Montbretien pflegen: pflanzen, überwintern, teilen und aus Samen ziehen
- Pflanze die Knollen im April oder Mai 10 cm tief in nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden ohne Staunässe.
- In der Reihe brauchen die Knollen 10 cm Abstand, zwischen den Reihen 30 cm; dort wachsen sie frei zu Horsten heran.
- Montbretien sind bedingt winterhart: In geschützten Lagen überwintern sie unter einer großzügigen Laubdecke im Boden.
- Ausgegrabene Knollen prüfst du auf Faulstellen und lagerst sie in Zeitungspapier luftig und dunkel bei 4 bis 8 °C.
- Horste teilst du etwa alle 3 bis 4 Jahre; Samen keimen bei 20 °C und werden nicht mit Erde bedeckt.

Montbretien sind nur bedingt winterhart. Deshalb stehst du jeden Herbst vor derselben Frage: Bleiben die Knollen unter Laub im Boden, oder kommen sie ins Winterlager? Ich gehe dafür vor dem ersten Frost durch meine Beete und entscheide Horst für Horst. Im Sommer dreht sich die Pflege um feuchten Boden, aus dem Wasser trotzdem gut abziehen kann. Dazu kommen das Teilen alter Horste und, wenn du neugierig bist, die Aussaat aus Samen.
Montbretien auf einen Blick
Diese Werte brauchst du beim Pflanzen, Überwintern und Säen immer wieder.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Botanischer Name | Crocosmia |
| Wuchshöhe | 80 bis 100 cm |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Boden | nährstoffreich, gut durchlässig, ohne Staunässe |
| Feuchtebedarf | feucht |
| Pflanzzeit der Knollen | April bis Mai |
| Pflanztiefe | 10 cm |
| Abstand in der Reihe | 10 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Wuchsform | frei wachsender Horst |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | bedingt winterhart |
| Winterlager ausgegrabener Knollen | 4 bis 8 °C, luftig und dunkel, in Zeitungspapier |
| Horste teilen | etwa alle 3 bis 4 Jahre |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. der Samen | 20 °C |
| Saattiefe | 0 cm, Samen nicht abdecken |
| Weitere Merkmale | Schnittblume, topfgeeignet, nützlingsfreundlich, verwilderungsfähig, ohne Duft |
Kurz vorgestellt: was Montbretien sind
Montbretien, botanisch Crocosmia, gehören zu den Schwertliliengewächsen und stammen aus dem südlichen Afrika. Sie wachsen aus Knollen, die mit den Jahren zu Horsten zusammenwachsen, und gelten als verwilderungsfähig. Wie sie sich neben Tulpen, Dahlien und Lilien einordnen, zeigt der Artenüberblick im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Standort und Kübel in Kürze
Montbretien wachsen sonnig bis halbschattig, am besten in nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden ohne Staunässe. Wie Licht, Boden, Windschutz und Platz zusammenspielen, liest du im Ratgeber zum passenden Standort für Montbretien.
Auch im Kübel kannst du Montbretien halten, denn sie sind topfgeeignet. Das Gefäß braucht freie Ablauflöcher, und wegen des begrenzten Wurzelraums gießt und düngst du die Knollenpflanzen im Sommer regelmäßig. Mehr zum Kübel findest du ebenfalls im Standort-Ratgeber.
Montbretien richtig pflanzen
Gepflanzt wird im Frühjahr, und zwar in einen lockeren Boden, aus dem Wasser gut abziehen kann.
Wann du Montbretien pflanzt
Montbretien-Knollen kommen im April oder Mai in die Erde. Das gilt für gekaufte Knollen genauso wie für die aus deinem eigenen Winterlager. Vor dem Setzen nehme ich jede Knolle in die Hand und drücke sie leicht an den Seiten. Eine gesunde Knolle ist fest und hat keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Den Pflanzzeitraum kannst du dir im druckbaren Aussaatkalender für Blumenzwiebeln vormerken.
Boden und Pflanzstelle vorbereiten
Lockere die Pflanzstelle vor dem Setzen gründlich. Schwere Böden verbesserst du dabei mit Sand oder Perlite, damit Wasser abziehen kann. Für Blumenzwiebeln auf schweren Böden wird zusätzlich eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen. Ich lege sie auch unter Montbretien-Knollen. Außerdem arbeite ich Kompost ein, weil er schwere Böden lockert und in leichten Böden Wasser und Nährstoffe besser hält.
Pflanztiefe und Handgriffe
Die Pflanztiefe für Montbretien liegt bei 10 cm. Ich setze die Knollen mit der Spitze nach oben, fülle das Loch mit Erde auf und drücke sie leicht an. Danach gieße ich gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist. Das Angießen fördert den Bodenkontakt und die Wurzelbildung, Staunässe soll dabei aber nicht entstehen.
Knolle fest und ohne weiche Stellen. Pflanzstelle gelockert, schwerer Boden mit Sand oder Perlite verbessert. Knolle 10 cm tief, Spitze nach oben. Erde leicht angedrückt und gründlich angegossen.
