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Blausternchen (Scilla): Arten, Merkmale und passende Partner im Frühlingsgarten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blausternchen sind Zwiebelpflanzen der Gattung Scilla, die nach der Blüte einziehen und als Zwiebel im Boden überdauern.
  • Der Zweiblättrige Blaustern ist in Deutschland heimisch, wird 10 bis 20 cm hoch und blüht im März und April.
  • Der Sibirische Blaustern ist ein etablierter Neophyt; seine weiße Sorte 'Alba' wird etwa 15 cm hoch.
  • Blausterne gedeihen sonnig bis halbschattig in durchlässigem, humusreichem und im Frühjahr feuchtem Boden.
  • Passende Partner sind Narzissen, Schneeglöckchen, Buschwindröschen, Winterlinge, Krokusse und Puschkinien.
  • Für einen bienenfreundlichen Garten zählen Blausterne zu den empfohlenen Frühjahrsblühern.
  • Gepflanzt wird bevorzugt im September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch noch im November.

Im März liegt unter Sträuchern und Bäumen oft noch nackte Erde. Genau dort blühen Blausterne, solange die Gehölze kahl sind und Licht bis auf den Boden fällt. Ich pflanze sie deshalb an Stellen, die im Frühjahr hell sind und im Sommer von Laub und Stauden übernommen werden. Welche Art du wählst, macht einen Unterschied, denn Blausterne unterscheiden sich in Herkunft, Blütenfarbe und Blütezeit. Hier findest du die Arten im Überblick, ihre Merkmale, passende Partner und die Plätze, an denen sie im Garten zur Geltung kommen.

Was sind Blausternchen?

Blausternchen, botanisch Scilla, gehören zur Familie der Spargelgewächse. Im Handel heißen sie auch Blaustern oder Blausterne. Es sind kleine Zwiebelpflanzen mit schmalen, grasartigen Blättern und stern- bis glockenförmigen Blüten.

Ihr Gartenjahr ist kurz. Frühjahrsblühende Blausterne nutzen das Licht unter noch unbelaubten Gehölzen und überdauern nach dem Einziehen der Blätter als Zwiebel im Boden. Beim Sibirischen Blaustern vergilben die Blätter zu Beginn des Sommers, nachdem die Zwiebel ihre Nährstoffe eingelagert hat. Bis zum Austrieb im Folgejahr ist danach nichts mehr von ihm zu sehen.

Kurz erklärt

Ein Geophyt überdauert die ungünstige Jahreszeit mit einem Speicherorgan unter der Erde, beim Blaustern ist das die Zwiebel. Über der Erde zeigt er sich nur, solange er wächst, blüht und Reserven einlagert.

In Deutschland ist der Zweiblättrige Blaustern heimisch. Der Sibirische Blaustern ist dagegen ein etablierter Neophyt, also eine Art, die ursprünglich nicht von hier stammt und sich eingebürgert hat.

Welche Blausternchen-Arten gibt es?

Zwei Arten begegnen dir zuerst, wenn du dich mit Blausternen beschäftigst: der Zweiblättrige und der Sibirische Blaustern. Die Tabelle stellt beide nebeneinander, darunter folgen weitere Arten und Sorten.

Merkmal Zweiblättriger Blaustern Sibirischer Blaustern
Botanischer Name Scilla bifolia Scilla siberica
Herkunft in Deutschland heimisch etablierter Neophyt
Wuchshöhe 10 bis 20 cm Sorte ‘Alba’ etwa 15 cm
Blütezeit März und April Sorte ‘Alba’ März und April
Blätter gewöhnlich zwei vergilben zu Beginn des Sommers
Für Insekten beim LfULG als Bienenpflanze geführt Blütennahrung für Bienen und Hummeln

Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)

Der Name verrät das Erkennungszeichen: Diese Art trägt gewöhnlich zwei Blätter. Die Pflanzen werden 10 bis 20 cm hoch und blühen im März und April. In der Natur wächst der Zweiblättrige Blaustern auf frischen, nährstoffreichen Standorten in Laubmischwäldern und waldnahen Auenwiesen. Daraus ergibt sich sein Platz im Garten: Unter Gehölzen passt er gut, wenn der Boden im Frühjahr feucht bleibt und Wasser trotzdem abziehen kann. Neben der blauen Art gibt es eine rosa blühende Form, die als ‘Rosea’ angeboten wird.

