Blausternchen vermehren: Brutzwiebeln teilen und Samen säen
- Blausternchen vermehren sich über Brutzwiebeln und über Samen, die Ameisen verbreiten.
- Brutzwiebeln als Richtwert im Herbst abtrennen und gleich wieder einpflanzen.
- Horste während der Blüte markieren, weil das Laub zu Beginn des Sommers einzieht.
- Zwiebeln 6 cm tief und mit 6 cm Abstand in Gruppen setzen.
- Samenstände stehen lassen: Die Samen reifen im Mai und Juni und kommen direkt nach der Reife in die Erde.

Du hast ein paar Blausternchen unter dem Strauch und willst mehr davon, ohne jedes Jahr neue Zwiebeln zu kaufen. Der Sibirische Blaustern (Scilla siberica) vermehrt sich zum Teil von selbst: Er bildet Brutzwiebeln, und Ameisen tragen seine Samen weiter. Ich nutze beide Wege und greife nur an zwei Stellen ein. Dichte Horste teile ich im Herbst, und Samenstände lasse ich dort stehen, wo neue Pflanzen wachsen dürfen.
Tochterzwiebeln, Teilung und Aussaat klingen nach drei Methoden. Beim Blaustern führen zwei Wege zu mehr Pflanzen: Zwiebeln und Samen. Wer einen Horst teilt, trennt dabei die Tochterzwiebeln ab, die auch Brutzwiebeln heißen. Bei den Samen kannst du die Ameisen machen lassen oder selbst säen.
| Weg | Zeitpunkt | Was du tust |
|---|---|---|
| Horst teilen, Brutzwiebeln abtrennen | als Richtwert im Herbst | Horst ausheben, Zwiebeln lösen, gleich wieder pflanzen |
| SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. zulassen | SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. im Mai und Juni | Samenstände stehen lassen, Fläche nicht betreten und nicht hacken |
| Samen von Hand säen | direkt nach der Samenreife | reife Samen ernten und an die gewünschte Stelle säen |
Wie vermehrt sich der Blaustern von selbst?
Der Sibirische Blaustern vermehrt sich vegetativ über Brutzwiebeln. Sie wachsen an der Mutterzwiebel heran, sodass der Bestand an Ort und Stelle dichter wird. Dazu kommen die Samen, die Ameisen verbreiten. Am passenden Platz können Blausterne so über Jahre Blütenteppiche bilden, solange sie ungestört wachsen. Beim Sibirischen Blaustern heißt das vor allem: Die Fläche wird nicht betreten und nicht gehackt.
Ein Elaiosom ist ein Anhängsel am Samen, das Ameisen anlockt. Beim Blaustern ist es der Grund, warum Ameisen die Samen forttragen, sodass sie auch abseits der Mutterpflanze in die Erde kommen.
Weil Ameisen die Samen verteilen, können junge Blausterne auch neben dem eigentlichen Horst keimen. Ich ziehe Unkraut dort deshalb von Hand, statt zu hacken.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Während Austrieb und Blüte ausreichend hell stellen, im Sommer beschatten; geeignet sind beispielsweise Plätze unter sommergrünen Gehölzen.
- Bodenart
Geeignet ist humoser, nährstoffreicher und frischer, gut durchlässiger Boden; winterliche Staunässe vermeiden.
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 5 bis 8.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Balkonkasten, im Hochbeet, im Kübel und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Blätter bis zum Vergilben stehen lassen; bei gewünschter Selbstaussaat Blüten nicht abschneiden. Trittbelastung und Hacken vermeiden.
- Düngung
Auf kargen Böden einmal jährlich Kompost oder organischen Dünger geben.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die angebotenen Sorten sind mehrjährig und bilden Zwiebeln.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Brutzwiebeln abtrennen und Horste teilen
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Brutzwiebeln des Sibirischen Blausterns trennst du als Richtwert im Herbst ab und pflanzt sie gleich wieder ein. Das passt zur Pflanzzeit für Blausternzwiebeln, die von September bis Dezember reicht. Bis dahin ist das Laub längst eingezogen. Die Blätter vergilben zu Beginn des Sommers, nachdem die Zwiebel Nährstoffe eingelagert hat, und treiben erst im Folgejahr wieder aus.
