Strelitzie in Haus und Garten: Licht, Wärme und das richtige Winterquartier
- Strelitzien stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika.
- Strelitzia reginae braucht einen sonnigen Platz, Schatten mindert die Blühfreudigkeit.
- Draußen steht sie nach Herstellerangaben von Anfang Juni bis Ende September geschützt und sonnig.
- Überwintert wird hell bei etwa 10 bis 20 °C.
- Bei etwa 20 °C im Winterquartier braucht sie ausdrücklich gute Lichtverhältnisse.
- Im Winter zurückhaltender gießen und seltener düngen.

Bei einer Strelitzie kümmere ich mich zuerst um den Platz und erst danach um Gießkanne und Dünger. Ein schattiger Standort mindert ihre Blühfreudigkeit, und ein warmes, aber dunkles Winterquartier kann dazu führen, dass sie Blätter abwirft. Deshalb plane ich für jede Strelitzie zwei Plätze: einen geschützten, sonnigen für den Sommer draußen und einen hellen für den Winter im Haus.
Woher stammt die Strelitzie?
Strelitzien, auch Paradiesvogelblumen genannt, stammen ursprünglich aus der Kapprovinz in Südafrika. Bei uns ist Strelitzia reginae eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Kübelpflanze, die den Sommer draußen und den Winter im Haus verbringt. Was die Pflanze botanisch ausmacht und wie sie im Wohnraum wirkt, liest du in der Einführung in Herkunft, Botanik und Symbolik der Strelitzie.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden. Einen sehr hellen Platz mit Schutz vor heißer Sonne wählen.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Unter Glas torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß verwenden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Teilung bewurzelter Seitentriebe; alternativ Aussaat, wobei die dickschaligen Samen zuvor eingeweicht werden.
Pflege
- Pflege
Im Wachstum ausreichend, im Winter sparsam gießen. Bei Gefäßkultur jährlich oberflächlich frisches Substrat ergänzen; Umtopfen etwa jedes zweite Jahr.
- Düngung
Bei geschützter Topfkultur während des Wachstums ausgewogenen Flüssigdünger verwenden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Beete an Mauern, Schnittblumen, Wintergarten und Gewächshaus, Zimmerpflanze.
Wie viel Licht braucht die Strelitzie?
Strelitzia reginae braucht einen sonnigen Platz. Steht sie schattig, mindert das ihre Blühfreudigkeit. Für die Kultur unter Glas eignet sich volle Helligkeit mit Schutz vor heißer Sonne. Im Wintergarten heißt das: viel Licht durch die Glasflächen, an heißen Tagen aber eine Schattierung.
Im Zimmer nehmen ein großer Abstand zum Fenster und lichthemmende Vorhänge der Pflanze Licht weg. Beides berücksichtigst du schon bei der Wahl des Platzes. Wie hell es dort tatsächlich ist, misst ein Luxmeter direkt am geplanten Platz.
Bevor ein Kübel umzieht, messe ich mit dem Luxmeter genau dort, wo er stehen soll. Ich messe einmal bei offenem und einmal bei zugezogenem Vorhang und notiere mir beide Werte.
Reicht das Fensterlicht im Winter nicht, kommt eine Pflanzenlampe infrage. Maßgeblich sind dabei zwei Dinge: die Lichtintensität, die die Art braucht, und ein pflanzengeeignetes Spektrum.
Wie warm oder kühl darf das Winterquartier sein?
Im Sommer zählt ein warmer, geschützter Platz, im Winter das Zusammenspiel von Temperatur und Licht. Strelitzien überwintern hell bei etwa 10 bis 20 °C. Innerhalb dieser Spanne unterscheidest du ein kühles und ein warmes Quartier:
| Winterquartier | Temperatur | Licht |
|---|---|---|
| Gesamte Spanne | etwa 10 bis 20 °C | hell |
| Kühles Quartier | 12 bis 15 °C | hell |
| Warmes Quartier | etwa 20 °C | ausdrücklich gute Lichtverhältnisse |
Mit dem schwächeren Winterlicht braucht die Pflanze weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt. Du gießt deshalb zurückhaltender und düngst seltener. Ins Winterquartier stelle ich ein Thermohygrometer, das Temperatur und relative Luftfeuchte gemeinsam anzeigt.
Die Strelitzie zieht in ein warmes, aber dunkles Zimmer. Wenig Licht bei zu hoher Temperatur kann bei Zimmerpflanzen Blattfall verursachen. Steht sie bei etwa 20 °C, braucht sie ausdrücklich gute Lichtverhältnisse.
Welcher Platz im Haus passt?
Im Haus bekommt die Strelitzie einen sehr hellen Platz und Raum nach oben. Strelitzia reginae wird als mehrjährige Staude etwa 2 m hoch. Manche Arten werden deutlich größer: Strelitzia alba kann bis etwa 10 m hoch werden. Welche Art zu welchem Zweck passt, zeigt der Überblick über die Strelitzien-Arten und ihre Unterschiede.
Strelitzia reginae eignet sich unter anderem als Zimmerpflanze sowie für Wintergarten und Gewächshaus. Wird die Raumluft geheizt, ohne dass Wasser hinzukommt, sinkt ihre relative Luftfeuchte. Das Thermohygrometer im Winterquartier zeigt dir diesen Wert mit an. Wie du die Luftfeuchte im Wohnraum auch im Winter einstellst, erklärt der Ratgeber zur Luftfeuchtigkeit für Strelitzien.