Abstände und Gruppen
In der Reihe setzt du die Knollen mit 10 cm Abstand. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm frei. In diesem Raster wachsen die Knollen frei zu Horsten heran, die du später teilst. Mehrere Knollen an einer Stelle wirken im Beet stärker als weit verstreute Einzelpflanzen. Wie viele Reihen in dein Beet passen, kannst du vorher im Beetplaner für dein Beet durchspielen.
Pflege während der Wachstumszeit
Zwischen Pflanzung und Blüte kümmerst du dich vor allem um Wasser, Nährstoffe und ein sauberes Beet.
Gießen nach Bodenfeuchte
Montbretien wollen feuchten Boden, Staunässe vertragen sie aber nicht. Gieß deshalb durchdringend, bevor auch der Untergrund ganz austrocknet. Ich stecke vorher einen Finger in die Erde und fühle, ob es unter der Oberfläche noch feucht ist. Am besten gießt du morgens und direkt in den Wurzelbereich. Bei wenig Regen, Wärme und Wind trocknet der Boden schneller aus, dann schaue ich öfter nach.
Düngen: erst den Boden kennen
Montbretien brauchen nährstoffreichen Boden. Wie viel du nachlegst, hängt von deinem Beet ab. Eine Bodenuntersuchung zeigt, ob es unter- oder überversorgt ist, und danach richtest du Auswahl und Menge des Düngers. Kompost, den du beim Pflanzen eingearbeitet hast, rechnest du dabei als Dünger an.
Bodendünger gibst du auf feuchten Boden, damit die Nährstoffe gleich wirken können. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Stickstoff unterstützt vor allem Blätter und Triebe, PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium fördern vorrangig das generative Wachstum mit Blüten und Samen. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert für Bodenart und Humusgehalt zu niedrig liegt.
Für Gartenboden gilt als allgemeine Obergrenze für Kompost eine Menge von 2 bis 3 l je m² und Jahr. Sie soll eine Überversorgung mit Phosphat vermeiden. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du die Kompostgabe ein.
Mulchen und Unkraut
Eine organische Mulchdecke beschattet offenen Boden und vermindert die Verdunstung. In Staudenmischpflanzungen auf frischem bis feuchtem Boden passen Rindenkompost oder RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. als Mulch. Bei feuchter Witterung fördert eine dicke Mulchauflage allerdings Schnecken. Unkraut ziehe ich oder steche es aus. Hacken stört in Staudenmischpflanzungen mit Blumenzwiebeln die Entwicklung des Bestands.
Verblühtes und hohe Blütenstiele
Verblühte BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. schneide ich ab, außer an den Stielen, von denen ich Samen ernten will. Bei Zwiebelblumen, die sich nicht über Samen vermehren sollen, ist das der übliche Handgriff. Montbretien werden 80 bis 100 cm hoch. Nach einem Gewitterregen gehe ich durchs Beet und binde Stiele, die sich neigen, locker an einen Stab.
Montbretien überwintern
Wie winterhart sind Montbretien?
Montbretien gelten als bedingt winterhart. Für deinen Garten heißt das: Die Lage entscheidet, ob die Knollen draußen bleiben oder ins Lager kommen.
„Montbretien sind nicht winterhart.“ So pauschal stimmt das nicht. Sie gelten als bedingt winterhart und können in geschützten Lagen unter einer großzügigen Laubabdeckung im Boden bleiben. Ohne geschützte Lage holst du sie besser aus der Erde.
Im Beet überwintern
Für den Winter im Boden decke ich die Horste im Herbst großzügig mit Laub ab. Der Boden darunter muss Wasser abziehen lassen, denn Staunässe vertragen Montbretien auch im Winter nicht. Ein Beet, in dem nach Regen lange Wasser steht, ist deshalb kein Platz für die Überwinterung im Freien, auch wenn die Lage sonst geschützt ist.
Knollen ausgraben und einlagern
Nicht winterfeste Sommerknollen kommen je nach Frostempfindlichkeit vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach ins Winterquartier. Ich hebe die Montbretien mitsamt Laub aus der Erde und lasse es erst einziehen. Die braunen Blätter schneide ich danach ab. Jede Knolle prüfe ich auf Faulstellen, bevor ich die gesunden einzeln in Zeitungspapier wickle. Gelagert werden sie luftig und dunkel bei 4 bis 8 °C. Auf jedes Päckchen schreibe ich Sorte und Beet, damit ich im Frühjahr weiß, wohin es zurückgehört.
Das Laub gleich nach dem Ausgraben abschneiden. Lass die Montbretien ihr Laub erst einziehen und schneide dann die braunen Blätter ab.
Im Herbst entscheidest du Horst für Horst zwischen Laubdecke in geschützter Lage und Ausgraben. Ausgegraben wird vor dem ersten Frost, spätestens unmittelbar danach.