Daraus ergibt sich ein praktisches Problem: Wenn du teilen willst, ist über der Erde nichts mehr zu sehen. Markiere die Horste deshalb schon während der Blüte.
Bis zum Vergilben bleibt das Laub stehen. Wer grünes Laub zu früh entfernt, kann damit die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen.
Während der Blüte stecke ich einen Stab neben jeden Horst, den ich im Herbst teilen will. Auf ein kleines Schild schreibe ich dazu, ob dort blaue oder weiße Blausternchen stehen.
So teilst du einen Horst
Setze die Grabegabel außerhalb des markierten Horstes an, damit du keine Zwiebel aufspießt. Hebe den Horst mitsamt Erde an und schüttle die Erde vorsichtig ab, bis du die einzelnen Zwiebeln siehst. Löse dann die Brutzwiebeln mit den Fingern von der Mutterzwiebel.
Bevor eine Zwiebel zurück in die Erde kommt, nimmst du sie kurz in die Hand. Weiterpflanzen solltest du nur feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Weiche oder matschige Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie.
Auch die Größe sagt etwas: Eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. Ich setze die großen Zwiebeln deshalb dorthin, wo ich im nächsten Frühjahr Blüten sehen will. Die kleinen kommen an eine ruhige Stelle, an der sie wachsen können.
Horst während der Blüte markieren · Laub vergilben lassen · im Herbst ausheben · nur feste, gesunde Zwiebeln behalten · Spitze nach oben setzen · gründlich angießen.
Wie tief und wie dicht setzt du die Zwiebeln?
Zwiebeln des Sibirischen Blausterns setzt du 6 cm tief. Innerhalb einer Gruppe bleiben von Zwiebel zu Zwiebel 6 cm Platz. Setze jede Zwiebel mit der Spitze nach oben ein, fülle Erde auf und drücke sie leicht an. Danach gießt du die Pflanzstelle gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist. StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. darf dabei nicht entstehen.
Für eine sichtbare Gruppe nimmst du bei kleinen Zwiebelblumen wie dem Blaustern mindestens 20 Stück. Wo eine neue Gruppe hinpasst, kannst du vorher mit dem Beetplaner skizzieren.
Pflanztiefe 6 cm · Abstand in der Gruppe 6 cm · sichtbare Gruppe mindestens 20 Zwiebeln · Brutzwiebeln abtrennen als Richtwert im Herbst · Pflanzzeit September bis Dezember.
Blausternchen aus Samen ziehen
Samenstände stehen lassen
Samen bekommst du nur, wenn die verblühten Stände an der Pflanze bleiben. Bei Frühjahrszwiebeln werden abgeblühte Köpfe in der Regel entfernt. Beim Blaustern lässt du sie stehen, sobald er sich über Samen ausbreiten soll, genauso wie bei Schneeglanz und Winterling.
Du räumst nach der Blüte auf und schneidest die welken Stängel ab. Damit nimmst du dem Blaustern die Samen, bevor sie reifen. Wenn du SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. willst, bleiben die Samenstände an der Pflanze.
Wann reifen die Samen?
Beim Sibirischen Blaustern reifen die Samen im Mai und Juni. In dieser Zeit schaue ich nach den Samenständen und ernte die reifen Samen von Hand. Statt sie zu lagern, säst du sie als Richtwert direkt nach der Samenreife aus.
Wohin säst du die Samen?