Wann und wo darf die Strelitzie in den Garten?
Herstellerangaben nennen für Strelitzia reginae geschützte, sonnige Plätze im Freien von Anfang Juni bis Ende September. Aus dem Winterquartier geht es aber nicht direkt in die volle Sonne. Kübelpflanzen stehen zuerst warm, halbschattig und windgeschützt, damit sich die Blätter an Sonne und Wind gewöhnen.
Auch danach suche ich der Strelitzie einen windgeschützten Platz. Wärmeliebende Kübelpflanzen profitieren von Windschutz, weil Wind den Standort abkühlt und die Verdunstung erhöht. Der Kübel braucht ausreichend Wasserabzugslöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
Vor dem Rausstellen prüfe ich vier Punkte. Ist die Freiluftsaison erreicht? Steht ein warmer, halbschattiger und windgeschützter Platz zum Eingewöhnen bereit? Sind die Abzugslöcher im Kübel frei? Lassen sich Pflanze, Erde und Gefäß zusammen noch sicher tragen?
Topfgröße, DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. und SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. für die Dauerhaltung beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Strelitzien dauerhaft im Kübel hältst. Soll die Pflanze ins Beet, findest du Standortwahl, Windschutz und Pflanzung im Ratgeber dazu, wie du Strelitzien im Garten auspflanzt.
Ist die Strelitzie winterhart?
Nein, Strelitzia reginae gilt als nicht winterhart. Ich plane den Umzug ins helle Winterquartier deshalb für Ende September, wenn die Freiluftsaison endet. Die Winterspanne beginnt bei etwa 10 °C, ein kälteres Quartier kommt für mich nicht infrage. Beim Umzug zählt das Gewicht: Pflanze, Substrat und Gefäß müssen zusammen noch einen sicheren Transport erlauben.
Im Winterquartier geht es auch um die Wurzeln. Ein zu nasser und kalter WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. begünstigt bei überwinternden Kübelpflanzen Pilze, die die Wurzeln schädigen. Weil die Strelitzie bei schwachem Winterlicht ohnehin weniger Wasser braucht, gieße ich im kühlen Quartier zurückhaltend. Vorher hebe ich den Kübel an und schätze am Gewicht ein, wie feucht der Ballen noch ist.
Wie oft wird die Strelitzie gedüngt?
Gedüngt wird, wenn die Strelitzie wächst. Für Strelitzien werden im Sommer und während der Blüte Düngergaben im Abstand von etwa 1 Woche empfohlen. Bei geschützter Topfkultur nimmst du dafür einen ausgewogenen Flüssigdünger. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Verpackung. Die Lösung gibst du auf bereits feuchte Erde, um Wurzelschäden zu vermeiden.
Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung. Wächst die Pflanze im Winter wegen Lichtmangels nicht, ist zusätzliche Düngung nicht angezeigt. Eine kranke Strelitzie düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt hat.
Mehr PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat., mehr Blüten? Phosphor ist für Energiehaushalt und Zellaufbau nötig. Eine pauschale Förderung der Blütenbildung durch zusätzliche Phosphorgaben lässt sich daraus aber nicht ableiten. Phosphatbetonte Blütendünger gelten aus Sicht der Pflanzenernährung als nicht sinnvoll.
Blüte, Gießen, Erde, Vermehrung und Schädlinge kurz gefasst
Blüte: Unter geeigneten Kulturbedingungen kann Strelitzia reginae fast ganzjährig blühen. Nach der Blüte folgt eine Ruhephase mit geringerem Wasserbedarf. Wovon die Blüte abhängt und warum sie ausbleiben kann, beschreibt der Ratgeber zu Blütezeit und Blütenpflege der Strelitzie.
Gießen: Im Wachstum gießt du ausreichend, im Winter zurückhaltender. In torffreier Erde prüfst du vorher auch die Feuchte unten im Topf, weil die Oberfläche schneller abtrocknen kann. Wie oft und wie viel, erklärt der Ratgeber zum richtigen Gießen von Strelitzien; die Grundlagen findest du im Abschnitt darüber, wie du Zimmerpflanzen erst prüfst und dann wässerst.
Erde und Umtopfen: Für die Kultur unter Glas eignet sich ein torffreies, lehmbasiertes Kultursubstrat in einem großen Gefäß. Im Kübel ergänzt du jährlich oberflächlich frisches Substrat. Umgetopft wird etwa jedes zweite Jahr; Mischung und Zusammensetzung erklärt der Ratgeber zur passenden Erde für Strelitzien.
Vermehrung: Strelitzien lassen sich über bewurzelte Seitentriebe teilen oder aus dickschaligen, vorher eingeweichten Samen ziehen; die einzelnen Phasen beschreibt der Ratgeber dazu, wie eine Strelitzie vom Samen bis zur Blüte heranwächst. Zum Keimen brauchen die Samen 25 bis 28 °C, und Termine planst du mit dem Aussaatkalender für Zimmerpflanzen. Bei SämlingenSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. vergehen bis zur ersten Blüte ungefähr 4 bis 7 Jahre, eine Blühgarantie ist das nicht.
Krankheiten und Schädlinge: SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. können an Zimmerpflanzen ganzjährig auftreten, und warme, trockene Heizungsluft begünstigt sie. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen in der dunklen Jahreszeit GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Pflanzen. Woran du solche Probleme und typische Pflegefehler erkennst, zeigt der Ratgeber zu häufigen Fehlern bei der Strelitzienpflege.