Sibirischer Blaustern (Scilla siberica)

Der Sibirische Blaustern trägt nickende, glockenförmige Blüten in kräftigem Blau. Bei uns ist er ein etablierter Neophyt, im Garten breitet er sich gern aus. Bienen und Hummeln finden an seinen Blüten Nahrung. Seine Blätter vergilben zu Beginn des Sommers, danach ruht die Zwiebel bis zum nächsten Austrieb. Wer Weiß statt Blau sucht, nimmt die Sorte ‘Alba’, die im März und April weiß blüht. Diese Sorte wird etwa 15 cm hoch.

Türkischer Blaustern (Scilla mischtschenkoana)

Der Türkische Blaustern zeigt hellblaue bis fast weiße, sternförmig geöffnete Blüten mit zartem Duft. Er gilt als Frühstarter und öffnet seine Blüten vor dem Sibirischen Blaustern. Im Topf und im Steingarten ist er gut aufgehoben.

Weitere Arten und Sorten

Die Große Sternhyazinthe, Scilla luciliae, trägt große, hellblaue Sternblüten mit weißer Mitte. Im Handel findest du sie und ihre Verwandten auch unter dem Gattungsnamen Chionodoxa und dem deutschen Namen Schneeglanz. Spät im Blausternjahr blüht der Dalmatinische Blaustern, Scilla litardierei, mit aufrechten, violettblauen Blütenständen.

Tipp

Achte beim Kauf auf den botanischen Namen auf dem Etikett. Bei Sternhyazinthe und Schneeglanz wechseln die Gattungsnamen zwischen Scilla und Chionodoxa, der deutsche Name allein führt dich leicht zur falschen Pflanze.

Welche Art passt zu deinem Garten?

Suchst du eine heimische Art für einen naturnahen Garten, ist der Zweiblättrige Blaustern die naheliegende Wahl. Für ein weißes Frühjahrsbeet greifst du zur Sorte ‘Alba’ des Sibirischen Blausterns, für Rosa zur Form ‘Rosea’. Willst du die Blausternzeit nach vorn verlängern, nimmst du den Türkischen Blaustern dazu. Nach hinten verlängert der Dalmatinische Blaustern die Saison.

Woran erkennst du Blausternchen?

Wuchs und Blätter

Blausterne bleiben niedrig und bilden meist schmale, grasartige Blätter. Die Blütenstände stehen je nach Art aufrecht oder nicken. Beim Zweiblättrigen Blaustern hilft die Blattzahl beim Bestimmen, beim Sibirischen die nickende Glockenform der Blüten.

Blütenfarben und Blütenformen

Die Blüten sind stern- oder glockenförmig. Leuchtendes Blau überwiegt, daneben gibt es Arten und Sorten mit hellblauen, violetten, weißen oder rosa Blüten. Oft zieht sich ein dunklerer Mittelstreifen über die Blütenblätter. Je nach Art stehen die Blüten einzeln oder in lockeren Trauben.

Blütezeit

Der Zweiblättrige Blaustern und die weiße Sorte ‘Alba’ blühen im März und April. Der Türkische Blaustern ist früher dran, der Dalmatinische später. Wann es in deinem Garten losgeht, hängt von Art und Witterung ab. Ich notiere mir jedes Frühjahr, welche Gruppe wann blüht, und plane danach im Herbst die Partner.

Ausbreitung

Viele Blausterne breiten sich über Samen und Tochterzwiebeln aus. Am passenden Standort können sie über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Wie du das steuerst, steht unten im Abschnitt zum Vermehren.

Welche Partner passen zu Blausternchen?

Bei der Partnerwahl achte ich auf zwei Punkte. Die Blütezeiten sollen sich überlappen oder aneinander anschließen, und die Höhen sollen zueinander passen. Die Tabelle zeigt Partner, die vor, mit und nach den Blausternen blühen.

Partner Blütezeit Rolle neben dem Blaustern
Winterling kann im Januar oder Februar erscheinen gelber Auftakt vor den Blausternen
Kleines Schneeglöckchen Februar und März Weiß neben Blau unter Gehölzen
Frühe Krokusse (Crocus chrysanthus, Crocus sieberi) Februar und März leiten zur Blaustern-Blüte über
Narzisse ‘February Gold’ kann ab Februar blühen früher gelber Kontrast
Großblumige Krokusse (Crocus vernus) März und April blühen zur selben Zeit
Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) April und Mai kobaltblaue Fortsetzung
Narzisse ‘Thalia’ April und Mai weißer Anschluss
Garten-Hasenglöckchen Ende April bis Anfang Juni späte Blüte in Blau, Rosa oder Weiß
Einfache späte Tulpen als Richtwert etwa Mai bis Anfang Juni in Schichtpflanzung unter den Blausternen

Unter Bäumen und Sträuchern kombinierst du Blausterne mit Schneeglöckchen und Buschwindröschen. Buschwindröschen gedeihen unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden und teilen sich dort den Platz mit den Blausternen.

