Krokusse für Bienen: So staffelst du die Blüte von Februar bis April
- Frühjahrsblühende Krokusse liefern Bienen und Hummeln Pollen und Nektar.
- Frühe Sorten von Crocus chrysanthus und Crocus sieberi blühen im Februar und März, großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe im März und April.
- Ungefüllte Blüten wählen: Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.
- Krokusse vermehren sich über Brutknollen und Samen und können zwischen und vor Gehölzen verwildern.
- Im Rasen erst mähen, wenn die Krokusblätter verwelkt sind.
- Nach den Krokussen übernehmen Cosmeen im Sommer und ungefüllte Astern im Spätsommer und Herbst.

An milden Tagen im Februar gehe ich an meinen Krokussen vorbei und schaue, ob schon Bienen oder Hummeln daran sitzen. Frühjahrsblühende Krokusse liefern ihnen Pollen und Nektar. Wer nur eine Sorte pflanzt, bietet dieses Futter aber nur in einem einzigen Zeitfenster. Davor und danach finden die Insekten an dieser Stelle nichts. Mit frühen und großblumigen Krokussen, ungefüllten Blüten und passenden Nachfolgern wird daraus eine Blühfolge, die vom Februar bis in den Herbst reicht.
Was Krokusse Bienen und Hummeln bieten
Frühjahrsblühende Krokusse liefern Bienen und Hummeln beides: Pollen und Nektar. Das ist nicht bei jedem Frühblüher so. Buschwindröschen etwa bieten Bienen, Hummeln und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Zusammen mit Schneeglöckchen, Winterling, Blaustern und Traubenhyazinthe gehört der Krokus zu den Frühjahrsblühern, die für einen bienenfreundlichen Garten empfohlen werden.
Dazu kommt der Zeitpunkt. Frühe Sorten von Crocus chrysanthus und Crocus sieberi blühen im Februar und März. Großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe folgen im März und April. Welche Gruppe du wählst, entscheidet also mit darüber, wann an deinem Beet etwas zu holen ist.
Warum ungefüllte Blüten zählen
Für Bienen zählt, was in der Blüte steckt, nicht wie üppig sie aussieht. Vollständig gefüllte Blüten bieten gegenüber ungefüllten Sorten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Für eine bienenfreundliche Pflanzung nimmst du deshalb ungefüllte und geeignete halbgefüllte Blüten und lässt stark gefüllte weg. Beim Zwiebelkauf lese ich zuerst auf dem Etikett nach, ob eine Sorte gefüllt blüht.
Die Regel gilt auch für die Begleiter. Die Wildtulpe Tulipa tarda bietet Insekten mit ihren ungefüllten Blüten im Frühling zusätzliche Nahrung. Im Sommer können ungefüllte und wenig gefüllte Dahlien Insekten Pollen und Nektar bieten.
Bei der gefüllten Lilie ‘Red Twin’ sind die Staubblätter zu blütenblattartigen Strukturen umgebildet. Ihre Blüten sind deshalb pollenlos. Das Beispiel zeigt, warum stark gefüllte Sorten in einer Bienenpflanzung wenig bringen.
Blühzeiten planen: vom Februar bis in den Herbst
Ein einzelner Krokus deckt nur einen Teil des Frühjahrs ab. Ich plane meine Zwiebelflächen deshalb zuerst nach Blühzeiten und erst danach nach Farben. Die frühen Sorten von Crocus chrysanthus und Crocus sieberi lassen sich zeitgleich mit Zwergiris, Schneeglöckchen und Winterlingen kombinieren. Die großblumigen Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe blühen zusammen mit Hyazinthen, Narzissen und frühen Tulpen.
Setzt du beide Krokusgruppen an dieselbe Stelle, greifen ihre Blühzeiten ineinander. Die frühen Sorten blühen im Februar und März, die großblumigen im März und April. So blühen an derselben Stelle von Februar bis April Krokusse.