Im Frühjahr zurück ins Beet
Im April oder Mai kommen die eingelagerten Knollen wieder in die Erde. Vorher packe ich sie aus und kontrolliere jede noch einmal auf weiche Stellen. Gepflanzt wird genauso wie beim ersten Mal, also in derselben Tiefe und mit demselben Abstand.
Montbretien vermehren
Für mehr Montbretien hast du zwei Wege: Du teilst vorhandene Horste, oder du ziehst neue Pflanzen aus Samen.
Horste teilen
Montbretienhorste gräbst du etwa alle 3 bis 4 Jahre aus, teilst sie und pflanzt die Stücke neu. Ich teile, wenn ich einen Horst ohnehin aufnehme. Dafür hebe ich ihn mit der Grabegabel, schüttle die Erde ab und löse die Knollen mit den Händen voneinander. Stücke mit weichen oder fauligen Stellen sortiere ich aus. Die Teilstücke setzt du wie neue Knollen 10 cm tief und gießt sie gründlich an.
Montbretien aus Samen ziehen
Montbretien-Samen keimen bei 20 °C. Die Saattiefe beträgt 0 cm, du legst die Samen also auf die Erde und deckst sie nicht ab. Als Substrat eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ich halte die Schale feucht, ohne dass Wasser darin steht. Bevor die Jungpflanzen ins Beet umziehen, härtest du sie ab, indem du sie kühler stellst und gut lüftest.
Bei Kreuzungen werden die Erbanlagen der Eltern neu kombiniert, während Teilung genetisch identische Nachkommen liefert. Stammen deine Samen aus einer Kreuzung, musst du unter den Sämlingen also erst auswählen. Eine bestimmte Sorte behältst du verlässlicher, wenn du den Horst teilst.
Lass für die Samenernte einzelne verblühte Stiele an der Pflanze stehen und schneide die übrigen ab. Diese Stiele planst du dann nicht mehr für die Vase ein.
Montbretien als Schnittblumen
Montbretien eignen sich als Schnittblumen und liefern von Juli bis Oktober Stiele für die Vase.
Schneiden
Ich schneide mit einem sauberen, scharfen Messer und stelle die Stiele gleich ins Wasser. Bevor ich losgehe, lege ich fest, welche Stiele für die Samenernte stehen bleiben. So schneide ich nicht versehentlich genau die Blütenstände ab, an denen ich Samen ernten wollte.
In der Vase
Stell die Stiele in ein sauberes Gefäß und gib ihnen täglich frisches Wasser. Blätter, die ins Vasenwasser reichen würden, entfernst du, weil sie Wasseraufnahme und Haltbarkeit beeinträchtigen können. Hast du kein Frischhaltemittel zur Hand, nimm sauberes Wasser ohne selbst gemischte Zusätze.
Sträuße
Montbretien duften nicht, im Strauß wirken sie allein über Farbe und Form. Ich stelle sie gern einzeln in eine schlichte Vase und ergänze höchstens ein paar Gräser aus dem Beet.
Krankheiten und Schädlinge
Bei Montbretien setzt der Pflanzenschutz am Boden und bei der Kontrolle der Knollen an.
Woran du Probleme erkennst
Weiche oder faulige Stellen an den Knollen sind ein Warnzeichen, auf das du beim Pflanzen, Teilen und Einlagern achtest. Wie an anderen Zierpflanzen können auch Blattläuse auftreten. Kümmernde Pflanzen können auf Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen hindeuten, ein NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. ist damit allein nicht bewiesen. Weil Montbretien keine Staunässe vertragen, prüfe ich bei schwachen Pflanzen zuerst, ob der Boden zu nass ist, bevor ich nachdünge.
Vorbeugen
Vorbeugen beginnt beim Pflanzgut: Ich setze nur feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel. Ein durchlässiger Boden und die Abstände aus der Pflanzanleitung geben den Horsten Raum. Beim Einlagern sortierst du jede Knolle mit Faulstellen aus, damit sie nicht zwischen den gesunden liegt.
Faulige Knollen und kranke Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost. Krankheitserreger können dort überdauern, wenn die RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. nicht ausreicht.
Eingreifen ohne Chemie
Bevor du gegen Blattläuse vorgehst, schau nach Marienkäfern, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse.. Sind diese Gegenspieler schon da, kann ein Eingriff überflüssig sein. Einen schwachen Befall kannst du häufig mit einem Wasserstrahl abspritzen und so verringern. Jauchen aus Schachtelhalm oder Knoblauch wird eine Wirkung gegen Pilze nachgesagt. Verlassen würde ich mich darauf nicht, bei Montbretien setze ich auf durchlässigen Boden und gesundes Pflanzgut.
Sorten und Gestaltung in Kürze
Neben klassischen Sorten gibt es moderne Montbretien mit neuen Farben und Blütenformen. Welche Sorten es gibt und wie du sie mit Partnerpflanzen in Beeten und Rabatten einsetzt, zeigt der Ratgeber zur Sortenvielfalt der Montbretien.