Gelbe Narzissen und blaue Blausterne ergeben im Frühjahrsbeet einen deutlichen Farbkontrast. Narzissen brauchen einen nicht zu trockenen Boden, Blausterne einen im Frühjahr feuchten, deshalb vertragen sich beide im selben Beet. Für die Narzissen sollte der Platz mindestens einen halben Tag Sonne bekommen. Das Paar ist Gestaltung: Verlass dich nicht darauf, dass Blausterne die Narzissen vor irgendetwas schützen.

Im Staudenbeet füllen Blausternchen zusammen mit Puschkinien und Narzissen die Lücke, die Herbst-Anemonen bis zu ihrem Austrieb lassen. Später verdecken heranwachsende Stauden und Gräser das vergilbende Laub der Zwiebeln.

Passt dazu

Puschkinien ziehen wie die Blausterne im Sommer ein und passen an sommertrockene Plätze am Gehölzrand. Wie du sie mit anderen Frühjahrsblühern im Garten und auf dem Balkon kombinierst, zeigt der Ratgeber zur Gestaltung mit Puschkinien.

In Töpfen und Beeten kannst du Zwiebeln auch in Lagen übereinander setzen. Größere und später blühende Zwiebeln kommen nach unten, kleinere und früher blühende nach oben, mit Erde zwischen den Lagen. Blausterne gehören als kleine Frühblüher in die obere Lage, späte Tulpen darunter. Gruppen, Höhen und Blühfolgen spielst du vorab im Beetplaner durch.

Marias Erfahrung

Ich streue die Zwiebeln von Blausternen und ihren Partnern aus und pflanze sie dort, wo sie liegen bleiben. Bevor ich grabe, schaue ich vom Weg aus, ob Blau und Gelb ineinanderlaufen oder in getrennten Flecken stehen, und schiebe einzelne Zwiebeln nach.

Wo wirken Blausternchen im Garten?

Unter Bäumen und Sträuchern

Unter laubabwerfenden Gehölzen nutzen Blausterne das Licht, bevor Bäume und Sträucher austreiben. Für humose, durchlässige Bereiche zwischen und vor Gehölzen eignen sich Blausterne ebenso wie Winterlinge, Knotenblumen und Schneeglöckchen. Gut machen sie sich unter Forsythien, Zierkirschen oder Magnolien. Ich setze die Gruppen an den Gehölzrand, wo der Blick vom Weg oder von der Terrasse hinfällt.

Im Staudenbeet

Im Staudenbeet bringen Blausterne Farbe, bevor die meisten Stauden austreiben. Später austreibende Stauden wie Taglilien verdecken dann das einziehende Laub, das du erst nach dem vollständigen Abtrocknen entfernst. Unerwünschte Pflanzen ziehst oder stichst du in solchen Mischpflanzungen aus, weil Hacken die Entwicklung des Bestands stört. Den Winterrückschnitt der Stauden erledigst du, bevor die ersten Frühjahrsgeophyten austreiben.

Im Rasen

Blausterne lassen sich in Rasenflächen verwildern. Zum Pflanzen hebst du ein Rasenstück an, setzt die Zwiebelgruppe ein und legst die Grasnarbe wieder auf. Gemäht wird die Fläche erst, wenn das Laub der Zwiebelblumen eingezogen ist. Beim Sibirischen Blaustern vergilben die Blätter zu Beginn des Sommers. Die Blaustern-Ecke bleibt also bis dahin ungemäht, deshalb legst du sie besser an den Rasenrand als mitten in die viel genutzte Fläche.

Im Steingarten

Im Steingarten liefern niedrige Narzissen, Wildtulpen, Wildkrokusse, Blausterne und Winterlinge die Frühlingsblüten. Zierlauch und Lilien übernehmen später im Jahr. Polster wie Hauswurz, Fetthenne, Polsterglockenblumen, Blaukissen und Polsterphlox ergänzen die Zwiebelblumen. Der Boden muss dort gut wasserdurchlässig sein, ohne Verdichtungen und Staunässe.