Zwiebelpflanzen mit unterschiedlichen Blühterminen verlängern die Blütezeit einer Mischpflanzung auch auf kleiner Fläche. Eine solche Staffel kann mit Winterlingen und Schneeglöckchen im Januar oder Februar beginnen und mit späten Tulpen im Mai und Juni ausklingen.
| Zeitraum | Was blüht | Hinweis |
|---|---|---|
| Januar oder Februar | Winterlinge, Schneeglöckchen | Auftakt einer gestaffelten Zwiebelblüte |
| Februar und März | frühe Krokusse von Crocus chrysanthus und Crocus sieberi, Zwergiris, Schneeglöckchen, Winterlinge | Krokusse liefern Bienen und Hummeln Pollen und Nektar |
| März und April | großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe, Hyazinthen, Narzissen, frühe Tulpen, Zweiblättriger Blaustern | bei allen Begleitern ungefüllte Sorten wählen |
| Mai und Juni | späte Tulpen | Ausklang der Zwiebelblüte |
| Sommer | Cosmeen | Teil des saisonalen Blütenangebots für Bienen |
| Sommer bis Herbst | ungefüllte und wenig gefüllte Dahlien | können Insekten Pollen und Nektar bieten |
| Spätsommer und Herbst | ungefüllte Astern | ergänzen das Angebot für Bienen zum Saisonende |
Mit dem Frühjahr ist die Planung nicht fertig. Ein bienenfreundlicher Garten braucht neben Frühjahrsblühern auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Fördern lässt sich ein über die Saison verteiltes Angebot, indem du Gehölze, Stauden und Zwiebelblumen kombinierst. Liegt ein Beetstück länger brach, kann blühende Phacelia als insektenfreundliche GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. Pollen und Nektar liefern.
Ich führe für jedes Beet eine kurze Liste, was dort in welchem Monat blüht. Finde ich beim Durchgehen einen leeren Monat, setze ich an dieser Stelle im Herbst Zwiebeln oder im Frühjahr Stauden nach.
Für deine eigene Liste kannst du den Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken danebenlegen. Wer die Fläche lieber aufzeichnet, legt sie im Beetplaner für Gartenbeete an.
Krokusse im naturnahen Garten
Ein naturnaher Garten verbindet zwei Dinge: Blüten, die sich selbst vermehren dürfen, und Plätze zum Nisten und Überwintern. Krokusse passen in beide Teile, wenn du ihnen Ruhe lässt.
So breiten sich Krokusse aus
Krokusse können sich im Garten über Brutknollen und über Samen vermehren. Am passenden Standort können Krokusse, Schneeglöckchen und Blausterne über Jahre Blütenteppiche bilden, wenn sie ungestört wachsen dürfen. Bei Krokussen liegt der Fruchtknoten unter der Erde. Erst nach der Befruchtung gelangt die Fruchtkapsel an die Oberfläche und gibt dort die reifen Samen frei.
Weil Krokusse sich über Brutknollen und Samen vermehren und die Kapsel erst nach der Befruchtung nach oben kommt, lässt du Krokusflächen nach der Blüte am besten in Ruhe. Unerwünschte Pflanzen ziehst du dort heraus oder stichst sie aus, denn in Staudenmischpflanzungen mit Blumenzwiebeln stört Hacken die Bestandsentwicklung. Ich jäte meine Krokusflächen deshalb nur von Hand. Für Begleiter wie Schneeglanz, Blaustern und Winterling gilt Ähnliches: Sollen sie über Samen verwildern, köpfst du sie nach der Blüte nicht.
Aus Samen gezogene Krokusse können bis zur ersten Blüte bis zu vier Jahre brauchen. Wer Samen nicht dem Zufall überlässt, sondern gezielt kreuzt und ausliest, findet das Vorgehen im Ratgeber zum Züchten eigener Krokussorten.
Gehölzrand, Steingarten und Rasen
Zwischen und vor Gehölzen können Schneeglanz und Krokusse in durchlässigem, humosem Boden verwildern. Frühblühende Zwiebelpflanzen können unter Sträuchern und Bäumen blühen, bevor diese ihr Laub austreiben. Für humose, durchlässige Bereiche zwischen und vor Gehölzen eignen sich als Begleiter auch Winterlinge, Knotenblumen, Schneeglöckchen und Blausterne. Das Kleine Schneeglöckchen und der Zweiblättrige Blaustern sind in Deutschland heimisch, der Sibirische Blaustern ist dagegen ein etablierter Neophyt.
