entscheiden, zeigt der Ratgeber dazu, wie Licht, Temperatur und Standort die Strelitzie prägen.