In Trögen, Schalen und Töpfen

Blausterne machen sich auch in Trögen und Schalen gut, wo du die Blüten aus der Nähe siehst. Das Gefäß braucht eine Abflussöffnung am Boden, als Grundsubstrat eignet sich Blumenerde. Breite und tiefe Gefäße schützen die Wurzeln im Winter besser als kleine. Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als im Gartenboden, weil das Substrat schneller durchfriert.

Warum sind Blausternchen für Bienen und Hummeln wertvoll?

Blausterne gehören zu den Frühjahrsblühern, die für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen werden. In dieser Gruppe stehen sie neben Schneeglöckchen, Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe. Der Sibirische Blaustern bietet Bienen und Hummeln Blütennahrung. Den Zweiblättrigen Blaustern führt das LfULG in seiner Pflanzenauswahl als Bienenpflanze.

Honigbienen nutzen Nektar als Energiequelle und Pollen als Eiweißquelle. Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse liefern Hummeln und Honigbienen frühe Nahrung, der Zweiblättrige Blaustern schließt im März und April daran an. Wer beides kombiniert, reiht die Blühzeiten so, dass das Angebot im Vorfrühling nicht abreißt. Buschwindröschen, die unter Gehölzen gut zu Blausternen passen, bieten Bienen, Hummeln und Schwebfliegen reichlich Pollen, aber keinen Nektar.

Blüten allein reichen dabei nicht. Ein bienenfreundlicher Garten braucht auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Offene, warme und sonnige Bodenstellen ohne Staunässe dienen bodennistenden Wildbienen als Nistplatz, Stein- und Holzhaufen bieten Unterschlupf und Überwinterungsplätze. Ich schaue an sonnigen Frühlingstagen nach, welche Insekten die Blaustern-Flecken anfliegen, und schreibe es in mein Gartenbuch.

Welche Geschichte steckt hinter dem Blaustern?

In der Blumensprache des viktorianischen Zeitalters standen Blausterne für Demut und Bescheidenheit. In manchen Gegenden Europas galten sie als Glücksbringer und wurden als Zeichen von Freundschaft und Zuneigung verschenkt. Die christliche Symbolik brachte die blauen Blüten mit der Jungfrau Maria in Verbindung. Daher stammt der regionale Name Mariensternchen, der keine eigene Art bezeichnet.

Aus der Volksmedizin gibt es Berichte über Zubereitungen aus den Zwiebeln, eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt. Für mich sind Blausterne deshalb reine Zierpflanzen: Zwiebeln, Blätter und Blüten gehören weder in die Küche noch in die Hausapotheke.

Standort, Pflanzung und Pflege kurz gefasst

Standort und Boden

Blausterne gedeihen sonnig bis halbschattig in durchlässigem, humusreichem Boden, der im Frühjahr feucht ist. Bei schweren Böden wird eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen. Welche Ecke deines Gartens passt und wie du den Boden einschätzt, zeigt der Ratgeber zu Licht, Boden und Pflanzorten für Blausternchen.

Pflanzen und Pflegen

Blausterne pflanzt du bevorzugt im September und Oktober, bei geeigneter Witterung auch noch im November. Als allgemeine Regel gilt ein Abstand von 2 bis 3 Zwiebelbreiten. Für eine sichtbare Gruppe setzt du kleine Zwiebelblumen zu mindestens 20 Stück zusammen. Nach der Blüte bleibt das Laub stehen, bis es vergilbt ist, bei Zwiebelpflanzen dauert das im Mittel 6 bis 8 Wochen. Zum Düngen reicht für Beete mit Frühlingszwiebeln alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist. Pflanztiefe, Handgriffe und den Ablauf übers Jahr findest du im Ratgeber, wie du Blausternchen durch das Gartenjahr pflegst, die Termine behältst du mit dem Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken im Blick.

Überwintern

Im Beet bleiben Blausterne nach dem Einziehen als Zwiebel im Boden und treiben im Folgejahr wieder aus. Getopfte Frühjahrszwiebeln überwinterst du kalt, ohne dass das Substrat vernässt oder durchfriert. Was die Zwiebeln in der Kälteperiode sonst brauchen, steht im Ratgeber, wie du Blausternchen-Zwiebeln sicher durch den Winter bringst.