Für ein natürliches Bild streust du die Knollen aus und pflanzt sie dort, wo sie liegen bleiben. Im Steingarten gehören Wildkrokusse zu den Frühlingsblühern, zusammen mit niedrigen Narzissen, Wildtulpen, Blausternen und Winterlingen. Der Boden muss dort gut wasserdurchlässig sein, ohne Verdichtungen und StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt..
Auch im Rasen haben Krokusse Platz. Für eine Gruppe hebst du ein Rasenstück an, setzt die Knollen 8 cm tief und legst das Stück wieder auf. Ich stecke die Gruppen danach mit Stäben ab, damit ich sie im Frühjahr beim Mähen wiederfinde.
Wie viele Knollen eine Fläche braucht
Mehrere Zwiebeln derselben Art an einer Stelle ergeben eine stärkere Blütenwirkung als weit verstreute Einzelzwiebeln. Für Krokusse heißt das: lieber eine dichte Gruppe als viele Einzelknollen im ganzen Garten verteilt.
Für eine sichtbare Gruppe kleiner Zwiebelblumen rechnest du mit mindestens 20 Stück. In Staudenmischpflanzungen entfalten Krokusse mit etwa 20 Pflanzen je m² eine deutliche Wirkung. Für Staudenmischpflanzungen auf Freiflächen werden insgesamt 20 bis 50 Zwiebelpflanzen je m² empfohlen.
Nistplätze gehören dazu
Neben Blütennahrung brauchen Insekten Nist- und Überwinterungsplätze, etwa offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen. Totholz-, Reisig- und Steinhaufen bieten verschiedenen Gartentieren Unterschlupf. Das Reisig vom Winterschnitt schichte ich in einer ruhigen Ecke auf, statt es abzufahren.
Ungefüllte Sorten kaufen. Frühe Krokusse und großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe an dieselbe Stelle setzen. Nachfolger für Sommer und Herbst einplanen. Krokusflächen von Hand jäten statt hacken. Einen Stein-, Holz- oder Reisighaufen als Unterschlupf liegen lassen.
Standort, Pflanzung und Pflege in Kürze
Krokusse brauchen lockeren, humosen und durchlässigen Boden ohne Staunässe; frühblühende botanische Krokusse bevorzugen volle Sonne, Gartenkrokusse vertragen auch HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone.. Frühjahrsblühende Krokusse pflanzt du je nach Herstelleranleitung von September bis Dezember in frostfreien Boden. Wie du Platz, Tiefe und Pflanzzeit für deine Sorte festlegst, zeigt der Ratgeber zu Standort, Pflanzung und Pflege von Krokussen.
Nach der Blüte bleibt das Krokuslaub stehen, bis es welkt, und im Rasen sparst du die Stellen bis dahin beim Mähen aus. Das Laub baut die Reserven für die nächste Blüte auf, und diese Blüte ist das Bienenfutter des kommenden Frühjahrs; wer zu früh mäht, kann also beides schmälern. Wie Zwiebelpflanzen allgemein einziehen, beschreibt der Überblick zur Pflege von Blumenzwiebeln und Knollen.
Kombinieren, Arten und Schutz: hier liest du weiter
Farbkombinationen, Begleitstauden und Ideen für Beet, Rasen und Topf gehören zur Gestaltung. Wie du Krokusse mit Partnerpflanzen, Farben und Gartenbereichen abstimmst, zeigt der Ratgeber zum Kombinieren von Krokussen im Frühlingsgarten.
Neben den Frühjahrsblühern gibt es Herbstkrokusse, deren Pflanzfenster je nach Anleitung von August bis Mitte September reicht. Welche Arten und Sorten es gibt und worin sie sich unterscheiden, stellt der Ratgeber zur Krokusvielfalt vom Frühling bis zum Herbst vor.
Staunässe kann die Knollen schädigen, deshalb steht der durchlässige Boden an erster Stelle. Bei Wühlmausproblemen kannst du die Knollen gruppenweise in Drahtkörbe setzen, während Kaiserkronen in der Nähe keinen verlässlichen Schutz vor Wühlmäusen bieten. Welche Krankheiten und Schädlinge Krokusse treffen und wie du vorbeugst, beschreibt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen bei Krokussen.