Ich säe die Samen direkt an die Stelle, an der später Blausternchen wachsen sollen. So müssen die jungen Pflanzen nicht umziehen und können ungestört wachsen. Blausterne gedeihen sonnig bis halbschattig in durchlässigem, humusreichem Boden, der im Frühjahr feucht ist. Unter sommergrünen Gehölzen haben sie es während Austrieb und Blüte hell und im Sommer schattig. Welche Plätze im Garten sonst noch passen, liest du im Ratgeber dazu, ob Blausternchen besser in Sonne oder Schatten stehen.
Lockere die Oberfläche, verteile die Samen und drücke sie an. Markiere die Saatstelle mit einem Stab, damit dort niemand hackt oder hineintritt.
Wie pflegst du die Saatstelle?
Achte im Frühjahr darauf, dass der Boden an der Saatstelle feucht ist. Unkraut entfernst du dort einzeln von Hand. Die jungen Blätter bleiben stehen, bis sie vergilben.
Auch ein Sämling überdauert den Sommer als kleine Zwiebel im Boden, und Reserven sammelt er nur, solange seine Blätter grün sind. Wer die jungen Blätter für Unkraut hält und auszupft, nimmt ihm genau diese Zeit.
Brutzwiebel oder Samen: Welcher Weg passt zu dir?
Brutzwiebeln tragen das Erbgut der Mutterpflanze, während Sämlinge weibliche und männliche Erbanteile vereinen. Willst du eine Sorte wie die weiß blühende ‘Alba’ genau so vermehren, nimmst du deshalb die Brutzwiebeln. Ein Sämling kann anders ausfallen, weil die Erbanlagen dabei neu kombiniert werden.
Für die Aussaat spricht, dass du keinen Horst ausgraben musst und neue Flächen direkt besäst. Beim Teilen setzt du dagegen fertige Zwiebeln, während beim Säen jede Pflanze ihre Zwiebel erst aufbauen muss. Ich teile Horste dort, wo sie dicht stehen, und säe auf neuen Flächen.
Wie verschieden Vermehrung bei Zwiebeln und Knollen aussieht, etwa bei Lilien und Dahlien, zeigt der Abschnitt Vermehren im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Wenn sich der Blaustern zu stark ausbreitet
Manchmal tauchen Blausterne an Stellen auf, an denen du sie nicht haben willst. Schneide dann die verblühten Stände ab, bevor die Samen reifen. Das ist bei Zwiebelblumen, die sich nicht über Samen vermehren sollen, der übliche Handgriff. Weil Ameisen die Samen forttragen, kannst du damit auch die Ausbreitung über den Beetrand hinaus bremsen.
Zu dichte Horste gräbst du im Herbst aus und pflanzt die Zwiebeln an anderer Stelle neu. Überzählige Zwiebeln kannst du an Gartenfreunde weitergeben. Ich schneide die Samenstände nur an den Horsten am Weg ab und lasse sie unter den Sträuchern stehen.
Pflege, Winter und Arten in Kürze
Neue Zwiebeln und Sämlinge brauchen dieselbe Pflege wie der alte Bestand. Auf kargen Böden bekommt der Blaustern einmal im Jahr Kompost oder organischen Dünger. Wie du Blausternchen von der Herbstpflanzung bis zur Sommerruhe begleitest, zeigt der Ratgeber zur Pflege von Blausternchen im Jahresverlauf.
Der Sibirische Blaustern ist winterhart. Im Topf friert das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. aber schneller durch als Gartenboden, und das macht auch winterharte Pflanzen dort empfindlicher. Was die Zwiebeln in der Kälte brauchen, erklärt der Ratgeber zum Überwintern von Blausternchen.
Neben dem Sibirischen Blaustern gibt es den Zweiblättrigen Blaustern (Scilla bifolia), der in Deutschland heimisch ist. Unter Bäumen und Sträuchern lassen sich Blausternchen mit Schneeglöckchen und Buschwindröschen kombinieren. Welche Arten und Sorten es gibt und was sie im Frühlingsgarten auszeichnet, zeigt der Ratgeber über Blausternchen-Arten im Frühlingsgarten.