Vermehren

Wenn sich Blausterne über Samen ausbreiten sollen, lässt du die abgeblühten Blütenstände nach der Blüte stehen. Sollen sie das nicht, entfernst du die verblühten Köpfe. Wie du gezielt über Tochterzwiebeln, Teilung und Aussaat vermehrst, zeigt der Ratgeber zum Vermehren von Blausternchen.

Krankheiten und Schädlinge

Staunässe im Winter begünstigt an Blumenzwiebeln Fäulnis, deshalb beginnt die Vorbeugung mit einem durchlässigen Boden. Schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen verringerst du häufig schon mit einem Wasserstrahl, nachdem du nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen geschaut hast. Wie du Zwiebeln kontrollierst und Befall vorbeugst, steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen bei Blumenzwiebeln und Knollen.

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Häufige Fragen

Was sind Blausternchen und zu welcher Pflanzenfamilie gehören sie?
Blausternchen sind Zwiebelpflanzen der Gattung Scilla aus der Familie der Spargelgewächse. Sie treiben im Frühjahr aus, nutzen das Licht unter noch kahlen Gehölzen und überdauern nach dem Einziehen der Blätter als Zwiebel im Boden. Der Zweiblättrige Blaustern ist in Deutschland heimisch, der Sibirische Blaustern ist ein etablierter Neophyt.
Welche Blausternchen-Arten gibt es und wie unterscheiden sie sich?
Bekannt sind vor allem der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) und der Sibirische Blaustern (Scilla siberica). Der Zweiblättrige ist in Deutschland heimisch, trägt gewöhnlich zwei Blätter und blüht im März und April. Der Sibirische ist ein etablierter Neophyt mit nickenden Glockenblüten, seine weiße Sorte 'Alba' wird etwa 15 cm hoch. Daneben gibt es Liebhaberarten wie den hellblau bis fast weiß blühenden Türkischen Blaustern (Scilla mischtschenkoana) und den spät blühenden Dalmatinischen Blaustern (Scilla litardierei).
Wann ist die beste Pflanzzeit für Blausternchen-Zwiebeln?
Frühlingsblühende Zwiebeln wie Blausterne pflanzt du bevorzugt im September und Oktober. Bei geeigneter Witterung ist die Pflanzung auch noch im November möglich. Bis dahin lagern gekaufte Zwiebeln dunkel und luftig bei etwa 18 °C, getrennt von Äpfeln, deren Reifegas Ethylen einen vorzeitigen Austrieb fördern kann.
Warum sind Blausternchen eine wichtige Bienenweide im Frühjahr?
Blausterne gehören zu den Frühjahrsblühern, die für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen werden, zusammen mit Schneeglöckchen, Winterling, Krokus und Traubenhyazinthe. Der Sibirische Blaustern bietet Bienen und Hummeln Blütennahrung, der heimische Zweiblättrige Blaustern steht in der Pflanzenauswahl des LfULG als Bienenpflanze. Ein bienenfreundlicher Garten braucht daneben auch Blüten im Sommer und Nistplätze.
Wie breiten sich Blausternchen durch Verwilderung und Selbstaussaat aus?
Am passenden Standort können Blausterne über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Damit sie sich über Samen ausbreiten, schneidest du die abgeblühten Blütenstände nicht ab und lässt die Samen reifen. Gut geeignet sind humose, durchlässige Bereiche zwischen und vor Gehölzen.
Worin unterscheiden sich Schneeglöckchen und Blausternchen in der Gartenverwendung?
Das Kleine Schneeglöckchen blüht im Februar und März, der Zweiblättrige Blaustern im März und April. In der Natur wächst das Schneeglöckchen in frischen bis sickerfeuchten Laubmischwäldern und Parkwiesen, der Zweiblättrige Blaustern in Laubmischwäldern und waldnahen Auenwiesen. Beide passen im Garten unter Bäume und Sträucher und lassen sich dort mit Buschwindröschen kombinieren. Blausterne gedeihen dabei an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
Welche Kombination aus Krokussen und Blausternchen eignet sich für natürliche Blütenteppiche?
Frühe Krokusse wie Crocus chrysanthus und Crocus sieberi blühen im Februar und März und gehen den Blausternen voraus. Großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe blühen im März und April und damit zur selben Zeit wie der Zweiblättrige Blaustern. Für ein natürliches Bild streust du die Zwiebeln aus und pflanzt sie dort, wo sie liegen bleiben. Krokusse und Blausterne gehören beide zu den empfohlenen Frühjahrsblühern für einen bienenfreundlichen Garten.
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